Schlagwort-Archiv: Bayern

Wagner – Kupferstich Rotbier

Die Geschichte der Brauerei Wagner im fränkischen Merkendorf lässt sich bis ins ausgehende 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Dort, in der Umgebung von Bamberg, haben die Biere dieser Brauerei Kultstatus. Das zu erreichen ist nicht einfach. Somit kann ich erwarten, dass das Rotbier, das jetzt vor mir steht, etwas ganz Besonderes ist.

Bernsteinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, aber da ein Rest lange Zeit erhalten bleibt, macht das Bier optisch eine gute Figur.

Das Bier duftet nach Karamell mit einigen blumigen Noten. Obwohl der Alkoholgehalt mit 4,9 Volumenprozent recht moderat ist, hat das Aroma einen likörartigen Charakter.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Karamellsüße sowie eine sehr feinperlige und sanfte Kohlensäure aus. Auf der Zunge verhält sich das Bier wie in der Nase. Sehr angenehme Karamellnoten umschmeicheln den Gaumen und das likörartige des Geschmacks sorgt für ein weiches Mundgefühl. Das Bittere des Hopfens ist sehr moderat eingesetzt. Erst im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt lange in der Kehle nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

16 EBC

Brauerei:

Brauerei Wagner GmbH
Pointstraße 1
96117 Memmelsdorf
www.wagner-merkendorf.de

 

Eichhorn – Winterfestbier

In Forchheim gab es seit fast zweieinhalb Jahrhunderten die Brauerei Eichhorn. Dann drohte das Aus. David Hertl neben der Marke auch die sehr schöne Brauereigaststätte gerettet. Lediglich die Produktion findet nicht mehr in Forchheim statt sondern in Schlüsselfeld, aber immerhin mit den überlieferten Rezepturen. Eines der Biere ist zum Beginn der kalten Jahreszeit ein Winterfestbier, also ein Märzen.

Orangefarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber sehr lange erhalten.

Das Bier duftet intensiv nach Karamell, abgerundet durch würzige Noten, die an weißen Pfeffer erinnern.

Der Antrunk ist malzbetont mit einer angenehmen Kolensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein mildes Bitter dazu. Das Mundgefühl ist weich. Auch in der Kehle bleibt das Bitter mild, klingt aber trotzdem sehr lange nach.

Dieses sehr süffige Bier kann ich nur wärmstens empfehlen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Farbe:

12 EBC

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

 

Camba – Winterzauber

Bei uns in Niedersachsen sind Weihnachts- oder Winterbiere traditionell Doppelböcke. In Bayern ist das nicht immer so, sondern häufig werden Winterbiere als Märzen gebraut. So auch der Winterzauber von Camba aus Seebruck am Chiemsee.

Bernsteinfarben und ungefiltert läuft das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich voluminöse gemischtporige Schaumkrone, die anfangs flott in sich zusammenfällt. Ein Rest bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet angenehm nach Karamell und frischen Haselnüssen und passt damit gut in die kalte Jahreszeit.

Der Antrunk ist recht süß und besticht mit seiner reichlich vorhandenen sehr feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge dominiert der Karamellgeschmack, der durch den Geschmack nach Nüssen und einem Hauch Honig gut abgerundet wird. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bier trockener und obwohl die Bitterstoffe des Hopfens sehr diskret eingesetzt wurden klingt der Geschmack in der Kehle überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Caramellmalz), Hopfen (Tradition, Select), Hefe

Alkoholgehalt‍:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

14,5° Plato

Bittereinheiten‍:

17 IBU

Empfohlene Genusstemperatur‍:

6° – 8° Celsius

Brauerei

Camba Bavaria GmbH
Gewerbering 3
83370 Seeon-Seebruck
www.camba-bavaria.de

Trunk – Hausbrauer Hell (jetzt: Vollbier Hell)

Das Bier, das jetzt vor mir steht, wurde von der Brauerei umbenannt. Auf meiner Flasche steht noch Hausbrauer Hell, inzwischen nennen die Brauer ihr Bier Vollbier Hell. Ehrlich gesagt gefällt mir der alte Name besser. Aber was soll’s.

Die Brauerei Trunk hat ihren Sitz in Bad Staffelstein. Dieser Ort liegt in Oberfranken und hat laut Wikipedia etwas mehr als 10.000 Einwohner. Das allein ist noch nicht bemerkenswert, aber Bad Staffelstein hat auch elf Brauereien. Das finde ich dann schon erstaunlich.

Hellgelb und gefiltert läuft das Bier ins Glas. Die gemischtporige Schaumkrone ist nicht allzu groß, bleibt aber lange erhalten.

Helles Malz und Getreide sowie einige blumige Noten. Diese Düfte steigen mir in die Nase.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge zeigt sich eine diskrete Süße. Auch die Bitterstoffe des Hopfens sind sehr diskret eingesetzt. Das Mundgefühl ist weich und das Bier ist ungeheuer süffig. Der Abgang ist eher schlank mit einem sehr leichten Bitter, das nur kurz nachklingt.

Das Hausbrauer Hell bzw. Vollbier Hell ist ein Bier, das ideal ist, um es so nebenbei zu trinken. In Verzückung konnte mich das Bier aber nicht versetzen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol:

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

6 EBC

Brauerei:

Brauerei Trunk
Vierzehnheiligen 3
96231 Bad Staffelstein
www.brauerei-trunk.de

 

Rittmayer – Hallerndorfer Kellerbier

Über die Brauerei Rittmayer aus dem fränkischen Hallerndorf habe ich bereits mehrfach geschrieben, so dass ich beim Hallerndorfer Kellerbier direkt mit der Verkostung beginnen kann.

Rotbraun und mit überraschend wenig Hefe läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine recht kleine Schaumkrone, die auch schnell in sich zusammenfällt. Ich meine mich erinnern zu können, dass die Optik anderer Biere von Rittmayer mir besser gefallen hat. Aber wichtiger als die Optik ist doch der Geschmack.

Karamell ist das vorherrschende Aroma. Abgerundet wird der Duft durch blumige Noten und einem leicht alkoholischen Duft.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Wie in der Nase dominiert auch auf der Zunge das Karamell. Jetzt kommen aber noch würzige Noten dazu. Wie bei den meisten traditionellen Bieren aus Franken kommt die Bittere auch hier nur verhalten zum Vorschein. Das Mundgefühl ist cremig und weich. Im Abgang wird das Bitter nur leicht kräftiger, klingt aber überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstmalz, Hopfen (Tettnanger), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Brauerei Rittmayer Hallerndorf GmbH & Co. KG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

 

Ott – Obaladara

Fragen Sie mich bitte nicht, das Obaladara bedeutet. Ich habe wirklich intensiv nach einer Bedeutung dieses Ausdrucks gesucht und dabei kläglich gescheitert. Selbst ein Onlinewörterbuch Fränggisch – Deutsch konnte mir nicht weiterhelfen und auch die Suchmaschine meines Vertrauens versagte beim Versuch, diese Wortschöpfung in einem anderen Zusammenhang als mit diesem Bier zu finden, kläglich. Auch die Etiketten auf der Flasche geizen mit der Information, was in der Flasche wohl enthalten sein könnte. Vollbier steht da, 5,3 Volumenprozent Alkohol steht da auch und da in der Zutatenliste auch Gerstenröstmalz enthalten ist, kann ich wohl davon ausgehen, dass es irgendein dunkles Bier ist. Diese Information hat mich auch bewogen, die Flasche zu kaufen, so dass ich sie jetzt verkosten kann.

Dunkel kupferfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große feinporige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch macht das Bier schon mal einen guten Eindruck.

Röstaromen dominieren den Duft dieses Bieres. Ich rieche Schokolade, Karamell, Pumpernickel und Kandis.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine spritzige Frische aus. Wie erwartet stehen auch auf der Zunge die Röstaromen im Mittelpunkt. Ich schmecke Kaffee, nussige Noten sowie ein leichtes freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist angenehm weich. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12 ° Plato

Farbe:

25 EBC

Brauerei:

Brauerei Gasthof Ott
Oberleinleiter 6
91332 Heiligenstadt i.OFr.
www.brauerei-ott.de

 

Hösl – Weißbier Resi

Bereits seit mehr als 100 Jahren ist die Brauerei Hösl im Familienbesitz, inzwischen in der 3. Generation. Bei einer so langen Brautradition kann ich wohl ein besonderes Bier erwarten. Und nebenbei bemerkt: Auch wenn ich die Brauerei (noch) nicht besucht habe, gefällt mir der Internetauftritt der Brauereigaststätte sehr gut. Wenn ich mal in die Gegend komme, werde ich sie bestimmt besuchen. Aber jetzt will ich mich erst einmal dem Bier zuwenden.

Orangefarben und mit kräftiger Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist für ein Weizenbier vergleichsweise klein, sie bleibt aber lange erhalten.

Das Bier duftet hefetypisch nach Banane und Nelken, dazu kommt ein Hauch Zitrone und Biskuitteig.

Der spritzige Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und eine angenehme Frische aus. Auf der Zunge gesellt sich ein an die Süße angepasstes Bitter dazu. Zusammen mit dem brotigen Geschmack der Hefe ergibt sich ein wirklich erfrischendes Bier mit einem weichen Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas kräftiger und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Hösl & Co Brauhaus GmbH
Bahnhofstr. 1
95666 Mitterteich
www.hoeslbraeu.de

Hummel-Bräu – Heller Maibock

Ups, jetzt ist schon Weihnachten vorbei und da finde ich bei mir im Kühlschrank doch glatt noch einen Maibock aus dem Hause Hummel-Bräu. In jedem Jahr verkauft die im fränkischen Merkendorf beheimatete Brauerei ihren Maibock ab dem 23. April. Da ist es doch wohl höchste Zeit, ihn zu verkosten.

Orangefarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist nicht allzu ausgeprägt und fällt relativ schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt doch sehr lange erhalten. Damit macht das Bier optisch schon mal eine gute Figur.

Aromen nach frischer Brotkrume und Karamell steigen mir in die Nase, dazu eine leichte Fruchtigkeit, die an getrocknete Birnen erinnert. Abgerundet wird der Duft dieses Bockbiers durch einige würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine mäßige Süße aus, die durch eine sehr feinperlige Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge verstärkt sich die Süße und der Hopfen kommt in den Mittelpunkt. Jetzt schmecke ich neben dem Bitter des Hopfens auch grasige Noten. Zusammen ergeben die Aromen ein intensives weiches und sehr volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer, aber es klingt in der Kehle sehr lange nach.

Ich hoffe, dass ich im nächsten April wieder einige Flaschen dieses Maibocks bekommen kann.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Brauerei:

Brauerei Hummel GmbH & Co. KG
Lindenstraße 9
96117 Memmelsdorf/Merkendorf,
www.brauerei-hummel.de

Staffelberg – Wienerla

Woher das Wienerla seinen Namen hat ist mir nicht bekannt. Mir fallen aber zwei Möglichkeiten ein. In Franken heißt die Bockwurst Wienerla. Die zweite Möglichkeit ist, dass das Wienerla überwiegend mit Wiener Malz gebraut wird. Unabhängig davon, welche der Möglichkeiten die richtige ist, steht das Bier jetzt vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Orangefarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Ein Bier wie gemalt.

Das Bier duftet nach frischem Brot, abgerundet durch grasige und würzige Noten.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Malzsüße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes freundliches Bitter dazu. Das Bier ist vollmundig und süffig. In der Kehle wird das Bier trockener und obwohl das Bitter nicht allzu kräftig ist, klingt es doch sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Pilsener Malz), Hopfen (Hallertauer Merkur), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Staffelberg-Bräu GmbH & Co. KG
Mühlteich 7
96231 Bad Staffelstein OT Loffeld
www.staffelberg-braeu.de

 

Eichhorn – Schwarzer Adler

Das Bier, das jetzt vor mir steht, stammt aus Hallstadt, nur vier Kilometer von der Bamberger Altstadt entfernt gelegen. Die Kleinstadt gibt es bereits seit dem 15. Jahrhundert, aber erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde ihr das Stadtrecht zuerkannt.

Der Schwarze Adler ist ein dunkles Lager und das erste dunkle Bier, das die Brauerei Eichhorn gebraut hat. Aber da dieses Lager aus Franken kommt, gehe ich davon aus, dass auch ein Erstlingswerk zu den guten Bieren gehört.

Praktisch blickdicht schwart präsentiert sich das Bier im Glas. Die haselnussbraune Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. An der Optik könnte die Brauerei gerne noch etwas optimieren.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Die Röststoffe des Malzes stehen hier im Vordergrund mit ihren Aromen nach Kaffee und Schokolade. Aus dem Hintergrund kommen noch Düfte nach gebrannten Nüssen und ein Hauch Fruchtigkeit, die an grüne Äpfel erinnert.

Der Antrunk ist weniger süß als ich erwartet habe. Außerdem sorgt die Kohlensäure für eine angenehme Spritzigkeit. Auf der Zunge stehen die Röststoffe im Vordergrund ohne dabei aufdringlich zu werden. Die Bitterstoffe des Hopfens sind sehr diskret eingesetzt. Das Mundgefühl ist weich und das Bier ist ungeheuer süffig. Der Abgang ist mild und auch jetzt kann ich nur wenig Bitter schmecken. Dafür verwöhnt ein überraschend langer Nachklang meine Kehle.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Farbe:

45 EBC

Brauerei:

Brauerei Eichhorn
Dörfleinser Straße 43
96103 Hallstadt
www.brauerei-eichhorn.de