Schlagwort-Archiv: Bayern

Gutmann – Weizenbock

Titting liegt im Landkreis Eichstätt. Dort ist die Brauerei Gutmann beheimatet, die für den Winter ihren Weizenbock braut, der jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas Die sahnige Schaumkrone weist eine sahnige Konsistenz auf und bleibt sehr lange erhalten. Ein Bier wie gemalt.

Düfte nach Biskuitteig und Banane steigen mir in die Nase, dazu einige grasige Noten und ganz aus dem Hintergrund heraus unterstützt auch der Alkohol diese Aromen.

Der Antrunk ist recht süß und eine sanfte feinperlige Kohlensäure umschmeichelt meinen Gaumen. Auf der Zunge steht die Fruchtigkeit der Banane im ittelpunkt, unterstützt durch ein Vanillearoma und selbstverständlich die Hefe. Das Mundgefühl ist voll und cremig. Der Alkohol ist gut eingearbeitet und unterstützt die anderen Aromen. Der Abgang ist stiltypisch mild und die Fruchtigkeit klingt lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brauerei Gutmann
Am Kreuzberg 1
85135 Titting
www.brauerei-gutmann.de

Maisel & Friends – Slyrs Bock 2021

Holzfassgereifte Biere haben vielschichtige Aromen und einen außergewöhnlichen Geschmack. Wie edle Weine sollen sie nicht vorrangig den Durst löschen, sondern den Genießer in neue, komplexe Geschmacksdimensionen entführen. Für den Großteil der deutschen Bierliebhaber sind fassgereifte Bierspezialitäten ein vollkommen neues Genusserlebnis, aber das Interesse an der noch kleinen Kategorie wächst stetig.

Bereits 2015 hat die Brauerei Maisel & Friends sich ein Fasslager eingerichtet, das sich inmitten ihres Restaurants Liebesbier befindet. Seitdem experimentieren die Brau- und Kellermeister mit verschiedenen Kombinationen aus höherprozentigen Bieren und Holzfässern. Verwendet werden zum Teil frische getoastete Eichenholzfässer, zum Teil aber auch Fässer, die zuvor mit schweren Rotweinen, andalusischem Sherry, feinen Whiskys, süßen Likören und anderen Spirituosen belegt waren. Während der mehrmonatigen Ruhezeit nimmt das Bier die Aromen des Fasses an und es entstehen ganz spannende neue Geruchs- und Geschmackserlebnisse. Abgefüllt werden die Barrel Aged Bierspezialitäten in 0,75 Liter-Flaschen, so dass die Spezialitäten zu einem besonderen Anlass oder Genussmoment zelebriert werden können. Jetzt steht vor mir der Slyrs Bock der Bayreuther.

Rotbraun und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist nur klein und sie bleibt durchschnittlich lange erhalten. Mehr ist bei knapp zehn Volumenprozent Alkohol aber auch nicht zu erwarten.

Florale Noten stehen im Aroma im Vordergrund. Aber erst beim zweiten Riechen erschließt sich mir die Komplexität der Aromen. Der Duft nach Brotkrume mischt sich mit Düften nach Karamell und Kandis, dazu leichte rauchige und erdige Noten. Auch der Duft des Alkohols steigt mir in die Nase, allerdings drängt er sich nicht in den Vordergrund, sondern er unterstützt die anderen Aromen. Wow, das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist stiltypisch süß und die feinperlige Kohlensäure umschmeichelt meinen Gaumen. Auch auf der Zunge übernehmen wie in der Nase die floralen Noten die Führung, aber auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Jetzt kommt auch deutlich zum Ausdruck, dass das Bier im Whiskeyfass gereift wurde. Außerdem stelle ich jetzt auch den Geschmack von Mandeln fest. Bitter ist stiltypisch nur wenig vorhanden. Der Alkohol wärmt. Trotzdem ist das Mundgefühl samtig und weich. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und die floralen Noten klingen lange nach.

Damit ist der Slyrs Bock 2021 ein Bier, das mich begeistern kann. Eine Warnung muss ich allerdings doch loswerden: obwohl ich vor dem Verkosten dieses Bieres eigentlich recht gut zu Abend gegessen habe, hat es doch meinen Appetit angeregt und bei mir die Lust auf etwas Süßes geweckt. Eine Tüte getrocknete Ananas passte gut zu diesem Bier und sie war auch fast gleichzeitig mit dem Bier leer. Also – dieses Bier ist nichts für eine Diät.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,7 % Vol.

Brauerei:

Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Brehon – Irish Ember

Das war ja gestern eine Überraschung, als ich im Kühlschrank tatsächlich noch eine Flasche Weihnachtsbier gefunden habe. Es handelt sich um ein Porter mit 7,7 Volumenprozent Alkohol, das als Collaboration Brew von St. Erhard aus Bamberg und dem Brehon Brewhouse aus dem irischen Carrickmacross entstanden ist. Und auch wenn die Brauer auf dem Etikett von „feinen Gewürznoten“ schwärmen, wurden beim Brauen dieses Bieres keine Gewürze oder Kräuter verwendet, sondern ausschließlich Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine sehr kleine mittelbraune Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, nach Lakritz und Brotkruste.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet und ich stelle fest, dass die sehr feinperlige Kohlensäure wirklich knapp bemessen ist. Aber irgendwie passt die Kohlensäure doch zum Rest des Bieres. Die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe, spiegeln sich auf der Zunge. Überraschend ist, dass sie auf der Zunge auch in der gleichen Intensität wie in der Nase auftreten. Dazu kommt ein leichtes Bitter, das sich aber im Hintergrund hält. Der Alkohol ist gut eingearbeitet, so dass er nicht hervorsticht, sondern die anderen Aromen unterstützt. Das Mundgefühl ich voll und weich. Den Abgang teilen sich der Geschmack nach Lakritz sowie ein leichtes Bitter. Beide Aromen klingen lange nach.

Das Irish Ember ist ein Dessertbier, das sich gut zu einem Vanille- oder Karamellpuddig passt, aber auch ein Tiramisu wird sich gut mit diesem Bier verstehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Brauerei:

Brehon Brewhouse Ltd.
Dunelty
Iniskeen
Carickmacross
Co Monaghan
Irland
www.brehonbrewhouse.ie

in Zusammenarbeit mit

St. ERHARD GmbH
Hafenstraße 13
96052 Bamberg
http://www.st-erhard.com/

Exporte und Trend zum Bayerischen Hellen stimmen die Brauwirtschaft optimistisch

Wie der Bayerische Brauerbund mitteilt, hat sich der Gesamtbierabsatz der bayerischen Brauwirtschaft gegenüber dem desaströsen ersten Corona-Jahr um 2,1% verbessert. Die deutsche Brauwirtschaft insgesamt weist dagegen ein Absatzminus von 2,2% auf. Dennoch haben Bayerns Brauer die Talsohle der Corona-Krise noch nicht durchschritten. Vor allem die geschlossene Gastronomie, der fehlende Tourismus und die ausgefallene Volksfestsaison dämpften den Inlandsabsatz, sodass zum Vorkrisen-Absatzniveau noch immer rund 50 Millionen Maß fehlen.

Lichtblicke Hell-Bier-Trend und Exportrekord

Die schmerzlichen Verluste im Inlandsabsatz konnten in Bayern durch den anhaltenden Trend zum Bayerischen Hellen und durch ein Allzeithoch beim Bierexport aufgefangen werden. Wie Brauerpräsident Georg Schneider mitteilte, gewinnt das Bayerische Helle vor allem außerhalb Bayerns Marktanteile auf Kosten von Pils. Die Exporterfolge insbesondere in Drittländer haben Bayerns Brauer aber vor allem den Weißbieren und anderen Bierspezialitäten mit dem Siegel der Schutzbezeichnung „Bayerisches Bier g.g.A.“ zu verdanken.

Brauereien kämpfen mit enormen Preissteigerungen und Verschiebungen in den Absatzwegen

Die allgemeine Lage der Branche spiegelt jedoch lediglich einen Mittelwert wider, hinter dem sich viele einzelbetriebliche Schicksale verbergen. So haben mittlerweile fünf weitere bayerische Traditionsbrauereien aufgeben müssen und den Braubetrieb eingestellt. Die individuelle Betroffenheit von den gravierenden Verschiebungen der Bierabsatzwege sei, so Georg Schneider, zwar nicht unmittelbar eine Frage der Brauereigröße, dennoch träfen sie gerade Betriebe, die ihren Absatzschwerpunkt auf die Gastronomie sowie auf Feste und Veranstaltungen gelegt hätten, und die seien eben vor allem im brauwirtschaftlichen Mittelstand zu finden.

Zum herben Absatzverlust erreicht die Brauereien eine regelreichte Kostenexplosion in vielen Bereichen: Rohstoffe, Verpackungen, Energie, Logistik und sogar Etiketten und Kronenkorken verzeichneten in kürzester Zeit gewaltige Preisanstiege, sodass von manchen Brauereien angekündigte Preiserhöhungen zum Frühjahr bereits heute von den Kosten eingeholt wurden. Erst im Januar hatten die Betriebe zudem eine Lohnerhöhung um 2,3% zu verkraften.

Konkrete Erwartungen der bayerischen Brauwirtschaft

Brauerpräsident Georg Schneider hat für die Branche konkrete Erwartungen und fordert von der Politik Planungssicherheit für Bayerns Brauereien. „Es wird herausfordernd sein, nach der Pandemie gerade im Gastgewerbe wieder Tritt zu fassen. Ob die Menschen auf die Einladung zum Besuch eines Volksfestes oder größerer Veranstaltungen wieder mit Unbefangenheit und Freude reagieren, ist alles andere als sicher. Die notwendige Sicherheit in der Planung und Durchführung der Volksfeste und Veranstaltungen ist jedoch eine Grundvoraussetzung, damit wir wieder zur „alten Normalität“ und zu einem bayerischen Lebensgefühl zurückfinden, wie wir das für ein gedeihliches Umfeld im Biergeschäft brauchen“, so Schneider.

Zukunftsthemen der Brauwirtschaft

Trotz der extremen Umbrüche und Belastungen, die die Corona-Krise auch für sie mit sich bringt, blickt die bayerische Brauwirtschaft in die Zukunft und bemüht sich insgesamt um nachhaltiges Wirtschaften. Auch wenn bereits viele Brauereien erhebliche Einsparungen bei Energie, Wasser und Verpackungen umgesetzt haben, ist es das gemeinsame Ziel der Branche, bereits geleistetes systematisch zu erfassen, vergleichbare Standards zu erfüllen und den erreichten Stand weiter zu verbessern. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) stellt der Bayerische Brauerbund seinen Mitgliedern einen onlinebasierten Nachhaltigkeitsmanager zur Verfügung, der die Unternehmen Schritt für Schritt unterstützt, nachhaltiger zu wirtschaften.

Munich Brew Mafia – Gangster’s Paradise

Von der Munich Brew Mafia kommen Biere, die mich begeistern können. Selbst „Das kriminelle Helle“ der Münchener gehört zu den wenigen Hellen, die mich begeistern konnten. Dabei halte ich das Helle für den vermutlich langweiligsten Bierstil überhaupt. Jetzt steht aber das Gangster’s Paradise der Munich Brew Mafia vor mir, ein IPA. Bei dieser Brauerei kann ich meine Erwartungen wohl noch einmal kräftig nach oben schrauben. Darum will ich mich auch nicht lange mit der Vorrede aufhalten und öffne die Flasche.

Goldgelb und opalisierend präsentiert scih das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feste Schaumkrone bleibt lange erhalten. So muss ein IPA aussehen.

Das Bier duftet nach Grapefruit und Waldhonig, dazu nach anderen süßen Südfrüchten und Vanille.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge wird die Fruchtigkeit kräftiger und die Aromen bilden einen ganzen Obstkorb. Dazu kommt ein freundliches Bitter, das zusammen mit den anderen Aromen zu einem vollen und runden Mundgefühl führt. Der Abgang ist für ein IPA erstaunlich mild, denn die Fruchtigkeit und etwas Süße bestimmen den Eindruck, während das Bitter etwas in den Hintergrund tritt. Der Geschmack klingt lange nach.

Das Gangster’s Paradise ist ein angenehm und einfach zu trinkendes IPA, das sicherlich auch Einsteigern in diesen Bierstil gefallen wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Chinook, Azacca und Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Brauerei:

MBM Braugesellschaft mbH
Gerhardstraße 7
81543 München
www.munichbrewmafia.de

Autenrieder Leonhardi-Bock

Dieses Bier ist nach dem Vater des Senior Chefs der Autenrieder Brauerei benannt, nach Leonhard Feuchtmayr. Bei der Entwicklung dieses Bieres haben sich die Brauer viel Mühe gegeben, so dass das Bier mehrfach ausgezeichnet wurde, zuletzt im Jahr 2020 beim European Beer Star mit Gold. Eine Besonderheit fällt mir bereits vor dem Öffnen der Flasche ins Auge: Der Kronkorken ist bei diesem Bier nicht mit dem Brauereilogo bedruckt, sondern er zeigt die Information an, dass beim Brauen dieses Bieres ausschließlich Doldenhopfen zum Einsatz gekommen ist. Das ist heutzutage eher eine Seltenheit, bei manchen Brauereien erlaubt sogar die Technik den Einsatz von Doldenhopfen nicht, so dass Pellets zum Einsatz kommen müssen.

Schwarzrot präsentiert sich das Bockbier im Glas. Darüber steht eine elfenbeinfarbene sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Damit macht die Optik schon mal einen sehr eleganten Eindruck.

Das Aroma passt zur Optik: Düfte nach dunkler Schokolade und Kaffee verbinden sich mit dem Duft nach Rosinen und mit Sherrynoten zu einem eindrucksvollen Ensemble.

Der Antrunk weist die stiltypische Süße auf und die Kohlensäure ist zwar feinperlig, aber trotzdem kräftig. Auf der Zunge dominiert die Schokolade, aber auch die anderen Aromen spiegeln sich hier wider. Der Alkohol ist sehr gut eingearbeitet und auf die Süße abgetimmt. Auf diese Weise entsteht ein volles und samtiges Mundgefühl. Der Abgang ist röstig-mild mit langem Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Stammwürze:

18,5° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Schlossbrauerei Autenried GmbH
Bräuhausstr. 2
89335 Ichenhausen-Autenried
www.autenrieder.de


 

BierSelect

Nothelfer Bio-Weisse

Das Vierzehnheiliger Bier wird bereits seit 1803 oberhalb der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen gebraut – ein „Nothelfer“ im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wenn die Pilger oberhalb der Kirche aus dem Wald kommen, begeben sich nur die wenigsten sofort in die Kirche, sondern stärken sich zuvor lieber bei einem Seidla und einer hausgemachten Brotzeit. Seit die Familie Trunk 1989 als Brauerei übernahm und entsprechend modernisierte, fließen aus den Zapfhähnen nicht nur das weit bekannte Nothelfer Dunkle, sondern vom Bioweizen bis zu saisonalen Spezialitäten vielfältige unter- und obergärige Biere.

Sonnengelb und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine leicht überdurchschnittlich voluminöse feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. So muss ein Hefeweizen aussehen.

Das Bier duftet intensiv nach Banane und Birne, dazu das Aroma der Hefe, die an Biskuitteig erinnert.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Die Kohlensäure ist eher knapp vertreten, dafür aber feinperlig und sanft. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig nach Banane. Das Mundgefühl ist weich und samtig. Der Abgang ist durch ein mildes Bitter geprägt, das stärker ist als bei den meisten anderen Weizenbieren, aber durchaus noch stiltypisch. Der Geschmack klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Brauerei Trunk
Vierzehnheiligen 3
96231 Bad Staffelstein,
www.brauerei-trunk.de

Maisel & Friends – Stefan’s Indian Ale

Die Brauerei Maisel wurde 1887 in Bayreuth von Hans und Eberhart Maisel gegründet. Später übernahmen deren Söhne das Unternehmen, dann deren Enkel und heute wird diese Brauerei in der vierten Generation von den Brüdern Maisel geleitet und das recht erfolgreich. Mit ihrem Weißbier eroberten sie nicht nur Deutschland sondern machten das Weißbier auch international bekannt. Heute wird die Brauerei von Jeff Maisel geleitet, einer seiner Freunde ist Stefan Sattran.

Stefan Sattran ist ein Genussmensch durch und durch, eigentlich gehört seine Liebe dem Wein, er ist Sommelier und betreibt mit zwei Freunden mit großem Erfolg einen kleinen Weinberg bei Würzburg. Mit Jeff Maisel ist er bereits seit seiner Kindheit befreundet. Natürlich durfte der Weinliebhaber Stefan Sattran auch ein Bier interpretieren. Dieses Bier heißt Stefan`s Indian Ale, das die Brauerei als ein India Pale Ale mit einer angenehmen Hopfenbittere und einem fruchtig frischen Geschmacksprofil beschreibt.

Das Bier leuchtet mir in hellem Bernstein entgegen mit einer durchschnittlich großen sahnigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig nach Grapefruit, Mandarine und Honig, wobei die süßen Noten des Malzes eher aus dem Hintergrund kommen und die Fruchtigkeit lediglich untersteichen.

Der Antrunk ist süßer als ich es aufgrund des Aromas erwartet habe und er belohnt mich mit einer reichlich dosierten Kohlensäure. Im Mittelpunkt steht aber auch hier wie im Aroma die Fruchtigkeit. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und ein freundliches Bitter kommt dazu, das für ein IPA ungewöhnlich zurückhaltend ist. Das Mundgefühl ist weich und voll. Erst im Abgang wird das Bier trockener, ein Hauch Karamell taucht auf und das Bitter verstärkt sich. Der Geschmack klingt lange nach.

Stefan’s India Ale ist ein mildes IPA, das sich gut trinken lässt und das auch Konsumenten begeistern kann, denen IPAs ansonsten zu bitter sind.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,3% Vol.

Stammwürze:

17,3° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Brauerei Gebr. Maisel GmbH & Co. KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Riegele – Aechtes Dunkel

Der Name des Bieres, das jetzt vor mir steht, klingt schon mal sehr altertümlich – Aechtes Dunkel. Diese sehr altmodische Schreibweise hat allerdings auch ihren Grund – denn der Name ist tatsächlich Progrmm. Heute werden nur wenige Biere mit doppelt gedarrtem Malz eingebraut. Der Aufwand für das Malzen ist einfach zu groß. Aber genau durch dieses Verfahren soll es möglich sein, einen besonders röstaromatischen Geschmack zu erzielen. Ich bin ja mal gespannt, ob mir dieser Unterschied auch auffällt.

Dunkel Rubinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große elfenbeinfarbene und sahnige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Brotkrume und Karamell. Dabei ist die Süße bereits in der Nase sehr angenehm.

Der Antrunk ist recht süß, was gut zur reichlichen und kräftigen Carbonisierung passt. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider. Die Süße bleibt erhalten und eine leichte fruchtige Säure kommt dazu. Das Mundgefühl ist weich. Erst im Abgang kommt ein deutliches Bitter zum Vorschein, das durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Inh. Riegele KG
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

BrauBeviale fällt 2022 wegen Corona aus

Die Covid-Pandemie wirbelt auch 2022 den internationalen Veranstaltungskalender der globalen Getränketechnologie-Wirtschaft durcheinander. Nach intensiven Beratungen mit den im Messebeirat der BrauBeviale vertretenen Unternehmen und Verbänden hat die NürnbergMesse als Veranstalter nun entschieden, die BrauBeviale 2022, vom 8. bis 10. November 2022, auszusetzen. „Damit reagieren wir frühzeitig auf das Anliegen des Marktes und geben der Branche Planungssicherheit“, so Andrea Kalrait, Executive Director BrauBeviale und Beviale Family. Die nächste BrauBeviale findet somit vom 14. bis 16. November 2023 in Nürnberg statt.

Dazu einige Stimmen aus dem Messebeirat der BrauBeviale:

„Die Entscheidung im Jahr 2022 mit der BrauBeviale auszusetzen, haben wir als ideeller Träger gemeinsam mit unserem Partner NürnbergMesse gefällt und akzeptieren damit den Wunsch der Branche nach nur einer internationalen Fachmesse im Jahr 2022. Wir arbeiten aber bereits jetzt gemeinsam daran, im Jahr 2023 wieder eine attraktive und erfolgreiche BrauBeviale in Nürnberg auf die Beine zu stellen!“ Stefan Stang, Hauptgeschäftsführer, Private Brauereien Bayern e.V.

„Ich habe höchsten Respekt vor dieser schwierigen, aber sicher richtigen Entscheidung. Wir geben lieber wieder im nächsten Jahr Vollgas in Nürnberg!“ Andreas Holleber, Vice President Global Technology Centre, GEA Brewery Systems GmbH.

„Die Entscheidung ist absolut richtig: Die zwei führenden getränketechnologischen Messen in einem Jahr abzuhalten, wäre zu viel. Wir freuen uns sehr auf eine starke BrauBeviale in 2023!“ Dr. Roland Folz, Group President, Pentair Haffmans BV.

„Planungssicherheit ist gerade in diesen Zeiten sehr wichtig. Herzlichen Dank und großen Respekt für die frühzeitige Entscheidung!“ Martin Tolksdorf, CMO, DÖHLER Group GmbH.