Schlagwort-Archiv: Bayern

Hohenthanner – Kellerbier Dunkel

Jetzt steht das Hohenthanner Kellerbier Dunkel vor mir. Dabei handelt es sich um ein unfiltriertes dunkles Kellerbier, das im Zweimaischverfahren hergestellt wurde. Ich erwarte von diesem Bier einiges, denn es wurde bei Meiningers International Craft Beer Award 2017 mit der Platinmedaille ausgezeichnet.

Dunkel bernsteinfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Für ein nicht gefiltertes Bier enthält es sehr wenig Hefe. Die feinporige Schaumkrone ist hellbraun und sie bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Düfte nach Karamell steigen mir in die Nase, unterstützt durch einige fruchtige Aromen von Birne und Banane.

Im Antrunk sorgt die feinperlige Kohlensäure für eine angenehme Frische. Auf der Zunge entwickelt sich ein intensiver Karamellgeschmack mit einer diskreten Kaffeenote und einer leichten Säure. Das Malz ist eindeutig dominant und der Hopfen unterstützt den Geschmack des dunklen Malzes, ohne in den Vordergrund zu treten. Der Abgang ist mild und recht kurz.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,4° Plato

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei GmbH & Co. KG
Brauhausstraße 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Maisel & Friends – Gestopfter Bär

Wieder einmal hat mir Maisel eine Flasche Bier geschickt, einen Sondersud mit dem Namen Gestopfter Bär. Den Sud hat die Brauerei in Zusammenarbeit mit der Brauerei Schanzenbräu in Nürnberg angesetzt. Dabei handelt es sich um ein Bockbier. Und da Nürnberg für sein Rotbier bekannt ist, handelt es sich um einen roten Bock.

Schon das vordere Etikett gefällt mir sehr gut. Der brüllende Bär, dessen Fell aus den Blättern einer Hopfendolde gefällt – Maisel hat schon einen guten Designer.

Die Brauerei beschreibt das Bier auf dem Rückenetikett so: „Allmächd – ein gestopfter Bär! Rot wie Franken, bärenstark wie Schanzenbräu und kräftig, fruchtig, hopfig wie Maisel & Friends! Bassd scho!“ Das macht doch schon mal richtig Lust auf das Bier. Nur die Formulierung „rot wie Franken“ verstehe ich nicht so richtig. Bei der letzten Bundestagswahl hat die CSU sämtliche Direktmandate in Franken errungen. Ich sehe Franken eher als schwarz. Aber hier geht es ja um das Bier.

Wenn die Brauerei das Kupferrot als sagenhaft beschreibt ist das nicht übertrieben. Dazu eine durchschnittlich große Krone aus sahnigem beigem Schaum, die sehr lange erhalten bleibt.

Sagenhaft ist auch das Aroma. Düfte nach Malz, Toffee und etwas Waldhonig steigen mir in die Nase. Dazu kommt eine überwältigende Fruchtigkeit. Südfrüchte, Zitrus, Ananas, rote Beeren und Cassis verwöhnen meine Nase. Ich kann die Nase gar nicht vom Glas nehmen um den ersten Schluck zu nehmen. Dabei macht das Aroma Lust auf den ersten Schluck.

Dann ist es so weit – ich nehme den ersten Schluck. Der erste Kontakt mit der Zunge zeigt eine stiltypische Süße, passend zur sehr feinperligen Kohlensäure, die für eine angenehme Frische sorgt. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase wahrgenommen habe und es kommt sogar noch der Geschmack nach Grapefruit dazu. Aber auch der Malzkörper kommt auf der Zunge zu seinem Recht. Auffällig ist, dass bereits auf der Zunge auch eine ordentliche Bittere zu schmecken ist. Malz und Hopfen stehen in einem sehr guten Verhältnis zueinander. Ich wundere mich, dass die 7,3 Volumenprozent Alkohol nicht zu schmecken sind, so perfekt verstecken sie sich hinter Hopfen und Malz. Das Bier ist mit seinem cremigen und weichen Mundgefühl einfach angenehm zu trinken. Im Abgang kommt kurz der Geschmack nach Ananas in den Vordergrund und anschließend dominiert das freundliche Bitter den langen Nachklang.

Der Gestopfte Bär weiß zu überraschen. Er sticht deutlich aus der Menge der Bockbiere heraus. Dabei hat er viel Charakter und ist in der Lage, auch Konsumenten zu überzeugen, die normalerweise den Bockbieren eher ablehnend gegenüberstehen. Meine Ehefrau gehört zu dieser Gruppe und selbst sie war bärig begeistert.

Erhältlich ist der Gestopfte Bär im Onlineshop von Maisel & Friends. Aber wie bei jedem Sondersud gilt: wenn weg dann weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (u.a. Hallertauer Saphir, Topaz, Vic Secret, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

16,8° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

gemeinsam mit:

Brauerei Schanzenbräu
Proeslerstr. 3
90431 Nürnberg
www.schanzenbraeu.de

Weihenstephaner – Hefeweißbier Alkoholfrei

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus Weihenstephan vor mir, passend zur andauernden Hitze in diesem Jahr das alkoholfreie Hefeweizen. Die Brauerei beschreibt das Bier wie folgt: „Unser satt-goldgelbes „Hefeweißbier Alkoholfrei“ schmeckt, wie ein Premiumweißbier schmecken muss. Spritzig, frisch und vollmundig, mit Nuancen von Gewürznelken und Honig sowie einer feinen Hefenote. Der einzigartige Weißbiergeschmack wird durch ein in Zusammenarbeit mit der TU München-Weihenstephan entwickeltes Verfahren erreicht: Die Obergärung wird nicht während des Gärprozesses unterbrochen – das Bier erhält die gesamte Zeit zu reifen. Erst nach der vollen Entwicklung wird der Alkohol schonend entzogen. Ein erstklassiger Durstlöscher nach dem Sport oder ein guter Begleiter zu leichten Sommerspeisen, süß-sauren Gerichten oder zu Fruchtsorbets. Gebraut mit der Jahrhunderte währenden Biertradition am Weihenstephaner Berg.“ Na, dann wollen wir mal sehen.

Golden und hefetrüb mit sahniger Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum bleibt lange erhalten. Damit macht die Optik schon mal eine gute Figur.

Das Aroma ist stiltypisch. Düfte nach Banane, Nelke und Hefe steigen mir in die Nase. Nichts Überraschendes, aber nicht schlecht.

Der Antrunk ist recht trocken und durch die großzügig bemessene Kohlensäure spritzig. Nach diesem guten Anfang lässt das Bier leider nach. Der Körper ist sehr schlank und die Hefe ist der kräftigste Geschmack. Der Abgang ist wenig bitter und er klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, dunkles und helles Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Hallertauer Magnum), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

12,7 % vor Alkoholentzug

Bittereinheiten:

14 IBU

Brauerei:

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Alte Akademie 2
85354 Freising
www.weihenstephaner.de

Spaten – Oktoberfestbier

Das Oktoberfest in München steht mal wieder vor der Tür und so ist es auch für mich an der Zeit, mal wieder ein Oktoberfestbier zu verkosten. Allerdings muss ich zugeben, dass ich gegenüber dem Oktoberfest so meine Vorurteile habe. Ich war bereits mehrfach während der Oktoberfestzeit in München, habe die Wiesn aber immer gemieden. Oktoberfest bedeutet für mich, dass in München die Hotelpreise explodieren und es deutlich mehr Betrunkene in den Straßen gibt (letzteres wurde mir von mehreren Gastronomen bestätigt, die während der jährlich stattfindenden Veranstaltung kaum etwas zu tun haben). Andererseits habe ich auch die Menschenströme gesehen, die zur Wiesn strömen. Irgendetwas muss das Event besonders machen. Ich glaube, wenn ich wieder einmal zur Zeit des Oktoberfests nach München fahre und auch die nötige Zeit aufbringen kann, werde ich mich einmal auf dem Festgelände umsehen und versuchen, das Geheimnis dieser Münchner Besonderheit zu ergründen. Aber jetzt bleibe ich erst einmal beim Bier und hoffe, dass ich trotz meiner Vorurteile eine halbwegs ordentliche Beschreibung zustande bringe.

In recht hellem Gold und beinahe blass präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine durchschnittliche gemischtporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist süß und würzig. Eigentlich nicht schlecht, aber irgendwie fehlt mir das Besondere. Der Duft ist einfach 08/15. Es gelingt dem Aroma nicht, mich zu begeistern.

Der erste Eindruck auf der Zunge wird durch eine recht kräftige Süße geprägt, was für sich noch ein Manko wäre, aber die Kohlensäure ist doch sehr zurückhaltend dosiert. Auch wenn die Kohlensäure sehr feinperlig und mild ist, fehlt dem Bier in dieser Kombination die Frische. Schnell gesellt sich ein für ein Märzen überraschend kräftiges Bitter dazu, das leider von keinerlei Fruchtigkeit begleitet wird. Im Abgang lässt das Bitter nach und der Nachklang ist nur kurz.

Mich kann das Oktoberfestbier nur sehr bedingt begeistern. Es ist süffig und lässt sich gut „hinter die Binde kippen“, aber ein wirklicher Genuss sieht für mich anders aus. Wenn es Ziel der Brauerei war, ein Bier zu brauen, das in Massen getrunken werden kann, ohne dass irgendjemand auf die Nuancen des Geschmacks achtet, dann hat sie dieses Ziel aber exakt erreicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Stammwürze:

13,7° Plato

Brauerei:

Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH
80335 München
www.spatenbraeu.de

Hohenthanner – Kellerbier Hell

Die niederbayrische Schlossbrauerei in Hohenthann wurde bereits im Jahr 1864 gegründet. Bis heute ist sie im Familienbesitz und von den großen Braukonzernen unabhängig. Bis heute arbeitet sie handwerklich und mit regionalen Zutaten. Der Hopfen kommt aus der Hallertau und das Malz aus Bayern. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Biere dieser Brauerei vielfach ausgezeichnet wurden, sowohl beim European Beer Star als auch bei Meiningers und der DLG. Das helle Kellerbier, das jetzt vor mir steht, wurde im Jahr 2013 beim European Beer Star mit der Silbermedaille geehrt. Es handelt sich um ein naturbelassenes untergäriges und helles Lagerbier, das im klassischen Einmaischverfahren hergestellt wurde.

Goldgelb präsentiert sich das Bier im Glas, dazu hefetrüb und mit einer agilen Kohlensäure. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große Schaumkrone aus feinporigem weißem Schaum, die auch durchschnittlich schnell in sich zusammenfällt. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal nichts verkehrt gemacht.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche das Getreide und die Hefe. Dieser Duft wird durch blumige Noten und einen Hauch Bergamotte unterstützt. Das macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß und wird durch die sehr feinperlige Kohlensäure richtig schön spritzig. Schnell gesellt sich eine fruchtige Säure dazu, so dass ich meine, den Geschmack von Birnen zu schmecken. Insgesamt ist das Bier vollmundig und rund. Der Abgang ist mild und enthält nur wenige Bitterstoffe, so dass er auch nur kurz nachklingt.

An so ein Bier könnte ich mich gewöhnen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Brauerei:

Hohenthanner Schlossbrauerei
Brauhausstr. 1
84098 Hohenthann
www.hohenthanner.de

Schönramer – Imperial Stout

Weshalb heißt ein Bier Imperial Stout und aus welchem Grund ist das Etikett so nostalgisch gestaltet? Beide Fragen beantwortet die Brauerei auf ihrer Website: „Das Imperial Stout verdankt seinen Namen dem kaiserlichen Winterpalast, dem „Imperial Winter Palace“ der russischen Zarin, Katharina der Großen. Ende des 18. Jahrhunderts wollten Londoner Brauereien „Eindruck schinden“ und schickten ihre obergärige Starkbier-Version eines Englischen Stouts nach St. Petersburg, um die Zarin zu beeindrucken – ihr sollten die langen, dunklen Wintertage erträglicher gemacht werden und der Überlieferung zufolge, hat dieses hocharomatische Bier, das auf jedem Gaumen ein geschmackliches Feuerwerk abbrennt, wie eine „Bombe eingeschlagen“ und wurde zum Hof-Bier des Zarenhauses. Das „Bavarias Best“ Imperial Stout, gebraut aus erlesenen, ausgesuchten Rohstoffen, vermag auch die eisigste Kälte zu vertreiben.“

Die Optik ist auf jeden Fall schon mal bestechend. Blickdicht schwarz mit einer leicht überdurchschnittlichen, sahnigen und mittelbraunen Schaumkrone, die sehr lange stehen bleibt. Besser geht es wohl nicht.

Wie bei dieser Optik nicht anders zu erwarten, dominieren die Röststoffe des Malzes das Aroma. Ich rieche den Duft dunkler Schokolade, von Kaffee, Karamell und leichte Noten von Kirschen.

Jetzt ist die Zunge gefordert, die Menge der Geschmäcker zu identifizieren, die in diesem Bier enthalten sind. Der allererste Eindruck ist leicht süß, passend zur sehr feinperligen Kohlensäure. Schnell zieht sich die Süße etwas in den Hintergrund zurück und der Geschmack nach Bitterschokolade und Espresso kommt zum Vorschein. Eine leichte fruchtige Säure sorgt für eine hintergründige Fruchtigkeit. Ganz dezent meine ich noch, einige Rauchnoten zu schmecken. Im Abgang drängt sich der Geschmack von Espresso etwas in den Vordergrund; gleichzeitig kommt die Süße zurück. Zusammen sorgen sie für einen Geschmack, der an die Füllung von Mokkabonbons oder auch von Kaffeelikör erinnert. Leider ist der Nachklang recht kurz.

Wow. Besser und edler kann ein Stout wohl nicht mehr sein. Keinesfalls sollte das Bier in den Kühlschrank, die Kälte würde die Geschmackseindrücke verringern und das wäre wirklich schade.

Noch eine Bemerkung zum Abschluss: die Brauerei teilt mit, dass das Imperial Stout in der Flasche noch nachreift und das Bier im Laufe der Zeit noch besser wird. Das ist zwar kein Alleinstellungsmerkmal des Imperial Stout, aber das MHD 4. 2. 31 ist im Jahr 2017 schon eine Seltenheit. Nach fünf bis zehn Jahren sollen sich nach und nach Portwein- und Sherrynoten bilden.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Stammwürze:

22° Plato

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Landbrauerei Schönram
Salzburger Str. 17
83367 Petting
www.schönramer.de

 

Kloster Scheyern – Export Dunkel

Nun steht wieder einmal ein Bier aus Bayern vor mir, das Kloster Scheyern Export Dunkel. Der letzte Test eines Bieres dieser Brauerei ist bereits einige Monate her und damals stand auf der Flasche, dass das Bier im Auftrag und unter Kontrolle des Klosters in der Brauerei Tucher gebraut wird. Auf der Website schreibt das Kloster nach wie vor, dass seit 2006 das Bier wieder im Kloster gebraut wird. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Mitte Dezember letzten Jahres habe ich im Kloster per Mail nachgefragt, was denn nun stimmt. Leider hat das Kloster bis heute nicht geantwortet und es wird wohl auch keine Antwort mehr kommen. Aber egal. Beginnen wir mit dem Biertest.

Das Bier ist wirklich dunkel, fast schwarz. Gegen das Licht gehalten zeigt es sich in einem eleganten Dunkelrot. Darüber ein elfenbeinfarbener feinporiger und fester Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Optisch gibt es also absolut nichts auszusetzen. Das Aroma dieses Bieres wird von Röstaromen bestimmt, unterstützt durch Karamell und einem Hauch von Pflaumen. Auch der Duft ist wirklich ansprechend.

Der Antrunk ist leicht süß und im Mund breitet sich ein malziger Geschmack mit einer fein abgestimmten Säure aus. Dazu sorgt eine feinperlende Kohlensäure für die gewünschte Süffigkeit. Der Abgang ist leicht bitter und sehr angenehm. Der Geschmack bleibt in der Kehle relativ lange erhalten.

Alles in Allem ein gelungenes Bier mit einem sehr angemessenen Preis-/Leistungsverhältnis. Es gibt wirklich nichts daran auszusetzen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei

Klosterbier-Vertriebs GmbH
85298 Scheyern
http://www.klosterbrauerei-scheyern.de/

Oder halt auch die Brauerei Tucher. Das verrät das Kloster nicht.

Braukatz – Pale Ale

Craft Beer aus dem Allgäu? Ja, das geht, auch wenn viele bayrische Brauer dazu sagen: „So ein Schmarrn, bei uns heißt das Tradition“. Da ist durchaus etwas dran und der Übergang von traditionell gebrautem Bier und Craft Beer ist fließend. Aber es gibt doch noch Unterschiede zwischen einem (guten) Bier aus einer mittelständischen Brauerei auf der einen und einem Craft Beer auf der anderen Seite. Jetzt steht das Braukatz Pale Ale vor mir und ich will feststellen, wie gut dieses Bier gelungen ist. Vorher aber noch meinen Dank an die Post Brauerei in Nesselwang, die mir das Bier zugeschickt hat.

Bereits beim Öffnen der Flasche steigt mir ein fruchtiger Duft in die Nase. Mit dem Hopfen haben die Allgäuer also schon mal nicht gespart. Das freut mich schon mal. Im Glas strahlt mich das Bier in einer schönen Bernsteinfarbe an. Es entwickelt eine durchschnittliche Menge feinporigen Schaum, der auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Im Aroma halten sich Malz und Hopfen die Waage. Düfte nach Karamell, Ananas, Limone und Mandarine werden durch einige holzige Noten unterstützt. Meine Nase ist von dem Bier schon mal sehr angetan.

Der Antrunk wird durch das Malz geprägt, begleitet durch den Geschmack nach Mandarine, Ananas und Zitrone. Wie schon im Duft gehen die Eindrücke eine perfekte Verbindung ein. Die fruchtigen Noten verleihen dem Bier eine gewisse Frische. Schnell kommt noch ein freundliches Bitter dazu, so dass das Bier einen vollen und runden Eindruck macht. Sowohl die Bitternoten als auch die Fruchtigkeit kommen auch im lang nachklingenden Abgang zum Tragen.

Das Pale Ale aus Nesselwang kann ich mir gut zu einem Raclette vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Mandarina Bavaria, Hallertauer Tradition, Spalter Select, Hersbrucker spät), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

13,4 %

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
www.brau-manufactur-allgaeu.de

Franziskaner – Weissbier Alkoholfrei

Nehmen wir uns mal wieder einem alkoholfreien Weizenbier an. Eigentlich stehe ich einem alkoholfreien Weißbier eher skeptisch gegenüber, da diese Biere meist eher flach schmecken und beim Entfernen des Alkohols auch der typische Weizencharakter verlorengeht.

Wie die anderen Weizenbiere aus dieser Brauerei ist auch das alkoholfreie Weizen leicht trüb, es zeigt einen schönen dichten und gleichmäßigen feinporigen Schaum, der nicht allzu standfest ist, was aber bei alkoholfreien Bieren nicht anders zu erwarten war.

An der Nase ist das Bier zunächst unscheinbar.

Der Antrunk ist leicht süßlich; aber leider recht dünn. Langsam entwickelt sich auf der Zunge aber der Geschmack, der dieses Bier zu den besten seiner Art macht.

Lt. Etikett auf der Rückseite der Flasche ist das Bier isotonisch. Ob das stimmt weiß ich nicht, aber auf jeden Fall ist es ein erfrischendes Getränk an heißen Tagen oder nach körperlicher Anstrengung.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfenextrakt, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Spaten-Franziskanerbräu GmbH
80335 München
https://www.franziskaner-weissbier.de/

Riedenburger – Festbier

Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr. Zeit also, ein bayrisches Festbier zu testen. Für Saisonbiere wie dieses zu Weihnachten haben die Brauereien meist spezielle Rezepte, um so ein ganz besonderes Bier zu brauen. Das Riedenburger Festbier ist ein Biobier, nicht nach den Biorichtlinien der EU, die sich lediglich um die Rückstandfreiheit kümmern, sondern es handelt sich um ein „richtiges“ Biobier nach den Bioland-Richtlinien, also ein wirklich nachhaltiges Getränk.

Rohstoffe aus echtem biologischem Landbau sind in der Regel deutlich teurer als solche aus konventionellem Anbau. Häufig können die Mehrkosten nicht vollständig an die Konsumenten weitergegeben werden. Wir können also mit Fug und Recht davon ausgehen, dass bei Verarbeitern, die die teureren Rohstoffe verwenden, noch so einiges an Idealismus vorhanden ist. Des Weiteren gehe ich davon aus, dass diese Brauer auch mehr Sorgfalt beim sachgemäßen Umgang mit den Rohstoffen walten lassen. Dementsprechend hoch sind meine Erwartungen an dieses Bier. Zeit also, das erste Glas einzuschenken.

Ein schön klares Bier in der Farbe dunklen Bernsteins fließt in das Glas, gekrönt von einem elfenbeinfarbenen Schaum, der aber leider sehr schnell in sich zusammenfällt. Schade, ich hätte mir mehr Standfestigkeit gewünscht. Aber der Duft – intensiv nach geröstetem Malz, süßlich mit Zitrusfrüchten gemischt. Schon das Schnuppern an diesem Bier ist ein echtes Erlebnis.

Der Antrunk ist leicht hopfig und zeigt etwas Malz. Dazu eine erfrischende leichte Säure. Es ist nicht wirklich süffig, so dass es sich nicht einfach herunterschütten lässt, sondern es ist ein Bier, bei dem wir jeden einzelnen Schluck bewusst genießen sollten. Nach einem kurzen Verbleib im Mund kommt auch der Geschmack der fünfeinhalb Volumenprozent Alkohol zum Tragen, ohne dabei unangenehm zu werden. Im Abgang kommt anschließend der Hopfen zum Tragen. Der Geschmack bleibt recht lange im Mund erhalten.

Dieses Bier erfüllt meine Anforderungen an ein Saisonbier mit Rohstoffen aus biologischem Anbau in vollem Umfang. Ich würde mir lediglich etwas mehr der sehr schön feinperligen Kohlensäure wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Riedenburger Brauhaus
93339 Riedenburg
http://www.riedenburger.de

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