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Delirium Christmas

Nachdem ich vom Mère de Noël aus der Brasserie L. Huyghe nicht gar so begeistert war, will ich jetzt das zweite Weihnachtsbier aus der ostflämischen Brauerei verkosten, das Delirium Christmas. Bei Ratebeer hat dieses Bier satte 98 %, so dass ich diesmal durchaus ein gutes Bier erwarte. Es soll auch Menschen geben, die das Delirium Christmas für das beste Bier dieser Brauerei halten. Also – es ist an der Zeit, die Flasche zu öffnen.

Kastanienbraun mit wenig Hefetrübung präsentiert sich das Winter Ale im Glas. Darüber bildet sich eine sehr voluminöse hellbraune Schaumkrone, die sich nur langsam auflöst. Optisch ist das Bier schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist süßlich, denn leichte Röstaromen nach Karamell begleiten den Duft kandierter Ananas, von Rosinen und etwas später auch Zitrusfrüchten. Ein Bier, das im Glas sein Aroma ändert, finde ich spannend und es gefällt mir.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es anhand des Aromas erwartet habe. Ich habe fast den Eindruck, das Bier versucht sich im Mund zu verstecken. Das funktioniert aber nicht, denn es ist einfach zu spritzig. Im Körper trifft Espresso auf Karamell, dazu kommt eine angenehme Würzigkeit. In den komplexen Geschmack passen sich auch die 10 Volumenprozent Alkohol gut ein und sorgen für ein wärmendes Mundgefühl. Der Abgang ist trocken und malzig mit einem Hauch Kakao. Der Geschmack klingt lange nach

Das Delirium Christmas passt gut zu süßen Desserts, denn durch seine Würzigkeit bildet es einen guten Kontrast zur Süße der Speise. Aber auch mit Käse ist dieses Bier ein Genuss.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Stammwürze:

19° Plato

Brauerei:

Brasserie L. Huyghe
Brusselsestw. 282
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

Stille Nacht

Ich vermeide es in der Regel, von einem Kultbier zu sprechen. Aber wenn es um die Biere der Dolle Brouwers geht, halte ich den Begriff für absolut angemessen. Die verrückten Brauer kreieren in jedem Jahr auch ein Weihnachtsbier, das sie mit einem deutschen Namen bedacht haben, mit „Stille Nacht“.

Schon das Äußere der Brauerei zeigt, dass hier mit Spaß, Leidenschaft und Mut zum Neuen Bier gebraut wird, zu erkennen an der knallbunten Hefezelle, die an die Wand gemalt wurde.

Bereits seit 1835 besteht die Brauerei, gegründet vom damaligen Dorfarzt, der nebenberuflich als Brauer tätig werden wollte. Bevor im Jahr 1975 Kris und Jo Herteleer die Brauerei übernahmen, befand sich die Brauerei im Besitz der Familie Costenoble, die noch eine weitere Brauerei besaß, aber kein wirklich gutes Bier gebraut haben soll. Kris sagt über den Vorbesitzer: „Da das Gebräu nie über die Grenzen von Esen hinaus verkauft wurde, konnte man damit auch keinen Schaden anrichten, denn krank oder blind ist davon niemand geworden.“ (Quelle: Ann-Marie Bernardt, Unterwegs auf den Spuren des Belgischen Bieres, ISBN 90-5433-201-8)

Heute brauen die beiden drei Biere, die ständig im Angebot sind, sowie drei saisonale Biere, zu denen die Stille Nacht gehört. Nun ist es aber an der Zeit, die Flasche zu öffnen.

Beim Einschenken zeigt es sich, dass Weihnachtsbiere aus Belgien nicht immer dunkel bis schwarz sein müssen, auch wenn das bei den Bieren, die ich bislang verkostet habe, immer so war. Die Stille Nacht dagegen ist hell bernsteinfarben mit recht wenig feinporigem Schaum, der schnell in sich zusammenfällt. Erst als ich mir das Bier genauer anschaue, entdecke ich, dass es viel sehr feinperlige Kohlensäure enthält, die kaum zu sehen ist.

Der Antrunk ist süß und moussierend. Das Bier macht sofort einen fast dickflüssigen Eindruck. Zur Süße gesellen sich schnell eine fruchtige Säure sowie ein Hauch bitter. Im intensiven Geschmack macht sich auch der Alkohol bemerkbar. Der wärmende Abgang ist kaum bitter, sondern eher süß und die Fruchtigkeit klingt noch lange nach.

Die Stille Nacht ist ein erstaunliches Bier, das eher an einen Süßwein erinnert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kandiszucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

12 % Vol.

Stammwürze:

27° Plato

Brauerei:

De Dolle Brouwers
Roeselarestraat 12B
8600 Esen (Diksmuide)
Belgien
www.oerbier.be

Père Noël

Père Noël (deutsch: Vater Weihnachten) ist der französische Weihnachtsmann. Daher passt das Bier doch gut in diese Zeit. Deshalb wird das Bier auch ausschließlich von September bis Dezember ausgeliefert.

Bernsteinfarben und hefetrüb zeigt sich der Weihnachtsmann im Glas. Darüber eine üppige Krone aus gemischtporigem Schaum, die sich bis auf einen Rest schnell auflöst. Der Rest bleibt lange auf dem Bier stehen.

Das Aroma ist durch das Malz geprägt mit blumigen und grasigen Noten. Das gefällt mir schon mal.

Der Antrunk ist spritzig und nicht allzu süß. Schnell überdecken Bitterstoffe die Süße. Das Bier macht jetzt einen eher trockenen Eindruck. Da ich auch keine Fruchtigkeit feststellen kann, macht das Bier einen eher unausgewogenen Eindruck. Als ich zwischendurch ein Stück Marzipan gegessen habe, verbessert sich der Geschmack aber erheblich. Dem Bier fehlt also offensichtlich etwas Süße. Der Abgang ist freundlich bitter und klingt ellenlang nach.

Dieses Bier passt gut zu Desserts; durch die Süße auf der Zunge verbessert sich der Genuss deutlich.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Brewers Gold, Hallertau Mittelfrüh), Zucker, Hefe, Lakritze

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Bitterwert:

50 IBU

Brauerei:

Brasserie De Ranke
Rue Du Petit Tourcoing 1a
7711 Dottignies
Belgien
www.deranke.be

Brasserie van den Bossche – Kerst Pater

Ungefähr auf halber Strecke zwischen Brüssel und Gent ist im flämischen Teil von Belgien die Brasserie van den Bossche beheimatet, von der ich jetzt das Kerstpater Christmas Beer vor mir stehen habe. Die Brauerei beschreibt das Bier als charaktervolles süß-bitteres Winterbier. Das klingt doch schon mal gut. Dieses Winter Ale kommt in jedem Jahr am 1. November auf den Markt und wie bei saisonalen Bieren üblich wird es erst im Folgejahr neu gebraut.

Schwarz ist das Kerstpater Christmas Beer, nur wenn ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert ein leichtes Rubinrot durch. Darüber bildet sich eine große Krone aus hellbraunem Schaum, die sich nur langsam auflöst.

Das Aroma ist süßlich. Offensichtlich hat die Brauerei in ihrer Beschreibung nicht übertrieben. Ich rieche Trockenfrüchte, Vanille, dunkle Schokolade und Nelken. Dieses komplexe Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und schwer, im Geschmack fast sirupartig. An den Zutaten hat die Brauerei auf keinen Fall gespart. Im Körper kommt zur kräftigen Süße eine gut austarierte Fruchtigkeit dazu, gepaart mit würzigen Anklängen. Jetzt erinnert das Bier an Elisen-Lebkuchen und kandierte Früchte. Der wärmende Abgang ist fruchtig mit nur leichtem Bitter und er klingt sehr lange nach.

Das Kerstpater trägt seinen Namen zu Recht und es passt hervorragend zu Weihnachtsgebäck wie auch zu Gänse- oder Entraten mit Klößen und Rotkohl.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Nachgärungszucker

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Brauerei:

Brasserie van den Bossche
St. Lievensplein 16
9550 Herzele
Belgien
www.paterlieven.be

Huyghe – La Mère Noël

Die Brauerei Huyghe im ostflämischen Melle ist meines Wissens die einzige Brauerei, die zwei unterschiedliche Weihnachtsbiere braut. Neben dem bekannteren Delirium Christmas gibt es seit einigen Jahren auch regelmäßig das La Mère Noël. La Mère Noël ist die Frau des Weihnachtsmanns. Während es den Weihnachtsmann bereits länger gibt, wurde seine Frau wird erstmals im Jahr 1849 in einer Weihnachts-Legende von James Rees erwähnt und nun gibt es sie auch im Bierregal.

Altgolden präsentiert sich die Frau des Weihnachtsmanns im Glas. Darüber bildet sich eine überdurchschnittlich voluminöse Schaumkrone, die aber leider recht schnell in sich zusammenfällt. Auffällig ist die sehr agile Kohlensäure.

Das Aroma ist malzig mit grasigen und blumigen Noten. Die Aromen des Hopfens treten leider sehr in den Hintergrund, so dass das Aroma bei weitem nicht so komplex ist wie ich es gehofft und erwartet hätte.

Der überraschend schlanke Antrunk ist wenig süß, aber recht moussierend. Schnell kommt eine kräftige Süße, die auf ein nicht ganz ausgewogenes Bitter trifft. Eine Fruchtigkeit ist eher zu erahnen.Der Alkoholgeschmack tritt in den Vordergrund und er bleibt auch beim Abgang vorherrschend. Das milde Bitter kommt gegen den Alkohol nicht an.

Ich habe bereits einige Biere der Brauerei Huyghe getrunken. Die anderen Biere haben mir besser gefallen als das La Mère Noël, das einen eher unausgewogenen Eindruck macht. Ich muss sagen, dass ich recht enttäuscht bin.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie L. Huyghe
Brusselse stw 282
9090 Melle
Belgien
www.delirium.be

Gauloise – Christmas

Und jetzt kommt gleich noch ein Weihnachtsbier aus Belgien, das Gauloise Christmas aus der Brauerei BOCQ. Bislang haben mir die Biere aus dieser Brauerei gut gefallen, so dass ich mich auf dieses Bier ebenfalls freue. Wie so häufig bei belgischen Bieren gibt es zum Gauloise Christmas keine Zutatenliste, weder auf dem Etikett noch auf der Website der Brauerei. Schade.

Kastanienbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine sehr voluminöse hellbraune Schaumkrone, die mir auch lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal eine sehr gute Figur.

Das Aroma wird durch das Malz mit seinen Röststoffen dominiert. Neben süßen steigen mir auch würzige Noten in die Nase. Ich rieche Röststoffe, Schokolade und Gewürznelken. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß. Leider enthält das Bier nur sehr wenig feinperlige Kohlensäure, was mich doch etwas enttäuscht. Schnell gesellen sich auch die Geschmäcker von getrockneten Feigen und dunkler Schokolade sowie einige wenige Bitterstoffe dazu. Jetzt macht das Bier einen runderen Eindruck. Der intensive Geschmack erwärmt Magen und Seele. Im Abgang verstärken sich die Bitterstoffe noch etwas, bleiben dabei aber mild und klingen lange nach.

Abgesehen von der für meinen Geschmack zu gering dosierten Kohlensäure ist das Gauloise Christmas ein wirklich gutes Bier, das hervorragend zu den Gerichten passt, die gerne zum Jahresende gegessen werden, also zu Speisen wie Geflügelbraten oder Karpfen in Biersoße. Das Gauloise Christmas trägt seinen Namen absolut zu Recht.

Alkoholgehalt:

8,1 % Vol.

Brauerei:

Brasserie du Bocq s.a.
Rue de Brasserie 4
5530 Purnode
Belgien
www.bocq.be

Bush de Noël

Nun steht das erste Weihnachtsbier dieses Jahres vor mir, das Bush de Noël aus der Brasserie Dubuisson im belgischen Pipaix. Die Brasserie Dubuisson, aus der auch die Marke Cuvée des Trolls stammt, ist die älteste Brauerei in der Wallonie. Die Brauerei wurde im Jahr 1769 gegründet und obwohl sich die Brauerei bis heute im Familienbesitz befindet, hat sie eine wechselvolle Geschichte vorzuweisen. Bis zum Jahr 1932 braute sie ausschließlich für die Dorfbewohner sowie die dort tätigen Knechte. Im Jahr 1933 wurde die Produktion ausgeweitet, die Marke Bush wurde aus der Taufe gehoben und das Bier wurde in ganz Belgien sowie in Großbritannien verkauft.

Das Bush de Noël, das jetzt vor mir steht, wurde 1991 erstmals gebraut. Mit einem Alkoholgehalt von zwölf Volumenprozent ist es nach Angaben der Brauerei das stärkste belgische Weihnachtsbier. Das ist doch ein würdiger Anfang für die fast 40 Weihnachts- und Winterbiere aus Belgien, die ich in der letzten Woche eingesammelt habe. Mal sehen, wie das Bush de Noël sich so macht.

Das Bush de Noël wurde erstmals im Jahr 1991 gebraut. Von einem Weihnachtsbier erwarte ich neben der dunkleren Farbe, dass es in der Lage ist, mich von innen zu wärmen oder mir zumindest das Gefühl zu vermitteln, dass es mich innerlich wärmt.

Das Bush de Noël ist ein Belgian Strong Dark Ale. Die Farbe ist in dunkles Bernstein. Darüber bildet sich eine feinporige beige Schaumkrone, die schnell in sich zusammenfällt.

Das komplexe Aroma ist durch eine kräftige Süße geprägt. Ich rieche Banane, Ananas, Rosinen, Vanille und Cognac. Damit duftet das Bier wirklich angenehm.

Auch der Antrunk gefällt mir. Trotz der geringen Menge Kohlensäure ist die Süße nicht unangenehm, sondern passt sich sehr gut an das Aroma an. Das Mundgefühl ist schon fast sirupartig. Die an Trockenfrüchte erinnernde Süße versteckt den Alkohol. Richtig rund erscheint das Bier aber nicht. Der Abgang ist leicht fruchtig und die Bitterstoffe des Hopfens halten sich diskret im Hintergrund. Trotzdem hat das Bier einen langen und wärmenden Nachklang.

Das Bier passt gut zu gebratenem Fisch, zu Geflügel und zu Desserts wie Gießflammeri.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kandiszucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

12 % Vol.

Stammwürzegehalt:

24° Plato

Bitterwert:

24 IBU

Brauerei:

Brasserie Dubuisson Frères
Chaussee de Mons 28
7904 Pipaix
Belgien
www.dubuisson.com

Hellers – Sommersud

Ja, der Sommer ist inzwischen vorbei und wir sind mitten im Herbst. Trotzdem stand bei mir noch eine Flasche von Hellers Sommersud in der Ecke, die ich jetzt geleert habe und die ich jetzt beschreiben will.

Hellers Sommersud ist das erste Jahresbier, das die inzwischen seit 25 Jahren bestehende Brauerei herausgebracht hat. Die Brauerei beschreibt den Sommersud wie folgt: „Der Sommersud ist ein unfiltriertes, obergäriges Bier mit einer goldgelben Farbe. Schon in der Nase sind Nuancen von Zitrusfrüchten und Mandarine vorhanden, die sich im Geschmack fortsetzen. Der Sommersud ist etwas stärker gehopft und hat eine gut erkennbare Bittere.“ Mal sehen, ob ich diese Beschreibung bestätigen kann.

Hell Goldgelb und leicht hefetrüb steht das Bier im Glas. Darüber viel feinporiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist frisch und wird durch Zitrusnoten bestimmt, dazu ein Hauch Karamell.

Der Antrunk ist mittelsüß und obwohl das Bier nur recht wenig Kohlensäure enthält, ist es spritzig. Der Körper ist deutlich bitter und es kommt etwas Säure durch. Die Süße hält sich diskret im Hintergrund. Doch, dieses Bier ist schon etwas Besonderes und wunderbar süffig. Der Abgang ist recht bitter und klingt einige Zeit nach.

Alles in Allem sehe ich das Bier wie ein recht mildes und leckeres IPA. Die Brauerei verspricht, dass das Sommersud das erste Bier in einer regelmäßigen Reihe von Sonderbieren darstellt. Braumeister Gregor Scharek erklärt: „Wir haben bereits eine Idee für das nächste Sonderbier“. Ich freue mich schon drauf.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Weizen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Heller GmbH
Roonstraße 33
50674 Köln
www.hellers-brauhaus.de

Val-Dieu – Bière de Noël

Es ist das dritte Septemberdrittel, in den Supermärkten türmen sich Pfeffernüsse, Spekulatius und andere Weihnachtsnaschereien, in der Fußgängerzone von Essen hängt die Weihnachtsbeleuchtung und so muss es mich nicht wundern, dass jetzt das erste Weihnachtsbier des Jahres vor mir steht. Es handelt sich um das Bière de Noël aus Val-Dieu, einer ehemaligen Zisterzienserabtei in Belgien, genauer gesagt aus dem Tal der Berwinne, gelegen an der Grenze zwischen dem Herzogtum Limburg und der Grafschaft Dalhem.

Im Jahr 200 verließen die letzten Mönche die Abtei und der Orden entschloss sich, die Abtei einer christlichen Laiengemeinschaft anzuvertrauen, die unter Aufsicht der Zisterzienser bis heute die Geschicke des Klosters lenkt.

Im Kloster werden nicht nur das Abteibier, sondern auch diverse Käsespezialitäten sowie Apfelcidre hergestellt. Alle diese Produkte sind von der Handwerkskunst der Zisterzienser inspiriert. So verwundert es auch nur bedingt, dass dieses Bier beim World Beer Award 2018 die Bronzemedaille gewonnen hat.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich leicht überdurchschnittlich viel feinporiger Schaum, der aber leider recht schnell in sich zusammenfällt.

Der Antrunk ist süß, wobei die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure für eine gewisse Frische sorgt. Schnell kommt eine leichte fruchtige Säure dazu, während ich Bitterstoffe kaum wahrnehmen kann. Trotzdem macht das Bier einen recht runden und süffigen Eindruck. Im Abgang verstärkt sich die Säure und der Geschmack des Alkohols tritt in den Vordergrund. Der Nachklang ist mittellang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Portwein, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de l’abbaye du Val-Dieu
Val-Dieu 225
4880 Aubel
Belgien
www.val-dieu.com

Schnaitl – Stille Nacht

Ups, jetzt geht bald der Sommer zu Ende und was finde ich in einer hinteren Ecke meines Kühlschranks? Ein österreichisches Weihnachtsbier. Kurz hatte ich überlegt, es bis zur diesjährigen Vorweihnachtszeit stehenzulassen, aber das wäre dann wohl doch zu frech. Daher habe ich das Bier jetzt verkostet.

Die Stille Nacht hat zwei Besonderheiten: Es gibt dieses Weihnachtsbier das gesamte Jahr über, derzeit allerdings nur im Rampenverkauf der Brauerei sowie bei einem Versandhändler. In den Handel kommt es nur in der Vorweihnachtszeit. Selten ist es, dass eine Brauerei für ein Bier eine spezielle Website einrichtet. Hier ist es aber der Fall. Unter www.stillenachtbier.at beschreibt die Brauerei Schnaitl die Stille Nacht und gibt auch an, wo es das Bier gibt.

So beschreibt die Brauerei das Bier: „Mit dem »Stille-Nacht-Festbier« würdigt die Privatbrauerei Schnaitl aus Gundertshausen das berühmteste Weihnachtslied der Welt in ganz besonderer Weise: „Fast jeder singt in der Familie gerne ‚Stille Nacht, heilige Nacht‘. Dass das Lied in unserer Nachbarschaft komponiert wurde, war ein Grund mehr für uns, es mit einer eigenen Bierkomposition zu ehren“, so Brauerei-Chef Matthias Schnaitl IV. Gebraut und abgefüllt zur Weihnachtszeit passt das mahagonifarbene „Stille-Nacht-Festbier“ mit rubinrotem Schein und elfenbeinfarbenem Schaum ideal zu einem entspannenden Ausklang eines Adventtages, als Begleiter zum Weihnachtsessen mit der Familie oder zu weihnachtlichen Bäckereien. Das untergärige Spezialbier mit einer Stammwürze von 14,5° Plato und einem Alkoholgehalt von 6,3 % vol besticht durch seinen karamellmalzigen und toffee- sowie bitterschokoladigen Geschmack und einem vollendet wärmenden zartbitteren Abgang.“ Mal sehen, ob mir das Bier auch so gefällt wie der Brauerei.

Dunkel bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittliche Menge hellbrauner cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt.

Röststoffe dominieren das Aroma. Düfte nach Karamell und Kaffee steigen mir in die Nase, unterstützt durch den Duft nach Trockenbananen. Die Optik und das Aroma gefallen mir schon mal.

Der Antrunk ist süß mit sehr viel feinperliger Kohlensäure. Auf der Zunge kommen auch die Röststoffe zum Tragen und halten sich mit der Süße die Waage. Ich schmecke Karamell und dunkle Schokolade. Das Bier ist schwer, kräftig und rund. Der Abgang ist mild, der Geschmack nach Schokolade lässt langsam nach, bis nur noch die lange nachklingenden Bitterstoffe bleiben.

Ich weiß zwar, dass die österreichischen Brauereien gute Biere liefern, aber die Stille Nacht hätte ich denen nicht zugetraut. Dieses Bier hat die Qualität eines belgischen Weihnachtsbiers.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten:

29 IBU

Brauerei:

Brauerei Schnaitl GmbH & Co. KG
Gundertshausen 9
5142 Eggelsberg
Österreich
www.schnaitl.at