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Schönramer – India Pale Ale

Nun habe ich wieder einmal ein IPA aus Oberbayern im Test, genauer gesagt aus Schönram. Diese Brauerei wurde mehrfach durch den European Beer Star 2015 ausgezeichnet. Also kann ich hier erneut etwas Besonderes erwarten.

Bernsteinfarben, hefetrüb und mit lebhafter Kohlensäure steht das Bier im Glas, darüber reichlich ein feinporiger weißer Schaum, der auch recht lang erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier also schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch Zitrusfrüchte und Malz geprägt, unterstützt durch den Duft einer Bergwiese. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist leicht süß, genau wie ich es erwartet hatte. Gleichzeitig bemerke ich, dass die Kohlensäure recht aggressiv ist. Schnell zeigt sich ein sehr bitterer Geschmack, der die Süße überdeckt. Saure Noten kann ich nicht schmecken. Ich mag das Bittere, auch wenn es schon fast grenzwertig ist. Meine Frau, die das Bier ebenfalls getestet hat, verzog nur das Gesicht und brach den Test ab. Im Abgang wird das Bier wieder weniger bitter, wirklich angenehm. Dieser Geschmack bleibt auch lang erhalten.

Der doch sehr starke bittere Geschmack steht in deutlichem Widerspruch zum frischen Aroma dieses IPA. Ein überraschendes Bier mit Charakter, das man mögen kann, das aber sicherlich nicht jedem gefällt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

17,8° Plato

Brauerei:

Private Landbrauerei Schönram
Salzburger Str. 17
83367 Schönram
http://www.brauerei-schoenram.de

Ayinger – Weizenbock

Jetzt habe ich den Ayinger Weizenbock aus Oberbayern vor mir stehen. Es ist das erste der 14 Biere dieser mittelständischen Brauerei, die mit ihren etwa 80 Beschäftigten der größte Arbeitgeber dieser Stadt ist, die ca. 25 Kilometer südlich von München liegt. Die Biere dieser Brauerei wurden vielfach ausgezeichnet, was meine Erwartungen in die Höhe treibt.

Goldgelb mit einem leichten Rotstich zeigt sich das Bier im Glas, dazu die Trübung durch die vorhandene Hefe und darüber recht viel reinweißer und cremiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal perfekt.

Das Bier duftet intensiv nach Malz, unterstützt durch den Duft der Hefe und von Bananen sowie einem Hauch von Trockenfrüchten. Damit ist das Aroma so, wie ich es bei einem guten Bockbier erwarte, das mit einem aromatischen Hopfen gebraut wurde.

Der Antrunk ist leicht süßlich und mir fällt auf, dass dieses Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Da hätte ich mir etwas mehr gewünscht. Der Körper ist intensiv, rund und wirklich ausgewogen. Die Süße des Malzzuckers, die Bitterstoffe und ein wenig Säure halten sich absolut die Waage. Der Abgang ist dann überraschend mild. Trotz der geringen Bitterkeit bleibt er aber lange erhalten.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,1 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Aying
Franz Inselkammer KG
85653 Aying
http://www.ayinger.de

Erdinger – Schneeweiße

Früher habe ich den Winter ja gemocht. Aber nachdem es mich vor etwa einem Vierteljahrhundert ins Ruhrgebiet verschlagen hat, habe ich keinen richtigen Winter mehr gesehen. In den Monaten, in denen es früher Winter war, so richtig mit Schnee und Eis unter blauem Himmel, gibt es heute nur noch ungemütliches Dreckwetter. Nur eines ist geblieben: Von November bis Februar gibt es die Winterbiere, die mit mehr Stammwürze und daher mit mehr Geschmack gebraut wurden. Obwohl es sich dabei meist um Bockbiere handelt, steht jetzt ein Winter-Weizenbier vor mir, die Schneeweiße von Erdinger.

Schon das Etikett mit einem Winterwald lässt von früheren Zeiten träumen und auch die Aussage „so schmeckt der Winter“ lässt hoffen. Mal sehen, ob meine Erwartungen auch erfüllt werden, die ich hier wohl etwas höher ansetzen kann als bei den meisten Fernsehbieren. Schließlich arbeitet die Brauerei in Erding nicht mit Hopfenextrakten.

Schön bernsteinfarben mit einem Goldstich und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Dazu kommt reichlich Kohlensäure, die für eine wunderbare Schaumkrone sorgt.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt, leichte Röstnoten bestimmen den Duft. Bereits jetzt merke ich, dass die Brauerei am Hopfen gespart hat. Der Antrunk ist relativ süß, dazu etwas Säure, die für eine gewisse Spritzigkeit sorgt. Der Körper ist intensiv, fruchtig und ausgewogen. Dazu vollmundig und süffig. Der Abgang besticht durch ein freundliches Bitter mit einem ellenlangen Nachklang.

Zusammen mit einem deftigen bayerischen Essen ist das Bier wirklich empfehlenswert.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,9° Plato

Brauerei:

Privatbrauerei Erdinger Weißbräu
85435 Erding
www.erdinger.de

Schneider Weisse – Unser Aventinus Vintage

Jetzt steht ein besonderes Bier vor mir, eine Rarität, die zwei Bilder verdient. Es handelt sich um das Unser Aventinus TAP6. Bereits im Jahr 2012 gebraut wurde der Weizendoppelbock zunächst etwa drei Jahre im Keller von Bayerns ältester Weißbierbrauerei gelagert und gereift, bevor es im November 2015 erstmals in den Verkauf kam. Das Rückenetikett teilt uns mit, dass das Bier weder filtriert noch pasteurisiert ist. Es handelt sich also nicht um ein totes Industriebier, sondern es reift während der Lagerung in der Flasche nach. Trotzdem gibt die Brauerei Schneider als Mindesthaltbarkeitsdatum den 1. August 2020 an. Das ist eine ambitionierte Angabe, die ich allerdings keinesfalls in Zweifel ziehen möchte. Also sehen wir uns das Bier doch einmal an.

Geliefert wird die Flasche in einer Papierhülle, die uns an einige Ereignisse aus dem Jahr 2012 erinnert – die EU bekam den Nobelpreis, Schneider Weiße wurde 140 Jahre alt, Barack Obama wurde wiedergewählt… Vor dem Verkosten ist also erst einmal so manche Erinnerung angesagt. Ich finde das eine originelle Idee. Der Anhänger klärt uns auf, dass das Bier während der Lagerung und Reifung neben den bereits vorhandenen Aromen auch weitere Aromen von Schokolade, Portwein und Sherry entwickelt. Nun bin ich aber wirklich neugierig und es ist an der Zeit, die Flasche auszupacken. Die Flasche selbst und die Etiketten geben aber keine weiteren Informationen, weshalb ich nun mit der Verkostung beginnen kann.

Tiefschwarz und fast blickdicht ist das Bier im Glas. Nur ganz schwach schimmert etwas rote Farbe durch. Über dem Bier ein feinporiger Schaum, fast weiß mit leichtem Gelbstich. Leider löst dieser Schaum sich sehr schnell auf.

Das Aroma wird durch die Röstnoten des Malzes bestimmt, die durch Anklänge von Schokolade, Nelken und Pfeffer unterstützt werden. Auf dem Anhänger war auch noch von Vanille, Portwein und Sherry die Rede, deren Aromen sich während der Reifung entwickeln sollen, aber das kann ich leider nicht feststellen. Dafür stelle ich einen Hauch von Pfeffer fest, der auf dem Anhänger nicht erwähnt ist. Nun bin ich mir nicht sicher, ob das Geruchsempfinden so individuell ist, dass diese Differenzen auftreten können, oder ob jede Flasche unterschiedlich reift. Aber im Grunde ist das auch egal, der Duft dieses Bieres spricht mich auf jeden Fall an.

Bei der intensiven Färbung des Bieres hätte ich eigentlich eine relativ intensive Süße erwartet. Allerdings belehrt mich der Antrunk eines Besseren. Die Süße ist zwar eindeutig vorhanden, drängt sich aber nicht in den Vordergrund. Die Süße ist perfekt an die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure angepasst. Auch der Körper dieses Bieres kann mich begeistern. Die Kaffee- und Schokoladennoten des Malzes werden durch eine leichte Säure perfektioniert. Je länger das Bier auf der Zunge ist und sich erwärmt, desto mehr unterschiedliche Geschmäcker bilden sich heraus. Mich überfordert allerdings die Vielzahl der Geschmacksnuancen und ich vermute auch einmal, dass jeder andere Noten feststellt. Der Abgang ist dann leicht säuerlich und würzig. Trotz der relativ wenigen Bitterstoffe bleibt im Mund noch lange der angenehme Geschmack dieses Bieres zurück.

Nach einem schönen Tag und einem guten Abendessen kann dieses Bier den perfekten Tagesabschluss bilden.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,2 % Vol.

Brauerei:

Weißes Bräuhaus G. Schneider & Sohn GmbH
93309 Kelheim
http://www.schneider-weisse.de

Schönramer – Saphir-Bock

Nun steht mal wieder ein Bier aus Bayern vor mir, der Saphir Bock aus Schönram im Landkreis Traunstein. Das Rückenetikett verrät auch schon, wo der Name herstammt. Es handelt sich um ein Bockbier, das mit dem Aromahopfen Saphir aus der Hallertau gebraut wurde. Und wenn die Brauerei ihrem Bier bereits auf dem Etikett „eine gewisse Hinterfotzigkeit“ bescheinigt, dann muss sie auch einiges liefern, ansonsten würde ich mich als Konsument veralbert fühlen. Na ja, wir werden das ja gleich erleben.

Im Glas zeigt sich das Bier in einem sehr hellen Gelb. Dazu ist es klar, so dass es fast wässrig aussieht. Allerdings steht darüber eine mittlere Menge feinporigen reinweißen Schaums mit einer mittleren Standzeit, so dass der etwas enttäuschende Eindruck der Bierfarbe schon mal etwas revidiert wird. Allerdings sehe ich recht wenig Kohlensäure.

Das Aroma ist malzbetont und wird durch Karamellnoten unterstützt. Dabei ist der Duft deutlich intensiver als ich aufgrund der blassen Farbe des Bieres erwartet hätte.

Der Antrunk ist so süß wie ich es bei einem Bockbier erwarte. Jetzt kommt auch die Lebhaftigkeit der Kohlensäure zum Vorschein. Der Körper ist sehr voll, Bitter und Süß stehen in einem wirklich ausgewogenen Verhältnis zueinander. Dabei ist der Geschmack sehr intensiv. Vielleicht vermisse ich jetzt noch einige Bitterstoffe. Diese kommen erst im ansonsten milden Abgang zum Tragen, dann klingen sie aber lange nach.

Alles in Allem haben wir hier ein ungewöhnliches Bier mit viel Charakter vor uns, in dem der sehr starke Körper in deutlichem Kontrast zu einem milden Antrunk und Abgang steht.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Saphir)

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Brauerei:

Private Landbrauerei Schönram
83367 Schönram
http://www.schönramer.de

Crew Republic – Drunken Sailor

Die Brauerei beschreibt das Drunken Sailor so: „Weigh the Anchor, Hoist the Sails… Meterhohe Wellen, peitschender Wind. Das war das Leben der englischen Seefahrer, die den Auftrag hatten, Bier in die indische Kolonie zu bringen. Nur unendlich viel Hopfen und ein hoher Alkoholgehalt machten es haltbar für die gefährliche Reise. Drunken Sailor IPA bringt das Abenteuer und den kräftigen Geschmack ins 21. Jahrhundert… Ship Ahoy!“ OK, das war nicht unbedingt die Beschreibung des Drunken Sailor, sondern eher die Beschreibung der Entstehung dieses Bierstils. Ich finde die Formulierungen aber ganz gelungen. Wenn das Bier genauso gut ist, ist daran nichts auszusetzen.

Tieforange und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine gute Menge feinporiger Schaum und bereits beim Einschenken steigt mir ein intensiver Duft nach Grapefruit in die Nase.

Aber das Aroma hat noch mehr zu bieten. Neben Grapefruit steigen mir noch Düfte von Ananas, Zitrone, grünen Äpfeln, Waldhonig sowie einige florale und kräuterige Noten in die Nase. Das komplexe Aroma gefällt mir sehr gut.

Der Antrunk ist trocken und spritzig. Besonders gefällt mir die sehr feinperlige Kohlensäure. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Besonders die Grapefruit tritt in den Vordergrund, aber langsam lässt sich auch eine feine Malzsüße blicken. Der Abgang ist freundlich bitter und lang nachklingend. Ich hätte aber die 58 IBU nicht erwartet.

Das Drunken Sailor ist ein sehr gut trinkbares IPA. Leider musste ich aber feststellen, dass das fruchtige Aroma bereits nach kurzer Zeit verfliegt. Ich weiß nicht, woran das liegt; bei anderen IPAs sind die Aromen stabiler.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Karamellmalz), Hopfen (Herkules, Citra, Cascade, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

6,4 % Vol.

Bittereinheiten:

58 IBU

Brauerei:

Crew Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 München/Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

Rhönpiraten – Weizen

Drei Biere der Rhönpiraten aus Franken habe ich bereits getestet und ich war von allen drei Kreationen begeistert. Mal sehen, ob sich diese Begeisterung auch beim Weizen hält. Das Etikett verrät wie immer keine Informationen über diese fränkische Brauspezialität, weshalb ich direkt zur Verkostung übergehen kann.

Goldgelb und hefetrüb steht das Weizen im Glas Darüber sehe ich viel feinporigen und reinweißen Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier also absolut gelungen.

Das Aroma wird durch das Getreide bestimmt, es ist leicht säuerlich und auch die Hefe kommt deutlich zum Vorschein. Im Antrunk ist das Bier leicht aber unaufdringlich süß, Malz und Hefe zeigen sich in einem angenehmen Verhältnis. Der Abgang ist leicht bitter, so wie er sein soll, und er klingt lange nach. Leider befindet sich zwischen Antrunk und Abgang ein deutliches geschmackliches Loch. Wenn es der Brauerei gelingt, dieses Loch zu stopfen, hat dieses Bier durchaus das Zeug zu einem absoluten Spitzenprodukt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,1 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Brauerei:

Rhönpiraten
Inh. Stephan Kowalsky
Friedenstr. 25
97645 Ostheim
http://www.rhoenpiraten.de

Riegele – Auris 19

Jetzt will ich mal wieder ein Bier aus der Riegele Braumanufaktur testen, das Auris 19. Woher dieser Name? Das Bier ist mit 19° Stammwürze gebraut. Wenn das Bier dann auch noch als „Goldenes Feuer“ beworben wird, steigen selbstverständlich meine Erwartungen. Im Glas zeigt sich das Bier in einem satten goldgelb mit einer lebhaften Kohlensäure. Der Schaum ist eher sparsam vertreten, dafür aber feinporig. Dass sich der Schaum schnell auflöst, trübt den optischen Eindruck, ist aber noch kein K.O.-Kriterium. Das Aroma wird von Malz und blumigen Noten bestimmt, es ist fruchtig und zeigt auch einen Anklang von Ananas. Da macht es doch gleich Spaß, sich auf den ersten Schluck zu freuen. Der Antrunk ist sehr mild, aber schnell dominiert das Malz den Geschmack. Das Ganze aber durchaus angenehm auf das Bittere des Hopfens abgestimmt. Der Abgang ist mäßig bitter, der Geschmack bleibt aber lange erhalten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Steffi), Hopfen (Hallertauer Perle, Opal), Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Riegele BierManufaktur
S. Riegele KG
86150 Augsburg
http://www.riegele.de

Maisel & Friends – Juicy IPA

Letzte Woche war es wieder so weit – die Brauerei Maisel & Friends schickte mir ihren neuen Sondersud, das Juicy IPA. Viele andere Brauereien bringen in der Vorweihnachtszeit dunkle und stärkere Biere auf den Markt. Maisel geht einen anderen Weg und holt uns den Sommer zurück. Auf der Website verspricht die Brauerei viel: „In der Maisel & Friends Brauwerkstatt haben sich unsere Braumeister eingefunden und alles an Hopfen organisiert, was zu bekommen war. Es gab eine regelrechte Explosion an Fruchtaromen und daran nicht ganz unschuldig waren die Hopfensorten Chinook, Citra, Amarillo, Simcoe, Mosaic und Mandarina Bavaria.“ Das klingt doch schon mal gut und ich freue mich darauf, die Flasche aufzumachen und das neue Bier zu verkosten.

In kräftigem Gold, leicht hefetrüb und mit sehr agiler Kohlensäure erstrahlt das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine große und sehr feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch hat die Brauerei auf jeden Fall alles richtiggemacht.

Bereits beim Einschenken steigen mir viele fruchtige Aromen in die Nase. Ich rieche Grapefruit, Mango, Pfirsich, Birne und Orange. Nach dem Aroma ist den Brauern in Bayreuth wohl wieder ein Meisterstück gelungen.

Der Antrunk hält, was das Aroma verspricht. Er ist spritzig, frisch und fruchtig. Schnell macht sich ein kräftiges aber freundliches Bitter im Mund breit. Ja, die 50 IBU kommen durchaus hin. Aber jetzt fehlt mir doch die starke Fruchtigkeit, die ich gerade noch gerochen und auf der Zungenspitze geschmeckt habe. Trotzdem – Zitrusfrüchte sind zu schmecken und das Bitter gefällt mir durchaus. Überraschend ist dann der Abgang, der milder als erwartet ist und mittellang nachklingt.

Bis zum Antrunk hat mich das Bier absolut begeistert. Auf der Zunge fehlte mir zunächst die Fruchtigkeit. Ich konnte es jetzt nicht testen, da ich nur eine Flasche hatte, aber ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass das Juicy IPA sich gut als Begleiter süßer Desserts oder von Fruchtsalat eignet.

Das Juicy Fruit ist ein Sondersud, Sie sollten sich also beeilen, dieses Bier zu bestellen. Wenn es weg ist, ist es weg. Sie erhalten es im Shop an der Brauerei und bei Flaschenfreund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen (Chinook, Citra, Amarillo, Simcoe, Mosaic, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

14,8° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Brauerei Gebrüder Maisel KG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Braukraft – Choco-Lata

„Eine wunderschöne Prinzessin, sesshaft unweit von Kumasi, wollte heiraten. Aber eben nicht irgendwen… So kamen aus dem ganzen Land die Prinzen und brachten ihr kostbaren Gaben. Als dann ein Sohn eines Bauern aus Nkenkaasu mit seiner Ware auf dem Weg zum Markt am Palast vorbeikam und der Prinzessin einen wunderbaren Kakao anbot, war es um sie geschehen. Der Mann war obendrein noch Brauer und ersann speziell für sie diese Köstlichkeit…“ Die Firma Braukraft ersinnt zu jedem ihrer Biere ein Märchen oder besser gesagt den Anfang davon. Den Rest müssen Sie selbst erfinden. Ist das zu viel verlangt? Ich meine nicht, denn die Brauer sollen ihre Kreativität doch lieber in das Bier stecken als in irgendwelche Märchen.

Ja, ich spreche hier von Bier, auch wenn das Choco-Lata nach dem deutschen Reinheitsgebot überhaupt nicht als Bier verkauft werden darf. In der Zutatenliste stehen auch Kakaobohnen. Der Gesetzgeber mein ja nun, das geht gar nicht. Irgendwelche Enzyme, Extrakte und Kunststoffgranulate dürfen bei der Bierherstellung gerne verwendet werden, aber ein Naturprodukt… Egal, sehen wir uns an, was das Team aus der Nähe von München hier kreiert hat.

Tiefschwarz ist es, das Choco-Lata. Tiefschwarz und Blickdicht. Die Schaumkrone können wir allerdings mit Fug und Recht vergessen. Sie ist sehr klein, besteht aus grobporigem Schaum und löst sich sofort auf. Schade, so kann mich die Optik nicht begeistern.

Bei der tiefen Schwärze des Bieres würde ich auch ein recht kräftiges und komplexes Aroma erwarten. Die Kakaobohnen aus Ghana sorgen auch für ein ordentliches Schokoladenaroma. Leider ist es so kräftig, dass es die anderen Aromen verdrängt. Eventuell wäre da weniger mehr gewesen.

Der Antrunk wird wie von mir erwartet durch die Röstnoten dominiert. Der Geschmack nach Schokolade steht im Vordergrund. Die kräftige Malzsüße passt zur gut dosierten feinperligen Kohlensäure. Von Anfang an schmeckt das Bier kräftig nach Kakao, schnell gesellen sich auch Espressonoten dazu. Säure ist keine zu schmecken, auch Bitterstoffe vermisse ich. Auf mich wirkt das Bier nicht wirklich rund und vollmundig. Auch der Abgang ist ohne Bitter und auch ohne Nachklang.

Die Idee, auch Kakaobohnen mit zu verbrauen ist sicher nicht schlecht. Das Choco-Lata wirkt auf mich aber nicht wirklich rund.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kakaobohnen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

26 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

11° – 13° Celsius

Brauerei:

Braukraft
Münchnerstr. 20
82205 Gilching
www.braukraft.de