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Hanscraft & Co. – Vintage 2019 Imperial Stout

Das Bier, das jetzt vor mir steht, verspricht, etwas ganz Besonderes zu sein. Es handelt sich um ein Imperial Stout, das neun Monate lang in Weinbrand- und Portfeinfässern gelagert und gereift wurde. Es hat 10,5 Volumenprozent Alkohol und – das ist die Besonderheit – kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Stattdessen steht auf dem Rückenetikett der Hinweis: „Über Jahre hinweg haltbar“. Nun können malzbetonte Biere mit hohem Alkoholgehalt durchaus noch in der Flasche reifen und dabei besser werden, aber dass die praktisch unbegrenzte Haltbarkeit auf dem Etikett steht erlebe ich zum ersten Mal.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine feinporige und haselnussbraune Schaumkrone, die sich schnell auflöst.

Zunächst fällt mir die Intensität und Komplexität des Aromas auf. Der Duft dunkler Schokolade mit sich mit dem Duft von Vanille. Dazu kommt. Dass das Bier sowohl in Weinbrand- als auch in Portweinfässern gelagert und gereift wurde. Ob dafür ein Teil des Bieres in der einen Fassart und der Rest in der anderen Fassart gelagert wurde oder ob das gesamte Bier nacheinander in beiden Fassarten gereift wurde ist mir leider nicht bekannt. Auf jeden Fall lässt sich die Lagerung in den beiden Fassarten im Aroma feststellen. Hätte ich nicht gewusst, in welchen Fässern das Bier gereift wurde, hätte ich das vermutlich nicht identifizieren können, aber dann hätte ich auf jeden Fall rätseln können, woher die komplexen Aromen stammen.

Wie erwartet ist das Bier recht süß und mich begeistert die sehr passend dosierte Kohlensäure. Auf der Zunge drängt sich der Geschmack des Portweinfasses in den Vordergrund und ergänzt den Geschmack nach Bitterschokolade und Trockenfrüchten. Ich schmecke auch eine fruchtige Säure, die aber minimal bleibt. Der Geschmack des Alkohols passt sich den anderen Geschmacksnuancen an und unterstützt sie. Im Abgang wird das Bier trockener, der Geschmack des Portweinfasses bleibt im Vordergrund gemeinsam mit den Aromen nach Kakao und Röststoffen. Der Geschmack klingt durchschnittlich lange nach.

Das Vintage 2019 ist nicht so ganz mein Geschmack, was aber durchaus auch daran liegen kann, dass ich das Bier im Sommer getrunken habe. Ein Imperial Stout ist nunmal eher ein Winterbier. Aber zusammen mit einem Eis, beispielsweise einem Malaga, kommt das Bier schon richtig gut zur Geltung.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Hafermalz, Hopfen (Chinook), Hefe

Alkoholgehalt:

10,5 % Vol.

Brauerei:

Hanscraft & Co. GmbH
Nordring 53-55
63843 Niedernberg
http://hc-co.de/

Staffelberg-Bräu – Alkoholfreies Pils

Jetzt steht das zweite alkoholfreie Bier aus Bad Staffelstein vor mir. Diesmal handelt es sich um das alkoholfreie Pils. Nachdem mir bereits das alkoholfreie Weizenbier gut gefallen hat, hoffe ich auch diesmal auf ein hervorragendes Biererlebnis.

Goldgelb und kristallklar strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich große sahnige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Selten habe ich ein alkoholfreies Bier mit einer so guten Optik erlebt.

Das Bier duftet nach frisch gemahlenem Getreide und Brotkrume. Noten des Hopfens kann ich eher erahnen als riechen.

Der Antrunk ist frisch mit einer sehr feinperligen sanften Kohlensäure. Auf der Zunge ist das Bier getreidig mit würzigen Noten. Der Geschmack trifft den Bierstil nicht wirklich, aber das Bier ist rund und vollmundig. Hopfen ist auch im Abgang fast nicht zu schmecken, denn auch hier steht das Getreide im Mittelpunkt. Der Nachklang ist kurz.

Das alkoholfreie Pils von Staffelberg-Bräu ist kein typisches Pils. Dafür ist es einfach zu knapp gehopft. Trotzdem (oder auch gerade deshalb) gefällt mir das Bier wirklich gut und ich würde es vielen anderen alkoholfreien Bieren vorziehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Staffelberg-Bräu GmbH & Co. KG
Mühlteich 7
96231 Bad Staffelstein OT Loffeld
www.staffelberg-braeu.de

 

Ayinger – Jahrhundert Bier

Dieses helle Exportbier wurde erstmals 1978 eingebraut, als die Brauerei ihr hundertjähriges Firmenjubiläum feierte. Dabei haben die Brauer auch ein glückliches Händchen gehabt, denn das Bier hat seitdem einige Preise gewonnen. Im Jahr 2009 wurde es von Öko-Test als bestes Bier ausgezeichnet, 2016 bei Meininger International Craft Beer Award 2016 mit Silber, ein Jahr später beim World Beer Awards 2017 in seiner Kategorie mit Bronze und 2019 ebenfalls bei den World Beer Awards 2019 sogar mit Gold als bestes Dortmunder. Ich kann hier also ein besonderes Bier erwarten.

Intensiv goldgelb ist das Jahrhundert-Bier. Während des Einschenkens bildet sich eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche frisches Brot und Honig, abgerundet durch einige würzige Noten. An der Optik gibt es schon mal nichts zu mäkeln.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Die würzigen Noten kommen von Anfang an gut zum Ausdruck. Das Mundgefühl ist voll, rund und ausgewogen. Süße und Bitter sind ausgewogen, so dass das Bier sehr süffig ist. Der Abgang ist ein mildes Bitter mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Aying Franz Inselkammer KG
Verwaltung: Münchener Straße 21
Firmensitz: Zornedinger Straße 1
85653 Aying
www.ayinger.de

Staffelberg-Bräu – Hefe-Weißbier alkoholfrei

Ich bin selbst noch nicht in Bad Staffelstein gewesen, aber wenn ich mal in die Nähe komme, muss ich unbedingt mal ins Bräustübl gehen. Die Brauereigaststätte betreibt die Familie Geldner bereits in der sechsten Generation, aber dort wird nicht nur gebraut, sondern die Familie schlachtet auch selbst und röstet sogar ihren eigenen Kaffee. Bei so viel Liebe zu Lebensmitteln habe ich eine gute Chance, dass der Aufenthalt unvergesslich wird. Jetzt steht das erste Bier aus Bad Staffelstein vor mir, das alkoholfreie Hefe-Weißbier.

Weizengelb mit kräftiger Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine ordentliche sehr feste Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt. Die Kohlensäure ist sehr agil. Ein Weizenbier wie gemalt.

Der Duft der Hefe steigt mir in die Nase, zusammen mit dem Geruch frischen Brotes und abgerundet durch den typischen Weißbierduft nach Banane.

Der Antrunk ist leicht süß und voll, dabei frisch und spritzig. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig, ich schmecke Banane, unterstützt durch eine leichte fruchtige Säure und einen leichten Geschmack frischen Brotes. Das Bier ist ungeheuer süffig. Auch der Abgang zeichnet sich durch den Geschmack des Weizens mit einer leichten Säure aus. Der Nachklang ist durchschnittlich.

Das alkoholfreie Hefe-Weißbier von Staffelberg-Bräu gefällt mir ausnehmend gut. Der Alkohol fehlt nicht, lediglich etwas mehr Hopfen würde das Bier vermutlich noch aufwerten.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Staffelberg-Bräu GmbH & Co. KG
Mühlteich 7
96231 Bad Staffelstein
www.staffelberg-braeu.de

 

Mönchsambacher – Export

Die Brauerei Zehendner aus Mönchsambach hat kein riesiges Sortiment: Ausgefallene Craftbiere und irgendwelchen Schnickschnack gibt es dort nicht. Was es allerdings gibt, ist gutes, bodenständiges, fränkisches Bier in ausgezeichneter Qualität. Aufgrund der großen Auswahl sind die Franken wählerisch, wenn es um ihr Bier geht. Kellerbiere gibt es hier wie Sand am Meer, doch das ungespundene Mönchsambacher Export kennt jeder fränkische Biertrinker. Es ist eines der beliebtesten Biere und wird nicht nur in der Domstadt Bamberg gern getrunken.

Rotgolden und klar fließt das Bier ins Glas und bildet dabei überraschend wenig feinporigen Schaum, der aber lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Toffee, Hefeteig, Stroh und Zitrusfrüchten. Abgerundet wird das Aroma durch kräftige würzige Noten. So stelle ich mir ein fränkisches Bier vor.

Beim Kontakt mit der Zunge überrascht das Bier angenehm durch eine geringe Süße. Auf der Zunge kommt schnell ein freundliches Bitter dazu, das die Süße aber nur teilweise überdeckt. Dazu kommen die würzigen Noten, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Das Mundgefühl ist voll und rund. Der Abgang überzeugt mich durch ein sanftes Bitter mit überraschend langem Nachklang.

Ein schönes Bier zur fränkischen Brotzeit. Der zwinkernde Mönch mit Bierkrug in der Hand auf dem Etikett stammt übrigens vom unvergessenen Nürnberger Künstler und Cartoonisten Gerd Bauer.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Zehendner GmbH
Mönchsambach 18
96138 Burgebrach
https://moenchsambacher.de/

Yankee & Kraut – Transfusion

Nichts gegen auffällige und ungewöhnlich gestaltete Etiketten, aber das Etikett dieses Bieres ist doch sehr unübersichtlich, so dass ich einige Zeit benötigt habe, herauszufinden, wie das Bier überhaupt heißt. Aber da das Brauerduo aus Ingolstadt bekanntlich tolle Biere braut, gehe ich mal davon aus, dass dieses Bier das in meinen Augen misslungene Etikett mehr als wiedergutmacht.

Bernsteinfarben und mit geringer Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Der feinporige Schaum bleibt lange erhalten. Optisch gefällt mir das Bier schon mal.

Düfte nach Karamell und Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, was mich doch ein wenig überrascht. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein leichtes Bitter dazu. Auch die Zitrusaromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Damit kann das Bier mir gefallen, auch wenn es keine Überraschungen bereithält. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit kurzem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Caramünch, Pilsener), Hopfen (Callista, Comet, Hallertauer Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

4,4 % Vol.

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
https://yankeeundkraut.de/

Yankee & Kraut – Dry Humor

Dry Humor aus dem Hause Yankee&Kraut ist eine ganz besondere Bierspezialität, die auf dem deutschen Biermarkt noch recht selten zu finden ist. Es handelt sich um ein Brut IPA. Dieser Bierstil wird mit einem Enzym eingebraut, das sich um bestimmte, komplexe Zucker kümmert, die von der Hefe nicht verarbeitet werden können. Dieser Prozess wurde bisher vor allem bei wuchtigen, süßen Bieren, wie Stouts verwendet, um die Süße im Zaum zu halten. Verwendet man das Enzym zur Herstellung weniger süßer Bierstile, so erhält man ein unvergleichlich trockenes Endergebnis. Die Biere sind in der Tat so trocken, dass man sie Champagner-Biere, oder eben Brut Biere, nennt. Auf die Idee der Brut IPAs sind findige Brauer der amerikanischen Westküste gekommen. Dieser Bierstil ist allerdings nicht unumstritten. Ich erinnere mich, dass vor längerer Zeit der Biersepp vom Beerkeeper eine durchaus ernste Kritik an der Verwendung künstlich eingesetzter Enzyme geübt hat. Diese Praxis, die gerne bei industriell hergestellten Bieren eingesetzt wird, um den Brauprozess zu verkürzen, hat mit Craft nicht viel zu tun. Normalerweise würde das ich bei einem handwerklich hergestellten Lebensmittel nicht erwarten.

Golden mit leichtem Rotstich fließt das Bier ins Glas. Die Hefetrübung ist eher zurückhaltend, dafür ist die feste Schaumkrone umso ausgeprägter. Die Optik des Dry Humor gefällt mir schon mal.

Das Aroma ist überraschend komplex. Düfte nach Grapefruit und Zitrone steigen mir in die Nase, aber auch das Malz kommt hier zu seinem Recht. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft frischer Kräuter. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und wirklich trocken. Auf der Zunge entwickelt sich ein kräftiges und fruchtiges Bitter, das an Grapefruitkerne erinnert. Überhaupt spielen hier die Grapefruitnoten die Hauptrolle, aber auch das Malz kommt trotz des trockenen Geschmacks noch zu seinem Recht. Das Mundgefühl ist voll und rund, auch wenn durch die kräftige Trockenheit des Dry Humor die Drinkability etwas eingeschränkt ist. Im Abgang wird das Bitter erstaunlich mild, klingt aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Hopfen (Ariana Nectar, Callista, Hüll-Melon), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
https://yankeeundkraut.de/

Maisel & Friends – Galaxy Brown Ale

Dass die Auszubildenden bei Maisel in Bayreuth ihr eigenes Bier brauen durften habe ich hier bereits berichtet. Eine ausführlichere Beschreibung des Projekts finden Sie auf der Website von Maisel. Jetzt ist eine Flasche dieses Biers bei mir eingetroffen und ich kann beschreiben, wie sie mir gefällt. Ich erwarte auf jeden Fall eine Geschmacksexplosion durch den Hopfen, nach dem das Bier benannt ist. Galaxy ist ein australischer Hopfen, der im Bundesstaat Victoria und auf der Insel Tasmanien angebaut wird. Er besticht durch seine fruchtigen Aromen. Er enthält Aromen nach Maracuja, Zitrus und tropischen Früchten.

Rotbraun und mit geringer Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei einen festen Schaum mit einem leichten Beigestich, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet fruchtig nach Zitrusfrüchten und Ananas, aber auch Düfte einheimischer Früchte wie Himbeeren steigen mir in die Nase. Abgerundet wird der Duft durch die Aromen des Malzes, die an Karamell und Haselnuss erinnern, sich aber nicht in den Vordergrund drängen.

Bein ersten Kontakt des Biers kommt es zu der ersten Überraschung, denn das Bier enthält mehr Süße durch den Malzzucker als ich erwartet hätte. Dabei kommt die Fruchtigkeit aber ebenfalls sofort zum Tragen. Für meinen Geschmack enthält das Bier etwas wenig Kohlensäure. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt gesellt sich ein gut abgestimmtes Bitter zur Süße und die Fruchtigkeit nimmt zu. Alle Aromen, die ich in der Nase wahrgenommen habe, spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist sanft und voll. So bildet sich eine ungeheure Drinkability. Im Abgang wird das Bier trockener, wobei die Fruchtigkeit erhalten bleibt. Die Bitterstoffe ziehen sich dabei zurück. Erstaunlich ist auch der lange Nachklang der Fruchtigkeit.

Das Galaxy Brown Ale ist ausschließlich bei der Brauerei erhältlich, selbstverständlich auch im Onlineshop der Brauerei. Und wie immer gilt: Diesen Sud gibt es nur einmal und wenn er weg ist, ist er weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Tegernseer Hell

Die heutige Brauerei geht zurück auf das Jahr 1675, denn dann bekam das Kloster die erste offizielle Braukonzession. So macht bereits das Rückenetikett der Flasche schon neugierig auf den Inhalt: „Eine über tausendjährige Brautradition, zurückgehend auf das Benediktinerkloster Tegernsee, gegründet 746, garantiert wahrhaften Biergenuss.“

Sonnengelb strahlt mir das gut gekühlte Bier entgegen. Darüber steht eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt. Rein von der Optik haben die Brauer schon mal nichts falsch gemacht.

Das Bier duftet nach Biskuit, unterstützt durch leichte Kräuternoten. Ja, die Brauerei hat in den Jahrhunderten ihres Bestehens offensichtlich gelernt, wie ein ordentliches Helles sein sollte.

Der Antrunk ist leicht süß, so wie ich es bei einem Hellen erwarte. Leider hat die Brauerei aber die Kohlensäure ziemlich knapp dosiert. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Auf der Zunge ist das Bier deutlich malzbetont und sehr zurückhaltend gehopft. Trotzdem ist das Bier schön vollmundig und süffig, so dass ich mich direkt nach Bayern zurückträumen kann. Kurz gesagt lässt sich das Bier als erfrischend beschreiben, besonders, weil jetzt auch eine diskrete Zitrusnote auftaucht. Erst im Abgang kommt ein leichtes Bitter zum Vorschein, das durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee
83684 Tegernsee
www.braustuberl.de

Woda Portowa

Viel internationaler als das Woda Portowa, das jetzt vor mir steht, kann ein Bier wohl nicht mehr sein. Da schließt sich ein Franke mit einem Amerikaner zusammen, um in Bayern eine Brauerei zu gründen, die mit einer Brauerei im tschechischen Pilsen ein gemeinsames Bier mit einem russischen Bierstil zu brauen (oder zumindest mit einem Bierstil, der für den Zarenhof entwickelt worden sein soll) und das einen polnischen Namen hat. Woda Portowa heißt übersetzt Hafenwasser. Bei so viel Internationalität muss das Bier wohl etwas Besonderes sein. Dafür spricht auch, dass das Woda Portowa beim European Beer Star die Bronzemedaille abgeräumt hat.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei ungeheuer viel festen haselnussbraunen Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Der Schaum erinnert mich eindeutig an die Crema auf einem Espresso.

Und wie das Bier aussieht, so duftet es auch. Röstig nach Mokka, Karamell und dunkler Schokolade, dazu etwas Vanille, abgerundet durch eine leichte fruchtige Säure. Die fast 10,5 Volumenprozent Alkohol halten sich diskret im Hintergrund.

Der Antrunk ist relativ süß, dabei aber frisch und von Anfang an mit deutlichen bitteren Noten. So ausgeprägt habe ich das vorher noch nicht erlebt, zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Auf der Zunge spiegeln sich anschließend die Aromen wider. Dabei kommt der Geschmack nach Mokka in den Vordergrund. Das Mundgefühl ist voll und schwer und die 10,47 Volumenprozent Alkohol wärmen den Körper. Der Abgang ist überraschend mild mit leichtem Bitter und einem überraschend langen Nachklang.

Obwohl das Bier wirklich viel Alkohol enthält, versteckt er sich doch perfekt. Das Bier passt perfekt zu Desserts wie Marzipansoufflé oder Creme Brûlée.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,47 % Vol.

Stammwürze:

20° Plato

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt

und

Pivovar-Raven.cz s.r.o.
Mozartova 132/1
323 00 Plzeň 1
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