Schlagwort-Archiv: Bayern

Leikeim – Feines Schwarzes

Tiefschwarz ist es, das Feine Schwarze von Leikeim aus Altenkunstadt in Oberfranken. Darüber bildet sich ein cremiger hellbrauner Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird durch Röststoffe dominiert. Ich rieche Kaffee und im Hintergrund einige fruchtige Noten und etwas Vanille.

Der Antrunk ist recht süß mit dem Geschmack nach Karamell und etwas dunkler Schokolade. Leider ist die Kohlensäure nur sehr gering vertreten. Schnell kommt der Geschmack nach Kaffee durch, aber zusätzlich schmeckt das Bier etwas angebrannt. Zumindest für meinen Geschmack hat die Brauerei hier zu viel Röstmalz verwendet. Aber gut, anderen Menschen kann das ja durchaus schmecken. Der Abgang ist leicht bitter, dazu kommt eine leichte Säure. Dafür klingt er aber recht lange nach.

Ich kann mir nicht helfen, aber das können die Franken wirklich besser. Ein Blick auf das Etikett verrät mir, dass das Bier „nach Pilsener Brauart“ gebraut wurde. Ich vermute jetzt mal, dass es sich um ein Pils handelt, das mit Farbebier zu einem Schwarzbier umgeformt wurde und dass die Brauerei bei diesem Sud einfach zu viel Farbebier zugegeben hat. Das ist vom Prinzip her nichts Falsches und muss auch nicht in der Zutatenliste deklariert werden (auch wenn einige Brauereien dies freiwillig tun). Ich glaube, wenn ich mal wieder in die Gegend komme und dieses Bier in einem Regal finde, werde ich es noch einmal testen. Ein zweiter Test kann eigentlich nur besser ausfallen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Röstmalz

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Brauerei:

Brauhaus Leikeim
Gewerbegebiet 4
96264 Altenkunstadt
www.leikeim.de

Crew Republic – 7:45 Escalation Double IPA

Nun habe ich ein Double IPA aus der Münchener Bierschmiede Crew Republic vor mir stehen. Weshalb Double IPA? IPAs werden nach dem Brauen noch einmal kalt gehopft. Dieses Bier wird aber nicht nur einmal, sondern zweimal kaltgehopft. Damit wollen die Brauer alles, aber wirklich alles aus dem Aromahopfen herausholen. Ob sich das lohnt will ich jetzt herausfinden.

Bernsteinfarben steht das Bier im Glas, darüber wenig hellbeiger gemischtporiger Schaum, der sich leider auch recht schnell auflöst.

Das Aroma ist bestechend intensiv. Ich kann Düfte von Karamell, Ananas und Bitterorangen feststellen.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle die sehr feinperlige Kohlensäure fest. Der Körper ist mild und ich schmecke hauptsächlich das Karamell des Malzes. Der Abgang ist bitter und sehr langanhaltend.

Dieses Bier hält wirklich alles was es verspricht. Der Aromahopfen ist wirklich reichlich vertreten, selbst für ein IPA ist er überraschend intensiv.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Karamellmalz), Hopfen (Columbus, Simcoe, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

8,3 % Vol.

Bittereinheiten:

83 IBU

Brauerei:

CREW AleWerkstatt GmbH
Fraunhoferstr. 9
80469 München
http://www.crewrepublic.de

Meckatzer Fest-Märzen

In der Regel bieten die deutschen Brauereien zum Winter eher Bockbiere als saisonale Spezialität an. Die Brauerei Meckatzer aus dem macht etwas anderes und braut ein weihnachtliches Märzen. Das Familienunternehmen wurde 1738 gegründet und befindet sich seit 1853 im Besitz der Familie Weiß.

Intensiv goldfarben und blank ist das saisonale Bier. Es enthält viel Kohlensäure und bildet eine durchschnittliche Menge feinporigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert, dazu kommen leichte würzige Noten, einfach angenehm.

Der Antrunk ist frisch und spritzig, dabei nicht allzu süß. Schnell kommt ein leichtes Bitter dazu sowie minimal eine fruchtige Säure. Insgesamt ist das Bier vollmundig, rund und süffig. Der Abgang ist nur wenig bitter und er klingt trotzdem lange nach.

Den Brauern aus Meckatz ist es mit ihrem Fest-Märzen gelungen, ein Bier zu kreieren, das sich an die typischen Eigenschaften seines Bierstils hält und trotzdem deutlich aus der Masse der Biere hervorsticht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

13,5° Plato

Brauerei:

Meckatzer Löwenbräu Benedikt Weiss KG
Meckatz 10
88178 Heimenkirch
www.meckatzer.de

Wolfscraft – Das Helle

Was dabei herauskommt, wenn ein Schweizer einen typischen deutschen Bierstil braut und dabei versucht, ihn zu verbessern, will ich jetzt überprüfen. Auf jeden Fall hat er bei der Auswahl der Zutaten nicht gespart und sowohl Gerstenmalz als auch Hopfen aus kontrolliert biologischem Anbau gewählt. Dass Hopfenextrakt bei den Bieren von Wolfscraft nicht zum Einsatz kommt versteht sich wohl von selbst. Es sind also beste Voraussetzungen gegeben, dass mir dieses Bier gefallen kann.

Hellgelb ist das Bier und macht damit seinem Bierstil alle Ehre. Es enthält viel agile Kohlensäure, die für eine überdurchschnittliche Menge feinporigen Schaum sorgt, der wirklich lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Mandarine und Ananas, begleitet von dem leicht süßen Duft des Malzes. Für ein Helles ist das Fruchtaroma vielleicht nicht typisch, aber dadurch entsteht ein Bier, das zumindest im Aroma charakterstark und unverwechselbar ist.

Der Antrunk ist recht süß, was mit der von Beginn an vorhandenen Fruchtigkeit gut sowie der reichlich vorhandenen gut harmoniert. Bereits der erste Eindruck ist frisch und prickelnd. Schnell gesellt sich eine leichte fruchtige Säure dazu, so dass der Geschmack nach Ananas und Zitrone die Zunge beherrscht. Der Abgang zeigt nur minimale Bitterstoffe und leider klingt er nur sehr kurz nach.

Dieser kurze Nachklang ist aber auch das einzige Manko, das ich bei diesem Hellen feststellen kann. Auch wenn es sich um kein typisches Helles handelt, sondern sich das Bier eher an einem Pale Ale orientiert, bin ich von diesem Erzeugnis wirklich begeistert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Brauerei:

Wolfscraft GmbH
85356 Freising
www.wolfscraft.de

Riegele – Noctus 100

Das Bier, das jetzt aus der Braumanufaktur Riegele vor mir steht, wurde erstmals als Geschenk für Katharina die Große am Hof des russischen Zaren gebraut. Die Zahl 100 im Namen steht für 100 Dunkeleinheiten, was bedeutet, dass das Bier tiefschwarz ist. Bei dieser Geschichte darf ich mich wohl auf ein ganz besonderes Bier freuen.

Und tatsächlich, das Bier ist blickdicht schwarz. Selbst als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert absolut nichts durch. Über dem Bier steht eine durchschnittliche Menge feinporiger brauner Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal königlich.

Betörend ist auch das Aroma. Düfte nach Bitterschokolade und Kaffee steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, was aber gut mit der gut dosierten und sehr feinperligen Kohlensäure harmonisiert. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt lässt es seine Muskeln richtig spielen. Es ist wuchtig und schwer, wobei der Geschmack nach Schokolade dominiert. Dazu kommt eine leichte Säure die das Noctus 100 gut abrundet. Insgesamt ist der Geschmack sehr stimmig. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Chocolate, Dark Chocolate, Steffi, Münchner Malz, Amber Malz), Weizenmalz, Haferflocken, geröstete Gerste, Hopfen (First Gold, Golding), Hefe (Irische Ale Hefe)

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Brauerei:

Brauerei S.Riegele
Inh. Riegele KG
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Veto Schokobär

Nach längerer Zeit habe ich jetzt wieder ein Bier aus Franken vor mir stehen. Von den fränkischen Bieren bin ich bereits verwöhnt. Bekanntlich hat Franken die höchste Brauereidichte Deutschlands und die vielen kleinen Brauereien geben sich wirklich Mühe, individuelle Biere zu kreieren. Aber diesmal erwarte ich etwas ganz Besonderes. Dass dunkle Biere einen Duft nach Schokolade aufweisen ist häufig. Aber wenn ein Bier schon Schokobär heißt und keine Schokolade verbraut wurde (was das Reinheitsgebot verbietet), dann muss es schon etwas sehr Spezielles sein.

Tiefschwarz und blickdicht ist das Bier. Darüber recht viel haselnussbrauner feinporig-cremiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Wow, dieses Bier scheint meine Erwartungen erfüllen zu wollen.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes bestimmt. Deutlich ist der Duft von Schokolade vorhanden, dazu ist er leicht süßlich. Dieses Bier verspricht spannend zu werden.

Der Antrunk ist weniger süß als ich erwartet habe. Dazu kommt eine sehr feinperlige Kohlensäure, wodurch das Bier eine frische Note bekommt. Der Körper ist dann genauso intensiv wie die Farbe. Wie der Name bereits suggeriert hat, schmecke ich Bitterschokolade und Espresso. Ich bin jetzt bereits von diesem Bier begeistert, aber wirklich überraschend ist der Abgang. Die Bitternote kommt stärker durch. Dazu ein leicht angebrannter Geschmack, der aber vermutlich gewollt ist. Anfangs ist der Geschmack sehr intensiv, die Intensität lässt aber schnell nach. Wenn er relativ schwach geworden ist, hält er aber noch lange an.

Genauso überraschend wie das Bier ist auch die Verzehrempfehlung der Brauerei: „Kühlschrank-kalt öffnen und erleben, wie sich mit steigender Temperatur die Espresso-Note in zartbittere Schokolade verwandelt.“ Das habe ich erst nach der Verkostung gelesen, aber wenn ich das Bier das nächste Mal sehe, werde ich mir sicher wieder eine Flasche mitnehmen und testen, ob sich der Geschmack wirklich mit steigender Temperatur signifikant verändert. Diesem Bier traue ich fast alles zu.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Wiener Malz, Caramelmalz, Röstmalz), Weizenmalz, Gerstenflocken, Haferflocken, Hopfen (Willamette, Hallertauer Mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Hopferei Hertrich
90537 Feucht b. Nürnberg
http://www.hopferei.de

Bajuwarus

Nun will ich mich einem Bier aus Oberfranken zuwenden, dem Bajuwarus Weizenbock aus der Brauerei Maisel’s Weisse in Bayreuth. Ich sehe mir zunächst die Etiketten an. Auf dem Rückenetikett dieses limitierten Biers steht die Zutatenliste, in der mir auffällt, dass der Hopfen noch hinter der Hefe steht, dass also sehr wenig Hopfen verwendet wurde. Ich kann also ein sehr mildes Bier erwarten, das seinen Geschmack aus den verwendeten Malzsorten bezieht. Das finde ich schon mal spannend.

Auch der Name des Bieres wird auf dem Rückenetikett erklärt: „BAJUWARUS leitet sich ab von Bajuwaren, dem ursprünglichen Namen der Einwohner Bayerns. Zusammen der der für Weizenbockbiere so typischen Endsilbe „-us“ ergibt sich eine neue Wortschöpfung, die einprägsam für die Herkunft sowie den starken Charakter dieses Weizenbocks Pate steht.“ Damit wäre auch das geklärt und wir können endlich zum Bier kommen.

Kastanienbraun und hefetrüb präsentiert sich die Bierspezialität im Glas. Darüber bildet sich recht viel feinporiger Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das sehr komplexe Aroma enthält Noten überreifer Bananen, von Feigen, Vanille, Waldhonig sowie einige herbere würzige Noten, die auf dem Etikett als Nelke genannt werden, die ich aber nicht näher bezeichnen kann. Auf jeden Fall ist dieses Feuerwerk der Aromen schon mal für sich eine reine Freude.

Der Antrunk ist relativ süß, dabei wird mir der Süße allerdings nicht übertrieben. Die Süße können wir aber auch erwarten, schließlich haben wir hier kein einfaches Weizenbier vor uns, sondern einen Weizenbock. Ich würde mir an dieser Stelle lediglich noch etwas mehr Kohlensäure wünschen, die dem Bier noch mehr Spritzigkeit verleihen würde. Im Körper spiegeln sich die gesamten Aromen, die die Nase bereits wahrgenommen hat. Der Bajuwarus ist ein vollmundiges und ausgewogenes Bier. Der Weizenanteil ist deutlich zu schmecken, ergänzt durch Süße, eine leichte Säure und einige wenige Röststoffe. Der Abgang ist sehr mild, praktisch ohne Bitterstoffe, dafür aber mit leichter Whiskynote.

Der Bajuwarus ist ein nahezu perfektes Bier, an dem es außer der nach meinem Geschmack etwas zu geringen Kohlensäure wirklich nichts auszusetzen gibt. Aber auch mein einziger Kritikpunkt ist meinem individuellen Geschmack geschuldet.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,2° Plato

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.maisel.com

Tilmans – Brown Ale

Jetzt steht das Brown Ale von Tilmans Biere aus München vor mir. Tilman Ludwig hat keine eigene Braustätte, sondern er braut seine Biere bei befreundeten Brauereien. Das Brown Ale wird bei der Brauerei Weissbräu Schwendl gebraut. Auch das künstlerisch gestaltete Etikett stammt nicht von ihm, sondern vom Münchner Künstler Mikael Ross. Darüber will ich mich aber nicht weiter auslassen. Wenn Sie mehr über den Künstler erfahren wollen, besuchen Sie seine Website www.mikaelross.com. Die Beschreibung des Bieres auf dem Etikett, die „Schmatzi Schmatzi Yamyamyam“ lautet ist sicherlich Geschmackssache. Aber schließlich kaufen wir das Bier nicht in erster Linie wegen des Etiketts, sondern wegen des Inhalts. Ich hoffe dieser gefällt mir besser als die Beschriftung des Etiketts. Testen wir es.

Hefetrüb und Kastanienbraun strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Überraschend ist auch das Aroma. Anfangs duftet das Bier ordentlich nach Zitrusfrüchten und Orangen. Dieser Duft lässt nach einiger Zeit nach und es kommen die Aromen des Malzes mit den diskreten Röstaromen durch. Nach einigen Minuten könnte ich annehmen, ein anderes Bier im Glas zu haben als am Beginn.

Der Antrunk ist trocken, spritzig und fruchtig. Die Fruchtaromen spiegeln sich auf der Zunge wieder. Schnell kommt ein kräftiges aber angenehmes Bitter dazu, so dass das Bier auch einen Hauch Grapefruit enthält. Der Abgang ist mild bitter und die Bitterstoffe klingen einige Zeit nach. Die Fruchtigkeit bleibt aber noch länger erhalten.

Das Brown Ale von Tilman überrascht mit seinem Wechselspiel der Aromen und Geschmäcker. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu probieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Weissbräu Schwendl GmbH und Co. KG
Schalchener Str. 115
83342 Tacherting
www.weissbraeu-schwendl.de

für

Tilmans Biere
St.-Martin-Str. 24
81541 München
www.tilmansbiere.de

Maisel & Friends – Freaky Wheat

Auf dem Craft Brauer Festival von Maisel & Friends hat auch die Tanker Brewery ihre Biere vorgestellt und da sie schon mal in Bayreuth zu Gast waren, haben die Brauer aus Estland gemeinsam mit den Franken ein Bier eingebraut, das Freaky Wheat, ein Wheat Wine. Von diesem Bier hat mit Maisel & Friends eine Flasche zugeschickt, die jetzt vor mir steht und darauf wartet, von mir verkostet zu werden. Und weil ein großes Bier in eine große Flasche gehört, wurde das Freaky Wheat in eine Flasche mit 0,75 Litern Inhalt abgefüllt.

Dunkel bernsteinfarben bis haselnussbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine ungeheure feinporige Schaumkrone mit einem leichten Stich ins beige, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch haben die Brauer aus Franken und Estland schon mal alles richtig gemacht.

Aromen nach Honig, Banane, grünen Beeren und Vanille verwöhnen meine Nase. Dazu kommt eine leichte Säure, die deutlich nach Wein duftet. Dieses komplexe Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk enthält überraschend viel Süße, die gut zur reichlich dosierten und sehr feinperligen Kohlensäure passt. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt, lässt das Bier seine Muskeln spielen. Banane steht im Vordergrund, zusammen mit einer leichten fruchtigen Säure, die für einen weinigen Geschmack sorgt. Die 10,4 Volumenprozent Alkohol schmecken nur leicht durch und unterstützen den fruchtigen Geschmack. Obwohl das Bier auf der Zunge keine Bitterstoffe aufweist, ist es voll und ausgewogen. In der Kehle entsteht der Geschmack nach getrockneten Bananen. Der Abgang ist mild und praktisch ohne Bitter, klingt aber trotzdem lange nach.

Das cremige und mächtige Freaky Wheat eignet sich hervorragend als Aperitif oder auch einfach für einen schönen Abend am Kamin. Zu erwerben ist es im Brauereishop von Maisel oder online bei Flaschenfreund.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Blanc), Hefe

Alkoholgehalt:

10,4 % Vol.

Stammwürze:

22,4° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

zusammen mit

Tanker Brewery
Hoidla tee 9
Vaida, Harjumaa
75302 Eesti
Estland

Haderner – IPA

Von meinem letzten Besuch in München steht jetzt ein Bier aus der nach eigenen Angaben kleinsten Brauerei der bayerischen Landeshauptstadt vor mir, das Haderer IPA. Aufgefallen war es mir im Regal aufgrund seines geschmackvollen Etiketts. Hätten noch andere Biere mit einem so gestalteten Etikett danebengestanden, hätte ich sie sicher auch mitgenommen. Aber das IPA stand da so ganz alleine. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal; jetzt will ich erst einmal feststellen, ob sich der Transport überhaupt gelohnt hätte. Aber eigentlich bin ich da ganz zuverlässig. Die Zutaten stammen aus regionalem Bioanbau, was in den meisten Fällen auf einen guten Umgang mit den Rohstoffen hinweist.

Bereits beim Einschenken steigt mir ein intensiver Zitrusduft in die Nase. Wow. Auch die Optik weis zu gefallen. Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist das obergärige IPA aus München-Hadern. Darüber steht eine große feinporige Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt.

Im Aroma mischen sich Düfte von Zitrusfrüchten mit denen von Ananas und Mango. Aber auch deutliche herbe Noten steigen mir in die Nase. Das macht doch wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der schlanke Antrunk ist leicht süß und erhält durch die viele sehr feinperlige Kohlensäure eine ordentliche Spritzigkeit. Auf der Zunge präsentiert sich das Haderner IPA zunächst fruchtig und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, aber schnell melden sich die Bitterstoffe zu Wort und überdecken die Fruchtigkeit, die das Bittere aber weiterhin unterstützt. Aber auch wenn das Bitter recht kräftig ist, bleibt es doch immer freundlich. Das gilt auch für den ordentlich bitteren Abgang, der sehr lange nachklingt.

Das Bier hat mir wirklich gut gefallen und wenn ich wieder nach München komme, werde ich auf jeden Fall zusehen, dass ich die anderen drei Biere aus der Brauerei auch erhalten werde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Emmermalz, Weizenmalz, Gerstenröstmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Münchner Girgbräu GmbH
Großhaderner Str. 16
81375 München
www.haderner.de