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Löwenbräu – Oktoberfestbier

„Alljährlich im Herbst – und das seit über 200 Jahren – geht der unverwechselbare Ruf „O’zapft is!“ um die Welt und lockt Millionen von Besuchern zum Oktoberfest nach München, dem weltweit größten Volksfest. Auf dem neuen Etikett des Löwenbräu Oktoberfestbiers hält eine klassische Wiesnbedienung vor dem allseits bekannten Löwenbräu-Turm die Wiesn-Spezialität schon lächelnd bereit.“ Mit diesen Worten bewirbt Löwenbräu sein Oktoberfestbier.

Jedes Jahr brauen die Münchner Brauer ein Bier speziell für das Oktoberfest, das in diesem Jahr vom 22. September bis zum 7. Oktober stattfindet. Dabei handelt es sich um ein Helles, also um ein untergäriges Bier. Die Kreation von Löwenbräu enthält 6,1 Volumenprozent Alkohol und wurde mit 13,7 % Stammwürze eingebraut. Damit erfüllt es die Bedingungen, um sich Oktoberfestbier zu nennen und auf der Wiesn ausgeschenkt zu werden.

Recht hell fließt das Bier ins Glas und es bildet eine schöne schneeweiße Schaumkrone, die sich aber nicht allzu lange hält.

Das Aroma ist malzbetont mit kleinen Anklängen nach Karamell. Wie bei einem Hellen aus Bayern üblich kommt der Hopfen kaum zum Vorschein. Er lässt sich eher erahnen.

Wie zu erwarten ist der Antrunk malzig und recht lieblich. Dabei ist die Kohlensäure gut auf die Süße abgestimmt. Schnell kommt noch eine leichte Säure ins Spiel. Obwohl auch der Alkohol durchschmeckt ist das Bier ungeheuer süffig. Es lässt sich sowohl aus der Maß als auch in Massen gut trinken. Erst im Abgang kommt eine gewisse Bitterkeit dazu, die aber sehr deutlich macht, dass die Brauerei ausschließlich Bitterhopfen und auch Hopfenextrakt eingesetzt hat.

Wie gesagt: das Bier ist gut trinkbar, aber ein wirklicher Genuss ist es nicht. Es ist halt für das Oktoberfest gebraut worden, wo es weniger auf den Genuss ankommt, sondern eher auf Masse. Trotzdem ist das Oktoberfest in München ein besonderes Ereignis, das einen Besuch lohnt.

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Stammwürze:

13,7° Plato

Brauerei:

Löwenbräu AG
Nymphenburger Straße 7
80335 München
www.loewenbraeu.de

Camba – Dark Side

Das Camba Dark Side ist ein dunkles, nein ein schwarzes, Lagerbier. Der Name Lagerbier stammt von der Notwendigkeit, das Bier nach dem Brauen noch einige Wochen bei niedrigen Temperaturen zu lagern, damit es in Ruhe reifen kann. Und vom Camba Dark Side erwarte ich schon einiges. Schließlich ist es bereits dreimal ausgezeichnet worden, 2015 und 2016 beim Meiningers International Craft Beer Award mit Gold und beim Dark Lager World Beer Award 2016 ebenfalls mit Gold. Das Bier muss also schon recht gut sein.

Schwarz und blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sahnige hellbraune Schaumkrone, die auch recht lange erhalten bleibt. Optisch gibt es am Dark Side also schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma wird wie erwartet durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kaffee und dunkle Schokolade, aber auch eine leichte Süße. Damit ist der Duft wie ich es bei einem so dunklen Bier erwarte.

Der Antrunk ist dann recht trocken; ich hätte eine ausgeprägtere Malzsüße erwartet. Aber so gefällt es mir schon mal sehr gut. Außerdem stört es mich deshalb auch nicht sonderlich, dass die sehr feinperlige Kohlensäure doch recht knapp portioniert ist. Zum Kaffeegeschmack gesellt sich eine angenehme Säure, die dem Bier eine Spur Fruchtigkeit verleiht. Diese Säure nimmt immer mehr zu und dominiert im Abgang über das geringe Bitter.

Dieses Bier trifft nicht so ganz meinen Geschmack, aber ich muss ihm auch zubilligen, dass es seine Auszeichnungen durchaus zurecht erhalten hat.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Tradition

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13,6° Plato

Bittereinheiten:

17 iBU

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
83376 Truchtlaching
www.camba-bavaria.de

Weiherer – Urstöffla

Nun steht das Urstöffla aus der Brauerei Weiherer im fränkischen Viereth-Trunstadt vor mir und wartet auf seine Verkostung. Das Bier weist einige Besonderheiten auf. Es ist nicht nur ausschließlich mit Zutaten aus biologischer Erzeugung gebraut, sondern es ist auch nachhaltig hergestellt worden. Darauf weist das Solarbier-Siegel auf dem Rückenetikett hin. Unter dem Namen haben sich etwa drei Dutzend Brauereien zusammengeschlossen, die mit Solarstrom arbeiten und die sich auf diese Weise vom Verbrauch von Strom verabschiedet haben, der durch fossile Energieträger oder durch Atomkraft erzeugt wurde. Dann ist das Bier noch in einer Pfandflasche, die auch von anderen Brauereien befüllt werden kann. Umweltfreundlicher kann ein Bier vermutlich nicht sein.

Und schlecht kann das Bier auch nicht sein. Es wurde zweimal beim Craft Beer Award ausgezeichnet, 2015 mit der Gold- und 2016 mit der Silbermedaille.

Dunkel bernsteinfarben zeigt sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist feinporig, aber leider deutlich unterdurchschnittlich voluminös und sie fällt in durchschnittlicher Zeit in sich zusammen.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche leichte Röstnoten, Trockenbirnen und Karamell. Dazu kommt noch ein dezenter süß-würziger Duft, es könnte sich um Zimt handeln. Nicht schlecht, die Nase verspricht ein mildes und relativ süßliches Bier.

Der Antrunk ist dann auch recht süß, was mit heute durchaus gefallen könnte, wenn die Brauerei nicht so sparsam mit der sehr feinperligen Kohlensäure umgegangen wäre. Schnell kommt eine leichte Säure zur Malzsüße, die eine gewisse Fruchtigkeit mit sich bringt. Hier spiegeln sich auch die Birnen wieder, zusammen mit etwas Mango. Insgesamt macht der Körper einen recht runden Eindruck. Der Abgang ist sehr mild mit wenig Bitter und einem kurzen Nachklang.

Das Bier macht insgesamt nichts verkehrt, ist aber meiner Meinung nach zu sehr auf den Einheitsgeschmack ausgerichtet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,6° Plato

Brauerei:

Brauerei Kundmüller
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.weiherer-bier.de

Red Castle Brew – Rotbier

Jetzt steht das Rotbier von Red Castle Brew in Gräfenberg vor mir. Rotbier gibt es nicht nur in Nürnberg, sondern auch in der Hanse und in Belgien war bzw. ist das Rotbier verbreitet. Es ist aber das typische Bier aus Nürnberg. Die rote Farbe kommt vom Malz, das zwar stärker als das Helle Malz geröstet wird, aber nicht so stark wie die Malzsorten für die schwarzen Bierstile. Angeblich soll es das Rotmalz bereits seit dem 12. Jahrhundert geben und damit auch das Rotbier. In der Regel sind die Rotbiere sehr vollmundig, so dass ich mich auf dieses Bier richtig freue und ich hoffe, dass es mich nicht enttäuscht.

Kräftig rot ist das Rotbier Red Castle Brew schon mal. Dazu ist es naturtrüb. Leider entwickelt sich die Schaumkrone nicht allzu stark. Obwohl sie unterdurchschnittlich hoch ist, ist der elfenbeinfarbige Schaum schön sahnig und er hält sich auch lange.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Röstaromen nach Toffee, dazu aber auch eine ordentliche Fruchtigkeit des Hopfens, der nach Pomelos duftet. So gefällt mir das Bier.

Der Antrunk ist recht süß und ich stelle fest, dass die feinperlige Kohlensäure sehr knapp dosiert wurde. Da würde ich mir eindeutig mehr wünschen. Das Bier verteilt sich auf der Zunge und jetzt kommt die Fruchtigkeit richtig zum Tragen. Auch wenn sich jetzt der Geschmack einer überreifen Birne unter die Eindrücke mischt, wirkt das Bier vollmundig und rund. Der Abgang enthält nur sehr wenige Bitterstoffe, die aber trotzdem lange nachklingen.

Das Red Castle Brew Rotbier ist für Menschen gebraut, die vollmundige und milde Biere mögen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Red Castle Brew
Gewerbepark Hüll 17
91322 Gräfenberg

https://www.facebook.com/search/top/?q=red%20castle%20brew

Mönchshof – Naturtrüb’s Alkoholfrei

Die meisten Brauereien in Franken sind bekanntlich kleine Brauereien, in denen mehr oder weniger handwerklich gearbeitet wird. Jetzt steht das Mönchshof Naturtrüb’s Alkoholfrei vor mir. Dieses Bier kommt aus der Kulmbacher Brauerei, dem vermutlich größten Brauereikonzern Frankens, die im Jahr 2010 immerhin 16 Tochterunternehmen in der Bilanz stehen hatte (neuere Zahlen liegen mir leider nicht vor). Jetzt will ich mal feststellen, ob die Brauerei auch ein gutes alkoholfreies Bier brauen kann.

Recht hell ist das Bier und es enthält ordentlich viel Hefe. Die Schaumkrone ist recht klein und besteht aus gemischtporigem weißem Schaum, der aber recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist frisch. Das Bier duftet nach Teig und Gras. Das Aroma gefällt mir jedenfalls schon mal.

Der Antrunk ist mild und bringt überraschend wenig Süße mit sich. Auch wenn das Bier im ersten Moment etwas wässrig wirkt, bringt die sehr feinperlige Kohlensäure einige Frische ins Bier. Leider fällt das Bier dann aber ab. Dem Körper fehlt die Vollmundigkeit, die ich aufgrund der Menge der Hefe eigentlich erwartet habe. Geschmacklich punkten kann nur der angenehm bittere Abgang mit einem recht langen Nachklang.

Das Naturtrübe von Mönchshof hat in meinen Augen die gleichen Probleme wie so viele andere alkoholfreie Biere. Da mit dem Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger fehlt, wirkt es nicht wirklich ausgewogen. Trotzdem ist es an einem warmen Sommerabend ein guter Durstlöscher.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft
95326 Kulmbach
www.mönchshof.de

Braumanufactur Allgäu – Liberalitas Bavariae

Jetzt steht das Liberalitas Bavariae aus der Brau-Manufactur-Allgäu vor mir. Die Bedeutung dieses Namens hat sich mir nicht sofort erschlossen, weshalb ich erst einmal im Internet danach gesucht habe. Im „Historischen Lexikon Bayerns“ bin ich fündig geworden: „Inschrift über dem Kirchenportal des Augustinerchorherrenstifts Polling aus dem 18. Jahrhundert. Der Begriff wurde nach Kriegsende 1945 fälschlicherweise in „Liberalitas Bavariae“ umgewandelt. In dieser Form gilt er als Ausdruck für eine typische bayerische Freizügigkeit und entwickelte sich zum politischen Schlagwort und Kampfbegriff.“ Falls Sie an diesem Begriff interessiert sind, können Sie auf der Website weiterlesen. Hier wollen wir uns jetzt mit dem Bier beschäftigen.

In einer wunderbaren kräftig hefetrüben Bernsteinfarbe strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Es entwickelt recht viel cremigen Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Damit sieht das Bier richtig edel aus.

Düfte reifer Bananen, von Nelken und Hefe steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen leichten Zitrusduft aus dem Hintergrund. So soll das Aroma eines Weizenbocks sein.

Beim ersten Kontakt meldet mir meine Zunge eine leichte Süße sowie eine gute Dosierung der feinperligen Kohlensäure. Dann entwickelt sich eine kräftige Fruchtigkeit. Ich kann Bananen und Aprikosen schmecken, die sich gut mit dem Malzkörper verbinden. Auch die 7,3 Volumenprozent Alkohol passen sich perfekt in das Geschmacksprofil ein. Der Abgang ist mild und fruchtig. Der Geschmack nach reifen Bananen steht zunächst im Vordergrund, eine leichte Säure gesellt sich in der Kehle dazu und geht dann in eine edle Malzigkeit über.

Mein Eindruck ist, dass sich die Brauerei bei diesem Bier sehr viele Gedanken gemacht und sich Mühe gemacht hat, das perfekte Bier zu erschaffen. Angefangen mit dem ungewöhnlichen Namen über das Design der Etiketten bis hin zum Bier – alles wirkt edel und gut zueinander passend.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Tettnanger Perle, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

7,3 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Post-Brauerei Nesselwang
Karl Meyer
Hauptstr. 25
87484 Nesselwang
http://www.brau-manufactur-allgaeu.de/

Paulaner – Salvator

Die Geschichte der Paulaner Brauerei hat nach den Angaben der Brauerei mit diesem Bier begonnen. Sie betont auch, dass es die Paulaner Mönche waren, die mit diesem Doppelbock die Geschichte des Starkbieres in Bayern begründeten. Bis heute basiert die Rezeptur auf dem ursprünglichen Rezept, auch wenn es von Jahr zu Jahr verändert wird. Dann wollen wir doch mal sehen, was im Laufe der Zeit daraus geworden ist.

Kastanienbraun landet das Bier im Glas mit einer durchschnittlichen beigen Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist süß und sirupartig mit einem Duft nach Schokolade sowie leichten würzigen Noten.

Der Antrunk ist intensiv, schwer und süß. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig, aber leider nur recht knapp dosiert. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Auf der Zunge macht das Bier einen runden Eindruck und es kommt ein leichtes Bitter dazu. Der Abgang ist zunächst mild, aber langsam gesellt sich auch in der Kehle etwas Bitter dazu, das recht lange nachklingt.

Wer süße und sehr milde Biere mag ist mit diesem Bier sicher gut bedient.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Stammwürze:

18,3° Plato

Brauerei:

Paulaner Brauerei Gruppe GmbH & Co. KGaA
Ohlmüllerstr. 42
81541 München
www.paulaner-gruppe.de

Riegele – IPA Liberis 2+3

Mit alkoholfreien Bieren tun sich die Craft Beer-Brauer ziemlich schwer. Das verwundert mich nicht allzu sehr, fehlt den alkoholfreien Bieren schließlich mit dem Alkohol ein wichtiger Geschmacksträger. Inzwischen gibt es mit dem Riegele IPA Liberis 2+3 ein weiteres alkoholfreies IPA, das jetzt vor mir steht. Da Riegele erst kürzlich beim Meiningers International Craft Beer Award als Craft-Brauer des Jahres national ausgezeichnet wurde, gehe ich davon aus, dass es sich hierbei um ein wirklich gutes Bier handelt. Dies gilt umso mehr, wenn wir uns vor Augen halten, dass das Liberia 2+3 beim gleichen Wettbewerb die Silbermedaille errungen hat.

Wenn Sie sich fragen, was das 2+3 im Namen zu bedeuten hat, kann ich die Frage schnell beantworten. Das Bier wurde mit zwei speziellen Hefen sowie mit den drei Hopfensorten Amarillo, Simcoe und Mandarina Baravia gebraut.

Goldorange und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittliche Schaumkrone, feinporig und mit einem leichten Gelbstich. An der Optik gibt es wirklich nichts auszusetzen.

Das Aroma kann mit der Optik mithalten. Das Bier duftet intensiv nach tropischen Früchten. Ich rieche Grapefruit, Mandarine und einen Hauch Muskat. Da bekomme ich richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und fruchtig, wobei die Kohlensäure für eine ordentliche Spritzigkeit sorgt. Ich schmecke Mandarine, Litschi und Pfirsich. Insgesamt ist der Geschmack rund und ausgewogen, auch wenn ich mir etwas mehr Bitterstoffe wünschen würde. Schließlich haben wir hier ein IPA im Test. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Das Riegele IPA Liberis 2+3 ist das dritte alkoholfreie IPA, das ich verkoste. Eine so intensive Fruchtigkeit habe ich dabei noch nicht erlebt. Für meinen Geschmack ist das Erzeugnis aus dem Haus Riegele das Beste, aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Bitterwert:

25 IBU

Brauerei:

Brauerei S.Riegele
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Irlbacher – Hefe-Weißbier

Nun steht ein Bier aus dem niederbayerischen Moos vor mir, das Irlbacher Hefe-Weißbier. Die Brauerei in Moos hat einen Ausstoß von 140.000 Hektolitern und gehört lt. Wikipedia damit zu den größeren Brauereien in Niederbayern.

Goldgelb und mit sehr viel Hefe präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber sehr viel gemischtporiger weißer Schaum, der für ein Weizenbier aber vergleichsweise schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma ist für ein Hefeweizen typisch durch Banane geprägt, frisch, dazu Getreide, das Aroma entspricht also wirklich genau den Erwartungen. Der Antrunk ist süßlich und mild, dazu kommt eine sanfte Kohlensäure. Der Eindruck von Bananen bleibt erhalten. Im Körper kommt noch eine leichte Säure dazu, so dass das Bier einen runden und ausgewogenen Eindruck macht. Der Abgang ist mild und er klingt auch nur kurz nach.

Insgesamt ein mildes Weizenbier, das gefällt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Stammwürze:

12,7° Plato

Brauerei:

Schlossbrauerei Irlbach GmbH & Co. KG
Schloßalle 1
D-94554 Moos
http://www.irlbacher.de

Hopf – Helle Weiße

Miesbach ist eine im Mittelalter gegründete Kleinstadt in Oberbayern – ein Ort, wie ihn sich die Touristen wünschen. Im Dreieck Tegernsee, Schliersee und Wendelstein gelegen bietet der Ort enge, verwinkelte Gassen, einen schönen Marktplatz mit prächtigem Maibaum und die berühmte bayerische Gemütlichkeit. Auch die „Miesbacher Tracht“ wird bis heute aus Tradition und Verbundenheit zur Heimat getragen. Und genau aus dieser Bilderbuchidylle stammt das Weißbier, das jetzt vor mir steht, die Helle Weiße aus der Brauerei Hopf. Dass es auch in Kleinstädten und sogar Dörfern in Oberbayern ein eigenes Bier gibt, ist ja eigentlich nichts Besonderes. Aber eines hebt die Brauerei Hopf doch auch der Masse der Brauereien heraus: während es andernorts ein mehr oder weniger umfangreiches Standardsortiment an Bieren gibt, das durch eine saisonale Spezialität ergänzt wird, braut man in Miesbach sogar fünf saisonale Biere: die Spezial Weiße, den Weißen Bock, die Buospacher Bockfotzn, die Sauberne Schixs und das Bluat vo da Gams. Eintönig kann das Bier dort also nicht werden.

Goldgelb und kräftig hefetrüb ist das Bier, über dem sich eine sahnige weiße Schaumkrone bildet, nicht allzu üppig, aber dafür mit einer langen Verweildauer, bis sie schließlich doch in sich zusammengefallen ist. Ein Hefeweizen wie gemalt. Hoffentlich geht es so weiter.

Das Aroma ist stiltypisch. Ich rieche Banane, Hefe und einen Hauch Gewürznelken. Der Duft ist gut und angenehm, dabei aber unspektakulär.

Der Antrunk ist relativ süß und ich stelle fest, dass das Bier relativ wenig Kohlensäure enthält. Schade. Etwas mehr Kohlensäure hätte dem Bier sicher gutgetan. Aber bereits bei der ersten Berührung zwischen Bier und Zungenspitze fällt mir die Fruchtigkeit des Biers auf, die sich noch verstärkt, während sich das Bier im Mund verteilt. Anfangs sticht noch der Geschmack der Hefe stark hervor, zu dem sich aber schnell Noten von Birne und Banane gesellen. Zusätzlich sorgt eine leichte Säure für Frische. Auch der Abgang ist fruchtig und ich kann nur wenige Bitterstoffe feststellen.

Die durchgehende Fruchtigkeit unterscheidet dieses malzbetonte Weizenbier von vielen anderen. Das könnte daran liegen, dass dieses Bier nicht wie die meisten anderen Weizenbiere mit 51 % Weizenmalz und 49 % Gerstenmalz gebraut wurde, sondern dass für die Helle Weiße von Hopf satte zwei Drittel Weizenmalz eingesetzt wurden.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,7° Plato

Brauerei:

Weißbierbrauerei Hopf
Schützenstr. 8+10
83714 Miesbach
www.hopfweisse.de