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28. 7. – 29. 7. 2023: Lange Nacht der Brauereien

Was ist besser als ein Tag mit Craft Beer und guter Livemusik? Richtig: zwei Tage. Das hat sich wohl auch die Brauerei Giesinger aus dem gleichnamigen Ortsteil von München gedacht und hat acht Bands und 22 Brauereien aus dem Umland von München, aus Deutschland und Tirol zu einem Festival der Biere eingeladen. Am 28. Juli geht es los.

Die Liste der anwesenden Brauereien klingt wirklich vielversprechend:

  • Batzen Bräu
  • Bierschnauzer
  • Blech Brut
  • Brauhaus Garmisch
  • Brauhaus Germering
  • Brauhaus Nittenau
  • Braumanufaktur Hertl
  • BrewsLi
  • BRLO
  • der Schwarzbrenner
  • die Fermenter
  • Frau Gruber
  • Haderner Bräu
  • Haidbräu
  • Higgins Ale Works
  • Hoppebräu
  • Isarkindl
  • Munich Brew Mafia
  • Testbräu
  • Tilmans
  • Yankee
  • Zappes Broi

Und selbstverständlich gibt es auch was auf die Ohren:

  • DeSchoWieda
  • Briada
  • Jamaram
  • Oansno
  • Hundling
  • Wuidara Pistols
  • uvm.

Der Eintritt kostet zwischen 39 Euro und 55 Euro, je nachdem, ob Sie das Festival nur einen Tag oder beide Tage besuchen möchten, ob Sie an einer der Masterclasses teilnehmen wollen.

Da am Veranstaltungsort keine PKW-Parkplätze zur Verfügung stehen, empfiehlt sich die Anreise mit dem ÖPNV. Mit dem eigenen Auto zu einer solchen Veranstaltung zu fahren, ist vermutlich grundsätzlich wenig sinnvoll.

Die Veranstaltung findet im Werk 2, Detmoldstr. 40, 80935 München statt.

Riedenburger – Dinkelmalz

Das Riedenburger Dinkelmalz, das jetzt vor mir steht, ist eigentlich überhaupt kein alkoholfreies Bier und auch die Brauerei bezeichnet das Getränk als „kräftig-süßer alkoholfreier Malztrunk, naturtrüb“. Aber da die Flasche überall im Bierregal zu finden ist und ich sie jetzt schon mal vor mir stehen habe, werde ich sie jetzt trotzdem verkosten.

Sehr dunkelbraun läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine kleine feinporige Schaumkrone, die aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Getränk duftet süß nach dunklem Malz und Karamell, dabei aber auch beinahe angebrannt. Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass die Mälzer es mit dem Rösten etwas übertrieben haben. Die verbrannten Aromen sind aber nicht allzu kräftig und irgendwie passt es dann doch.

Wie erwartet ist der Antrunk ziemlich süß. Trotzdem hält sich der Zuckergehalt noch im Rahmen; das Riedenburger Dinkelmalz ist nicht so klebrig-süß wie die konventionellen Konkurrenzprodukte. Auf der Zunge lässt die Süße etwas nach und eine leichte fruchtige Säure taucht auf, die aber zu zurückhaltend ist, um sie näher zu identifizieren. Das Mundgefühl ist voll und weich, wozu vermutlich auch der enthaltene Agavensirup beiträgt. Bitter kann ich nicht feststellen, sondern die Röststoffe stehen weiterhin im Mittelpunkt des Geschmacks. Auch im Abgang kitzelt kein Bitter meine Kehle, sondern ich kann lediglich die Röststoffe und Süße schmecken, die aber sehr lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Dinkelmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Agavensirup, Kohlensäure

Farbe:

40 EBC

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
Hammerweg 5
93339 Riedenburg
www.riedenburger.de

BierSelect

BrauBeviale plant für 2023 ein starkes Programm

Die BrauBeviale 2023 biegt rund fünf Monate vor der Eröffnung auf die Zielgerade ein: Die komplette Prozesskette der Getränkebranche ist in der Ausstellerliste wieder präsent. Auch das Rahmenprogramm zeichnet ein starkes Bild des aktuellen Branchengeschehens. Mit neuen Akzenten wie der Logistik Lounge und der Sonderschau Traubenverarbeitung und Kellerwirtschaft sowie spannenden Impulsen u. a. für die Markenentwicklung in der Getränkewelt im BrauBeviale Forum erhalten die Besucher erneut ein Komplettpaket für die Entscheidungsfindung im betrieblichen Alltag. Vom 28. bis 30. November 2023 wird das Messezentrum Nürnberg wieder zum Treffpunkt für den Austausch und das Miteinander aller Aussteller, Marktexperten und Getränkehersteller.

„Unser Motto „Das Wir verbindet Vielfalt“ spiegelt sich auch in unserem Rahmenprogramm perfekt wider“, betont Andrea Kalrait, die als Executive Director die Ausrichtung der BrauBeviale seit Jahren federführend steuert. Mit dem breiten Themenfeld des Rahmenprogramms werden Marketingverantwortliche ebenso wie Technikspezialisten mit Impulsen versorgt. „Alle Fokusthemen steigern den Nutzen der Messebesucher nochmals deutlich. Ganz besonders wichtig ist aus unserer Sicht das neue Angebot der Logistik Lounge sowie unsere Sonderschau für die Wein- und Kellerwirtschaft.“

Hot-Topic Logistik

Der gewachsenen Bedeutung der Logistik in der gesamten Getränkewirtschaft trägt die Messe mit der neuen „Logistik Lounge“ in Halle 4 Rechnung.

Unter dem Dachthema „Nachhaltige Mehrweg-Logistik“ bietet die Sonderfläche – moderiert vom Poolsystem-Betreiber und Mehrweg-Spezialisten LOGIPACK – einen entspannten Treffpunkt aller Logistikinteressierten mit vielen Kurzvorträgen als Anregung zur Diskussion. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die Aktivitäten der EU rund um die Europäische Verpackungsverordnung (PPWR) und deren Auswirkungen auf die Branche aus unterschiedlichen Sichtweisen. Verschiedene Hersteller wie Brauer, AfG-Anbieter und Winzer diskutieren mit politischen Meinungsbildnern aus Berlin und Brüssel über die Umsetzung „Nachhaltiger Mehrweg-Logistik“ in die Praxis. Die Konsequenzen der möglichen Vorgaben für die gesamte Logistikkette der Getränkebranche in Deutschland werden in der „Logistik Lounge“ mit zahlreichen Experten ausgelotet.

Auch das Insidertreffen „LOGICircle 6.0“ findet am 28. November 2023 auf der BrauBeviale in der „Logistik Lounge“ statt. In einem Impulsvortrag wird Bernd Huesch, Geschäftsführer HEUSCH & PARTNER Logistikberater, um 16 Uhr seine Zukunftsperspektiven und die strategische Bedeutung der Logistik für die Branche vorstellen. Anschließend diskutieren Experten seine Thesen und die skizzieren den Stellenwert der Nachhaltigkeit in der Logistik. Für diese Sonderveranstaltung ist eine spezielle Anmeldung erforderlich.

„Wir freuen uns als Moderator der „Logistik Lounge“ auf der BrauBeviale einen zentralen Treffpunkt zum Erfahrungsaustausch und zur Diskussion neuer Logistikkonzepte bieten zu können“, so Torsten Hiller, der LOGIPACK Geschäftsführer.

BrauBeviale Forum – nah dran an den Themen der Branche!

Pflichttermin für viele Besucher sind auf der BrauBeviale auch stets die hervorragend kombinierten Fachvorträge im BrauBeviale Forum in Halle 1. Unter anderem steht im Zentrum des diesjährigen Programms das Marketing Forum am 28. November 2023, moderiert von Dr. Uwe Lebok, K&A Brand Research. Er zeigt mit aktuellen Beispielen und Praxisvorträgen, wie Markenerfolg funktioniert. Einblicke in strategische Konzepte – etwa der Giesinger Braumanufaktur oder der Paulaner Brauerei – sind hier inspirierende Programmpunkte.

Das BrauBeviale Forum spannt einen breiten Bogen in den drei Messetagen: Mit der Frage, wie sich die Unternehmen der Getränke-Branche ganzheitlich auf Nachhaltigkeit einstellen können zeigt die Präsentation eines neuen einheitlichen Managementtools auf, das sowohl bei Brauern als auch beim Getränkefachhandel derzeit schon in der Praxiserprobung befindet. Ganz besonders wichtig ist der Branchen-Hotspot: Zukunft Rohstoffe. Horst Dornbusch und Elva Ellen Kowald bündeln als Hosts die Themen und beleuchten u. a. mit Brauern und Winzern die Verfügbarkeit und Sicherung der Rohstoffe. Nachhaltigkeit und die Erfordernisse aus den Klimaveränderungen werden am 29. November 2023 aus vielen Blickwinkeln präsentiert.

Verstärktes Angebot für die Weinbranche

Premiere feiert in diesem Jahr die Sonderschau Traubenverarbeitung und Kellerwirtschaft in Halle 4A, die in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) entsteht. Mit dieser Neuerung unterstreicht die BrauBeviale, dass sie sich noch mehr als bisher für die Besuchergruppe der Winzer und Sekthersteller öffnet. Die Aussteller der BrauBeviale haben schon seit jeher zahlreiche Lösungen für die Weinbranche im Angebot.

Die Besten – auf der BrauBeviale im Fokus

Spannende Impulse für die Branche bieten die Preisverleihungen: Was kommt gut an? Was ist für die Zukunft wichtig? Die Verleihung der „World Beverage Innovation Awards“ am 28. November 2023 im BrauBeviale Forum zeichnet die Besten aus – in den Kategorien Bestes Produkt, beste Verpackung, beste Innovation und bestes Geschäftsszenario.

Tags darauf geht es am gleichen Ort weiter: die Auszeichnung zum „Deutschen Hopfen-Champion 2023“ würdigt die Arbeit der Hopfenpflanzer und deren Qualitätsbestrebungen. Am Nachmittag folgt die große Preisverleihung des European Beer Star: Wer wissen will, wo gute Biere gebraut werden, sollte sich diesen Termin fest einplanen. Noch weiß man nicht, welche Brauereien in den 74 Kategorien dieses Jahr prämiert werden …

Die Aussteller- und Produktdatenbank ist bereits online

Jetzt schon können sich alle online informieren: Die Aussteller- und Produktdatenbank bietet einen einfachen Zugang für jede Branche. Mit der Filtereinstellung nach Getränkekategorie wird eine maßgeschneiderte Übersicht über das Angebotsportfolio aller Aussteller geboten.

Auch Unternehmen, die sich noch nicht für eine Messebeteiligung angemeldet haben, können noch einsteigen – die Hallenpläne und die Ausstellerdatenbank bieten einen detaillierten Blick auf die verfügbaren Kapazitäten. Das Veranstaltungsteam hilft Spätentschlossenen gerne bei allen Fragen rund um eine Standbuchung für die BrauBeviale weiter.

Und natürlich steht schon jetzt allen der Besuch der Plattform myBeviale.com offen – sozusagen als Dauerausstellung – für alle die stets über Rohstoffe, Digitalisierung, Energie, Nachhaltigkeit, Export, Frauen in der Getränkebranche und vieles mehr informiert sein möchten.

Wieninger – Aufzoaga

Aus Teisendorf im Berchtesgadener Land stammt das Bier, das jetzt vor mir steht. Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die dort arbeiten, wo wir Urlaub machen. Schade, dass ich von der Brauerei Wieninger noch nichts gehört hatte, als ich zuletzt in Berchtesgaden war. Ein Besuch in Teisendorf hätte sich sicher gelohnt. Neben einem Brauereigasthof will noch die Brauerei besichtigt werden, hinterher in den Brauerei-Shop und nicht zu vergessen der Teisendorfer Bierwanderweg in der wunderbaren Umgebung des Berchtesgadener Landes.

Und auch das Bier lässt mich aufhorchen, denn die Brauerei beschreibt es so: „Unser Aufzoaga ist Ansagen gewohnt, mit leisen Tönen hält er sich nicht lange auf. Er weiß, was er kann und lässt keine Gelegenheit vergehen, dies auch zu zeigen. Ein Bier wie ein Traditionalist. Selbstbewusst prahlt es mit seinen wuchtigen grasigen Hopfenaromen und spannt dann doch schlank und hinreißend elegant den Bogen zu einem Abgang mit Nachhall.“

Angepriesen wird es auf dem Etikett als Hopfen-Festbier. Auch wenn ich beim Begriff Festbier sofort an ein Märzen denke, ist dieser Gedanke nicht richtig. Laut Definition ist ein Festbier kein eigener Bierstil, sondern ein Bier, das zu einem speziellen Anlass gebraut wurde. Und ich kann bereits jetzt sagen, dass es sich bei diesem Festbier um ein IPA handelt.

Golden und mit leichter Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine schneeweiße feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch mach das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Kräftige Hopfenaromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Karamell und Zitronenschalen, Grapefruit, Banane und Ananas. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft einer frisch gemähten Wiese.

Der Antrunk ist überraschend trocken und er zeichnet sich durch eine sehr feinperlende Kohlensäure aus. Wie erwartet dominieren auch auf der Zunge die fruchtigen hopfenbetonten Aromen, die grasige Note kommt noch stärker zum Tragen. Dabei wird das Bier noch trockener. Das Mundgefühl ist weich und voll. Obwohl der Abgang überraschend mild ist, klingt der Geschmack noch sehr lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsener, Cara-Eiche) Aromahopfen (Columbus, Ahtanum, Simcoe, Nelson Sauvin), Wieninger Reinzuchthefe Teisanum US05

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei M.C. Wieninger
Poststraße 1
83317 Teisendorf
www.wieninger.de

Flötzinger – Weißbier alkoholfrei

Die Brauerei Flötzinger blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im Jahr 1543 wurde der Brauerei das Braurecht erteilt. Es gibt aber Vermutungen, dass an der Stelle bereits vorher eine Brauerei existierte, die allerdings ein Jahr zuvor durch einen Brand zerstört wurde. Nur mal so nebenbei: wenn Sie glauben, dass die Biersteuer eine Erfindung der Neuzeit ist, muss ich Sie enttäuschen. Bereits im 16. Jahrhundert mussten die Brauer in Rosenheim für jeden Eimer Bier (= 64 Liter) zwei Kreuzer Aufpreis entrichten. Die Brauerei gibt es noch heute, auch wenn in der Zwischenzeit, genauer gesagt im 19. Jahrhundert, mindestens einmal der Besitzer gewechselt hat.

Für das alkoholfreie Weißbier verspricht die Brauerei, dass der Alkohol dem Bier auf sanfte Weise entzogen wurde und dass daher der typische Geschmack eines Weißbiers erhalten bliebe. Es solle halt ein richtiges Bier sein, nur ohne Alkohol. Mal sehen, ob die Brauerei diese Versprechen einhalten kann.

Golden und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feste Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das ist bei einem alkoholfreien Bier schon nicht selbstverständlich.

Das Bier duftet teigig nach Hefe und Getreide, dazu nach Banane, Nelken und Vanille. Langsam wird mir das Bier richtig sympathisch.

Der Antrunk ist spritzig und frisch und die angenehme Malzsüße passt gut zur reichlich dosierten Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich zur Süße noch eine passende Würzigkeit sowie eine leichte fruchtige Säure. Das Mundgefühl ist weich und das Bier ist für ein alkoholfreies Bier sehr vollmundig. Der Abgang ist nur wenig bitter, dafür eher schlank mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

5,0° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Flötzinger Bräu
Herzog Heinrich Str. 7
83022 Rosenheim
www.floetzinger.de

Hertl – Schwiegervater’s Stolz

Die Braumanufaktur Hertl aus dem fränkischen Schlüsselfeld widmet ihre Biere immer einem Familienmitglied. In diesem Fall ist es das Bier für Schwiegervater Alfred. Zumindest auf dem Etikett hat er eine Zigarette zwischen den Fingern, so dass es nahelag, ihm ein Rauchbier zu widmen. Auch die räumliche Nähe von Schlüsselfeld zu Bamberg bringt für sich schon fast die Verpflichtung mit sich, auch ein Rauchbier zu brauen. Jetzt steht es jedenfalls vor mir.

Kupferfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Die hellbraune Schaumkrone ich nicht sonderlich ausgeprägt und sie fällt auch schnell in sich zusammen.

Die rauchigen Noten des Aromas sind nicht allzu kräftig, so dass auch Einsteiger in die Welt der Rauchbiere nicht gleich abgeschreckt werden. Aber auch so duftet das Bier angenehm nach Schinken, Buchenrauch und Karamell, abgerundet durch jeweils einen Hauch Waldhonig und Haselnuss.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus, die an Toffee erinnert. Außerdem umschmeichelt eine sehr feinperlige Kohlensäure meinen Gaumen. Obwohl der Rauch in der Nase nicht übertrieben kräftig war, ist er im Mund vom ersten Moment an präsent. Er hält sich aber mit dem Geschmack nach Karamell die Waage. Bitter ist nur wenig zu schmecken, so dass das Mundgefühl angenehm weich ist. In der Kehle wird der Rauch kräftiger, wo er lange nachklingt. Gleichzeitig baut sich auch ein angenehmes Bitter auf.

Offensichtlich wird Schwiegervater Alfred wirklich geliebt, denn sonst würde ihm kein so tolles und überraschendes Bier gewidmet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Rauchmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze.

12° Plato

Farbe:

20 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl GmbH & Co. KG
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

Klosterbrauerei Weißenohe – Pils

Die fränkische Weißenoher Klosterbrauerei geht auf ein Benediktinerkloster aus dem 11. Jahrhundert zurück. Vermutlich wurde sie bereits um das Jahr 1050 gemeinsam mit dem Kloster gegründet, so dass die heute zu den ältesten Brauereien in Deutschland zählt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Brauerei privatisiert und wird heute als klassische Familienbrauerei von Familie Winkler geführt. Der Name Weißenohe leitet sich ab von der Bedeutung ‚Ort am weißen Bach‘, womit der Bach Kalkach gemeint ist.

Hell goldfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die schneeweiße Schaumkrone ist feinporig und bleibt sehr lange erhalten. So muss ein Pils aussehen.

Düfte nach hellem Malz mit einer leichten Honigsüße und kräftigen feinwürzigen Noten steigen mir in die Nase. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass dieses fränkische Pilsener weniger gehopft ist als ein norddeutsches Bier.

Der Antrunk ist für ein Pils recht süß. Die Süße wird durch eine dazu passende Karbonisierung begleitet. Auf der Zunge entwickelt sich ein überraschend kräftiges Bitter. Trotzdem ist das Mundgefühl schlank und das Bier ist angenehm süffig. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit sehr langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11° Plato

Farbe:

6 EBC

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Klosterbrauerei Weißenohe GmbH & Co.KG
Klosterstraße 20
91367 Weißenohe
www.klosterbrauerei-weissenohe.de

 

Maisel & Friends – Bourbon Bock 2022

Mittlerweile ist es bereits fast eine Tradition: in jedem Jahr wird der Bourbon Bock von Maisel & Friends neu aufgelegt. Jetzt steht der Jahrgang 2022 vor mir, es ist immerhin bereits der fünfte Bock, der in den Holzfässern in Bayreuth unter den Augen der Gäste der Brauereigaststätte Liebesbier gereift ist. Der Jahrgang 2021 war der erste, den ich verkostet habe, und er hat mir sehr gut gefallen. Jetzt will ich herausfinden, ob der Jahrgang 2022 ebenso gut gelungen ist.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinporige Schaum ist elfenbeinfarben, fällt aber leider recht schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist betörend. Ich rieche Karamell, intensive Whiskeynoten und Trockenpflaumen, dazu Marzipan und einige würzige Noten, aus denen ich Muskat herauszuriechen meine. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Wie erwartet zeichnet sich der Antrunk durch eine kräftige Karamellsüße aus und er besticht durch seine sehr feinperlige Kohlensäure. Allerdings würde ich mir eine etwas kräftigere Karbonisierung wünschen.

Auf der Zunge kommt der Geschmack nach getrockneten oder karamellisierten Früchten in den Vordergrund. Sehr gut darauf abgestimmt ist der Geschmack nach Whiskey und Eichenholz, den das Whiskeyfass auf das Bier übertragen hat. Abgerundet wird der Geschmack durch Aromen nach Vanille und würzige Noten. Die 8,0 Volumenprozent Alkohol wärmen Körper und Geist. Dazu kommt ein cremiges und volles Mundgefühl. Bitter ist stiltypisch nur wenig vorhanden. Obwohl die Bittere im Abgang etwas kräftiger wird, bleibt doch auch in der Kehle die Fruchtigkeit dominant. Der Geschmack klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Hofmühl – Hell

Die Privatbrauerei Hofmühl wurde im Jahr 1492 in Eichstätt gegründet. Das ist zwar schon sehr lange her, aber noch nicht weiter erwähnenswert. Aber Hofmühl gehört zu den ersten Solarbrauereien weltweit und spart durch den Einsatz der Sonnenenergie in jedem Jahr etwa 80.000 Liter Heizöl ein. Das ist doch schon was.

Aber die Brauerei ist nicht nur alt und umweltfreundlich, sondern von dort stammt auch gutes Bier. Hier die Auszeichnungen für das Helle, das jetzt vor mir steht:

  • 2006 World Beer Cup: Gold
  • 2013 Monde Selection: Silber
  • 2015: World Beer Awards: Gold

Na, dann kann ja eigentlich nicht viel schiefgehen. Öffne ich also die Flasche und schenke das Bier ein.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittlich große gemischtporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist nicht allzu ausgeprägt, aber das Bier duftet angenehm nach Karamell und gelben Früchten, abgerundet mit einige würzigen Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine angenehme Karbonisierung aus. Das Mundgefühl ist sanft und weich und voller, als ich es aufgrund des Aromas erwartet hätte. Das Bitter ist gut auf die Süße abgestimmt. Das milde Bitter dominiert mit seinem überraschend langen Nachklang auch den Abgang.

Alles in Allem ist das Hofmühl Hell wunderbar süffig. Auch wenn ich die Hellen sonst eher meide, weil ich sie in der Regel für langweilig halte – an das Hofmühl Hell könnte ich mich gewöhnen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Privatbrauerei Hofmühl GmbH
Hofmühlstr. 10
85072 Eichstätt
www.hofmuehl.de

Lang-Bräu – Pils

In Oberfranken liegt Wunsiedel-Schönbrunn, die Heimat des Lang-Bräu Pils, das jetzt vor mir steht. Pils ist nicht gerade die Spezialität der Franken, aber eventuell schafft es die Brauerei ja trotzdem, ein Pils zu brauen, das mich begeistern kann.

Golden und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feinporige schneeweiße Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Optisch ist das Bier schon mal 1a.

Das Bier duftet angenehm nach Getreide und Karamell, abgerundet mit kräftigen würzigen Noten. Offensichtlich handelt es sich hier um eine gelungene Umsetzung eines traditionellen Pilseners.

Im Antrunk ist das Bier etwas süßer als ich es erwartet habe. Die Karbonisierung ist etwas knapp ausgefallen, dafür ist die Kohlensäure aber sehr schön feinperlend. Das Mundgefühl ist weich und voll. Außerdem ist die Bittere gut auf die Süße abgestimmt. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes freundliches Bitter mit recht langem Nachklang aus.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,7° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Farbe:

8 EBC

Brauerei:

Lang-Bräu OHG
Bayreuther Str. 19
95632 Wunsiedel-Schönbrunn
www.lang-braeu.de