Schlagwort-Archiv: saisonales Bier

Altenmünster Winterbier Dunkel

Nun steht das Altenmünster Winterbier Dunkel vor mir. Über die Brauerei ist erstaunlich wenig zu erfahren, lediglich Wikipedia schreibt dazu: „Im Kernort Altenmünster befand sich die Brauerei Hämmerle. Sie wurde im April 2005 abgerissen. Erhalten ist nur der Gasthof. Aus der Fusion der Brauerei Hämmerle mit der Sailerbrauerei von Gerd H. Borges in Leuterschach entstand die Unternehmensgruppe Altenmünster, welche 2002 von der Allgäuer Brauhaus übernommen wurde (seit 2003 Teil der Radeberger Gruppe). Die Mainzer Aktien Bierbrauerei (Binding-Gruppe, seit 2002 Radeberger Gruppe der Dr. August Oetker) übernahm die von Sailerbräu Franz Sailer gehaltenen Markenrechte an der Marke für das Altenmünster Brauer Bier. Die zur Firmengruppe Altenmünster gehörende Gesellschaft Kronenbräu Brauhaus zu Altenmünster wurde nicht mitveräußert.“ Klingt ziemlich verwirrend und wenig erhellend. Wenden wir uns also dem Bier zu.

Dunkelbraun, fast schwarz steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger Schaum, der recht lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet süß nach Malzzucker, unterstützt durch ein leichtes Aroma roter Früchte. Aufgrund der Farbe hätte ich Düfte nach Kakao oder Kaffee erwartet; diese Erwartung wird aber enttäuscht.

Der Antrunk ist recht süß, womit ich bei einem Winterbier durchaus rechne. Passend zu der Süße ist die sehr feinperlige Kohlensäure dosiert, weshalb das Bier im ersten Moment eine wirklich gute Figur macht. Dann wird das Bier schlank. Wenig Säure gesellt sich zur Süße und noch weniger Bitter. Auch im Abgang finde ich nur wenig Bitterstoffe und auch keinen Nachklang. Auf der Website schreibt die Brauerei, dass das Bier 25 Bittereinheiten hätte. Weshalb kann ich davon nichts schmecken?

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

13,3° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Altenmünster Brauer Bier GmbH
Schwendener Str. 18
87616 Marktoberdorf
www.altenmuenster-brauerbier.de

N’Ice Chouffe

Die Brauerei, ein Tochterunternehmen von Duvel, preist dieses Winter Ale vollmundig an: „Die Gnome des Märchenlandes lieben dieses goldene Bier besonders. LA CHOUFFE, mit seinem leicht hopfigen Geschmack, der Noten von frischem Koriander und fruchtigen Noten kombiniert, ist das Getränk, das ihnen Lebensfreude verleiht. Zumindest ist es das, was diese Kobolde sagen, wenn sie durstig sind. Ihr Geheimnis wurde von Generation zu Generation eifersüchtig gehütet, bis zu dem Tag, an dem sie das Rezept mit den Menschen teilten, um ihre Freundschaft zu besiegeln. Von allen Legenden aus der wunderschönen Region der belgischen Ardennen ist die Geschichte von LA CHOUFFE diejenige, die es am meisten verdient, nacherzählt zu werden.“ Na ja, wenn nur die Hälfte dieses Textes der Wahrheit entspricht, lohnt es sich doch wohl bestimmt, dieses Bier zu verkosten.

Sie kennen die Legende von Ca Chouffe nicht, wollen sie aber gerne kennenlernen? Na gut, hier ist sie: „Sie müssen wissen, dass die kleine Brauerei und das Restaurant im malerischen Dorf Achouffe, im Wallonieteil der belgischen Ardennen, untergebracht sind. Chouffe stammt aus dem wallonischen Dialekt und kann mit Gnom übersetzt werden. Die Verschwörungstheoretiker unter uns würden wohl vermuten, dass der Name der Brauerei und des Bieres ausschließlich aus dem Namen des Dorfes abgeleitet wurde. Obwohl das wahr sein mag, soll die Region die Heimat einer Kolonie von Gnomen gewesen sein, die einst genug Bier gebraut haben, um das ganze belgische Volk das ganze Jahr über betrunken zu halten. Das Bier floss direkt aus einer Quelle in den Wäldern von Cedrogne, in der Nähe des geheimen Treffpunkts der Tempelritter vor den Kreuzzügen. Dieses Gebiet ist auch heute noch als das Tal der Feen bekannt, das, wie die Legende sagt, einst der höchste Punkt Belgiens war. Von diesem Zeitpunkt an floss das Bier bergab ins ganze Land. Schließlich wurde das Gebiet durch die große Pest verwüstet und viele Dörfer in der Region verschwanden völlig. Eine Katastrophe ereignete sich und die Zwerge von Achouffe wurden lebendig begraben. Die große Goblinbrauerei stellte die Bierproduktion ein und die Belgier waren gezwungen, ihr eigenes Bier zu brauen. Die Bierquelle von Cedrogne produziert nur noch Wasser – genau das Wasser, mit dem La Chouffe gebraut wird. 1978 besuchte der einzige überlebende Gnom die Schwager Bauweraerts und Gobron und vermittelte das Rezept für den klassischen goldenen La Chouffe. Gobron, der Braumeister, kündigte 1982 seinen Job und gründete die kleine Brauerei. Als Hommage an A. Chouffe gelobten sie, sein Bild auf jeder Flasche des Bieres, das sie verkaufen, anzubringen. Die Brauereibesichtigung beinhaltet bis heute eine Hommage an den Gnom. Gobron, der Duvel seither verlassen hat, um Lupulus zu gründen, ist bekannt dafür, dass er sich ganz der Überlieferung der Geschichte der Gnome widmet.“

Aber kommen wir zum Bier. Jeden Winter bringt Achouffe eine neue Version von N’Ice Chouffe auf den Markt, ein Winter Ale mit 10 % Vol. Alkohol. Bei diesem Bier müssen wir also wie bei einem guten Wein jeden Jahrgang einzeln betrachten. Diese Biere sind dafür bekannt, dass sie gut altern, so dass sie sich für eine längere Lagerung eignen, während der sie ihre Qualität noch verbessern. Lassen Sie sich dabei nicht von der recht kurz angegebenen Mindesthaltbarkeit irritieren. Nun ist es doch wohl wirklich an der Zeit, mit der Verkostung zu beginnen.

Kastanienbraun präsentiert sich dieses Winter Ale im Glas mit viel hellbraunem und größtenteils feinporigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Düfte dunkler Schokolade und von Vanille steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist leicht süß und bringt einen leichten und angenehmen Karamellgeschmack mit sich. Schnell gesellt sich der Geschmack der dunklen Schokolade dazu, die ich bereits im Aroma festgestellt habe. Auf der Zunge wird sie aber noch durch einen zurückhaltenden Kaffeegeschmack unterstützt, der durch würzige Noten begleitet wird. Dabei enthält das Bier nur wenige Bitterstoffe, die sich auch im Abgang zurückhalten. Dafür wird der Kaffeegeschmack in der Kehle stärker, der auch lange nachklingt.

Ein angenehmes wärmendes Winterbier.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Invertzucker

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Brauerei:

Brasserie d´Achouffe
Achouffe 32
6666 Houffalize
Belgien
www.achouffe.be

Hofbräu Winterzwickl

Auch große Brauereien brauen saisonale Biere, da macht die Hofbräu München keine Ausnahme. Aus dieser Brauerei steht jetzt das Hofbräu Winterzwickl vor mir. Ein Blick auf das Etikett gibt nicht viel her. Anders die Website der Brauerei, wo in Stichworten die Zutaten benannt werden, wie es sonst eher bei Craft Beer üblich ist. Das gefällt mir schon mal.

Dunkel kastanienbraun steht das Bier im Glas. Darüber entwickelt sich viel fester hellbrauner Schaum, der aber relativ schnell in sich zusammenfällt. So fest wie der Schaum anfangs war, hätte ich damit gerechnet, dass sich der Schaum länger hält.

Das Aroma ist malzbetont. Leichte Anklänge von Bitterschokolade steigen mir in die Nase. Dazu kommt noch der Duft von Hefe. Insgesamt gefällt mir der Duft nicht schlecht, aber bei der Farbe des Bieres hätte ich ein kräftigeres und intensiveres Aroma erwartet.

Der Antrunk ist recht süß und das Bier enthält eine sehr feinperlige und milde Kohlensäure. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu, mehr aber noch der Geschmack dunkler Schokolade. Ansonsten ist das Bier eher schlank. Der Abgang ist wenig bitter und der Schokoladengeschmack klingt noch einige Zeit nach.

Als Fazit kann ich sagen, dass das Bier keine Fehlnoten aufweist, aber auch nicht wirklich ausgewogen wirkt. Außerdem würde ich mir einen etwas intensiveren Geschmack wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Helles Gerstenmalz, Caramelmalz), Hopfen (Hercules, Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,5 %

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Staatliches Hofbräuhaus in München
Hofbräuallee 1
81829 München
www.hofbraeuhaus.com

Mönchshof – Weihnachtsbier

Seit 1984 gehört die Firma Mönchshof zur Kulmbacher Brauerei, die auch das Mönchshof Weihnachtsbier gebraut hat, das jetzt vor mir steht. Dieses Bier wird seit dem Jahr 1999 jeweils für die Weihnachtszeit eingebraut. Mönchshof stellt einige Biere her, die in ihrem jeweiligen Bierstil zu den meistgetrunkenen deutschen Bieren gehören. Jetzt will ich feststellen, ob das Weihnachtsbier das Zeug hat, ebenfalls in diese Klasse aufzusteigen.

Altgolden strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Menge größtenteils feinporiger Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Die Optik gefällt mir und ich frage mich, ob ich hier ein Bier vor mir stehen habe, das aus industrieller Produktion stammt und mich trotzdem überzeugen kann.

Das Aroma belehrt mich schnell eines Besseren. Das Aroma des Malzes ist vollkommen OK, aber dazu gesellt sich der typische Geruch von Hopfenextrakt. Er ist allerdings recht dezent und wenn die Brauerei zusätzlich mehr Aromahopfen verwendet hätte, könnte ich mich mit dem Aroma vermutlich anfreunden.

Der Antrunk ist relativ süß, was aber durchaus zu einem Weihnachtsbier passt. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber recht knapp dosiert. Hier würde ich mir mehr wünschen. Schnell kommt ein freundliches aber doch ordentliches Bitter dazu, das auch im Abgang erhalten bleibt.

Das Mönchshof Weihnachtsbier kann mich nicht wirklich begeistern. Es ist nicht so, dass ich sagen könnte, dies oder das am Bier gefällt mir nicht. Aber irgendwie fehlt diesem Bier die Komplexität (na gut, ich gebe zu, dass ich recht verwöhnt bin). Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das Weihnachtsbier von Mönchshof gut als Grundlage für ein Glühbier geeignet ist. Dafür ist aber noch das richtige Rezept erforderlich.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,6 %

Stammwürze:

13,3° Plato

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Vicaris Winter 2017

Die Brauerei Dilewyns ist eine junge Familienbrauerei, die aus der Bierleidenschaft des Gründers Vincent Dilewyns und seiner vier Töchter entstanden ist. Im Jahr 2005 wurden die ersten Vicaris-Biere gebraut. Nach 5 erfolgreichen Jahren gründete die Familie Dilewyns in Dendermonde eine eigene, hochmoderne Brauerei.

Heute wird die Brauerei von Vincent und zwei seiner Töchter, Anne-Cathérine und Claire Dilewyns, geleitet. Die Familienbrauerei braut fünf Biere: Vicaris Tripel, Vicaris Generaal, Vicaris Winter, Vicaris Tripel/Gueuze und Vicaris Quinto. Jetzt steht das Vicaris Winter vor mir.

Schwarz und fast blickdicht präsentiert sich das Bier vor mir im Glas. Erst als ich es gegen das Licht halte schimmert ein tiefes Bordeausrot durch. Über dem Bier bildet sich viel hellbrauner feinporiger Schaum, der sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet intensiv nach Toffee, Kakao, Kaffee, Lakritz und Trockenfrüchten. Dazu kommen noch dezente würzige Düfte nach Gras, Nelken und Koriander.

Der Antrunk ist süß und spritzig, wofür die sehr feinperlige Kohlensäure sorgt. Zu der Süße kommt noch der Geschmack nach Schokolade dazu, der auch noch nussige Noten mitbringt. Im Abgang kommt der Schokoladengeschmack in den Vordergrund und Bitterstoffe tauchen auf. Sie sind zwar nicht kräftig, sorgen aber trotzdem für einen sehr langen Nachklang.

Kurz gesagt ist das Vicaris Winter 2017 ein typisches belgisches Winterbier, es ist aber noch deutlich intensiver als der Durchschnitt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Zucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Brauerei:

Brewery Dilewyns
Vicaris Vlassenhout 5
9200 Dendermonde
Belgien
www.vicaris.be

Winterkoninkske

Die Brauerei von Kerkom wurde 1878 von Evarist Clerinx gegründet. Um 1936 übernahm sein Sohn Paul die Leitung, 1952 übernahm Jean Clerinx die Leitung. Jean musste wie so viele andere auch die Brauerei 1968 schließen. Doch die Leidenschaft seines Brauers veranlasste Jean, die heutige Brauerei 1988 nach seiner Pensionierung wieder in Betrieb zu nehmen. Seit 1999 hat Jean den Rührstab buchstäblich an Marc, einen Bierbrauer mit Leib und Seele, weitergegeben.

Seit dem Jahr 2000 wurde das Angebot der Brauerei immer weiter ausgebaut, so dass heute zehn unterschiedliche Biere gebraut werden, so auch das nur saisonal gebraute Winterkoninkske, das Winterbier, das jetzt vor mir steht.

Zur Brauerei gehört auch ein kleines Restaurant, das für viele Spaziergänger, Radfahrer, Bierverkoster und Genießer zum beliebten Ziel geworden ist. Im Sommer ist der Innenhof mit seinen schmiedeeisernen Tischen geöffnet und im Winter sitzen die Gäste um den gemütlichen Holzofen im ehemaligen Kutschenhaus. Und das ganze Jahr über können die traditionell gebrauten Biere genossen werden. Dazu gibt es Brot, Käse und Pastete, alles aus eigener Herstellung.

Bei der Komposition dieses Belgian Strong Dark Ale haben sich die Brauer viel Mühe gegeben. Sieben unterschiedliche Malze und zwei belgische Hopfensorten wurden kombiniert, damit hier ein einmaliges Bier entsteht. Jetzt ist es aber an der Zeit, dass wir uns dem Bier zuwenden, die Flasche öffnen und das Bier verkosten.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas, nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte schimmert etwas Rubinrot durch. Über dem Bier bildet sich eine durchschnittliche Menge feinporiger hellbrauner Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist so süß wie ich es bei einem belgischen Winterbier erwarte, dabei aber ungewöhnlich komplex. Ich rieche Sirup, dunkle Schokolade und Trockenfrüchte, dazu im Hintergrund würzige Noten. Der Duft ist nicht schlecht, aber ich befürchte, dass mir das Bier zu süß sein könnte.

Diese Befürchtung bestätigt sich allerdings nicht. Zwar ist das Bier sortentypisch süß, aber nicht mehr als andere belgische Winterbiere. Aber der erste Eindruck ist, dass das Bier sehr intensiv ist, fast dickflüssig. Die Kohlensäure ist wirklich sanft. Auf der Zunge mischt sich der Geschmack von Zuckerrübensirup mit dem von Kirschsaft, dazu kommt noch etwas Wacholder. Dabei wirkt das Bier wie andere belgische Winterbiere wärmend. Der Geschmack des Sirups bleibt auch im Abgang vorhanden, hier gemischt mit dem von Kaffee.

Das Winterkoninkske ist ein Winterbier, wie es wohl nur die Belgier brauen können.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafermalz, Wacholder, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,3 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Kerkom
Naamstesterweg 469
3800 Sint-Truiden
www.brouwerijkerkom.be

Braumanufaktur – Winterbock

Nun habe ich einen Winterbock aus der Braumanufaktur in Potsdam vor mir stehen. Die kleine Brauerei, die 2003 mit der Produktion begann, stellt im Laufe eines Jahres immerhin elf unterschiedliche Biere her, auch wenn einige der Biere nur saisonal gebraut werden. Eines davon ist der Winterbock, der jetzt vor mir steht.

Bevor ich mit dem Bier beginne noch einige kurze Impressionen zur Brauerei. Ehrlich gesagt kannte ich sie vor einer Woche überhaupt noch nicht. Aber dann war ich auf der Grünen Woche in Berlin, wo ich den Stand der Braumanufaktur gesehen habe und ihn selbstverständlich aufsuchen musste. Ich wurde nicht nur sehr freundlich und zuvorkommend empfangen, sondern erhielt auch gleich fünf unterschiedliche Biere zum Verkosten und zum anschließenden Beschreiben hier im Blog. Heute stelle ich das erste Bier vor.

Bernsteinfarben, fast wie Cognac, präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel sahniger Schaum, weiß mit einem leichten Stich ins Ocker, der nur langsam in sich zusammenfällt. Optisch hat die Braumanufaktur schon mal keinen Fehler gemacht.

Das Aroma ist schon mal überzeugend und komplex. Eindeutig dominieren die Röstaromen die Nase, aber dazu kommen Noten von Banale, Karamell, Holunderblüte, eine leichte Whiskynote sowie Mandeln oder Marzipan. Das macht doch ordentlich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und schwer. Jetzt fällt auf, dass das nicht filtrierte Bier recht wenig Kohlensäure enthält. Daher wirkt das Bier im Antrunk, der bereits sehr geschmacksintensiv ist, beinahe wie ein Likör. Schnell kommen aber noch andere Geschmäcker zum Vorschein. Der Whisky, den ich bereits im Aroma bemerkt hatte, kommt wieder durch und verbindet sich hervorragend mit dem Geschmack winterlicher Gewürze und dunkler Trockenfrüchte. Ich meine, Trockenpflaumen zu schmecken. Der Abgang ist dann sehr mild und kaum bitter, klingt aber trotzdem lange nach.

Als Aperitif ist dieses Bier sicher gut geeignet, schmeckt aber auf jeden Fall auch an einem Winterabend nach einem Spaziergang im verschneiten Wald.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol. (Angabe auf dem Etikett, im Internet werden 6,0 % Vol. angegeben)

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Köhler & Kirchhoff GbR
Templiner Str. 102
14473 Potsdam
www.braumanufaktur.de

Goliath – Winter

Im November 1997 kauften Pierre Delcoigne und Vinciane Wergifosse das aus dem 12. Jahrhundert stammende Schloss von Irchonwelz, um dort ihre Kleinbrauerei weiterzuentwickeln.

Pierre Delcoigne hatte wie seine Frau Vinciane Wergifosse an der Université Catholique de Louvain (U.C.L.) einen Abschluss in Chemie- und Bioindustrietechnik gemacht. Anschließend absolvierte er ein zweijähriges Spezialisierungsprogramm in Brauerei, Mälzerei und Gärung an der Schule der Brasserie de Louvain und schloss es mit Auszeichnung als Braumeister ab.

Für den Bau und die Inbetriebnahme der Brauerei wurden dann zwei Jahre benötigt. Der erste Sud wurde im August 2000 auf den Markt gebracht. Heute besteht die Brasserie Goliath aus einem Brauhaus mit einer Kapazität von 70 hl. Der Gär- und Reiferaum besteht aus 3 Tanks à 40 hl, 3 Tanks à 70 hl und 2 Tanks à 140 hl. Derzeit können etwa 3000 Flaschen pro Stunde abgefüllt werden.

Rotgolden und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Darüber eine leicht überdurchschnittlich voluminöse Krone aus größtenteils feinporigem Schaum, die sich nur langsam auflöst.

Das Aroma ist fruchtig. Ich rieche überreife Bananen, einen Hauch Vanille sowie einige würzige Noten. Damit entspricht der Duft einem ganz typischen belgischen Winterbier.

So wundert es auch nicht, dass der Antrunk recht süß ist, was allerdings durch die reichlich vorhandene Kohlensäure ausgeglichen wird. Schnell übernehmen saure und bittere Geschmacksnoten das Kommando. Jetzt wirkt das Bier eher unausgewogen. Überraschend schlank ist der Abgang, er ist fast neutral. Die Bitternoten des Abgangs entwickeln sich erst im überraschend langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Légendes sprl
Rue du castel 19
7801 Irchonwelz
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be

Grimbergen – Winter

Die Tradition begann im 12. Jahrhundert. Wenn der erste Schnee fiel öffneten die Mönche die Tore der Abtei Grimbergen und luden die Dorfbewohner zu einem rauschenden Fest ein. Für diesen Anlass hatten sie aus der Ernte des jeweiligen Jahres ein spezielles Winterbier gebraut. Auch heute noch wird dieses ordentlich gehopfte Bier jedes Jahr neu gebraut und unter den Namen Grimbergen Winter – Hiver und Grimbergen Noël verkauft.

Sehr dunkel rubinrot ist das Bier, beinahe schwarz. Es bildet eine durchschnittlich voluminöse feinperlige beige Schaumkrone, die allerdings bis auf einen Rest schnell in sich zusammenfällt. Nur der Rest bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist angenehm malzig. Düfte nach Waldhonig, Karamell und Südfrüchten steigen mir in die Nase und versprechen mir einen angenehmen Geschmack dieser belgischen Brauspezialität.

Der Antrunk ist süß und fruchtig. Durch die reichlich vorhandene sehr feinperlige Kohlesäure ist das Bier wunderbar spritzig. Schnell kommt eine angenehme fruchtige Säure dazu, so dass sich die Aromen auf der Zunge widerspiegeln. Für ein Winterbier aus Belgien ist das Bier überraschend frisch, dabei aber auch vollmundig und wärmend. Auch der Abgang ist fruchtig. Die Bitterstoffe des Hopfens kommen nur dezent zum Vorschein. Trotzdem klingt der Geschmack einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

18 IBU

Brauerei:

N.V. Brouwerijen N.V.
Alken-Maes
Belgien
www.grimbergenbeer.com

Leffe – Bière de Noël

Weihnachten ist nun bereits einige Wochen vorbei und da fällt mir tatsächlich noch eine Flasche Weihnachtsbier in die Hände, das Leffe Bière Noël. Irgendwie bin ich zu spät dran, aber in diesem Jahr wird voraussichtlich noch einmal Weihnachten sein und Leffe wird dann das Bier sicher noch einmal auf den Markt bringen. Es lohnt sich also, das Bier noch zu verkosten.

In dunklem Braun steht das Bier im Glas, beinahe schwarz. Darüber bildet sich sehr viel hell-haselnussbrauner gemischtporiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch Röststoffe dominiert. Das Bier duftet nach Karamell und Rosinen, dazu würzig. Was meine Nase wahrnimmt ist sicherlich gut, aber gerade unter den Weihnachtsbieren aus Belgien habe ich deutlich komplexere Aromen erlebt. Damit Ist das Aroma des Leffe Bière Noël in diesem Umfeld Durchschnitt.

Der Antrunk ist wie erwartet ziemlich süß und ich stelle fest, dass dieses Bier recht wenig Kohlensäure enthält, ohne dabei allerdings abgestanden zu wirken. Der Körper ist voll und rund, Säure und Süße sind gut ausgewogen. Allerdings fehlen mir hier einige Bitterstoffe. Fruchtig süß schmeckt das Bier, dazu kommt noch der Geschmack von in Rum eingelegten Rosinen. Der Abgang ist dann mild und er klingt nicht lange nach.

Dass wir uns nicht falsch verstehen: Das Leffe Bière Noël ist ein gutes Bier, nur im Vergleich mit den anderen Weihnachtsbieren aus Belgien fällt es auf einen guten Durchschnitt ab.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Gerste, Hopfen, Zucker

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Gebraut für:

Brasserie Abbaye de Leffe
Place de l’Abbaye 1
5500 Dinant
Belgien

Brauerei:

InBev Belgium
1070 Brüssel
Belgien
www.ab-inbev.com