Archiv der Kategorie: Dies und Das

14. 10. – 15. 10. 2016: 3. Trierer Bierfestival

Am 14. Oktober ist es um 16:00 Uhr soweit – das Trierer Bierfestival öffnet seine Pforten, und das bereits zum dritten Mal. Brauereien aus Europa, Deutschland und dem Umkreis von Trier bieten ihre Craft Biere zum Verkosten an. Veranstalter ist Kraft Bräu, die 1 Trierer Hausbrauerei im Hotel Blesius Garten. Welche Brauereien kommen werden, verraten die Veranstalter noch nicht, das ist eine Überraschung. Im Vorfeld wurde nur verraten, dass es mehr als 100 Biere zum Verkosten gibt. Die sechs Euro Eintritt werden sich also lohnen. Für das Geld gibt es ein Probierglas, mit denen Sie zu den einzelnen Brauereien gehen und die Biere testen können. Das Bierfestival beginnt am Freitag um 16:00 Uhr, am Samstag um 15:00 Uhr. Das Festival findet im überdachten Biergarten des Blesius Gartens statt. Auch für die nötige Grundlage ist gesorgt – passend zu den Bieren werden verschiedene Streetfood-Kreationen angeboten.

11. 10. – 12. 10. 2016: Bar Convent Berlin

Bereits zum 10. Mal findet die Bar Convent Berlin statt. Für internationale Brauer, Bierprofis, Bartender und Gastronomen ist Brew Berlin eine Pflichtveranstaltung. Nicht nur, weil sich hier die namhaften Vertreter der Branche treffen und die neuesten Mixturen und die kreativsten Trends aus der Bierszene präsentieren. Auch das Programm hat einiges zu bieten. Erstklassige Referenten, darunter John Keeling von der bekannten britischen Fuller’s Brauerei und Chris Heaney vom Londoner Brau-Start-up Partizan Brewing, behandeln Themen, die Spaß machen, die informieren, die inspirieren. Der Beer Stage in Halle 3 ist zwei Tage lang das Wissenszentrum von Brew Berlin, einem eigenen Ausstellungsbereich auf dem Bar Convent Berlin, der vom 11. bis 12. Oktober in der Station Berlin stattfindet.

Insgesamt 37 Aussteller sind in diesem Jahr auf Brew Berlin dabei. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Fläche verdoppelt, insbesondere das Craft-Beer Segment hat sich spürbar vergrößert. Als Aussteller mit dabei sind sowohl bekannte Namen als auch Newcomer, so etwa Bitburger, Carlsberg, SAB Miller, Schoppe Bräu, Leeds Brewery, Berliner Berg, Ratsherrn oder And Union. Insgesamt sechs Unternehmen sind aus den USA vertreten, ebenso zwei britische Brauer, Birrificio Indipendente Elav aus Italien, Nosawa aus Japan, Lehe Brewery aus Estland und verschiedene Vertreter der deutschen Braukunst. Gezeigt werden nationale wie internationale Biere, die besten Bier-Cocktails und die kreativsten Craft-Beer-Neuheiten. Auch Zubehör-Anbieter präsentieren sich auf der Fläche, darunter Glashersteller Sahm und Nachtmann oder Kühlgeräte-Profi Gastro-Cool. Da Bier auf dem Bar Convent eine immer größere Rolle einnimmt, widmet sich zum zweiten Mal auch eine ganze Bühne dem Gerstensaft und seinen Spielarten.

Bier ist Kult im Brew Berlin Programm

Zum großen Teil auf Englisch oder aber zweisprachig bietet das Vortragsprogramm internationales Know-How, weitergegeben von wahren Koryphäen der Bierszene. Thema am ersten Messetag ist z.B. der „Boom der Bier-Gastronomie – progressive Gastronomie im Craft-Zeitalter“. An der Runde nehmen u.a. Oliver Lemke von der Brauerei Lemke, Jeff Maisel von Liebesbier (Maisel & Friends) oder Frank Reinwand von Stone Brewing teil. Auch britische Brauereien stehen im Fokus des Programms. John Keeling von Fuller’s, Dean Pugh von Brew Dog, Chris Heaney von Partizan Brewing und Sam Smith von Samuel Smith geben Informationen zum Thema „British Breweries“. Am Nachmittag äußern sich u.a. Axel Ohm von And Union & Neue Bierkultur, Sylvia Kopp von der U.S. Brewers Association und Frank Boer von der Braukunst Live! zu Prognosen, Wunschträumen und den harten Wahrheiten rund um die Frage: „Wo steht die deutsche Bierkultur in fünf Jahren?“ Zum Tagesabschluss sowie zum Auftakt des zweiten Messetages findet ein Programmpunkt zu „The Art of Beer Cocktails“ statt, wo u.a. Gabor Nemeth von der bekannten Bierbar Élesztő Budapest und Daniel Bart, Gründer von Braufest Berlin und Főzdefeszt, ihre Erfahrungen und Best Practices mit den Zuhörern teilen werden.

Mit „Internationalen Biertrends“ geht es am Mittwoch ab 14 Uhr weiter im Programm. Referenten aus Übersee und Europa werden diese diskutieren, darunter Ralf Hugger von Founder’s Brewing aus den USA., Claudia Schröder, deutsche Markenbotschafterin für Brooklyn Brewery, „Beerbartender“ Nicola Radisis aus Griechenland, Chris Heaney von der britischen Partizan Brauerei und Daniel Bart vom ungarischen Főzdefeszt. Und international geht es weiter, denn ab 16 Uhr geht es um den Vergleich zwischen britischem und amerikanischem Bier. Sylvia Kopp (U.S. Brewers Association) und der bekannte Bierjournalist und Buchautor Pete Brown (Hops & Glory, United Kingdom) laden die Besucher zum „Comparative Beer Tasting: British vs. American Styles“ ein. Mit dem Battle of Brews No. 2 endet schließlich das Rahmenprogramm für Bier-Spezialisten am zweiten Messetag. Hier treten Lenny’s Artisanal Ales, Lervig Gryggeri, Pirate Brew Berlin, Straßenbräu, BRLO und Berliner Berg zur „Showbrewing Competition“ gegeneinander an.

Staatliche Massenbierhaltung? Nein Danke!

Die Fraktion der Grünen im Bayrischen Landtag hat einen Antrag gestellt, in dem die Staatsregierung aufgefordert wird, in den beiden staatlichen Brauereien, dem Hofbräuhaus und der Staatsbrauerei Weihenstephan, zu veranlassen, dass dort „Biobiersorten unter der Verwendung bayerischer Rohstoffe“ gebraut werden. Um es vorab klarzustellen – ich bin ein Verfechter des biologischen Landbaus und ich meine auch, dass die biologischen Erzeugnisse bei der Bierherstellung Verwendung finden sollen. Trotzdem meine ich, dass der Antrag gut gemeint ist – was wiederum das Gegenteil von gut gemacht meint. Ein Widerspruch?

Ganz sicher nicht. Ich habe auch nichts dagegen, wenn die beiden staatlichen Brauereien biologische Grundstoffe verwenden würden. Diese beiden Brauereien haben aber einen Nachteil – sie stellen riesige Mengen Bier her. Die Biere sind teils nicht schlecht, in vielen Fällen auch richtig gut. Leider sind sie zum großen Teil aber auch gegen andere Biere austauschbar. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass von jetzt auf gleich die gesamte Produktion umgestellt werden kann. Mindestens dürfte ein solcher Totalumstieg für eine deutliche Verknappung der biologischen Grundstoffe sorgen und damit für höhere Preise. Wahrscheinlicher ist nach meiner Meinung, dass die Brauereien kleinere Sude ansetzen würden (zumindest für deren Verhältnisse). Dafür sind Investitionen erforderlich.

Ich würde es bevorzugen, wenn die bayerische Landesregierung dieses Geld in die Hand nehmen und mit diesem Geld Berater einstellen würde, die kleine Brauereien in Bayern beim Umstieg auf Biobier unterstützen würden. Damit würde die Biervielfalt in Bayern erhalten. Gerade in Franken, aber auch in anderen Gegenden Bayerns gibt es nach wie vor eine lebendige Bierkultur, die es wert ist, unterstützt zu werden. Da auf diese Weise die Brauer auch zusätzliche Vertriebswege erschließen könnten, würde damit auch das Weiterbestehen der kleinen Brauereien gewährleistet oder zumindest wahrscheinlicher. Staatliche Investitionen in die Großbrauereien würden diesen Betrieben einen weiteren Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Dass die kleinen Brauereien unterstützt werden sollten sehen auch die Grünen. In einem weiteren Antrag fordern sie die Landesregierung auf, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die kleineren Brauereien bei der Biersteuer bessergestellt werden. Ich befürchte, dass dadurch nur die Bürokratie der Finanzbehörden aufgebläht würde, ohne dass sich die Einnahmesituation der Brauereien verbessert. Liebe Grüne, wenn ihr die Kleinbrauereien bei der Umstellung unterstützen würdet, wäre das Übel bei der Wurzel gepackt und weitere Bürokratie wäre überflüssig.

Auf der Suche nach der idealen Hefe

Es ist schon merkwürdig – wenn ich mir die Etiketten der verschiedenen Biere ansehe, wundere ich mich manchmal, wie offen die Brauer mit ihren Rezepturen umgehen. Freimütig werden die Malzsorten und der Hopfen genannt, die für das Bier verwendet wurden. Aber wie sieht es mit der Hefe aus? Da halten sich die Brauer bedeckt. In der Zutatenliste steht in der Regel nur Hefe und auch die Internetseiten der Brauereien, die häufig mehr Informationen bereitstellen, geben in der Regel nicht mehr her. Und wenn dort etwas steht, dann eine eher technische Bezeichnung, z.B. Stamm W 177. Weil mich das bereits seit längerer Zeit wundert, habe ich einige Craft Beer-Brauer auf die Hefe angesprochen. Und auch wenn sie ansonsten gerne und freigiebig über ihre Arbeit sprechen, werden sie beim Thema Hefe recht einsilbig.

Da könnte der Konsument doch glatt auf den Gedanken kommen, dass die Hefe von untergeordneter Bedeutung und recht langweilig ist. Dabei ist eigentlich genau das Gegenteil der Fall. Laut Mathias Hutzler, dem Leiter des Hefezentrums im Forschungszentrum Weihenstephan, stammen rund 80 % der Aromastoffe im Bier von der Hefe. Und es gibt viele Hefearten. Wissenschaftler schätzen nach einem Bericht der Stuttgarter Zeitung, dass es weltweit etwa 670.000 Hefearten gibt, die alle ein anderes Aromaprofil haben. Allerdings sind davon nur etwa 1.500 Hefearten bekannt. Auch wenn sich sicher nicht jede der Hefen zum Brauen eignet, gibt es doch offensichtlich noch ein weites unerforschtes Potential für experimentierfreudige Brauer, neue Biere auf den Markt zu bringen, die Aromen mit sich bringen, von denen wir heute nur träumen können. Das Hefezentrum in Weihenstephan bietet aktuell etwa 300 Hefen an, auch wenn nur von 80 dieser Hefen das Aromaprofil beschrieben ist. Ich bin ja gespannt, was da noch alles auf uns zukommt. Übrigens: die marktbeherrschenden Brauereien verwenden gerade mal etwa 20 Hefestämme – zusammen. Schade aber verständlich, schließlich wollen und müssen diese Brauereien Biere mit dem immer gleichen Geschmack auf den Markt bringen. Die Hefe prägt das Aroma eines Bieres am nachhaltigsten: Wenn ein und dieselbe Bierwürze mit unterschiedlichen Hefen vergoren wird, schmeckt das Bier jedes Mal ganz anders. Viel Anklang bei Verkostungen in Weihenstephan fand eine Hefe, die das damit gebraute Bier nach Beeren, Honig und Gummibärchen schmecken lässt.

Damit könnte ich das Thema eigentlich abschließen, aber die Jagd nach immer neuen Hefen ist doch auch recht spannend. Mathias Hutzler ist zusammen mit seinem amerikanischen Kollegen Steven Wagner in die Eifel zur Vulkanbrauerei gefahren. Diese Brauerei hat den angeblich tiefsten Braukeller der Welt. Dort hat er an jeder Stelle, an der sich kratzen ließ, Hefen gesucht. Die Proben stammen aus Fässern, Bürsten, von Werkzeugen und Wänden. Dabei ist er auch fündig geworden und hat eine Hefe gefunden, die für fruchtige Aromen sorgt.

Die Wildhefe, aus der die untergärigen Hefen gezüchtet wurden, ist übrigens bekannt. Allerdings wurde sie nicht in Europa nachgewiesen, dafür aber in vielen anderen Gegenden der Welt, so in Patagonien, in Tibet, Neuseeland und Teilen der USA.

26. September – 1. Oktober: Münster: Bier im Quartier

Das Schöne am Craft Beer ist die Vielfalt. Diese Vielfalt ist aber gleichzeitig das größte Problem. Da geht man in eine Craft Beer Bar und muss sich zwischen vielen verschiedenen Bieren entscheiden. Welches Bier soll ich nehmen? Eine große Hilfe bei der Entscheidungsfindung sind Craft Beer Events. Dort lassen sich nicht nur viele verschiedene Biere verkosten, sondern die Brauer sind vor Ort und können einiges zu den Bieren erzählen. So lassen sich Kontakte knüpfen und so mancher hat dort sein neues Lieblingsbier gefunden.

Ein ganz besonderes Event findet in dieser Woche in Münster statt. Es dauert nicht nur wie üblich ein, zwei oder drei Tage, sondern gleich eine ganze Woche. Eine weitere Besonderheit von „Bier im Quartier“ ist, dass nicht an einem Platz einige Stände aufgebaut sind, sondern die Veranstaltung, die eigentlich aus elf Events besteht, findet an täglich wechselnden Locations statt, die über ganz Münster verteilt sind. So lässt sich nicht nur viel Bier kennenlernen, sondern so ganz nebenbei erleben die Besucher auch ganz Münster. Wenn das mal kein Grund ist, eine Reise nach Münster zu unternehmen.

  • Der Auftakt war bereits gestern im Läuterwerk. Dort wurde um 17:00 Uhr ein Bier begonnen zu brauen, das die Gäste per Facebook bestimmt haben. Wenn das Bier in einigen Wochen fertig ist, lohnt es sich sicher auch, die Party zu besuchen, die aus diesem Anlass ausgerichtet wird.
  • Ebenfalls gestern, allerdings erst um 20:00 Uhr, begann bereits das zweite Event in der Musikkneipe Buddenturm. Dort fand die fränkische Bierreise statt, bei der es, wie bei diesem Namen zu erwarten war, fränkische Bierspezialitäten gab.
  • Heute befindet sich bereits seit 17:00 ein Brauer in der Flaschenmeisterei. Welcher Brauer es ist und aus welcher Brauerei er kommt, wurde im Vorfeld leider nicht verraten, lediglich, dass es an diesem Abend Biere dieser Brauerei gibt.
  • Nun kommen wir aus der Vergangenheit in die Gegenwart bzw. in die direkte Zukunft. Heute um 20:00 gibt es in der Mole Craft Beer satt. Dieser Genuss wird leider aber durch die Übertragung des Fußballspiels des BVB gegen Madrid getrübt. Aber eventuell gibt es unter den Lesern ja auch Freunde des runden Leders, die im Gegensatz zu mir dieses doppelte Angebot zu schätzen wissen.
  • Am morgigen Mittwoch geht es bei Getränkefeinkost Münster in der Steinfurter Str. 9 weiter. Ab 17:00 gibt es dort Biere zu verkosten. Das Besondere ist, dass nicht verraten wird, um welches Bier es sich handelt. Ob der beste Biertester etwas gewinnt ist mir nicht bekannt. Bei dieser Herausforderung wäre ein kleiner Preis für den Sieger aber sicher angemessen.
  • Bei Location #6 gibt es etwas zu gewinnen – vermutlich aber nichts stoffliches, sondern Erfahrung und Wissen. Und das ist doch sicher mehr wert als der eine oder andere Flaschenöffner. Auf jeden Fall findet am 28. September ab 20:00 Uhr in der Finne Brauerei in der Kerßenbrockstr. 8 das Bier PubQuiz statt. Was ist im Glas? Single Hop, Witbier oder Oak Aged? Gespielt wird in Fünfergruppen. Da die Plätze beschränkt sind, ist eine vorherige Anmeldung unter info@finne-brauerei.de erforderlich.
  • Am 29. 9. wird es bei James in der Hörsterstr. 27 so richtig englisch. OK, das ist dort nichts Besonderes, aber an diesem Tag kommen ab 17:00 Uhr alle Biere aus der Grafschaft Yorckshire. Das ist dann doch bemerkenswert.
  • Ebenfalls am Donnerstag, allerdings erst von 17:30 Uhr bis 21:30 findet im Lilies am Fischmarkt ein Bier&Foodparing statt. Es gibt ein richtiges Biermenü mit der dazu passenden Bierbegleitung.
  • Kommen wir zur neunten Location. Am 30. September gibt es im Kiosk von Aziz in der Neubrückenstr. 25 nicht nur alles, was Sie in einem Kiosk erwarten, sondern auch Livemusik. Da der Kiosk nicht allzu groß ist, wird dort sicher die Luft brennen. Außerdem wird der Brauer der Gruthaus-Brauerei dort sein.
  • Nun wird es zweistellig und die Location 10 ist das LWL Museum für Kunst und Kultur. Dort finden Sie das Lux, wo es am 30. 9. Ab 20:00 Biercocktails zu trinken gibt. Ein Besuch lohnt sich sicher.

24. September 2016: Craft Beer Festival auf Sylt

Ob Groß- oder Kleinstadt – überall finden Bierfeste und Craft Beer-Tests statt. Da kann selbstverständlich auch Deutschlands Promi-Insel Sylt nicht zurückstehen. So findet am kommenden Samstag im Alten Kursaal von 14:00 bis 21:00 Uhr das erste Craft Beer Festival statt. Dort bekommt jeder Besucher am Eingang gegen ein Pfand von 5 Euro ein Glas, das er bei den elf teilnehmenden Brauereien für einen Euro mit 0,1 Liter Craft Beer auffüllen lassen kann. Ich meine, das ist ein wirklich fairer Preis.

Die folgenden Brauereien nehmen an der Veranstaltung teil:

  • And Union – Modernist Bavarian Craft Beer
  • Crew Republic – Ale Werkstatt
  • BRLO Craft Beer
  • Braufaktum – Internationale Brau-Manufaktur
  • Maisel & friends – Biere mit starkem Charakter
  • Kehrwieder Kreativbrauerei
  • Craft Werk Brewing
  • Carlsberg Craft Beers
  • Berliner Berg Brauerei
  • Störtebecker Braumanufaktur.

24. – 25. September 2016: Hopfen und Malz in Minden

An diesem Wochenende ist es so weit – auch das ostwestfälische Minden bekommt ihr Bierfest, ausgerichtet von der Werbegemeinschaft Minden. Dafür wird der Marktplatz komplett mit Bierzeltgarnituren und Stehtischen versehen, es wird Livemusik geben, zwischendurch zeigt ein junger DJ sein Können. Selbstverständlich ist auch an die „Kleinen“ gedacht- sie können sich auf dem Kleinen Domhof mit Hüpfburg & Co. vergnügen-, ebenso ist für das leibliche Wohl aller Besucher gesorgt. Starke Männer und Frauen können sich im „Bierkrug-Stemmen“ messen, das professionell moderiert wird.

Welche Brauereien auf dem Marktplatz vertreten sein werden – darüber schweigt sich die Werbegemeinschaft leider aus. Aber es gibt in Ostwestfalen und Umgebung etliche kleine Brauereien, die wirklich gute Biere herstellen, so dass es sich sicher lohnen kann, am Wochenende einmal Minden zu besuchen.

Die Brauer feiern Silvester

In diesem Jahr hat die Brauereibranche das 500jährige Bestehen des Reinheitsgebots gefeiert. Aber das war in früheren Jahren nicht die einzige Vorschrift für Brauer. Am 30. September endet nach altem Brauch das Brauwirtschaftsjahr. Einige baden-württembergische Brauereien arbeiten noch heute nach ihm und schließen ihr Geschäftsjahr nicht wie üblich zum 31. Dezember, sondern zum 30. September ab. Aus diesem Grund feiern Brauer und Wirte in diesen Tagen wieder das Brausilvester.

Der Ursprung des Braujahres und die damit verbundene Abweichung zu unserem heute verwendeten Kalenderjahr stammt bereits aus dem Mittelalter. Damals bedeuteten die warmen Sommermonate für die Brauer etwas, das heute unbegreiflich wäre: ein Herstellungsverbot für Bier. „Als es noch keine Geräte zur Kühlung gab, durfte ausschließlich in den kalten Monaten des Jahres, von Michaeli, also vom 29. September bis Georgi am 23. April, gebraut werden.“ erklärt der Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Brauerbundes, Hans-Walter Janitz. Im restlichen Jahr hätten die hohen Temperaturen dem wärmeempfindlichen Bier zu stark zugesetzt. „Damit die Brauer ihren goldenen Hopfentrunk auch im Sommer anbieten konnten, wurden die letzten Biere mit einer höheren Stammwürze- und höherem Alkoholgehalt eingebraut. So hielten sie länger und stellten die Bierversorgung für die warmen Monate sicher“, so Janitz. Im Oktober konnte dann, dank den frisch geernteten Rohstoffen Hopfen und Malz, wieder mit dem Bierbrauen begonnen werden.

Das sommerliche Brauverbot wurde im 19. Jahrhundert mit der Erfindung der Kältemaschine und die damit funktionierende Kühlung der Biere aufgehoben. Was jedoch als Andenken an die vergangene Zeit geblieben ist, sind die Feierlichkeiten zum Start in das neue Braujahr. Das Brausilvester hat sich im Lauf der Jahrhunderte zum liebgewonnen Erntedank-Brauchtum entwickelt. Zudem möchten die Brauer den Bierfreunden heute mit dem bierigen Freudenfest die Naturnähe und Naturabhängigkeit des Produktes von den Rohstoffen bewusstmachen.

10. – 11. September 2016: Craft Beer Festival Zürich

Nachdem das Craft Beer Festival im letzten Jahr ein voller Erfolg war, gibt es in diesem Jahr eine Neuauflage dieses Events. Es findet am 10. und 11. September rund um die Wirtschaft Ziegelhütte in Zürich statt. Hier haben Sie die Möglichkeit, die neue Vielfalt der Biere zu erleben und sich direkt mi den Brauern auszutauschen. Und es sind einige Brauer da, genauer gesagt werden 17 Brauereien aus der Schweiz und aus Dänemark vor Ort sein.

Im Einzelnen können Sie sich auf Kontakte mit den folgenden Brauereien freuen:

  • 7Peaks (Morgins)
  • Brauerei Adler (Schwanden)
  • BFM (Saignelégier)
  • Bier Factory (Rapperswil)
  • Bier Paul (Villmergen)
  • Blackwell Brewery (Burgdorf)
  • Braubar (Zollikofen)
  • Brüll! Bier (Tagelswangen)
  • Degenbier (Trimbach)
  • Docteur Gabs (Savigny)
  • Doppelleu (Winterthur)
  • La Nébuleuse (Renens)
  • Mikkeller (Kopenhagen)
  • Officina Della Birra (Bioggio)
  • Storm & Anchor (Winterthur)
  • Sudwerk (Pfäffikon)
  • Trois Dames (Sainte-Croix)
  • Turbinenbräu (Zürich)

Zusätzlich wird noch Intercomestibles auf dem Gelände einen Bottleshop öffnen, damit Sie die Biere, die Ihnen ganz besonders gut gefallen haben, mit nach Hause nehmen und dort noch einmal verkosten können.

Alleine schon durch die Gespräche mit den Brauern dürfte eigentlich keine Langeweile aufkommen. Aber die Veranstalter haben an noch mehr gedacht. So werden insgesamt sieben Bands das Publikum unterhalten.

Nicht nur das Bier wird an diesem Wochenende etwas Besonderes sein, sondern auch das Essen dürfte aus dem langweiligen Einheitsfraß von Bratwurst und Nackensteak herausstechen. Das Team der Ziegelhütte hat ein schottisches Hochlandrind sowie einige Schweine gekauft, selbstverständlich alles aus der Region und in Bio-Qualität. Diese Tiere werden vollständig verwertet, von Kopf bis Schwanz, nicht ausschließlich die vermeintlich hochwertigen Teile. Was genau aus den Tieren gemacht wird, wird an dieser Stelle nicht verraten, da müssen Sie schon selbst nachschauen.

Alt vs. Kölsch – eine Glaubensfrage wissenschaftlich untersucht

Waren Sie schon einmal im Rheinland? Dann haben Sie sicher auch festgestellt, dass dieser Landstrich zweigespalten ist. In der Gegend um Köln wird Kölsch getrunken, während es in Düsseldorf fast ausschließlich Altbier zu trinken gibt. Beide Parteien verteidigen ihr jeweiliges Bier mit nahezu religiösem Eifer und weigern sich standhaft, das Bier der jeweils anderen Partei zu akzeptieren. Sie glauben das nicht? Dann gehen Sie doch einfach mal in Köln in eine Kneipe und bestellen Sie ein Alt. Über die Reaktion des Wirts gibt es bereits ausreichend viele Anekdoten, so dass ich mir hier erspare, eine Schilderung zum Besten zu geben.

Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Düsseldorf wollte es nun genau wissen und hat mit je 50 Düsseldorfern und Kölnern zwischen 35 und 65 Jahren eine Studie durchgeführt.

In einem ersten Blindtest sollten die Probanden den Geschmack von Kölsch und Alt bewerten. Merkmale waren „schmeckt mir“, „schmeckt frisch“, „schmeckt mild“ und „schmeckt würzig“. Die Ergebnisse waren nahezu identisch, unabhängig davon, ob es sich um Probanden aus Düsseldorf oder Köln handelte und auch, ob es sich um Kölsch oder Alt handelte.

Dann wollte die Hochschule wissen, ob die Probanden im Blindtest überhaupt zwischen Kölsch und Alt unterscheiden konnten. Zu 55 % waren die Antworten richtig, was allerdings im Bereich der statistischen Streuung liegt. Eine objektive Unterscheidung zwischen diesen beiden Bierstilen scheint für den durchschnittlichen Konsumenten also nicht möglich zu sein.

Anders sah es aus, als die Biere anschließend offen verkostet wurden. Jetzt stimmten 78 % der Probanden für das jeweilige Heimatbier.

Offensichtlich ist die Entscheidung zwischen Altbier und Kölsch wohl eher eine Frage des Marketings als eine Geschmacksfrage. Eigentlich lässt die Studie nur eine Frage offen: Wäre das gleiche Ergebnis erzielt worden, wenn nicht Früh-Kölsch und Schlüssel Alt ausgewählt worden wären, sondern Biere aus kleinen (Haus)-Brauereien, die meist mehr Charakter haben?

Und dann frage ich mich noch, ob die Universität in Köln zum gleichen Ergebnis gekommen wäre.

Die vollständige Studie finden Sie unter http://fhdd.opus.hbz-nrw.de/volltexte/2016/974/pdf/HSD_FBW_Ausgabe34.pdf.