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TV-Tipp: 15:30 BR: Bier-Rebellen

Nicht nur in der bayerischen Bierwelt braut sich was zusammen: Junge, konzernunabhängige Brauer sagen mit ihren Kleinbrauereien den Großen der Zunft den Kampf an. Es ist ein Kampf um Geschmacks- und Stilvielfalt: jeder Sud und jede Brauerei mit einer eigenen Handschrift.

Bei „Bier-Weltmeisterschaften“ landen seit Jahren innovative amerikanische Biere ganz vorne. In den USA ist der Trend zu neuen Biersorten, den sogenannten Craft-Bieren, unübersehbar – es sind in bester Handwerkstradition gebraute Biere. Bayern, so scheint es, hat diese Bewegung fast verschlafen. Doch jetzt lebt sie vor allem im Chiemgau, in München, im Allgäu und in Oberfranken auf.

Der Hopfen ist dabei die Zauberpflanze. Neue Züchtungen verleihen dem Bier ungewohnte Geschmacksrichtungen. Das Flaggschiff der Craft-Bier-Bewegung ist das India Pale Ale (IPA). Diese Biere haben fast dreimal so viel Hopfen wie das klassische bayerische Helle.

Die Allgäuer Brauertochter und Bier-Sommelière Kathrin Meyer besucht die bayerischen Revoluzzer am Sudkessel, die Bier-Rebellen. Wie wichtig ist ihnen das Reinheitsgebot? Sind traditionsbewusste Bayern überhaupt bereit für Biere, die nach Maracuja duften und „Wet Hop Pale Ale“ heißen? Wo steht die bayerische Bierkultur heute? Volle Craft voraus?

Westvleteren: die Trappisten sind sauer

Manchmal macht ein Privatmensch ein gutes Geschäft, indem er einen seltenen Artikel extrem günstig kauft und im Internet mit gutem Gewinn verkauft. Wenn ich von einem solchen Menschen höre, kann ich mich manchmal ärgern, dass ich nicht selbst darauf gekommen bin. Anders sieht es aus, wenn ein Unternehmen einen Artikel unter Umgehung aller Regeln aufkauft und anschließend zu einem unverschämt hohen Preis anbietet. Genau das ist jetzt passiert.

Die Trappisten in Westvleteren, einer kleinen Ortschaft im westlichen Flandern, brauen eines der besten Biere Belgiens. Es ist auch nicht einfach, sich mit diesem Bier einzudecken. Maximal zwei Kisten laden die Mönche in den Kofferraum. Pro Flasche sind dann 3,75 Euro fällig. Nun hat die niederländische Supermarktkette Jan Linders Käufer losgeschickt, die insgesamt 7.200 Flaschen gekauft haben und die anschließend ihren Weg in die Regale der Supermarktkette fanden – zum Preis von stolzen 9,95 Euro.

Das ist den brauenden Mönchen wirklich sauer aufgestoßen und sie haben einen bösen Brief an die Supermarktkette geschrieben. Darin wird die Supermarktkette aufgefordert, die Flaschen wieder aus den Regalen zu nehmen und den Verkauf zu beenden. Dabei beschweren sich die Brauer nicht nur über den regelwidrigen Ankauf des Bieres, sondern vor Allem auch über die Wucherpreise, die Jan Linders für das Bier verlangt.

In Westvleteren befürchtet man, dass das Bier über Schmuggelwege und illegalem Zwischenhandel in die Niederlande gelangen konnte: „Offenbar haben einige Leute hier eine Zeit lang Kästen erworben, bis sie an 300 kamen, um diese zu verkaufen. Das sind Praktiken eines grauen Marktes“, verlautete aus der Abtei dazu.

Wie das Onlinemagazin deredactie.be meldet, kann Jan Linders offenbar nicht plausibel machen, wie das Unternehmen an 300 Kästen Westvleteren gekommen ist. Dort heißt es lediglich, dass man mit „externen Partnern“ gearbeitet habe. In einer Pressemitteilung der Supermarktkette wurde angegeben, „man lege gerne Wert auf die Feststellung, dass der Verkauf – gemeinsam mit Einkaufspartnern – aus guten Beweggründen und aus Respekt vor allen Trappistenbieren und ohne Gewinnabsicht organisiert wurde.“

Diese Erklärung kommt bei den Mönchen nicht gut an. In Westvleteren hatte man gehofft, Jan Linders würde erklären, in Zukunft auf solche Praktiken zu verzichten. Innerhalb der belgischen Bierszene werden bereits „Mafiapraktiken“ beklagt.

Die flämische Tageszeitung Het Laatste Nieuws zeigt auf ihrer Internetseite zu diesem Thema einige Anzeigen im Internet, in denen Biere, vor allem alte Geuze-Biere aus kleinen traditionsreichen Brauereien zu horrenden Preisen in den USA angeboten werden. Die Verkäufer sind stets Flamen, die auf der Webseite „My Beer Collectibles“ aktiv sind.

10. 3. 2018: Bier Basel

Nun hat Basel seine zweite Craft Beer-Veranstaltung. Nachdem der Basler Biermarkt bereits fünfmal stattgefunden hat, findet am Samstag zum ersten Mal die Bier Basel statt. An diesem Tag ist die Markthalle das regionale Zentrum für Bierkultur. Bereits am Vormittag um 9:00 Uhr geht es mit dem ersten Kurs über Hefe los. Insgesamt finden an dem Tag sechs Kurse und Verkostungen statt. Um 13:00 Uhr geht es dann für das breite Publikum mit der „Biermeile“ los. 20 kleine Brauereien aus der Region präsentieren ihre Kreationen und bieten sie zur Verkostung an. um Mittag. Bis um 23 Uhr können die Besucher die nach Herzenslust verkosten, die Brauer kennenlernen und sich über die Leidenschaft fürs Bier unterhalten

Frei zugänglich ist für alle Bier Basel-Besucher der Bereich „Rund ums Bier“. Dort finden von in der Zeit von 13:15 Uhr bis 16:00 Uhr vier Vorträge und Präsentationen statt, gefolgt um 20:30 Uhr durch ein Konzert von Gorki Gagarin.

Die Vorträge finden Sie auf der Website der Veranstalter unter www.bier-basel.ch. Der Eintritt beträgt 15,00 Franken. Im Eintrittspreis enthalten sind 5,00 Franken Pfand für ein Verkostungsglas, die es bei der Rückgabe des Glases zurückgibt.

Velkopopovický kozel eröffnet Eisenbahnlinie zur Brauerei

Bereits seit dem Mittelalter wird in Velké Popovice Bier gebraut. Im Jahr 1874 begann die Brauerei, Lagerbier zu brauen. Bereits nach einem Jahr betrug die Produktion 18.000 Hektoliter Bier. Heute gehört die Brauerei zum Unternehmen Plzeňský Prazdroj a. s. und damit zum internationalen Konzern Asahi.

Velkopopovický kozel ist eine beliebte tschechische Biermarke, die auch nach Deutschland exportiert wird. Kein Geschäft mit osteuropäischen Lebensmitteln, das etwas auf sich hält, verzichtet darauf, das Bier im Sortiment zu führen. Es wird als helles und dunkles Lagerbier in der Brauerei in Velké Popovice gebraut.

Wie die meisten anderen Brauereien kann auch Velkopopovický kozel besichtigt werden. 2017 nahmen über 100.000 Besucher diese Möglichkeit wahr. In diesem Jahr bereitet die Brauerei eine Neuheit für die Besucher vor. Das Unternehmen lässt einen stillgelegten Bahnabschnitt reparieren und will ab diesem Jahr eine Eisenbahnverbindung aus Prag bis zur Brauerei anbieten. In Zusammenarbeit mit der Tschechischen Bahn werden während der Sommersaison jedes Wochenende Züge von Prag zum Brauereigelände fahren. Bei einer Führung durch die Brauerei wird den Besuchern die Geschichte sowie die Gegenwart der Bierproduktion vorgestellt. Bestandteil der Besichtigung ist auch eine Bierverkostung im Lagerbierkeller.

Auch in diesem Jahr gibt es den Inntaler Biermärz

Der März steht im Innviertel zum sechsten Mal ganz im Zeichen des Bieres: Erneut ruft die Bierregion Innviertel – ein Zusammenschluss von regionalen Brauern, Wirten und Touristikern – um diese Zeit den „Biermärz“ aus. Auch die Weberzeile beteiligt sich mit einem süffigen Programm an dem bunten Veranstaltungsreigen und feiert mit der „Bierzeile“ am Samstag, 3. März, ein Bierfest der Extraklasse – inklusive Bieranstich, Frühschoppen, Live-Musik und Koch-Shows zum Thema Bier.

Braumeister Josef Niklas von der Brauerei Ried, Andrea Eckerstorfer von der Bierregion Innviertel und Fritz Einböck von der Weberzeile werden das Fest um elf Uhr mit einem Bieranstich des „Aper“-Bieres eröffnen, einer gemeinsamen Kreation aller Brauereien in der Region. Parallel dazu eröffnen die „Toskiringa Blechbradlern“ den Frühschoppen.

An den Verkostungsständen der Brauereien können die Gäste die Vielfalt der Innviertler Bierlandschaft kennenlernen und dabei gleich verkosten – und das ist zu diesem Anlass ganz besonders günstig: für nur fünf Euro gibt es ein Starterset inklusive Verkostungsglas, fünf Getränkemarken zum Einlösen bei den Brauereien und einem Jausenbrot. Das Glas kann können die Teilnehmer an diesem Event vor Ort mit ihrem Namen gravieren lassen und anschließend mit nach Hause nehmen. Auch das ist im Preis enthalten.

Das ist selbstverständlich nicht auf nüchternen Magen u machen. Daher sorgen die Anbieter des Weberzeile-Bauernmarktes für das leibliche Wohl der Gäste und damit für die erforderliche Unterlage. Haubenkoch Florian Schlöglmann vom Wirt „Kraxenberg in Kirchheim verrät in zwei Kochshows gschmackige Kochrezepte mit Bier (13 und 15 Uhr). Außerdem können die Bierfest-Gäste attraktive Preise aus der Bierregion Innviertel gewinnen. Die Gewinnspielziehung findet um 17 Uhr statt. Das Fest wird um 22:00 Uhr beendet sein.

Das ist selbstverständlich nicht die einzige Bierveranstaltung im Biermärz. In den nächsten Tagen werde ich noch auf die anderen Events hinweisen. (Mit Material von www.tips.at).

3. 3. 18: Biertasting in der Gemeinde St. Petrus Hamburg

Die Gemeinde St. Petrus veranstaltet am 3. März 2018 in ihrem Gemeindehaus in der Haakestr. 100 Biertasting unter professioneller Leitung. Die Veranstaltung wird von Sascha Bruhns, Inhaber und leitender Braumeister der Landgang Brauerei (ehemals Hopper Bräu) aus Bahrenfeld zu durchgeführt. Er wird durch den Abend führen und die Teilnehmer unterhalten.

Er entführt die Gäste auf Reise durch die Geschichte der Craft-Biere. Während der Verkostung der etwa zehn Biere erfahren die Anwesenden etwas über die Geschichte des Brauens, wie man Biere verkostet, und es wird einige Ikonen der Biergeschichte zum Verkosten geben. Die Veranstaltung wird etwa drei Stunden dauern. Dazu gibt es passendes Fingerfood und viele kleine und große Geschichten rund ums Bier.

Die Teilnahme am Biertasting kostet 25 Euro.

Die Teilnahmegebühr sollte vorher mit der Anmeldung auf das Konto:

St. Petrus
Hamburger Sparkasse
IBAN DE15 2005 0550 1274 1268 69
Verwendungszweck: Biertasting

überwiesen werden und macht die Anmeldung komplett.

Flüssiges bricht Fasten nicht

„Gestandene Mannsbilder“ schätzen seinen vollmundigen Geschmack, weibliche Biergenießer seine dezente Malzsüße: Von Aschermittwoch bis zur Karwoche wird in Bayern endlich wieder die flüssige Fastenspeise ausgeschenkt, das Fastenstarkbier. Die Saison der vor Jahrhunderten in Klosterbrauereien entwickelten, stark eingebrauten Biere wird im Land der Biervielfalt als „fünfte Jahreszeit“ begangen. Dass die Doppelbockbiere etwas ganz Besonderes sind, verraten schon ihre klangvollen Namen. Das Erkennungszeichen der Fastenstarkbiere ist ihre Endung „ator“: Salvator, Animator, Operator, Delicator, Maximator, Optimator, Triumphator, Curator oder ähnlich lauten die Namen.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Wenn allerdings in den Klöstern die Quadragesima begann, die strenge vorösterliche Fastenzeit, durften sich einst die Ordensleute nur mit flüssiger Nahrung für Gebet und Arbeit stärken. Leichter gesagt als getan! Doch klösterliche Braumeister – deren Vorgänger in Bayern bereits seit dem 11. Jahrhundert die Wirkung der Bierzutaten erforschten, Rezepturen erprobten und die Braukunst zur Blüte entwickelten – fanden heraus, dass auch Bier sättigte, wenn es nur stark genug eingebraut war.

„Flüssiges Brot“ nannten sie den kräftigen, untergärigen Trunk, von dem jedem Klosterbewohner mehrere Liter täglich zugemessen wurden (diese Zumessung stand später Pate für die Maß). Auch die Reisenden, die in den Klöstern um Obdach und Verpflegung baten, bekamen von der flüssigen Fastenspeise. Und sie waren sich mit den Mönchen und Nonnen einig: Der starke Klostertrunk schmeckte vorzüglich.

Kleine Doppelbock-Bierkunde

Heute nennen wir die Biere, die in Bayern von Aschermittwoch bis zur Karwoche ausgeschenkt werden, Fastenstarkbiere. Sie gehören zu den Doppelbockbieren, für die mindestens 18 Prozent Stammwürzegehalt vorgeschrieben sind. Als Stammwürze werden die Stoffe bezeichnet, die vor der Vergärung in der Würze gelöst sind: vor allem Malzzucker, aber auch Eiweiß, Mineralien und Vitamine. Bei der Vergärung wandelt die Hefe den gelösten Malzzucker in Alkohol und Gärungskohlensäure. Mit dem Stammwürzeanteil steigt also auch der Alkoholgehalt eines Bieres. Als Faustregel gilt: Der Alkoholgehalt entspricht etwa einem Drittel des Stammwürzegehalts. Bei normalem Vollbier liegt er zwischen 4,5 und fünf Prozent. Bockbier hat mehr als sechs, Doppelbock über sieben Prozent Alkoholgehalt.

Untergärige Doppelbockbiere sind eindeutig malzbetont – das Malzaroma tritt im Duft deutlich hervor. Auch der Geschmack des vollmundigen Bieres wird durch das Malz dominiert, abgerundet durch eine leichte Karamellnote. Es gibt dunklen und hellen Doppelbock, der sich, anders als häufig angenommen, nicht grundsätzlich in Stammwürze- und Alkoholgehalt unterscheidet. Die Farbe des Bieres hängt allein vom verwendeten Malz ab. Dunkle Malze geben dem Bier einen anderen Geschmack als helle, müssen jedoch keinen höheren Stammwürzegehalt haben.

Doppelbock – auch „weltlich“ ein Genuss!

Natürlich stammen die meisten Doppelbockbiere heute nicht mehr aus Klöstern, sondern aus weltlichen Brauereien. Die Säkularisation, die Industrialisierung und die Konkurrenz durch die Brauerzünfte setzten im 19. Jahrhundert vielerorts der häufig lukrativen klösterlichen Brauwirtschaft ein Ende.

Innovative Fastenstarkbiere

Gerade hochprozentige Biere laden Braumeister förmlich dazu ein, ihrer Braukunst freien Lauf zu lassen und mit neuen Malzmischungen und fruchtig-blumigen Hopfensorten kreativ zu sein. Dies beflügelt sowohl innovative Craft-Brauer als auch gestandene Traditionalisten und bereichert stetig das Sortiment der „fünften Jahreszeit“.

Zeitgemäß entwickelt sich übrigens nicht nur die Braukunst, sondern auch der Biergenuss. Statt sich während der Fastenzeit wie einst mit fünf bis zehn Litern Starkbier täglich zu nähren, genießt man heute maßvoller – und gönnt sich stattdessen zum Starkbier ausgewählte und passende Köstlichkeiten. Beim passenden Bier zum Essen hat auch der Steinkrug ausgedient und Gourmetgläser mit 0,1 oder 0,2 Ltr. haben ihn ersetzt. Zum Schluss des feinen Menüs setzt ein malzbetonter Doppelbock zum Schokomousse beispielsweise einen ganz besonderen kulinarischen Akzent!

Starkbieranstiche und Starkbierfeste

Viele Brauereien zelebrieren den Anstich ihres Fastenstarkbieres mit einer „Starkbierprobe“. Die bekannteste und sicher auch eine der ältesten „Starkbierproben“ findet traditionell mit der Fastenpredigt und dem darauffolgenden Singspiel auf dem Nockherberg in München statt.

23. 1. 2018: Maisel & Friends lädt zum ersten Hobbybrauer-Stammtisch ein

Dass sich Maisel & Friends um die Verbreitung von Craft Beer verdient macht ist ja kein Geheimnis. Aber dass die Brauerei sich nicht nur um den Absatz der eigenen Biere und denen der anderen Brauer sorgt, sondern auch Hobbybrauer unterstützen will, ist meines Wissens nach in Deutschland einmalig. Im Januar starten die fränkischen Brauer in ihrer Brauereigaststätte einen Hobbybrauer-Stammtisch! Der erste Stammtisch findet am 23.01.18 ab 19 Uhr statt!

Egal ob die Teilnehmer erfahrene Hobbybrauer sind, ob sie mit dem Brauen gerade beginnen oder ob sie interessiert an Bier und außergewöhnlichen Bierkreationen sind – jeder ist bei diesem Stammtisch willkommen. Mit dieser außergewöhnlichen Veranstaltung will die Brauerei Hobbybrauer, Bierinteressierte und Gleichgesinnte zusammenbringen und gemeinsam mit den Teilnehmern einen tollen Abend in entspannter Atmosphäre zum Thema Bier verbringen.

Wollten Sie schon immer mal ein Bier in die Kneipe bringen? Hier darf jeder Hobbybrauer gerne sein eigenes Bier mitbringen. Gemeinsam werden dann die neuesten selbstgebrauten Kreationen verkostet – in einer lockeren Runde mit weiteren Bierinteressierten. Auch ein Braumeister von der Maisel and Friends Brauwerkstatt wird mit dabei sein. Neben den Verkostungen wird selbstverständlich auch ausreichend Zeit sein, sich auszutauschen, gegenseitig kennenzulernen und die aktuellsten Themen der Bierwelt zu besprechen. Auch wenn Sie noch kein Bierprofi oder Hobbybrauer sind – trotzdem sind Sie eingeladen und können gerne einfach mal „reinschnuppern“. Am Hobbybrauer-Stammtisch haben Sie die Möglichkeit, von Profis zu erfahren, wie das Hobbybrauen funktioniert.

Damit die Brauerei den Stammtisch rechtzeitig planen kann bittet das Unternehmen um eine Anmeldung Email oder Facebook-Nachricht. Die Anmeldung ist natürlich kostenlos.
Email: m.koenig@maisel.com oder Telefon unter: 0921/401-254

Weltenburger braut in Brasilien

Die Weltenburger Brauerei ist die älteste noch arbeitende Klosterbrauerei der Welt. Bei dieser Information tauchen vor meinem inneren Auge gleich einige Vorurteile auf. Ich erwarte gutes Bier (soweit ich die Weltenburger Biere verkosten konnte stimmt dieses Vorurteil), eine romantische Lage (ich war selbst nicht dort, aber etliche Berichte im Fernsehen bestätigen auch dieses Vorurteil) und ich stelle mir vor, dass die Brauerei vor sich hinbraut und die Biere nur an den regionalen Handel und den Großhandel liefert. Das letzte Vorurteil ist falsch. Ein bayerischer Braumeister „schmuggelte“ im Handgepäck den Hefestamm der ältesten Klosterbrauerei auf dem Globus per Flugzeug nach Brasilien, um tausende Kilometer vom Freistaat entfernt bayerisches Bier zu brauen. Mit diesem ungewöhnlichen Transport begann vor sieben Jahren eine der kuriosesten Erfolgsgeschichten in der deutschen Bierwelt: Seit 2010 wird in Petrópolis im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro bayerisches Bier gebraut – mit wachsendem Erfolg.

Mit Weltenburger Klosterhefe, bayerischem Braumalz und Hallertauer Hopfen verwenden die Lizenzpartner im Land des Zuckerhuts die gleichen Rohstoffe wie in Weltenburg mit seiner 1000-jährigen Braugeschichte. „Zudem bin ich als Experte stets vor Ort in Brasilien, wenn ein neuer Sud eingebraut wird“, sagt der Weltenburger Braumeister Leonhard Resch von der Brauerei Bischofshof, zu der die Klosterbrauerei gehört. Das einzige brasilianische an der südamerikanischen Weltenburger ist das Wasser: „Es hat mit seiner hohen Härte ähnlich günstige Eigenschaften wie das Brauwasser, das wir in Bayern nutzen“, so Resch.

Ein intensiver Austausch zwischen dem Lizenznehmer, der Grupo Petrópolis, und Weltenburger garantiere, dass die südamerikanische Version genauso schmeckt und genauso aussieht wie das Original aus Bayern. Der brasilianische Braumeister Diego Gomes da Silva ging bei der Regensburger Brauerei in die Lehre und ist bis heute regelmäßig bei der Brauerei an der Donau zu Gast.

Weltenburger gehört in Brasilien zum absoluten Premium-Segment: Die Flasche kostet dort zwischen drei und vier Euro – ein Preis, den immer mehr Brasilianer für die Gourmet-Erfahrung bezahlen. Für die Zukunft rechnet das bayerisch-brasilianische Tandem mit weiter steigenden Absatzzahlen – auch weil Weltenburger in diesem Jahr wieder zwei Preise beim härtesten Bierwettbewerb der Welt gewann, dem European Beer Star. Die beiden Weltenburger Medaillengewinner werden nicht nur in Bayern, sondern auch in Brasilien gebraut. Bei der Siegerehrung für den European Beer Star stand auch Diego Gomes da Silva mit auf der Bühne.

Geburtshelfer für die erfolgreiche Partnerschaft war im Jahr 2009 die Krones AG. Sowohl Weltenburger als auch die Gruppe Petrópolis nutzen Abfüllanlagen des Weltmarktführers aus der Nähe von Regensburg. Das brasilianische Unternehmen suchte seinerzeit einen „exklusiven und starken Partner“ in Deutschland, wie es Petropólis-CEO und -Eigentümer Walter Faria einmal formulierte. Heute verbinden ihn und den Weltenburger Brauereidirektor Hermann Goß eine enge Freundschaft.

Die Brasilianer brauen derzeit vier der Weltenburger Bierspezialiatäten in Lizenz: Barock dunkel, Anno 1050, Urtyp hell und ein dunkles Weizen, in Summe inzwischen nach Angaben der Brauerei mehrere hunderttausend Liter jährlich. Das südamerikanische Land ist heute für Weltenburger der wichtigste unter insgesamt rund 30 Auslandsmärkten.

Biertasting bei Hendrick

Craft Beer-Kneipen zu beschreiben verkneife ich mir eher. Und ein Biertasting? Irgendwo in Deutschland findet jeden Tag mindestens eines statt und wenn ich im Voraus davon erfahre, dann weise ich in diesem Blog auch auf dieses Event hin. Aber das Biertasting, das ich heute in Brüssel erlebt habe, ist nach meinem Wissen einmalig und hat daher auch eine Beschreibung verdient.

Eine Lage direkt am Grande Place garantiert schon fast einen Erfolg. Und genau in dieser Lage, in Sichtweite des Rathauses, liegt das Hendrick. Es wird vermutlich keinen Touristen geben, der während seines Aufenthalts nicht mindestens einmal diesen Platz besucht. Aber auch die Einwohner der belgischen Hauptstadt schlagen keinen Bogen um diesen zentralen Platz, insbesondere nicht während der zahlreichen Feste.

Das Hendrick könnte man fast übersehen. Wie in Belgien üblich ist die Straßenfront sehr schmal und dafür geht der Gastraum sehr weit in das Gebäude hinein. Was von außen klein und schnuckelig aussieht, erweist sich von innen als recht geräumig. So auch hier.

Aber das ist noch nicht die Besonderheit. In dieser „Kneipe“ gibt es 44 ständig wechselnde Biere vom Fass. Dafür gibt es hier aber keinen Tresen. Die 44 Zapfhähne sind an der rechten Seite des Gastraums aufgereiht und die Gäste bedienen sich dort selbst. Aber der Reihe nach.

Sobald der interessierte Konsument die Lokalität betritt, heißt es erst einmal warten, denn ohne Einweisung gibt es hier keinen Zutritt. Dabei ist es eigentlich ganz einfach – wenn man weiß, wie es geht. Auf der rechten Seite des Lokals sind insgesamt 44 Zapfhähne zur Selbstbedienung aufgereiht, jeweils nach zwei Hähnen kommt ein kleiner Touchscreen, auf dem angezeigt wird, welche beiden Biere an diesen Hähnen gezapft werden können. Tippt der Gast auf eines der Biere, erhält er noch weitere Infos über das jeweilige Bier, die Brauerei und die Gegend, in der die Brauerei beheimatet ist. Mittels einer Guthabenkarte, die der Gast erwerben muss und auf der sich ein Guthaben von 10 Euro befindet, kann der Gast sich seine Kostprobe zapfen und sie anschließend genießen. Die gezapfte Menge bleibt dem Gast überlassen, aber ich würde empfehlen, immer nur wirklich eine kleine Menge zu zapfen, da das Guthaben ansonsten sehr schnell aufgebraucht ist. Ich habe mit der Karte immerhin 11 Biere verkostet.

Lohnt sich ein Besuch? Für Anfänger beim Thema „belgisches Bier“ ist der Besuch auf jeden Fall empfehlenswert, denn selten bekommt der geneigte Gast eine so große Bierauswahl geboten. Hier kann jeder sein Lieblingsbier suchen und weiß anschließend beim Besuch in einem anderen Lokal, welches Bier er bestellen sollte. Auch für die Vorbereitung eines Biereinkaufs im Supermarkt ist Hendricks sehr gut geeignet. Nichts ist schließlich ärgerlicher als dort das falsche Bier zu bestellen, nur um anschließend festzustellen, dass es ein Fehlkauf war. Um mal ein Bierchen trinken zu gehen ist Hendricks allerdings nicht geeignet. Nicht nur würde mich persönlich dabei die Selbstbedienung stören, sondern wenn wir uns nur einmal den Literpreis ansehen, wirkt ein Besuch auf dem Oktoberfest in München fast wie ein Schnäppchen.