Archiv der Kategorie: Craft Beer

Uwe – IPA

Uwe ist eine neue Biermarke aus der Hansestadt Hamburg. Fünf Freunde haben sich das Ziel gesetzt, sich ausschließlich auf das Brauen von alkoholfreiem Bier zu konzentrieren und die Leute darin zu stärken, alkoholfreies Bier endlich selbstbewusst zu trinken. Einfach weil es schmeckt und weil man es kann – z. B. wenn Sie das nächste Mal im Feierabendverkehr feststecken, in der Mittagspause oder vor dem Sport. Um ein möglichst großartiges Geschmackserlebnis zu schaffen, werden alle alkoholfreien Biere von Uwe wie herkömmliche Biere gebraut. Das heißt, dass der Alkohol nicht nach dem Brauvorgang entzogen wird, sondern gar nicht erst entsteht. Das ist keine Magie, sondern die Leistung eines ganz besonderen Hefestammes, der keinen Alkohol verträgt. Dank dieser Wunderhefe gärt das Bier zwar, kommt dabei aber nicht über einen Alkoholgehalt von maximal 0,3% hinaus.

Golden-orange strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feste Schaumkrone ist schneeweiß, durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten. An der Optik gibt es nichts zu mäkeln.

Das Bier duftet nach Biskuitteig, unterstützt durch leichte Zitrusnoten sowie dem Duft nach Orangen. Ein Hauch Honigduft rundet das Aroma ab.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die sehr reichlich vorhandene Kohlensäure herrlich frisch. Auf der Zunge lässt die Süße nach und ein freundliches Bitter kommt zusammen mit leichten grasigen Noten hinzu. Das Mundgefühl ist schlank und frisch. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit durchschnittlichem Nachklang aus.

Mit gefällt das Bier, auch wenn ich es nicht wirklich als IPA identifiziert hätte. Mir kommt es eher wie eine Hopfenbrause vor, aber auf jeden Fall ist es angenehm.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

0,3 % Vol.

Brauerei:

Avalia Studios GmbH
Beim Grünen Jäger 10a
20359 Hamburg

Yankee & Kraut – Dry Humor

Dry Humor aus dem Hause Yankee&Kraut ist eine ganz besondere Bierspezialität, die auf dem deutschen Biermarkt noch recht selten zu finden ist. Es handelt sich um ein Brut IPA. Dieser Bierstil wird mit einem Enzym eingebraut, das sich um bestimmte, komplexe Zucker kümmert, die von der Hefe nicht verarbeitet werden können. Dieser Prozess wurde bisher vor allem bei wuchtigen, süßen Bieren, wie Stouts verwendet, um die Süße im Zaum zu halten. Verwendet man das Enzym zur Herstellung weniger süßer Bierstile, so erhält man ein unvergleichlich trockenes Endergebnis. Die Biere sind in der Tat so trocken, dass man sie Champagner-Biere, oder eben Brut Biere, nennt. Auf die Idee der Brut IPAs sind findige Brauer der amerikanischen Westküste gekommen. Dieser Bierstil ist allerdings nicht unumstritten. Ich erinnere mich, dass vor längerer Zeit der Biersepp vom Beerkeeper eine durchaus ernste Kritik an der Verwendung künstlich eingesetzter Enzyme geübt hat. Diese Praxis, die gerne bei industriell hergestellten Bieren eingesetzt wird, um den Brauprozess zu verkürzen, hat mit Craft nicht viel zu tun. Normalerweise würde das ich bei einem handwerklich hergestellten Lebensmittel nicht erwarten.

Golden mit leichtem Rotstich fließt das Bier ins Glas. Die Hefetrübung ist eher zurückhaltend, dafür ist die feste Schaumkrone umso ausgeprägter. Die Optik des Dry Humor gefällt mir schon mal.

Das Aroma ist überraschend komplex. Düfte nach Grapefruit und Zitrone steigen mir in die Nase, aber auch das Malz kommt hier zu seinem Recht. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft frischer Kräuter. Da bekomme ich wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und wirklich trocken. Auf der Zunge entwickelt sich ein kräftiges und fruchtiges Bitter, das an Grapefruitkerne erinnert. Überhaupt spielen hier die Grapefruitnoten die Hauptrolle, aber auch das Malz kommt trotz des trockenen Geschmacks noch zu seinem Recht. Das Mundgefühl ist voll und rund, auch wenn durch die kräftige Trockenheit des Dry Humor die Drinkability etwas eingeschränkt ist. Im Abgang wird das Bitter erstaunlich mild, klingt aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Hopfen (Ariana Nectar, Callista, Hüll-Melon), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
https://yankeeundkraut.de/

Mort Subite – Kriek Lambic

Untappd beschreibt die Brouwerij Mort Subite aus Kobbegem im flandrischen Belgien als „Micro Brewery“. Ich habe die Brauerei nicht besucht, aber diese Beschreibung verwundert mich doch etwas. Immerhin ging es in dieser Woche durch die belgische Presse, dass die Brauerei für ihre beiden Kirschbiere in diesem 120 Tonnen Kirschen gekauft hat und damit der größte Aufkäufer belgischer Kirschen ist.

Mort Subite befolgt das traditionelle Brauverfahren für Lambic – mit einer Ausnahme. Anfang der 1990er Jahre stellte Mort Subite die Verwendung des Kühlschiffs ein. Stattdessen wird die Würze mit einem Plattenkühler auf 30°C gekühlt. Auf diese Weise sollen Infektionen verhindert werden. Anschließend wird das Bier in einen Stahltank gefüllt, der mit Luft aus der Region statt mit keimfreier Luft oder CO₂ gefüllt wurde, um die regionalen Mikroorganismen ihre Arbeit machen zu lassen. Da diese regionale Luft nicht steril ist, beginnen die vorhandenen wilden Hefen mit der Gärung. Dadurch kann Mort Subite das ganze Jahr über brauen, und nicht nur in der traditionellen Wintersaison. Aber kommen wir jetzt zum Ergebnis, also zum Bier.

Satt dunkelrot und gefiltert fließt das Bier ins Glas. Die feste Schaumkrone ist durchschnittlich groß und schön rosa. Sie bleibt lange erhalten. Die Optik ist schon mal toll.

Das Bier duftet intensiv nach Kirsche und Marzipan. Die Süße ist überraschend zurückhaltend. Hopfen und Malz kann ich im Aroma dieses Biers nicht wiederfinden.

Der erste Eindruck auf der Zunge ist die Fruchtigkeit, die mit einer mittleren Süße und einer feinperligen Kohlensäure einhergeht. Das Mundgefühl ist voll, schwer und rund. Auf der Zunge bleibt die Fruchtigkeit erhalten. Das Bier wirkt fast wie Kirschsaft, der mit Amaretto verfeinert wurde. Sowohl Säure als auch Bitter sind vorhanden und passen sich sanft in die Süße ein. Auch der Abgang ist mild und fruchtig mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Kirschsaft aus Konzentrat (19,8 %), Gerstenmalz, Fructose-Glukosesirup, Weizen, frische Kirschen (1,2 %), Aroma, Wilde Hefen, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,0 % Vol.

Brauerei:

Brasserie à Mort Subite
Lierput 1
1730 Asse
Belgien
www.mort-subite.be

Brauhaus Gusswerk – Brotbier

Bier und Brot gehören in vielerlei Hinsicht zusammen:

  • Kulinarisch: eine bayrische Brotzeit ohne ein ordentliches Helles ist ja nun doch eine recht dröge Angelegenheit.
  • Im Volksmund: Wer kennt nicht Aussprüche wie „Bier ist flüssiges Brot“ oder ähnliches?
  • In der Welt der Mythologie und Märchen: vermutlich kennt jeder Rumpelstilzchen und den Spruch „Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich…“

Da auch die wichtigsten Zutaten identisch sind – Getreide, Wasser, Hefe – scheint es nur logisch, aus zu viel gebackenem Brot ein Bier zu brauen. Diesen Weg sind in der letzten Zeit einige Brauereien gegangen und jetzt habe ich erstmals ein aus altem Brot gebrautes Bier vor mir stehen. Ich danke Sandra Trautmann, Assistentin der Geschäftsführung beim Brauhaus Gusswerk, für die Zusendung des Biers.

Auffällig ist bereits das Etikett. Der Schriftzug Brotbier ist von der Rückseite geprägt, so dass er nicht nur edel glänzt, sondern auch leicht hervorsteht. Ein so aufwändiges Design habe ich bislang bei noch keinem Bier erlebt.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone ist feinporig, durchschnittlich voluminös und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach Karamell und Brotkruste, unterstützt durch einige blumige Noten des Hopfens. Später kommt noch eine leichte saure Nuance dazu. Vermutlich wurde das Brot im Bier mit Sauerteig gebacken. Abgerundet wird der Duft durch einen Hauch Hefe.

Der Antrunk ist leicht süß und die sehr feinperlige Kohlensäure verleiht dem Bier eine angenehme Eleganz. Das Mundgefühl ist vollmundig und cremig, fast dickflüssig. Passend dazu ist der Geschmack sehr komplex. Das Malz steht im Vordergrund und bringt seine Noten nach Toast und Brotrinde ein. Dazu noch einige fruchtige Noten, die im Hintergrund bleiben und sich nicht aufdrängen. Ich meine, Birne und Aprikose zu schmecken. Dazu kommt die leichte Salznote, die das Brot mit sich bringt. Das alles passt gut zur feinen Rezenz. Der Abgang ist sehr gering bitter, aber er klingt trotzdem lange nach, wobei die Fruchtigkeit noch etwas stärker zum Vorschein kommt.

Auf jeden Fall ist das Brotbier ungewöhnlich, sowohl vom Geschmack her als auch von der Verwendung überzähliger Brote. Zu einer Speiseempfehlung zu diesem Bier kann ich mich nicht so richtig durchringen. Was passt dazu? Eventuell ein nicht zu süßes Dessert? Oder sollte da Brotbier einfach solo getrunken werden? Entscheiden Sie es selbst.

Erhältlich ist das Bier in Österreich bei Interspar. Die Interspar Backstube liefert auch das Brot für diese Brauspezialität.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Backwaren (16 %, enthalten Roggen, Weizen, Soja, Sesam), Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

12,8° Plato

Brauerei

Gusswerk GmbH
Römerstraße 3
5322 Hof bei Salzburg
Österreich
www.brauhaus-gusswerk.at

Maisel & Friends – Galaxy Brown Ale

Dass die Auszubildenden bei Maisel in Bayreuth ihr eigenes Bier brauen durften habe ich hier bereits berichtet. Eine ausführlichere Beschreibung des Projekts finden Sie auf der Website von Maisel. Jetzt ist eine Flasche dieses Biers bei mir eingetroffen und ich kann beschreiben, wie sie mir gefällt. Ich erwarte auf jeden Fall eine Geschmacksexplosion durch den Hopfen, nach dem das Bier benannt ist. Galaxy ist ein australischer Hopfen, der im Bundesstaat Victoria und auf der Insel Tasmanien angebaut wird. Er besticht durch seine fruchtigen Aromen. Er enthält Aromen nach Maracuja, Zitrus und tropischen Früchten.

Rotbraun und mit geringer Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und bildet dabei einen festen Schaum mit einem leichten Beigestich, der lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet fruchtig nach Zitrusfrüchten und Ananas, aber auch Düfte einheimischer Früchte wie Himbeeren steigen mir in die Nase. Abgerundet wird der Duft durch die Aromen des Malzes, die an Karamell und Haselnuss erinnern, sich aber nicht in den Vordergrund drängen.

Bein ersten Kontakt des Biers kommt es zu der ersten Überraschung, denn das Bier enthält mehr Süße durch den Malzzucker als ich erwartet hätte. Dabei kommt die Fruchtigkeit aber ebenfalls sofort zum Tragen. Für meinen Geschmack enthält das Bier etwas wenig Kohlensäure. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt gesellt sich ein gut abgestimmtes Bitter zur Süße und die Fruchtigkeit nimmt zu. Alle Aromen, die ich in der Nase wahrgenommen habe, spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist sanft und voll. So bildet sich eine ungeheure Drinkability. Im Abgang wird das Bier trockener, wobei die Fruchtigkeit erhalten bleibt. Die Bitterstoffe ziehen sich dabei zurück. Erstaunlich ist auch der lange Nachklang der Fruchtigkeit.

Das Galaxy Brown Ale ist ausschließlich bei der Brauerei erhältlich, selbstverständlich auch im Onlineshop der Brauerei. Und wie immer gilt: Diesen Sud gibt es nur einmal und wenn er weg ist, ist er weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Stammwürze:

11,8° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Genys – Trys Vienuoliai

Nun steht ein Tripel im belgischen Stil vor mir. Es stammt allerdings nicht aus Belgien, sondern aus Litauen. Der Bierstil war vermutlich auch Grundlage für den Namen dieses Biers, Trys Vienuoliai, oder auf Deutsch „Drei Mönche“. Schließlich kennt Belgien nicht nur Tim und Struppi, sondern es ist auch das Land der Trappistenbrauereien. Erstaunlich finde ich aber die Qualität vieler Biere aus dem Baltikum. Diese Gegend ist ja nun traditionell nicht für ihre kulinarischen Hochgenüsse bekannt. Trotzdem kommen gerade von dort in den letzten Jahren etliche Biere in vielen traditionellen Stilen, die sich mit den Erzeugnissen der Brauereien in den jeweiligen Ursprungsländern durchaus messen können. So auch mit den drei Mönchen, die ich jetzt verkosten und durchaus mit der Qualität der belgischen Trappistenbiere im Hinterkopf bewerten werde.

Kupferfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich dieses Tripel im Glas, gekrönt durch eine durchschnittliche Menge feinporigen beigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Aromen nach Karamell und Steinfrüchten steigen mir in die Nase und auch die 7,6 Volumenprozent Alkohol sind deutlich zu riechen, ohne dabei zu stören. Im Gegenteil – der Geruch des Alkohols passt sich gut in die fruchtigen und süßen Aromen ein.

Der Antrunk ist recht süß, dabei nicht aufdringlich, aber ordentlich. Die Kohlensäure ist leider nur unterdurchschnittlich dosiert. Trotzdem macht das Bier einen frischen Eindruck. Auch auf er Zunge dominiert der Geschmack nach Karamell, wobei jetzt ein leichtes Bitter dazukommt. Ergänzt werden diese beiden Geschmackseindrücke durch eine leichte Fruchtigkeit. Ich meine, Banane und Zitronenschale zu schmecken. Das Mundgefühl ist sirupartig voll und rund. Der Abgang ist mild mit einem leichten freundlichen Bitter, das sehr lange nachklingt.

Das Genys Trys Vienuoliai passt gut sowohl zu süßen Desserts als auch zu Hauptgerichten wie Sauerbraten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Wiener Malz, Caramellmalz hell), Weizenmalz, Hopfen (Styrian Goldings, Tettnanger), Kandiszucker, Hefe

Alkoholgehalt:

7,6 % Vol.

Bittereinheiten:

21 IBU

Brauerei:

Genys Brewing, UAB
Juozapavičiaus av. 7H
45251 Kaunas
Litauen
www.genysbrewing.lt

Musa – Born in the IPA

Bislang haben mir alle Biere von Musa recht gut gefallen. So steht auch jetzt wieder ein Bier aus der kleinen Brauerei in Lissabon vor mir. Das Team von Musa besteht augenscheinlich ausschließlich aus begeisterten Hopheads. Das zumindest sagen ihre hopfenintensiven Biere, die immer ein wahres Hopfenfeuerwerk darstellen.

Intensiv goldfarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich ausgeprägt und bleibt lange erhalten. So hatte ich es von Musa auch erwartet.

Das Aroma ist fruchtig. Der Duft nach Grapefruit steigt mir in die Nase, dazu süße Noten nach Ananas oder Passionsfrucht und auch das Bitter kitzelt mir schon in der Nase.

Frisch und spritzig sind die ersten Eindrücke, die das Bier beim Kontakt mit der Zungenspitze hinterlässt. Auffällig ist auch die präsente Malzsüße, die ich in diesem Maß nicht erwartet hätte. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt bleibt die Süße weiterhin präsent und mischt sich mit einer kräftigen Fruchtigkeit, die die Aromen auf der Zunge widerspiegelt. Aber auch süße Früchte wie Pfirsich meine ich zu schmecken. Das Bitter ist deutlich zu schmecken, dabei aber nicht dominant, sondern es fügt sich perfekt in den Geschmacksreigen ein, so dass ein vollmundiger und runder Geschmack entsteht und damit ein wirklich süffiges Bier. Im Abgang kommt das Bitter stärker in den Vordergrund und es klingt lange nach.

Kurz gesagt ist das Born in the IPA eines der besten India Pale Ales, die ich bislang getrunken habe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Haferflocken, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Cerveja Independente MUSA
Rua Do Acucar 83
1950-006 Lissabon
Portugal
www.cervejamusa.com

The Crafty Brewing Company – Irish Stout

Lidl hat vor einiger Zeit im Rahmen einer Sonderaktion einige Craftbiere angeboten. Aus dieser Aktion stammt auch das Irish Stout, das jetzt vor mir steht. Gebraut wurde es von der Rye River Brewing Company im irischen Celbridge. Ich vermute jetzt mal, dass dieses Stout speziell für die Aktion von Lidl gebraut wurde, denn auf der Website der Brauerei sind zwar mehr als zwanzig Biere aufgelistet, die die Brauerei anbietet, aber die Biere, die Lidl im Angebot hatte sind nicht dabei. Das muss aber nicht zwangsweise ein Nachteil sein.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große Krone aus gemischtporigem Schaum, die aber lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal 1a.

Wie erwartet bestimmen Röststoffe das Aroma des Bieres. Es duftet nach Kaffee und dunkler Schokolade. Aus dem Hintergrund kommt auch noch eine leichte Säure durch, die aber keinesfalls dominant wird.

Der Antrunk ist stiltypisch süß. Die Kohlensäure ist recht gering dosiert und ich würde mir da doch noch etwas mehr wünschen. Auf der Zunge dominieren die Röststoffe, ohne dass das Bier schwer wirkt. Im Gegenteil, es ist erstaunlich schlank. Dabei steht der Schokoladengeschmack im Vordergrund, während die Süße etwas nachlässt. Im Abgang erfreut zunächst der Geschmack der Röststoffe die Kehle. Dieser Geschmack lässt langsam nach und ein leichtes Bitter kommt mit einem langen Nachklang in den Vordergrund.

Zutaten:

Wasser, Gerste, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,25 % Vol.

Brauerei:

Rye River Brewing Company
Donaghcumper
Dublin Road
Celbridge
W23 AX07
Irland
www.ryeriverbrewingco.com

Lehe – The World is Your Oyster

Die Brauerei Lehe im estländischen Harjumaa hat sich vorgenommen, ein Bier zu kreieren, das perfekt zu Meeresfrüchten passt. Herausgekommen ist das Bier, das jetzt vor mir steht. Für ein Sauerbier enthält es mit 8,5 Volumenprozent viel Alkohol und die Brauerei verspricht, dass es knackig sauer ist. Daher haben die Brauer dem Stil dieses Bieres einen neuen Namen gegeben – Imperial Sour Ale.

Der Name des Bieres geht auf ein Zitat von William Shakespeare zurück: „Why then the world’s mine oyster Which I with sword will open.“ (The Merry Wives Of Windsor, Akt 2, Szene 2, 2-5). Und auch wenn ich wirklich kein Liebhaber von Austern bin, muss ich doch eingestehen, dass dieser Name richtig gut passt.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei sehr viel sahnigen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist ungewöhnlich und komplex. Düfte nach getrockneten Birnen und gutem Apfelessig, dazu Johannisbeere und Ananas. Anfangs ist das Aroma kräftig, nimmt aber dann recht schnell ab.

Der erste Kontakt mit der Zunge offenbart es: dieses Bier ist zu Recht in seinen Stil „Imperial Sour Ale“ einsortiert. Dieser Eindruck wird durch die Kohlensäure nur leicht abgeschwächt. Auch als sich das Bier auf der Zunge verteilt dominiert die Säure und überdeckt sicher viele andere Geschmacksnuancen. Im Abgang wird die Säure etwas milder, so dass jetzt auch die süßen Bestandteile von Johannisbeeren zu schmecken sind. Der Nachklang ist recht kurz.

Ob „The World is Your Oyster“ noch ein Sauerbier ist oder schon ein Bieressig muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich würde es wirklich eher als Essig verwenden, zum Trinken enthält es für meinen Geschmack einfach zu viel Säure. Aber als Hauptkomponente eines Dressings für einen Krabbensalat ist es wirklich perfekt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Pruulikoda Lehe
Paldiski mnt. 21
76 606 Harjumaa
Estland
www.lehepruulikoda.ee

Genys – Sutemos

Sutemos ist eines der Baltic Porter im Angebot der litauischen Brauerei Genys. Der Name Sutemos ist litauisch und bedeutet Zwielicht oder Dämmerung. Das Sutemos ist ein Baltic Porter, das mit einer ordentlichen Portion Himbeeren gebraut wurde. Auf ein Bier wie dieses habe ich schon lange gewartet, da ich mir vorstellen kann, dass ein Porter gut mit Fruchtaromen harmoniert, auch wenn ich mir bislang immer das Aroma von Blaubeeren gewünscht habe. Aber jetzt will ich erst einmal testen, wie sich das Sutemos mit den in ihm verbrauten Himbeeren so schlägt.

Absolut blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine mittelbraune Krone aus gemischtporigem Schaum, die aber überraschend lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist anfangs nicht so wuchtig wie ich es aufgrund der tiefschwarzen Farbe erwartet hätte. Anfangs rieche ich dunkle Schokolade und langsam entwickelt sich die Fruchtigkeit, die eindeutig von den verbrauten Himbeeren stammt. Als Konsument sollten Sie also dem Bier etwas Zeit lassen, damit sich das Aroma richtig entwickeln kann. Mir gefällt das sich entwickelnde Aroma aber recht gut.

Auch der Antrunk überrascht mich. Tiefschwarze Biere sind häufig recht süß, wobei das Sutemos mit seiner zurückhaltenden eine Ausnahme bildet. Dabei wirkt es aber sehr frisch. Auf der Zunge erfüllt das Bier aber meine Erwartungen voll und ganz. Der intensive Geschmack nach dunkler Schokolade harmoniert sehr schön mit der leicht säuerlichen Fruchtigkeit der Himbeeren. Das Mundgefühl dieses dessertartigen Bieres ist leicht dickflüssig, rund und vollmundig. Es macht richtig Spaß, sich das Bier im Mund etwas erwärmen zu lassen und die unterschiedlichen Nuancen im Geschmack des Biers zu erkunden. Die Fruchtigkeit verstärkt sich dabei und sie bleibt auch im Abgang schön erhalten, wo sie mittellang nachklingt.

Zu diesem Bier passt nicht nur ein Vanillepudding, ein fruchtiges Dessert oder ein Lebkuchen, sondern auch rheinischer Sauerbraten passt sich diesem Bier gut an.

Zutaten:

Wasser, Malz (Maris Otter, CaraRed, CaraMunich I, CaraMunich III, CaraPils, Röstmalz), Lactose, Himbeeren (5 %), Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Brauerei:

Genys Brewing, UAB
Juozapavičiaus av. 7H
45251 Kaunas
Litauen
www.genysbrewing.lt