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Auszubildende der Brauerei Gebr. Maisel kreieren ihr Gesellenstück

Mit dem „Project Maisel“ bindet die Familienbrauerei Maisel die Auszubildenden des Abschlussjahrgangs in ein besonders verantwortungsvolles Projekt ein. Sie dürfen als Gesellenstück ihr eigenes Bier brauen und übernehmen die Verantwortung für alle Schritte – von der Kreation über den Brautag bis hin zur Vermarktung. Dabei werden sie von den erfahrenen Kolleginnen und Kollegen der jeweiligen Fachabteilungen begleitet.

Das Project Maisel

Hintergrund für die Entstehung des Projekts war der Wunsch innerhalb der Brauerei Gebr. Maisel, den Auszubildenden nach erfolgreich bestandener Ausbildung mehr mit auf den Weg geben zu wollen, als einen beglückwünschenden Händedruck. In Eigenregie arbeiteten die technischen und kaufmännischen Lehrlinge im Rahmen dieses Projekts über ein halbes Jahr zusammen, um ihr Abschlussprojekt zu verwirklichen. Die Azubis haben den gesamten Prozess begleitet und aktiv an allen wichtigen Entscheidungen mitgewirkt: von der Namensfindung und der Rezeptentwicklung, über die Rohstoffbestellung und das Etikettendesign, bis hin zur Vermarktung und der Organisation des Release-Events. Unterstützung gab es dabei vom erfahrenen Maisel & Friends Team.

Brautag in der Maisel & Friends Brauwerkstatt

Am 6. Mai fand das Projekt einen ersten aufregenden Höhepunkt: Am Brautag konnten die Auszubildenden nun endlich starten und ihr selbst erarbeitetes Sortenrezept im Sudhaus einbrauen. Unter Anleitung des Maisel & Friends Braumeisters Markus Briemle und dem Brauer-Azubi Konstantin Karl haben auch die Industriekaufleute Alina Hofmann, Florian Dormann und Jonas Görl, der Mechatroniker Dustin Bauer und die Fachkraft für Lagerlogistik Lukas Käfferlein tatkräftig mit angepackt.

Hopfig-fruchtiges Weizen „Fruity Tornado“

Das „Project Maisel“-Team hatte schon vorher eine klare Idee vom Bier: Eine fruchtige Erfrischung für warme Sommertage, die wie ein frischer Hopfensturm mit einer guten Drinkability überzeugt. So kam es auch zum Namen „Fruity Tornado“. Weil Weißbier zur DNA der Brauerei Gebr. Maisel gehört, sollte es die Ausgangsbasis darstellen, aber jung und frech interpretiert werden. Ergebnis sollte ein hopfig-fruchtiges Weizen werden, welches aufgrund von neuartigen Hopfensorten und dem Verfahren des Hopfenstopfens für ein völlig neues Geschmackserlebnis sorgt. Fruity Tornado beweist, wie frisch, fruchtig und frech Weißbier sein kann! Beim ersten Schluck macht sich ein cremig weiches Mundgefühl breit, das zu einem süffigen Trinkvergnügen führt. Beim Geruch und Geschmack kommen neben dem Bananenaroma der Hefe die tropischen Fruchtnoten zur Geltung. Zu Pfirsich, Ananas und Aprikose gesellt sich ein Hauch von Kokos, im Abgang kommt die Zitrusaromatik mehr in den Vordergrund und mit einer dezenten, harmonischen Bittere hebt der fruchtig-frische Hopfensturm den Bierfreund direkt in den Bierhimmel.

Release des Limited-Bieres „Fruity Tornado“

Ab dem 14. Juni 2022 ist das limitierte Bier im Maisel & Friends Online-Shop und im Maisel’s Bier-Shop in Bayreuth erhältlich. Da es nur dieses eine Mal gebraut wurde, ist es nur verfügbar, solange der Vorrat reicht.

Im Übrigen: die Auszubildenden haben auch ein Video über ihr Projekt gemacht, das Sie hier ansehen können:

Grünbacher Bayrisches Weißbier

Die Schlossbrauerei Grünbach wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gegründet und hat sich bis heute als inhabergeführtes Familienunternehmen behaupten können. Das ist eigentlich schon mal ein Zeichen, dass ich mich auf ein angenehmes und charakterstarkes Bier freuen kann.

Ich bin mir nicht sicher und kann mich irren – aber irgendwie habe ich die Erinnerung, dass die Weißbiere in den 1980er Jahren deutlich mehr Schaum entwickelt haben als heute. Damals war das Einschenken eines Weizenbieres eine Fähigkeit, über die nicht jeder verfügte. Daran muss ich jetzt denken, während ich das Grünbacher einschenke. Eine wahnsinnig voluminöse feinporige Schaumkrone, die wirklich lange erhalten bleibt. Darunter das goldene Weißbier mit seiner kräftigen Hefetrübung. Ein Bier wie gemalt.

Aromen nach Banane und Nelken steigen mir in die Nase, dazu der typische Hefeduft. Mehr und mehr bekomme ich Lust auf dieses Bier.

Der Antrunk ist angenehm süß und die sehr sanfte feinperlige Kohlensäure umschmeichelt meinen Daumen. Auf der Zunge kommt eine leichte fruchtige Säure dazu, während sich die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe auf der Zunge widerspiegeln. Der Geschmack ist wirklich intensiv und das Mundgefühl ist voll und weich. Erst im Abgang schmecke ich ein leichtes Bitter, von dem ich mir wünschen würde, dass es länger nachklingt.

Das Bayrische Weißbier der Schlossbrauerei Grünbach ist sehr süffig, das ideale Bier für den Biergarten.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz. Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Bittereinheiten:

14 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Schloßbrauerei Grünbach
Kellerberg 2
85461 Grünbach
www.gruenbacher-weissbier.de

Camba Bavaria – Die Therese

Ursprünglich wurde die „Camba Bavaria“ 2008 als Showroom des Brauanlagenherstellers BrauKon in Truchtlaching gegründet. In der alten Mühle am Ufer der Alz wollte Gründer Markus Lohner Kunden aus aller Welt zeigen, wie seine Brauanlagen funktionieren und welche Biervielfalt man damit brauen konnte. Mit Erfolg: Die Testbiere schmeckten und die „Camba Bavaria“ entwickelte sich zu dem Pionier der Craft-Bier-Branche, der sie bis heute ist. Weil es schon bald zu eng wurde in der kleinen Gasthausbrauerei in Truchtlaching, bekam die „Camba Bavaria“ 2016 eine neue Heimat im benachbarten Ort Seeon. Hier werden nicht nur die Camba-Biere gebraut, sondern auch die Brauereianlagen der BrauKon gefertigt. Eine hochmoderne Brauerei wurde hier geschaffen, in der mit viel Liebe zum Brauerei-Handwerk gebraut wird. Insgesamt schon über 250 verschiedene Biere, dauerhaft im Sortiment finden wir insgesamt 18 unterschiedliche Biere, dazu einige limitierte und saisonale Bierspezialitäten.

Intensiv golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist leider recht klein geraten und fällt auch flott in sich zusammen. Beim Schaum sehe ich durchaus noch Verbesserungspotential, aber die Farbe ist schon wirklich ansprechend.

Düfte nach Karamell und Brotkrume steigen mir in die Nase, dazu honigsüße und florale Noten.

Der Antrunk überzeugt durch die stiltypische Süße des Bieres sowie durch die feinperlende Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich zur Süße noch angenehme würzige Noten sowie ein leichtes Bitter. So sorgt das Bier Bier für ein weiches und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner), Hopfen (Tradition, Select, Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 & Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bittereinheiten:

21 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon
www.camba-bavaria.de

Meinel-Bräu – Mephisto

Jetzt steht wieder einmal ein Bier aus der Brauerei Meinel in Hof vor mir. Über die Brauerei habe ich bereits geschrieben, so dass ich direkt mit der Verkostung beginnen kann.

Rotgolden mit Kupferreflexen und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Leichte Rauchnoten, die an Schinken erinnern, steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft nach Karamell und Nüssen.

Der Antrunk ist recht süß, was gut mit der feinperligen Kohlensäure harmoniert. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu; ansonsten dominiert der Rauchgeschmack, allerdings ohne unangenehm zu werden. Das Mundgefühl ist rund und weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt gemeinsam mit dem Rauchgeschmack einige Zeit nach.

Das Mephisto von Meinel-Bräu ist ein Raubier für Einsteiger.

Zutaten:

Wasser, Hopfen, Gerste

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Familienbrauerei Georg Meinel GmbH
Alte Plauener Straße 24
95028 Hof
www.meinel-braeu.de

 

Weihenstephaner Brauerei räumt bei den Australian International Beer Awards 2022 ab

Einer der größten und bedeutendsten Bierwettbewerbe der Welt im australischen Melbourne stellt sich für die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan erneut als ein gutes Pflaster heraus. Bei den Australian International Beer Awards (AIBA) konnte die nach eigenen Angaben älteste Brauerei der Welt einmal mehr Edelmetall gewinnen. Als „Champion Large International Brewery“ wurde sie zum zweiten Mal hintereinander zusätzlich als beste internationale Brauerei ausgezeichnet.

Ganze zehnmal hieß es für die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan in diesem Jahr bei den AIBA „And the winner is…“. So konnte das Weihenstephaner Original Helle die Jury in Punkto Qualität und Geschmack überzeugen und holte funkelndes Gold nach Freising (Gebinde: Flasche; Kategorie: Munich Style Helles). Ebenso preisverdächtig befanden die internationalen Bierexperten das Weihenstephaner Kristallweißbier in der Flasche: In der Kategorie „German Style Kristal“ wurde es der zweite Goldgewinner des Wettbewerbs. Zudem wurde es auch aus dem Fass verkostet – dafür gab es dann noch die Silbermedaille. Für die hochdekorierte Bierspezialität ist das ein weiterer Höhepunkt in der langen Erfolgsgeschichte bei den AIBA. Seit 2005 wird das goldgelbe, fein perlende und glanzfeine Weißbier jährlich ausgezeichnet.

Über weitere Silbermedaillen durften sich das Weihenstephaner Hefeweißbier Alkoholfrei (Gebinde: Flasche; Kategorie: Reduced / Low Alcohol Ale), das Hefeweißbier Dunkel (Gebinde: Flasche; Kategorie: German Style Dunkel) und der Weizenbock Vitus (Gebinde: Flasche; Kategorie: Other Wheat Beer) freuen.

Auch hervorragende dritte Plätze gab es noch zu vergeben: Das Hefeweißbier wurde mit zwei Bronzemedaillen ausgezeichnet (Gebinde: Fass und Flasche; Kategorie: German Style Hefe) und auch das Kellerbier 1516 (Gebinde: Flasche; Kategorie: Other European Lager) erhielt Bronze.

Prof. Dr. Josef Schrädler, Direktor der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan, freut sich sehr über den Erfolg in Australien: „Zum zweiten Mal konnten wir, neben den vielen Medaillen, noch die Auszeichnung der besten internationalen Brauerei holen. Unser Bier kommt nicht nur bei der australischen Bevölkerung, sondern auch bei der internationalen Jury der AIBA super an. Das ist ein großartiger Erfolg, der uns sehr freut. Wir nehmen die Medaillen als Ansporn, weiter höchste Qualität rund um den Globus zu bieten.“

Erster Braumeister und Technischer Leiter Tobias Zollo: „Dieser Erfolg in Australien zeigt, mit wie viel Leidenschaft und Hingabe hier in Weihenstephan gearbeitet wird. Es ist unser Anspruch, dass unser Bier in Freising genauso schmeckt wie in Melbourne. Ein großes Dankeschön an alle Weihenstephaner, die jeden Tag für die Biergenießer auf der ganzen Welt alles geben.“

Wer mehr über die Gewinner erfahren will, wird auf der Website www.weihenstephaner.de fündig. Viele weitere Infos und spannende Geschichten gibt es auch im Weihenstephaner Podcast „1000 Jahre Bier“, anzuhören auf Spotify, Google Podcasts und vielen weiteren Plattformen.

Bayreuther Bockbier

In Franken werden bekanntlich viele tolle Biere gebraut. In einem Punkt hängt diese Gegend aber anderen Teilen Deutschlands hinterher – beim Bockbier. Das gibt es dort bei vielen Brauereien nur ab November und wenn es alle ist, heißt es warten bis zum nächsten Bockbieranstich. Es gibt dort traditionell keine Bockbiere, die das ganze Jahr erhältlich sind und auch die Tradition des Maibocks, die besonders in Einbeck hochgehalten wird, hat sich in Franken bislang nicht durchsetzen können. Aber Bockbiere sind bekanntlich haltbar, und so habe ich jetzt im Mai noch ein Bayreuther Bockbier vom letzten Jahr in meinem Kühlschrank gefunden. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit, sie zu öffnen.

Kupferfarben und gefiltert läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich voluminöse elfenbeinfarbene und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik gibt es jedenfalls nichts auszusetzen.

Aromen nach Brotkruste und Kandis steigen mir in die Nase, abgerundet durch den Duft roter Johannisbeeren.

Der Antrunk überzeugt durch die stiltypische Süße. Dazu kommt eine kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge kommt dann die Überraschung: das Bayreuther Bockbier ist für einen dunklen Bock ungewöhnlich kräftig gewürzt. Dabei gefällt mir das Bier durchaus. Die Süße, der Geschmack nach Karamell und Rosinen sind gut auf das Bitter des Hopfens abgestimmt. Dazu kommt das volle und weiche Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter zunächst kurz noch kräftiger, lässt dann aber schnell nach und sorgt für einen langen Nachklang.

Ich habe einige Rezepte, in denen dunkles Bockbier für eine tolle Bratensoße sorgt. Dafür ist das Bayreuther Bockbier aber nicht geeignet; der ähnlich wie bei hellen Böcken reichlich eingesetzte Hopfen würde die Soße bitter machen. Im Glas kann das Bier aber voll und ganz überzeugen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze;

16,3 °P

Bittereinheiten:

23 IBU

Farbe:

28 EBC

Brauerei:

Bayreuther Bierbrauerei AG
Hindenburgstraße 9
95445 Bayreuth
www.bayreuther-brauhaus.de

Hacker Pschorr mit neuem Zelt auf dem Oktoberfest

Das Oktoberfest feiert nach drei Jahren Pause ein Comeback und das mit einer Premiere: Die Pschorr Bräurosl, eines der traditionsreichsten Festzelte auf dem größten Volksfest der Welt, wird im neuen Glanz erstrahlen. Seit 121 Jahren ist die Pschorr Bräurosl eine echte Institution auf der Wiesn und dort nicht mehr wegzudenken. Jetzt wird das Zelt komplett neu aufgebaut und erscheint in der Außenansicht moderner und frischer, aber erinnert gleichzeitig an das historische Vorbild um 1901. Mit einer Firsthöhe von 15m ist es dabei das höchste aller Festzelte, zudem wird es eine überdachte Außenloggia mit 560 Plätzen geben. Die bisher unterirdisch verlaufende Bierringleitung wird nun ins Zelt gelegt und versorgt dort gut versteckt die einzelnen Schänken.

Auch der Innenbereich wurde neu konzipiert, damit es der Gast so komfortabel wie möglich hat. Die Farben wurden nach dem historischen Vorbild ausgesucht, grün war schon Anfang des 20. Jahrhunderts die dominierende Farbe in der Bräurosl und ist es auch heute wieder. „Die Bräurosl lebt von ihrer einzigartigen Atmosphäre und ihrer langen Geschichte. Beides wollten wir beim Neubau unbedingt erhalten und das ist uns mit dem neuen Zelt gelungen. Ob Stammgäste oder Gäste aus aller Welt, jeder wird sich hier definitiv wohlfühlen“, so Hacker-Pschorr Geschäftsführer Andreas Steinfatt.

Auch der Wirt ist neu: Peter Reichert tritt die Nachfolge von Familie Heide an, die sich im Sommer 2020 nach 83 Jahren von der Wiesn zurückgezogen hatten. „Ich habe ja schon Erfahrung auf der Oidn Wiesn mit der Schönheitskönigin gemacht, aber die Bräurosl mit seiner langen Tradition ist schon was ganz Besonderes. Ich freu mich richtig drauf“, so Reichert.

Schon 2020 hätte das neue Zelt Premiere auf der Wiesn feiern sollen, doch die Corona-Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. „Wir können es kaum erwarten, die neue Bräurosl endlich live und in voller Pracht zu sehen“, sagt Steinfatt.

Hier noch einige Zahlen und Fakten:

Die Zelthalle ist 80 m lang und 57,5 m breit. Die Höhe beträgt satte 15,00 m (Firsthöhe ohne Firstwerbung). Die Grundfläche der Halle beträgt 4.460 m² (Begrenzung: Zeltaußenwände ohne Garten und Anlieferhof) und bietet im Zelt 4.614 Personen Platz. Im Obergeschoss befinden sich 1.876 Sitzplätze, in der Loggia 560 Plätze. Zusätzlich bietet der Garten noch Platz für 1.200 Personen. Insgesamt können 8.250 Gäste gleichzeitig bewirtet werden.

Die Bräurosl Geschichte im Überblick

  • 1901: Die Bräurosl ist zum ersten Mal auf dem Oktoberfest vertreten und ist gleich das erste mit elektrischer Beleuchtung
  • 1913: Die Bräurosl wird neu aufgebaut und ist mit über 12.000 Plätzen das größte Zelt, das es je auf der Wiesn gab – bis heute. Es wird danach nie wieder aufgebaut, die Konstruktion verbrennt während des 1. Weltkriegs.
  • 1922 Ein Jahr zuvor noch als Leinwandzelt auf der ersten Wiesn nach dem 1. Weltkrieg, jetzt steht solider Holzbau mit Doppeldach
  • 1932 Umgestaltung der Bräurosl mit Bauernhausfassade und zwei Leuchttürmen
  • 1936 Georg Heide übernimmt die Bräurosl und begründet die Heide-Dynastie auf der Wiesn
  • 1951: 50 Jahre Bräurosl und Rückkehr auf die Wiesn nach dem 2. Weltkrieg
  • 1954: Umgestaltung der Fassade zum Bundwerkstil, die bis 2019 den Charakter des Festzelts bestimmt.
  • 1974: erneuter Umbau der Fassade
  • 2001: 100 Jahre Bräurosl auf der Wiesn
  • 2004: Erneuerung des Festzeltes
  • 2011: Die Bräurosl bekommt eine Bierringleitung unter dem Zelt
  • 2019: Letzte Wiesn der Bräurosl, sie wird danach neu konzipiert
  • 2020: Rückzug der Familie Heide, Peter Reichert wird neuer Wirt der Bräurosl

Bierpreis auf dem Oktoberfest bleibt wohl unterhalb von 14 Euro

Es ist schon erstaunlich: wenn die Kiste Bier um einen Euro teurer wird, dann überschlagen sich die Tageszeitungen mit Artikeln, in denen die Besorgnis geäußert wird, dass sich viele Menschen dann das Feierabendbier nicht mehr leisten können. Dabei geht es dort mal gerade um 10 Cent pro Liter. Anders wenn wie in jedem Jahr (sofern Corona nicht herrscht) um den Bierpreis auf dem Oktoberfest in München gefeilscht wird. Dann kommen solche Gedanken überhaupt nicht erst auf und die Berichterstattung in den Zeitungen wird deutlich sachlicher. So auch in diesem Jahr. Heute hat die tz schon einmal die Wünsche der Wirte auf der Wiesn veröffentlicht. Da es sich bei den Preisen auf der Wiesn um ein wichtiges gesellschaftliches Thema handelt, wird der Artikel auch nicht hinter einer Paywall versteckt, so dass ich hier die Ergebnisse der Recherchen des Münchener Blattes wiedergeben kann.

So sagt Thomas Roiderer, der Wirt vom Hackerzelt laut der Zeitung: „Die 14 Euro werden wir nicht erreichen, das verspreche ich!“ Und Christian Schottenhamel vom gleichnamigen Zelt legt nach: „Die 14 Euro ist für uns eine Schallmauer.“ Endgültig bekanntgegeben werden die Preise aber frühestens Mitte Juni.

Auch die anderen Preise auf der Wiesn befinden sich noch in der Schwebe, werden aber zeitgleich mit den Bierpreisen bekanntgegeben. Interessant sind aber noch die Preise in den Festzelten anderer bayerischer Volksfeste. So kostet die Maß auf dem Dachauer Volksfest (13.-22. August) lediglich 8,60 Euro. Dies ist allerdings der niedrigste von der tz festgestellte Preis. Die anderen Preisen finden Sie in der Onlineausgabe des Artikels. Wenn ich aber mal ganz ehrlich sein darf: es wäre sicherlich eine interessantere Recherche, die herausfindet, weshalb das Bier in München mehr als fünf Euro mehr kosten muss als in anderen bayrischen Städten.

Held Bräu – Altfränkisches Bauernbier Dunkel

Das Etikett wirkt durchaus verlockend. Ein dunkles altfränkisches Bauernbier. Nachdem ich einen Moment darüber nachgedacht habe, fiel mir auf, dass diese Bezeichnung keinerlei Fakten vermittelt. Bauernbier ist schließlich kein Bierstil. Und altfränkisch? Es lässt vermuten, dass das Bier nach einem traditionellen Rezept gebraut wurde. Wie gesagt, es klingt verlockend. Aber eigentlich ist dieser Titel lediglich dazu geeignet, die Erwartungen recht hoch anzusiedeln. Mal sehen, was von diesen Erwartungen übrigbleibt, nachdem ich das Bier verkostet habe.

Duinkel rotbraun und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine sahnige beiger Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Düfte nach geröstetem Malz, nach Pumpernickel, kandierten Früchten und Kaffee steigen mir in die Nase. Das macht Lust afu den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme leichte Malzsüße sowie eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge drängen die Röstaromen in den Vordergrund, die an Kaffee erinnern. Trotzdem fällt das Bitter eher knapp aus. Dafür meine ich jetzt, den Geschmack getrockneter Birnen zu entdecken. Das Mundgefühl ist frisch und weich. Auch im Abgang bleibt der Geschmack nach Kaffee im Vordergrund, auch hier begleitet durch ein leichtes Bitter, dafür aber mit überraschend langem Nachklang.

Genau das erwarte ich von einem dunklen fränkischen Bier, malzbetont und mild, dazu ungeheuer süffig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

13 ° Plato

Brauerei:

Held Bräu
Oberailsfeld 19
95491 Ahorntal
http://www.held-braeu.de/

 

Apostelbräu – Schwarzer Hafer

Nun steht die letzte Flasche Bier aus der Brauerei Apostelbräu vor mir, diesmal handelt es sich um ein schwarzes Haferbier. Zum Brauen dieses Bieres wurde schwarzer Hafer verwendet, eine Haferart, die mir nicht bekannt war und über die ich durch eine schnelle Suche im Internet auch keine Informationen gefunden habe, die ich als verlässlich einstufen würde. Nicht einmal in Wikipedia wird dieses Getreide erwähnt.

Aber so ganz unbekannt ist der schwarze Hafer dann doch nicht. Immerhin wurde das Bier von Apostelbräu im Jahr 2020 zum besten bayrischen Bioprodukt des Jahres 2020 gekürt. Hier die Begründung der Jury: „Der ‚Schwarze Hafer‘ von Apostelbräu ist ein Unikat. Schwarzer Hafer ist eine alte Hafersorte mit dunklen Körnern, die in der ökologischen Landwirtschaft eine kleine, feine Renaissance erlebt. Als echter Kreativbrauer musste Braumeister Rudi Hirz von der Brauerei Apostelbräu in Hauzenberg (Lkr. Passau) natürlich herausfinden, ob sich daraus auch Bier brauen lässt. Er tüftelte und experimentierte, passte den Maischevorgang und das Läutern an und schaffte es schließlich sogar, dass der Schwarze Hafer im Glas den gewünschten Schaum mit sich bringt. Das Ergebnis: Eine köstliche bayerische Schwarzbierspezialität in regionaler Bio-Qualität, wie man sie so kein zweites Mal findet.“

Dann ist es für mich an der Zeit, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten. Praktisch blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige und hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur. Allerdings frage ich mich jetzt, ob die Farbe vom Hafer stammt oder ob das ebenfalls verwendete Gerstenmalz so stark gedarrt wurde, dass es für die Farbe verantwortlich ist.

Das Bier duftet nach Getreide mit einer ordentlichen Portion Fruchtigkeit, die an grüne Äpfel erinnert. Aus dem Hintertrund runden Aromen nach Kaffee sowie eine leichte Rauchigkeit das Aroma ab.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße, den Geschmack nach Kaffee sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge kommt die Fruchtigkeit mit einem erstaunlich kräftigen Apfelgeschmack dazu. Langsam entwickelt sich auch der Geschmack nach Kaffee, wobei dieses Aroma einen fast angebrannten Eindruck hinterlässt. Trotz der Fülle der Aromen ist das Mundgefühl weich und schlank. Im Abgang wird die fruchtige Säure kräftiger. Dabei ist der Geschmack mild und der Kaffee hält sich diskret im Hintergrund. Dementsprechend kurz ist der Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Hafermalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Apostelbräu
Eben 11 – 13
D-94051 Hauzenberg
www.apostelbraeu.de