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ProWein 2023: Trendthema „Bier & Craft-Beer – wo steht die internationale Bierwelt?“

von Peter Eichhorn

Deutschland ist ein Land mit großer Brautradition: regionale Bierkulturen, herausragende Hopfenanbaugebiete, beste Braumalze, vorbildliche Ausbildungsgänge und umfangreiche Hefebanken machen es möglich. Vor allem das Marktsegment der Spezialbiere entwickelt sich stetig weiter und findet auch Einzug in die gehobene Gastronomie. Zahlreiche Sommeliers wählen spannende Bierstile aus, um ihre weinaffinen Gäste sensorisch zu überraschen. Man gewinnt durchaus den Eindruck, dass Braustile wie Geuze, Barley Wine, Imperial Barrel Aged Stout oder Doppelbock Weingenießer anregen und inspirieren.

So überrascht es wenig, dass auf der diesjährigen ProWein vom 19. bis 21. März eine stattliche Zahl von Brauereien aus Ländern, die gemeinhin als Weinnationen gelten, ihre Biere präsentieren. Es lohnt sich sehr, diese Brauspezialitäten näher in Augenschein zu nehmen. Auch wenn der Pro-Kopf-Bierkonsum 2021 in Spanien (50 Liter), Italien (35 Liter), Frankreich (33 Liter) oder Griechenland (32 Liter) weit hinter dem von Tschechien (129 Liter), Österreich (102 Liter) und Deutschland (89 Liter) zurückliegt, so belegen andere Statistiken, dass die Konsumenten in diesen Weinnationen bereit sind, mehr Geld für ihr Bier auszugeben.

Ein Höhepunkt der diesjährigen ProWein ist die Brasserie Meteor aus Frankreich (Halle 7/ D 30). Als älteste Brauerei Frankreichs verweist sie auf eine Familiengeschichte in acht Generationen und datiert zurück auf das Jahr 1640. Tradition trifft Innovation, wenn die Biere die Bandbreite von Pils bis India Pale Ale schmackhaft abdecken. Dazu kommen Jahreszeiten-Biere zu Weihnachten oder aktuell zum Frühlingsbeginn, Blanche-Weizenbiere mit zarten Gewürz- und Fruchtnoten oder das vollmundige Wendelinus Blonde mit Noten von Karamell und Muskat. Natürlich darf der französischste Braustil von Allen nicht fehlen: Bière de Garde. Ein kraftvolles, gereiftes Weizenbier mit einem Alkoholgehalt von 7,2 % mit Süße, Nussigkeit, Vanille und einer kraftvollen Komplexität, die als Speisebegleitung fasziniert.

Erst seit 2016 fertigt die Brasserie Alaryk in Beziers ihre Brauspezialitäten (Halle 7/ D 34). Inspiriert von der Languedoc-Weinregion spiegeln die Biere ihre Heimat wider und sind dazu biologisch hergestellt, unfiltriert, ohne Zusatzstoffe und ohne CO2-Zusetzung. Hinzu kommt die Brasserie Gôde, bei der ein charmantes Ehepaar ihre jeweilige Heimat, Flandern und die Champagne, in besondere Biere einfließen lassen (Halle 9/C 40). Flaschenreifung, Fleur de Lys mit Hopfen und eine Präsentation in der entsprechenden Flasche bieten ein Bier für Champagnertrinker.

Die Bandbreite der spanischen Braukunst präsentiert der Verband der spanischen Brauer, Cerveceros de España (Halle 7/ D 45). Abwechslungsreich und vielschichtig möchte der Zusammenschluss der Brauer zeigen, welches Niveau die Biere zwischen Bilbao und Malaga zu bieten haben.

Foodpairing steht auch bei den Brauern von Birra Flea aus dem italienischen Gualdo Tadino im Vordergrund. Und wieder besuchen wir mit Umbrien eine traditionsreiche Weinregion. Die Biere sind sorgfältig und ohne Zusatzstoffe gebraut und international inspiriert. In den wunderschönen Flaschen verbergen sich India Pale Ale, Imperial Red Ale, Rauchbier oder Blanche. (Halle 7/ D 43). Mit Interbrau (Halle 7/ D 39) aus Villafranca präsentiert ein renommiertes Vertriebsunternehmen aus Italien ein stattliches Sortiment von Brauspezialitäten aus aller Welt. Das Portfolio umfasst Klassiker, wie Sierra Nevada, Schneider Weisse, St. Bernardus, Uerige, Mikkeller oder Guinness. Aus der italienischen Heimat kommt Birra Antoniana aus Padua ins Glas.

Mit der Pineios Brewery (Halle 7/ C 33) und der Septem Microbrewery (Halle 7/ D 32) können die Besucher zudem das Handwerk zweier moderner griechischer Kreativbier-Schmieden verkosten. Septem sind Biere eines Winzers, der Hopfen im Bier so betrachtet wie die Traube im Wein. Bei Pineios stellt sich die sympathische Mikrobrauerei aus Larisa dem kritischen deutschen Biergaumen. Unter den zahlreichen Kreationen sind auch typische deutsche Bierstile, wie Weizenbier, Bock und Dortmunder Export.

Kronkorken gehören nicht in die Umwelt

Dieser Artikel befasst sich nicht direkt mit Bier, aber auf fast jeder Flasche Bier befindet sich ein Kronkorken. Auch wenn die Flasche selbst mehrfach befüllt werden kann, ist der Kronkorken ein typisches Einwegprodukt. Wohin damit, wenn die Flasche einmal geöffnet ist? Auf jeden Fall sollten die Kronkorken nicht einfach fallengelassen werden. Auch wenn der einzelne Kronkorken kaum auffällt – in der Masse wird daraus ein Riesenproblem.

Im Herbst 2022 sammelte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) zusammen mit PartnerInnen von ColorSwell und Voice of the Seas im Rahmen einer Isar-Müllsammelaktion auf 1,3 Kilometern stattliche 12.000 Kronkorken. Auf eine anschließende Kontaktaufnahme mit Brauereien aus München, um gemeinsam Lösungen für die Kronkorken-Problematik zu eruieren, folgte Mitte Februar ein erster Gedankenaustausch mit Vertretern der Zunft. Fest steht schon jetzt: Mit einer einzelnen Aktion ist es nicht getan.

Der Kronkorken: ein Umweltproblem

Es ist mitnichten ein Kavaliersdelikt, den Verschluss einer Bier- oder Limonadenflasche in der Natur zu entsorgen. Der im Deckel enthaltene Kunststoffanteil (Polyethylen) bzw. das daraus entstehende Mikroplastik gehört ebenso wenig in die Umwelt wie das gut zu recycelnde Weißblech. Dennoch finden sich in München am Straßenrand, in Naherholungsgebieten oder an stark frequentierten Uferabschnitten der Isar unzählige Kronkorken, die überwiegend von Bierflaschen stammen.

Das Problem gemeinsam angehen

Dass die Deckel in der Natur nichts verloren haben, darüber herrschte beim Treffen zwischen Dipl.-Biologin Verena Platt-Till und Mathias Hansen (beide GRD) mit Dipl. Kfm. Andreas Maisberger, Geschäftsführer des Vereins Münchener Brauereien e.V. und Dipl.-Ing. Thomas Reiter, Abteilungsleiter Externe Qualitätssicherung bei der Augustiner Brauerei, Einigkeit.

Wesentlich intensiver besprochen wurde die Frage nach praktikablen Lösungsansätzen, seien diese nun technischer Art in Form von Dosen-Abfüllung oder dem Einsatz eines Bügelverschlusses oder aber – mit Blick auf die KonsumentInnen – kommunikativer Art. Die Sensibilität in der Bevölkerung dahingehend zu erhöhen, die Flaschenverschlüsse nachhaltig zu entsorgen, ist ein Ansatzpunkt und kann nur mittels intensiver Aufklärungsarbeit gelingen. Auch in diesem Punkt bestand Konsens.

Ein vielschichtiges Problem verlangt vielschichtige Aktionen

Welche Wege aber führen zum Ziel? Sicherlich kein Einzelner, dafür ist das Thema zu vielschichtig. „Auch kann es nicht Sinn und Zweck sein, eine Müllsammelaktion nach der anderen zu organisieren. Es müssen bereits in einem früheren Stadium signifikante Veränderungen herbeigeführt werden, damit der Deckel erst gar nicht in die Umwelt gelangt“, betont Verena Platt-Till beim Treffen mit den Brauereivertretern.

Dass die Vertreter der Brauindustrie ein offenes Ohr für die Thematik haben, zeigte sich während des Treffens mehrfach. Dies ist keinesfalls überraschend, da die Brauereien in jüngster Vergangenheit bereits viele Maßnahmen im betrieblichen Umweltschutz und im Umweltmanagement umgesetzt haben, die zu mehr Nachhaltigkeit in den Betrieben führten.

„Die Brauereien haben Umweltschutz und Nachhaltigkeit als wesentliche Grundsätze und stetigen Verbesserungsprozess bei allen Produktionsschritten immer im Blick – auch und gerade beim Thema Verpackung, Recycling, Pfandsystem und Abfallvermeidung. Insofern ist selbstverständlich auch hier die Bereitschaft da, bei der Lösungssuche mitzuwirken“, brachte es Andreas Maisberger auf den Punkt. Über bestehende Netzwerke gilt es nun, weiteres Know-how zu bündeln und lösungsorientierte Strategien zu entwickeln.

Ich werde die Aktivitäten dieses Vereins weiter beobachten und ggf hier darüber berichten, was aus der Aktion geworden ist.

70 bierbegeisterte Damen aus ganz Bayern wollen Bayerische Bierkönigin werden

Dem Aufruf des Bayerischen Brauerbundes „Willst Du Bayerns Königin werden?“ sind 70 Damen aus ganz Bayern gefolgt. Es waren Bewerberinnen aus allen bayerischen Regierungsbezirken vertreten. In einer internen Vorauswahl hat die Jury 24 Damen aus allen Bewerbungen ausgewählt und zum Casting ins GOP Varieté-Theater nach München eingeladen.

Die Jury des Castings setzte sich aus verschiedenen Bereichen zusammen: Frank-Ulrich John, Geschäftsführer Kommunikation und Pressesprecher des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA für den Bereich Gastronomie, Moderatorin Karin Schubert als Vertreterin der Medien sowie Daniela Stradinger, Geschäftsführerin der Agentur dhc Werbung. Präsident Georg Schneider, wurde vom Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, Dr. Lothar Ebbertz, vertreten.

Im GOP Varieté Theater sammelten die Bewerberinnen erste Bühnenerfahrung und präsentierten sich einzeln vor der Jury. Die Entscheidung, welche sieben Kandidatinnen am 25. Mai auf der Bühne des Löwenbräukellers im Finale stehen, gab die Jury direkt im Anschluss an das Casting bekannt.

Die Finalistinnen sind:

Alina Andraschko, 25 J., Neustadt a.d. Donau (Ndb), geb. in Passau (Ndb), Polizeibeamtin

Anna Eberle, 26 J., Landsberg am Lech (Obb), geb. in Peißenberg (Obb), Radiomoderatorin

Rosemarie Katharina Gams, 32 J., München (Obb), geb. in Bad Tölz (Obb), Vorstandsreferentin

Gina Parzinger, 20 J. (ist am Wahlabend 21 J.), Waging am See (Obb), in Traunstein (Obb), Industriekauffrau

Anna-Kathrin Ott, 34 J., Seinsheim (Ufr), geb. in Würzburg (Ufr), Soldatin

Mona Sommer, 24 J., Weitnau (Schw), geb. in Kempten (Schw)., Brauerin und Mälzerin

Dr. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, führte durch das Casting und bedankte sich bei allen Bewerberinnen für das große Interesse am Amt der Bayerischen Bierkönigin. Er betonte, wie schwer es doch sei, sich zwischen so vielen bierbegeisterten Damen für 6 Finalistinnen entscheiden zu müssen.

In den nächsten Wochen werden die Finalistinnen auf einer Studienfahrt im Bayerischen Brauereimuseum in Kulmbach geschult und auf die mögliche Amtszeit als Bayerische Bierkönigin vorbereitet. Zudem lädt der Bayerische Brauerbund die sechs Finalistinnen zu einer professionellen Medienschulung ein.

Auf der Website der Bayerischen Bierkönigin www.bayerische-bierkönigin.de wird es ab dem 20. April 2023, ein Online-Voting für die 6 Finalistinnen geben.

Letztendlich wird die Wahl zur Bayerischen Bierkönigin durch das Online-Voting, durch die Jurystimmen und durch die Stimmen der Gäste im Saal in der Wahlnacht zu je einem Drittel Gewichtung entschieden.

Karten für das Finale am 25. Mai 2023 im Löwenbräukeller können in Kürze über www.muenchenticket.de (Tel. 0 89/ 54 81 81 81) gebucht werden.

Biergenuss – auch ohne Alkohol

Ich veröffentliche hier eine Pressemitteilung der Brauunion Österreich zum Thema alkoholfreies Bier. Auch wenn die Fakten aus Österreich stammen, bin ich überzeugt, dass die Situation in Deutschland zumindest vergleichbar ist. Außerdem hat sich in den letzten Jahren die Qualität der alkoholfreien Biere deutlich verbessert. Entsprach der Geschmack alkoholfreier Biere vor 30 Jahren eher dem einer Malzbrause mit einigen Hopfennoten, gibt es heute zumindest einzelne alkoholfreie Biere, die im Genuss den Standardbieren in nichts nachstehen. Außerdem steigt der Absatz alkoholfreier Biere entgegen dem Trend kräftig an.

Auf die 5. Jahreszeit, die nach pandemiebedingter Pause jetzt wieder in vielen Gegenden reichlich närrisches Treiben brachte, folgt die Fastenzeit. Ob aus religiösen Motiven oder wegen der bevorstehenden Bikinisaison: Vorsätze rund um Verzicht sind in der Zeit zwischen Fasching und Ostern weit verbreitet. Neben Verzicht auf Süßes. Tabak oder Fleisch ist auch Alkohol ein beliebter Kandidat, auf den es ein paar Wochen zu verzichten gilt. Dass dies der Gesundheit guttut, ist unbestritten, fällt aber manchen schwer. Leichter könnte das Durchhalten dieses Vorsatzes fallen, wenn man zwar auf den Alkohol, aber nicht auf den Biergenuss verzichtet: Die Auswahl und die Qualität von alkoholfreien Bieren steigt ständig – ebenso wie die Akzeptanz in der Bevölkerung.

Gabriela Maria Straka, Director Corporate Affairs & ESG bei der Brau Union Österreich, meint: „Mit alkoholfreiem Bier oder auch alkoholfreien Biermischgetränken muss sich Verzicht gar nicht nach Verzicht anfühlen – etwa mit alkoholfreien Bieren mit 0,0% Alkohol, wie sie etwa in der Brauerei Wieselburg entscheidend mitentwickelt wurden und mittlerweile von vielen Marken angeboten werden, kommt man mit bestem Biergenuss durch die Fastenzeit.“

Null gewinnt: Wer gerne Bier trinkt, mag auch alkoholfrei immer lieber

Auch abseits von prädestinierten Zeiträumen wie „Dry January“ oder Fastenzeit ist nämlich der Trend zum alkoholfreien Bier ungebrochen: Die Studie zum aktuellsten Bierkulturbericht bestätigt, dass wer gerne Bier trinkt, auch alkoholfrei immer lieber mag. Sowohl in puncto Genuss als auch in puncto Ansehen ist alkoholfreies Bier klar auf dem Vormarsch. So ist sich eine absolute Mehrheit (57%) sicher, dass alkoholfreies Bier an Ansehen gewonnen hat. Das ist ein Plus von 12 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Bei den regelmäßigen Bierkonsum unterschreiben sogar 60 Prozent diese positive Veränderung. Auch beim Genuss von alkoholfreiem Bier sprechen die Zahlen für sich – tranken 2017 noch 17 Prozent gerne alkoholfrei, sind es inzwischen 28 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Trend bei den Jüngeren von 18 bis 29 Jahren: Hier sind es 32 Prozent. Nachzulesen ist der gesamte Bierkulturbericht unter www.brauunion.at/bierkultur.

Promillefreie Produktvielfalt, preisgekrönter Geschmack

Erfreulicherweise bedeutet der Alkoholverzicht nicht, dass der Biergenuss ausbleiben muss. Denn der ist auch natürlich alkoholfrei möglich – mit einer geschmacklichen Vielfalt: Gösser NaturGold Alkoholfrei, Heineken 0,0, Zipfer Hell Alkoholfrei, Wieselburger 0,0, Puntigamer Pr0,0st, Schlossgold, Villacher Freilich Alkoholfrei, Fohrenburger Alkoholfrei und Weizenbier Edelweiss Alkoholfrei. Viele davon wurden auch bereits mehrfach von unabhängigen Jurys preisgekrönt. Auch im fruchtigeren Bereich muss man hier nicht sündigen: So bietet etwa der Gösser NaturRadler 0,0 vollsten Geschmack für verzichtswillige Erwachsene.

Soweit die Pressemitteilung aus Wien. Auch wenn hier immer die Rede von den Bieren mit 0,0 Prozent Alkohol die Rede ist (was bedeutet, dass das Bier weniger als 0,05 Volumenprozent Alkohol enthält), werden zumindest in Deutschland alle Biere mit maximal 0,5 Volumenprozent Alkohol als alkoholfrei verkauft. Diese Grenze halte ich auch durchaus für sinnvoll. Ich habe vor längerer Zeit von einer Studie einer deutschen Universität gelesen (eine Quelle kann ich leider nicht mehr angeben), in der Studenten versucht haben, mit alkoholfreiem Bier eine Blutalkoholkonzentration zu erreichen, die es ihnen verbieten würde, mit dem Auto zu fahren. Es ist nicht gelungen. Und wird das alkoholfreie Bier in normaler Geschwindigkeit getrunken, so wie es auch im Biergarten oder dem Gasthaus üblich ist, wird der mit dem Bier aufgenommene Alkohol schneller abgebaut als aufgenommen. Es spricht also absolut nichts gegen den Genuss alkoholfreien Bieres.

Bundeskanzler Scholz besucht die Brauerei Gold Ochsen in Ulm

Das Jahr des 425. Jubiläums der Brauerei Gold Ochsen war noch nicht ganz vorüber, als bereits ein neues Großereignis seine Schatten voraus warf. Kurz vor Weihnachten erreichte Geschäftsführerin Ulrike Freund der Anruf des Bundeskanzleramts mit einer Besuchsanfrage. Am 16. Januar 2023 war es um kurz vor halb eins soweit: Bundeskanzler Olaf Scholz, begleitet von einer Delegation aus Vertretern der Bundesregierung und des Bundeskanzleramts, fuhr an der Pforte der Brauerei vor.

Nach persönlicher Begrüßung durch Ulrike Freund und einem Auftaktbild gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Gold Ochsen sowie den geladenen Gästen – zu denen unter anderem Ulms erster Bürgermeister Martin Bendel, der ehemalige Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, Petra Engstler-Karrasch sowie Dr. Jan-Stefan Roell von der IHK Ulm und Lorenz Schulte, Schulleiter der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Ulm (Ausbildungsstätte von Brauern und Mälzern), gehörten – tauchte Bundeskanzler Olaf Scholz direkt in den Arbeitsalltag der Brauerei ein. Gestartet wurde auf dem Skywalk der Abfüllung. Hier nutzte Ulrike Freund zunächst die Gelegenheit, um sich für diese ganz besondere Möglichkeit der Begegnung und die damit verbundene Wertschätzung zu bedanken. Wie fortschrittlich das historische Erbe des Ulmer Biers heute daher kommt, konnte vor der Kulisse der 2012 eingeweihten Abfüllanlage, die bis heute mit einer Leistung von 40.000 Flaschen pro Stunde zu den modernsten in Süddeutschland gehört, kaum anschaulicher untermauert werden. Angesprochen wurden dabei jedoch auch gleich zu Anfang die großen Herausforderungen, der sich die Brauerei aktuell gegenübersieht – insbesondere die hohe Inflationsrate, die zu Preisexplosionen bei Rohstoffen und Energie führt. Gerade diese Detailaufnahmen aus der Praxis der Nahrungsmittelindustrie waren seitens des Bundeskanzlers im Vorfeld ausdrücklich erwünscht worden, ebenso wie gezielte Einblicke in das Brauhandwerk selbst, das bei Gold Ochsen mit 425 Jahren eine bemerkenswert lange Geschichte hat.

Im Lagerkeller wurden die umfangreiche Erfahrung und das weitreichende Wissen der Bierherstellung in den Reihen von Gold Ochsen anschließend im wahrsten Sinne des Wortes begreifbar: Begleitet von den fachkundigen Erläuterungen zum Produktionsprozess und der Bierreifung durch Brauerei-Mitarbeiter Manuel Renner ging Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Zwickelprobe – also der Entnahme des noch ungefilterten Biers aus dem Lagertank – auf Tuchfühlung mit „Ulms flüssigem Gold“ und ließ sich das Gold Ochsen Original schmecken. Nächste Station nach einem kurzen Weg durch den Museumsgang, in dem zahlreiche historische Exponate die lang zurückreichende Geschichte des Unternehmens bezeugen, war das Sudhaus als Herzstück der Brauerei. Am großen historischen Kupferkessel gab es von Brauer Michael Albrecht viele informative Ausführungen rund um die Herstellung der Bierwürze und zu den Faktoren, die für den Geschmack des Bieres ausschlaggebend sind. Nachfragen seitens Bundeskanzler Olaf Scholz wurden gerne beantwortet.

Beim – auf den Rundgang folgenden – Austausch zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz und einer Gruppe von Mitarbeitern der Brauerei in der Kantine (dem sogenannten Schalander) lag der Fokus dann noch einmal ganz konkret auf den Nöten der Branche und den individuellen Erfahrungen der Mitarbeiter im Tagesgeschäft – vom Bierfahrer über den Brauer bis hin zum Leiter des Technischen Kundendienstes. Adressiert wurden dabei nicht zuletzt spezifische Problemstellungen im Hinblick auf den Fachkräftemangel und bürokratische Hürden, die mittelständischen Unternehmen viel Kraft abverlangen.

Nach diesem Gespräch musste sich vom Bundeskanzler, der aufgrund von Anschlussterminen an einen engen Zeitplan gebunden war, bereits wieder verabschiedet werden. Ulrike Freund, die weiteren Gäste und Mitarbeiter nutzten nach Abreise allerdings noch die Gelegenheit, gemeinsam auf das Erlebte anzustoßen. Denn eines ist ganz sicher: Auch wenn der Besuch des Bundeskanzlers nur 90 Minuten dauerte, wird er dem Team der Brauerei Gold Ochsen sehr lange in Erinnerung bleiben. „Für uns war dieser Tag ein ganz besonderes Ereignis, mit dem wir nie gerechnet hätten und das sich in der Form kaum so bald wiederholen wird. Ich bin unglaublich dankbar und stolz“, so Geschäftsführerin Ulrike Freund.

Quelle: Pressemitteilung der Brauerei Gold Ochsen, das Bild wurde mir von der Brauerei zur Verfügung gestellt.

30. März 2023: Ausbildung zum Qualified Beerjudge bei Maisel & Friends

Haben Sie sich schon immer gefragt, wie die Medaillen vergeben werden, die auf so vielen Bierflaschen abgedruckt werden? Oder hatten Sie schon immer Lust, selbst einmal in einer Jury zu sitzen, die die Medaillen vergibt? Im März haben Sie die Chance, in einem eintägigen Kurs die Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Geleitet wird der Kurs von Edelbrand- und Biersommelier Markus Raupach (im Bild ist er zu sehen), Gründer der Deutschen BierAkademie und Juror bei zahlreichen renommierten Bierwettbewerben. Im Seminar bringt er den Teilnehmenden die wichtigsten Fehlaromen im Bier näher und zeigt gleichzeitig deren Herkunft und Vermeidung auf. Dabei lernen die Teilnehmenden ihre persönlichen Reiz- und Erkennungsschwellen kennen und einzuschätzen. Weitere Seminarpunkte sind außerdem die sichere Einordnung von Farbreihen und die Beurteilung von Schaum und Trübung. Im Rahmen einer Blindverkostung erfolgt außerdem eine Einführung in die Welt der Bierstile, damit vor allem das Abgrenzen sehr ähnlicher Bierstile treffsicher gelingt. Eine Rolle spielen dabei auch geschichtliche Hintergründe und regionale Besonderheiten. Am Ende des Kurses wartet ein Test mit Blindverkostungen von Fehlaromen und Bierstilen auf die Teilnehmer. Eine erfolgreiche Teilnahme ermöglicht die Bewerbung als Juror bei den World Beer Awards.

Das Seminar findet am 30. März 2023 von 10 bis 17 Uhr bei Maisel & Friends in Bayreuth statt. Die Anmeldung ist unter maiselandfriends.com möglich. Schnell sein lohnt sich, denn es steht nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung. Vor allem passionierte Hobbybrauer und Bierinteressierte können vom Termin gleich doppelt profitieren: Am 1. April findet die Home Brew statt, das Event für Hobbybrauer und Bierenthusiasten von Maisel & Friends, und so lohnt ein Kurzurlaub im fränkischen Bayreuth.

14. 1. 2023: Ur-Krostitzer Wintergrillen auf dem Marktplatz in Leipzig

„Lass Brutzeln!“ heißt es am 14. Januar 2023, wenn der Kampf um den Goldenen Grill beim Ur-Krostitzer Wintergillen in die 13. Runde geht. Nach zwei Jahren „Home-Edition“ weht nun wieder echter Grillduft über den Leipziger Markt und 100 Grillteams beweisen sich in den Kategorien „Bestes Grillteam“, „Bestes Alternatives Grillgut“ und „Beste Performance“ vor einer hochkarätig besetzten Jury.

„Trotz der Pandemie ist unser Wintergrillen eine ungebrochene Erfolgsserie!“ freut sich Brauereichef Wolfgang Welter und berichtet von den zwei Jahren „Home-Edition“: „Das war viel mehr als nur eine Notlösung. Die teilnehmenden Teams haben eben zu Hause gegrillt und ihre Ergebnisse in unserer Sondersendung mit Radio Leipzig und virtuell präsentiert. Über Social Media haben wir über 1.500 Foto- und Videobeiträge bekommen. Das hat allen Beteiligten großen Spaß gemacht – trotzdem sind wir natürlich froh, in diesem Jahr endlich wieder auf dem Markt grillen zu können.“

Ob „Die Röstaromen“, „Käsebienchen“, „Team Schneesturm“, „Grillzillas“ oder die „Schwedenkönige“: Auf der Liste der Teilnehmer finden sich eine Menge bekannte Namen. Mit dabei ist auch der Gewinner der Home-Edition von 2021, Team „Sommi“ aus Gera, und das Team „Schwagertrupp“ aus Langenbernsdorf, das in beiden Pandemiejahren jeweils den 2. Platz belegte. Es dürfte also eine Menge Ehrgeiz und Vorfreude im Spiel sein, was man an der Vergabe der 100 Startplätze sieht, die innerhalb von drei Minuten vergeben waren.

Ab 14 Uhr treffen sich die Grillteams, bestehend aus je zwei Teilnehmern, auf dem Leipziger Markt. Mit der gleichen Teamausstattung geht es nach kurzer Einweisung ins Rennen. Insgesamt sechs Jurys bewerten die gegrillten Ergebnisse dann nach Aussehen, Garstufe, Biss und Geschmack. Der heißbegehrte Goldene Grill geht schließlich an das Team, dass in der Kategorie „Bestes Grillteam“ überzeugt. Zusätzlich gibt es zwei Gutscheine für die Teilnahme am Masterseminar der 1. Deutschen Grill- und BBQ-Schule Erfurt, sowie 12 Kästen Ur-Krostitzer Pilsner. Über die 12 Kästen dürfen sich ebenfalls die Sieger der beiden anderen Kategorien freuen sowie über Tickets für die VIP Skybox in der Red Bull Arena Leipzig bzw. für das Krystallpalast Varieté Leipzig.

Aber auch für Nicht-Griller gibt es genügend Unterhaltung. Das Programm bietet neben einer Selbst-Grillstation für Gäste, einer Eisbar, einem Speed-Grillkurs und Eisstockschießen auch viele Live-Acts. So sorgt die Thüringer Band „Combo Gurilly“ im Dixiestil für gute Laune und „Die größte kleinste Show der Welt“ begeistert das Publikum mit einer energiegeladenen Pop-Show. Elvis alias Roman Petermann wird dabei sein und sobald es dunkel wird, erleuchtet die Feuershow von „Freaks on Fire“ den Leipziger Markt. Die beiden Moderatoren Tim Thoelke und Roman Knoblauch führen durch den Tag.

Ab 15 Uhr stehen die Grills unter Feuer. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen: www.ur-krostitzer-aktionen.de

Der nächste Hobbybrauerwettbewerb von Maisel & Friends steht vor der Tür

Die Hobby- und Heimbrauerszene ist geprägt von Erfindergeist und Kreativität. In Kellern, Garagen und Küchen wird seit Jahren getestet, gebraut, gekostet. Das begeistert auch Maisel & Friends und die BrauBeviale, die mit dem Hobbybrauerwettbewerb in den vergangenen fünf Jahren der Szene eine Plattform gegeben haben. Im Jahr 2023 startet der Wettbewerb in die sechste Auflage, die Anmeldung ist bereits möglich.

Die Teilnahme am Hobbybrauerwettbewerb lohnt sich: Der Gewinner darf sein Bier zusammen mit den Maisel & Friends Braumeistern auf dem 25-Hektoliter-Sudwerk in der Maisel & Friends Brauwerkstatt brauen und das Bier auf der BrauBeviale, einer der wichtigsten Investitionsgütermessen für die Getränkeindustrie, der Öffentlichkeit präsentieren.

Der Weg zum Traum vom eigenen Bier in den Regalen führt zunächst über die Webseite von Maisel & Friends, wo es bereits möglich ist, sich für die Teilnahme am Wettbewerb zu registrieren. Zu finden sind dort auch weiterführende Informationen über die Eigenschaften, die das Bier mitbringen muss. Das Thema für 2023 ist „Münchner Dunkel (Modern Style)“.

Anmeldeschluss ist der 20. März 2023. Lange darf dann nicht mehr gezögert werden, damit das Bier rechtzeitig zur Juryverkostung in Bayreuth ankommt. Dort wartet die renommierte Expertenjury gespannt darauf, welche Braukreationen sie in diesem Jahr nach strengen Sommelierkriterien verkosten darf.

Biersommeliers, Braumeister und Fachjournalisten probieren, kosten, diskutieren. Wer die Jury überzeugen konnte, wird am 1. April im Rahmen der „Home Brew Bayreuth“ verkündet – die Veranstaltung für Hobbybrauer und Bierbegeisterte in Süddeutschland. Hier kommt die deutsche Heimbrauerszene zusammen und tauscht sich über Bier und Brauen aus. Dort bietet sich für Hobbybrauer auch die einmalige Gelegenheit, ihr Bier im Rahmen des Community Ausschanks einem größeren Publikum zu präsentieren – und gleichzeitig die Chance, den begehrten Publikumspreis zu gewinnen. Wer mit seinem Bier präsent sein will, kann sich bereits unter maiselandfriends.com für einen Stand registrieren. Schnell sein lohnt sich, denn die Plätze sind begrenzt!

Weitere Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter www.maiselandfriends.com/de/community/hobbybrauer/. Das Bild vermittelt einen Eindruck von der Atmosphäre während der Verkostung für einen früheren Wettbewerb.

Schneider Weisse feierte sein 150jähriges Bestehen

Eineinhalb Jahrhunderte Weißbier-Genuss: Die Familienbrauerei Schneider Weisse feierte jetzt ihr 150-jähriges Bestehen im Bräuhaus im Tal. Zum großen Jubiläum gaben sich Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft die Ehre – von Ministerpräsident Dr. Markus Söder über bayerische Unternehmer wie Stephanie Gräfin Bruges von Pfuel bis hin zu Branchengrößen wie Erdinger-Chef Werner Brombach. Brauereiinhaber Georg VI. Schneider führte gemeinsam mit Moderator Jens Huwald durch den Abend. Der Unternehmer betonte die herausragende Bedeutung des bayerischen Mittelstands und stellte seinen Sohn Georg VII. Schneider als kommenden Nachfolger vor.

Der Festakt begann mit einem Gottesdienst in der Hl. Geist Kirche im Tal. Anschließend versammelten sich rund 250 geladene Gäste im Stammhaus der Brauerei. Georg VI. Schneider hielt eine flammende Rede und beschrieb das Erfolgsrezept, das Schneider Weisse in den letzten 150 Jahren groß gemacht hat. So hob er besonders den starken Familienzusammenhalt innerhalb der Brauerfamilie Schneider hervor und bekräftigte die Bedeutung regionaler Lieferketten und generationenübergreifender Kooperationen mit anderen, lokalen Unternehmen. Zudem betonte er die Kraft der Innovation als Schlüssel zum Erfolg in der Krise. Schneider: „Wir haben viele Krisen gemeistert, von der Finanzkrise bis hin zur Corona-Krise. Und trotzdem haben wir während der Pandemie, in der wir alle Mitarbeitenden an Bord halten konnten, ein neues Produkt, in einer ganz neuen Kategorie auf den Markt gebracht – Schneider´s Helles Landbier. Ich bin überzeugt, dass die Antwort auf eine Krise Innovation ist.“ Im Hinblick auf das erfolgreiche Zusammenspiel aus Tradition und Innovation sei Schneider Weisse laut Georg VI. Schneider „ein 150-jähriges Start-Up mit viel Potenzial“.

Ministerpräsident Dr. Markus Söder erklärte in seiner Rede: „Bier und Gastlichkeit sind unser bayerischer Markenkern. Nicht zuletzt deshalb gehört Schneider Weisse zum bayerischen Kulturgut.“ Söder hob besonders die Leistung der Brauerei als in sechster Generation geführtem Familienbetrieb hervor und sagte zum Thema Erbschaftssteuer: „Der Staat sollte sich bei solch tollen Unternehmen bedanken und nicht kassieren!“ Abschließend sagte er: „Wir als Landesregierung stehen voll hinter der Gastronomie, der Herzlichkeit und dem Bier.“

Im Family Talk sprach Moderator Jens Huwald mit Georg VI. Schneider, seiner Frau Katrin Schneider sowie Georg VII. Schneider und seiner Schwester Amelie Schneider über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Schneider Weisse. Als designierter Nachfolger seines Vaters erklärte Georg VII. Schneider: „Wir wollen den Wechsel von der sechsten in die siebte Generation so harmonisch wie möglich gestalten und einen fließenden Übergang schaffen. Ich werde in große Fußstapfen treten – mein Ziel ist es, auf der einen Seite die Emotionalität und Authentizität von Weissbier zu bewahren und zugleich unser Unternehmen modern und innovativ in die Zukunft zu führen.“

Showeinlagen von Jongleuren und Stangentänzerinnen rundeten den festlichen Teil der Veranstaltung gebührend ab.

In einer Sache waren sich alle Anwesenden einig: Schneider Weisse steht seit eineinhalb Jahrhunderten für Weissbiergenuss der Spitzenklasse. Vor 150 Jahren an Ort und Stelle im Tal in München aus der Taufe gehoben, wird bei Schneider Weisse seit jeher mit nur vier Zutaten, einer gehörigen Portion Pioniergeist und einem generationsübergreifenden Gespür für den richtigen Geschmack höchste Braukunst zelebriert. Dabei waren Kreativität und Innovation stets eine tragende Säule der Unternehmensphilosophie. So kreierte Mathilde Schneider bereits Anfang des 20. Jahrhunderts den berühmten Aventinus und damit Bayerns ersten Weissbier-Doppelbock.

Trotz aller Innovationen ist sich Schneider Weisse im Verlaufe der Unternehmensgeschichte auch immer selbst treu geblieben. Das Schneider Weisse Original, das erste bürgerliche Weißbier Bayerns, wird bis heute in unveränderter Rezeptur ausgeschenkt. Inzwischen verfügt das Schneider Weisse Portfolio über zehn verschiedene Weißbiersorten und mit Schneider’s Helles Landbier zudem über ein untergäriges Bier. In Zusammenarbeit mit der bayerischen Kultbandband LaBrassBanda entstand jüngst außerdem das neue LoveBeer. In den Betrieben des Unternehmens sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus insgesamt 23 Länder beschäftigt – damit zeigt Schneider Weisse einmal mehr, wie Tradition und Weltoffenheit heutzutage Hand in Hand gehen können.

Irrgarten in der Tiefe: Bayerns größtes Felsenkeller-Labyrinth

Eine geheimnisvolle Unterwelt begeistert Besucher im oberpfälzischen Schwandorf. Über 100 verzweigte Kellerräume bilden ein mystisches Labyrinth im Sandstein unter der Stadt. Entstanden sind die bis zu 500 Jahre alten Gewölbe als Gär-Keller als Schwandorf noch ein Zentrum der Braukunst war. Heute können Besucher durch rund 60 effektvoll beleuchtete historische Sandsteinkeller wieder in die faszinierende Geschichte von Bayerns größtem Felsenkeller-Labyrinth abtauchen: Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Gewölbe auch von „Keller-Dieben“ heimgesucht und retteten als Luftschutzbunker tausenden Menschen das Leben.

Wer heute in Bayerns größte „Unterwelt“ hinabsteigt, der kann die wechselvolle Geschichte des einzigartigen Schwandorfer Felsenkeller-Labyrinths hautnah erleben. Über 100 von Menschenhand in den Sandstein gehauene Kellerräume erstrecken sich nebeneinander oder in Etagen übereinander liegend von Nord nach Süd über rund einen Kilometer unter der Stadt.

Entstanden sind die ersten Schwandorfer Felsenkeller bereits Ende des 15. Jahrhunderts. Der Grund: In dieser Zeit begannen die Bierbrauer der Region ihr Brauverfahren von der oberen, warmen auf die untere, kalte Gärung umzustellen und erzielten damit ein süffigeres, vor allem aber länger lagerfähiges Bier. Die Temperatur durfte bei diesem innovativen Gärprozess zehn Grad Celsius nicht überschreiten – Bedingungen, welche die Schwandorfer Felsenkeller noch heute bieten.

Die einzigartige Ausdehnung des Schwandorfer Felsenkeller-Labyrinths zeigt die historische Bedeutung der Stadt als „Brau-Metropole“. Schon etwa ab der Mitte des 16. Jahrhunderts „exportierten“ die Schwandorfer Kommun-Brauer ihr Bier auch in umliegende Städte wie Regensburg. Allein in der Zeit von 1855 bis 1861 weisen die Archive eine Verdreifachung der gelagerten Biermenge in den Braukellern aus, auf dann über 700.000 Liter.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg errichteten die immer größeren Privatbrauereien moderne Gäranlagen und Kühlhäuser, so dass in den Schwandorfer Felsenkellern jetzt vermehrt landwirtschaftliche Produkte wie Kartoffeln, Fleisch und Rüben gelagert wurden.

Dieses reichhaltige „Angebot“ an Nahrungsmitteln rief schließlich 1931/32 die sogenannten „Keller-Diebe“ auf den Plan: Auf ihren Raubzügen durchbrachen sie Mauern und natürliche Felswände und verbanden dadurch ursprünglich voneinander unabhängige Keller-Systeme. Die „Keller-Diebe“ sind also die eigentlichen „Schöpfer“ des Schwandorfer Felsenkeller-Labyrinths.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die weitverzweigte Unterwelt der Stadt zum Lebensretter für tausende von Schwandorfer Bürgern. Während einer dramatischen Bombennacht am 17. April 1945 mit 1.250 Toten suchten allein rund 6.000 Menschen Zuflucht in den zu Bunkern ausgebauten Felsenkellern.

Nach den dramatischen Ereignissen des Zweiten Weltkriegs verfiel ein Großteil des Schwandorfer Felsenkeller-Labyrinths in den Nachkriegsjahrzehnten. Doch inzwischen hat die Stadt einen Teil aus etwa 60 Kellerräumen ihrer historischen und jetzt denkmalgeschützten Unterwelt saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weiter Informationen finden Sie im Internet unter www.schwandorf.de.