Archiv der Kategorie: Craft Beer

ÜberQuell – Schubidu Stout

Direkt am Hamburger Fischmarkt ist ÜberQuell beheimatet. Von dort kommt das Schubidu Stout, das jetzt vor mir steht.

Fast blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine umfangreiche fest und hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Keksen und Lakritz, abgerundet durch einen Hauch des Aromas roter Früchte. Klasse.

Der erste Eindruck, den das Bier beim Kontakt mit der Zungenspitze hinterlässt, überrascht durch seine wirklich leichte Süße. Dadurch wirkt das Bier ungeheuer frisch. Auf der Zunge wird das Bier trockener und der Geschmack nach Schokolade und Kaffee breitet sich aus. Das Mundgefühl ist samtig weich und cremig. Richtig trocken ist aber erst der Abgang, der durch ein leichtes Bitter und dem Geschmack dunkler Schokolade überzeugt.

Das Schubidu Stout ist bereits für sich selbst ein Dessert, so dass es eigentlich nichts dazu benötigt. Aber ein Karamelldessert dazu ist sicher auch nicht schlecht, genau wie ein Wildgulasch oder ein Sauerbraten den Genuss ebenfalls perfektionieren würde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Karamellmalz, Pilsener, Röstmalz), Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Stammwürze:

18° Plato

Genusstemperatur:

9° -11 ° Celsius

Brauerei:

ÜberQuell Brauwerkstätten
St. Pauli Fischmarkt 28-32
20359 Hamburg
https://ueberquell.com/

Weyerbacher – Tiny

Die Weyerbacher Brewery wurde 1995 in Easton, Pennsylvania gegründet. Bekannt ist sie in den USA durch ihre von der belgischen Bierkultur geprägten Biere wie den Marken: Merry Monks oder Quad. Das sind alles hochprozentige Biere – getreu dem Anspruch der Brauerei „Big Beers“ zu brauen. Eine Spezialität der Brauerei sind fassgelagerte Biere – insbesondere solche, die in Ex-Bourbon Fässern gelagert werden. Die Brauerei musste im April 2019 Insolvenz anmelden, arbeitet aber mit einem Sanierungsprogramm weiter.

Tiefschwarz mit wenig braunem Schaum, der sich sofort auflöst, fließt das Bier ins Glas.

Das komplexe Aroma ist der helle Wahnsinn. Wie bei dieser intensiven Farbe zu erwarten dominieren die unterschiedlichsten Röstaromen. Ich rieche Düfte nach dunkler Schokolade, Espresso, gerösteten Nüssen und Sirup. Dazu kommt der Duft der belgischen Hefe, auch der Alkohol steigt mir in die Nase; er passt sich aber gut in die anderen Aromen ein und unterstützt sie.

Der Antrunk ist nicht so süß wie ich es erwartet hätte. Leider ist die sehr feinperlige Kohlensäure recht knapp dosiert, aber irgendwie passt es doch. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt entwickelt sich der Geschmack nach dunkler Schokolade und gebrannten Nüssen. Auch der Alkohol kommt jetzt zum Vorschein. Aber er passt sich gut in die anderen Geschmackskomponenten ein, so dass ein beinahe likörartiger Eindruck entsteht. Das Mundgefühl ist samtig und weich. Der Abgang ist mild mit wenigen Bitterstoffen. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach. Trotzdem ist das Weyerbacher Tiny ein tolles Bier zum Dessert.

Alkoholgehalt:

11,8 % Vol.

Stammwürze:

27° Plato

Brauerei:

Weyerbacher Brewing Co.
905 Line Street
Suite G
PA 18042 Easton
USA
www.weyerbacher.com

Rodenbach Alexander

Die Brauerei Rodenbach wurde 1821 von vier Brüdern gegründet: Constantijn, Ferdinand, Pedro und Alexander.

Alexander Rodenbach wurde am 28. September 1786 in Roeselare geboren. Dieser außergewöhnliche Mann, der im Alter von 11 Jahren erblindete, war ein geborener Unternehmer mit großer Entschlossenheit. Seit 1821 leitete er die Brauerei Rodenbach, arbeitete aber nebenbei auch als Schriftsteller und Abgeordneter. Er wurde sogar Bürgermeister von Rumbeke. Zu Ehren dieses einzigartigen Mannes wurde 1986 anlässlich seines 200. Geburtstages ein Festbier unter dem Namen Rodenbach Alexander herausgegeben. 30 Jahre später kam eine limitierte Auflage dieses Bieres wieder in den Verkauf. Eine der Flaschen dieser Jubiläumsedition steht jetzt vor mir. Dieses Bier mit gemischter Gärung besteht zu zwei Dritteln aus Bier, das 24 Monate lang in Eichenfässern gereift ist, und zu einem Drittel aus Jungbier, das einer Mazeration mit Sauerkirschen unterzogen wurde.

In einem schönen Kupferrot fließt das Bier ins Glas. Die durchschnittlich große sahnige Schaumkrone hat einen leichten Rotstich und bleibt lange erhalten.

Im Aroma dominiert die Kirsche. Dazu eine fruchtige Säure, aber auch das Malz klingt durch. Obwohl für die Herstellung dieses Sauerbiers Sauerkirschen verwendet wurden, könnte ich durch die Süße des Malzes im Aroma den Eindruck von Süßkirschen haben. Dazu bildet das Aroma der Eichenfässer einen angenehmen Kontrast.

Überrascht mich die für ein Sauerbier reichlich vorhandene Süße? Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall gefällt mir das Zusammenspiel dieser Süße mit der feinperligen Kohlensäure. Erst im zweiten Augenblick kommt die angenehme Säure richtig zum Vorschein, kräftig aber ohne alles andere zu erschlagen. Sie erinnert mich an einen wirklich guten Rotweinessig und korrespondiert gut mit der Note des Holzes. Im Abgang kommt die Süße der Kirschen wieder in den Vordergrund, sie klingt aber leider nur recht kurz nach.

Das Rodenbach Alexander ist ein ungewöhnliches Bier und das Beste, das ich aus dieser Brauerei bislang getrunken habe. Bei jedem Schluck wechselt der Geschmack von süß über sauer nach fruchtig.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Sauerkirschen

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 10 ° Celsius

Brauerei:

Brouwerij Rodenbach
Spanjestraat 133 – 141
8800 Roeselare
Belgien
www.rodenbachalexander.be/

Brehon Brewhouse – Imagine

Wenn Sie einmal in Irland sind, sollen Sie unbedingt einmal das Brehon Brewhouse besuchen. Das ist ein Muss für Liebhaber von handwerklichem Bier. Neben einer Führung durch die Produktion gibt es dort einen Verkostungsraum im Hauptraum des alten Familienhauses. Dort können Sie eine Vielzahl traditioneller und neuartiger Biere verkosten und sich mit dem Inhaber Seamus unterhalten. Wenn er gute Laune hat erzählt er Ihnen die Geschichte der Brauerei und des Milchviehbetriebs. Die Verkostungen sind großzügig bemessen, und Sie haben viel Zeit für dieses Erlebnis. Aber kommen wir zum Bier.

Das Aroma ist vollmundig nach Pfirsich, Mango und Grapefruit. Nicht sonderlich kräftig, aber es macht Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß, frisch und spritzig. Auf der Zunge dominiert die Fruchtigkeit. Ungewöhnlich ist, dass im Geschmack nicht die Zitrusaromen im Mittelpunkt stehen, sondern die anderen Früchte. Dazu kommt ein kräftiges Bitter, das aber nicht zu stark ist, so dass die anderen Geschmacksnoten noch wirklich gut durchkommen. Das Mundgefühl ist voll und samtig. Der Abgang zeichnet sich durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Mosaic), Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

13 ° Plato

Brauerei:

Brehon Brewhouse Ltd.
Dunelty
Iniskeen
Carickmacross
Co Monaghan
Irland
http://www.brehonbrewhouse.ie/

Flügge – Fil

Jetzt ist es schon einige Zeit her, dass ich zuletzt ein Bier der Brauerei Flügge aus Frankfurt verkostet habe. Nun ist es mal wieder soweit. Vor mir steht Fil. Beim Fil handelt es sich um ein Fruit Sour mit Johannisbeere. Vergoren ist das dunkelrote Kettlesour mit einer Kveikhefe aus Norwegen.

Bereits die Farbe des Fil zeigt an, dass hier einiges an Johannisbeeren verarbeitet wurde. Die größtenteils feinporige Schaumkrone, die sich beim Einschenken bildet, ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Das ist bei einem Sauerbier nicht selbstverständlich und bei einem Fruchtbier ebenfalls nicht. Dass hier die Optik so gut gelungen ist, rechne ich den Brauern hoch an.

Nicht nur die Farbe, auch das Aroma wird durch die roten Johannisbeeren dominiert. Die Süße, die im Duft der meisten Fruchtbiere vorkommt, fehlt hier fast vollständig und wird durch einen leichten Alkoholduft ersetzt. Aber alles in Allem ist das Aroma durchaus stimmig und ansprechend.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt zeigt sich die gesamte fruchtige Säure. Während andere Sauerbiere bei mir immer in kleinen Schlucken durch die Kehle wollen ist das Flügge Fil überraschend süffig und erinnert entfernt an einen guten Johannisbeerwein. Die Fruchtigkeit bleibt auch im Abgang erhalten, der durchschnittlich lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Johannisbeeren, Haferflocken, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Brauerei Flügge GmbH
Goldsteinstraße 254
60529 Frankfurt

Brehon Brewhouse – Red Right Hand

Das Brehon Brewhouse ist eine ländliche Brauerei in der Grafschaft Monaghan, nahe der Grenze zu Nordirland. Brehon zeichnet sich durch traditionelle irische Bierstile aus, wie z.B. das Irish Red Ale und das Irish Dry Stout. Darüber hinaus braut Brehon in Zusammenarbeit mit Kinnahan Craft Whiskey regelmäßig ein Fässchen Spezial, wie z.B. das „Crann Beatha“ Imperial Stout.

Brehon wurde von Seamus McMahon gegründet, einem Milchbauern, der u.a. Milch für Baileys produziert. Als Milchbauern hatten seine Frau Siobhan und er bereits viele Materialien im Haus, die zum Bierbrauen benötigt wurden. Sie verfügten bereits über Kältetechnik sowie über ausreichend Platz, Kapital und Erfahrung als Unternehmer. Sie hatten auch immer eine Leidenschaft für Bier, so dass der Anfang für eine einzigartige ländliche Brauerei gemacht wurde.

Die Rote Rechte Hand symbolisiert die historischen Clans der irischen Provinz Ulster. Sie steht für Stärke, Einheit und Charakter und erinnert auch an eine beliebte englische Fernsehserie.

Schon optisch macht das Bier seinem Bierstil alle Ehre. Dunkel rubinrot strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die hellbraune Schaumkrone ist feinporig.

Zunächst steigt mir der Duft dunkler Schokolade in die Nase, unterstützt durch das Aroma in Rum eingelegter Rosinen. Mit der Zeit kommen Röststoffaromen mehr in den Vordergrund, die an gebrannte Mandeln erinnern. Die 11 Volumenprozent Alkohol sind gut eingebunden und fallen kaum auf.

Der Antrunk ist süß und sehr angenehm malzig. Auf der Zunge dominiert der Geschmack nach Karamell und Toffee, hervorragend unterstützt durch den Geschmack von getrockneten Pflaumen, Rumrosinen und karamellisierter Nüsse. Dazu steuert der Hopfen ein passendes Bitter bei. Das Mundgefühl ist schwer und weich, fast likörartig. Der Abgang ist erdig mit leichtem Bitter und einem ellenlangen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

11,0 % Vol.

Brauerei:

Brehon Brewhouse Ltd.
Dunelty
Iniskeen
Carickmacross
Co Monaghan
Irland
www.brehonbrewhouse.ie

Lehe – Suur Paks Mastif

Der englische Mastiff steht für einen ziemlich großen und gemütlichen Hund, der es nicht eilig hat. Auch dieser Barley Wine mit aristokratischen Wurzeln braucht seine Zeit. Dies gilt sowohl für die Reifung als auch für den Genuss. Das jetzt vor mir stehende Bier wurde in Cognacfässern gereift. Ein anständiger Barley Wine ist über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinweg haltbar.

In dunklem Rubinrot läuft der Mastif ins Glas. Die hellbraune Schaumkrone, die er dabei bildet, ist recht klein, dafür aber feinporig und mit langer Lebensdauer.

Das Aroma ist sehr komplex. Ich rieche Toffee und Cognac, dazu Trockenfrüchte und kandierte Walnüsse. Wow.

Der Antrunk ist frisch und süß. Er wird durch die sehr feinperlige Kohlensäure abgerundet. Das Mundgefühl ist rund, voll, likörartig und wärmend. Der Geschmack nach Cognac und nach Trockenfrüchten kommt in den Vordergrund. Dabei zeigen sich die 9,6 Volumenprozent Alkohol nicht störrisch, sondern sie passen sich hervorragend in die Geschmackskomposition ein. Im Abgang verstärkt sich die Fruchtigkeit noch weiter, so dass sie bittere Eindrücke weitgehend verdrängt. Dadurch kann sie lange nachklingen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,6 % Vol.

Brauerei:

Lehe Pruulikoda OU
Paldiski mnt 21
Keila
Harjumaa 76606
Estland
https://craft.lehe.beer/

Yankee & Kraut – Transfusion

Nichts gegen auffällige und ungewöhnlich gestaltete Etiketten, aber das Etikett dieses Bieres ist doch sehr unübersichtlich, so dass ich einige Zeit benötigt habe, herauszufinden, wie das Bier überhaupt heißt. Aber da das Brauerduo aus Ingolstadt bekanntlich tolle Biere braut, gehe ich mal davon aus, dass dieses Bier das in meinen Augen misslungene Etikett mehr als wiedergutmacht.

Bernsteinfarben und mit geringer Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Der feinporige Schaum bleibt lange erhalten. Optisch gefällt mir das Bier schon mal.

Düfte nach Karamell und Zitrusfrüchten steigen mir in die Nase, abgerundet durch einige würzige Noten.

Der Antrunk ist recht süß, was mich doch ein wenig überrascht. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt ein leichtes Bitter dazu. Auch die Zitrusaromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Damit kann das Bier mir gefallen, auch wenn es keine Überraschungen bereithält. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit kurzem Nachklang aus.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Caramünch, Pilsener), Hopfen (Callista, Comet, Hallertauer Perle), Hefe

Alkoholgehalt:

4,4 % Vol.

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

Yankee&Kraut GbR
Donaustraße 3
85049 Ingolstadt
https://yankeeundkraut.de/

Musketeers – Troubadour Magma

Die Brauerei The Musketeers liegt in Belgien und entwickelt seit über 15 Jahren Biere mit eigenem Charakter. Die Braumeister lassen sich inspirieren von nationalen und internationalen Bierstilen. Gebraut werden in der Troubadour Serie verschiedene Biere, das Flaggschiff darunter ist das Troubadour Magma, ein Imperial IPA mit 9 Volumenprozent Alkohol.

Bernsteinfarben und hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Optik gefällt mir schon mal.

Beim Aroma fällt mir zuerst der typische Duft der belgischen Bierhefe auf. Dazu kommt der Duft nach Biskuit sowie eine ordentliche Fruchtigkeit. Ich rieche Orangen, Bananen, süße Südfrüchte, dazu einige würzige Noten. Hier mischt sich die Fruchtigkeit eines IPAs mit der hefigen Herbe belgischer Tripel. Dabei sind die 9 Volumenprozent Alkohol gut eingearbeitet. Das macht wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Als erster Eindruck meldet mir meine Zunge eine leichte Malzsüße, verbunden mit dem Geschmack nach Karamell. Die feinperlige Kohlensäure ist gut dosiert und sorgt für eine ordentliche Frische. Der Körper ist für ein IPA voll und schwer, fast likörartig. Die Süße nimmt auf der Zunge zu und paart sich mit einem diskreten Bitter. Die Fruchtigkeit ist deutlich weniger stark ausgeprägt als ich es nach dem Aroma erwartet hätte und erinnert jetzt an Trockenfrüchte. Auch der Alkohol kommt aus dem Hintergrund. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter bleibt diskret und die Fruchtigkeit dominiert. Sie klingt noch lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij The Musketeers
Reepstraar 208
9170 Sint-Gillis-Waas
Belgien
www.themusketeers.be

De Halve Maan – Straffe Hendrik 11°

Straffe Hendrik läutete die Ära der von der Brauerei De Halve Maan in Brügge gebrauten Biere mit starkem Geschmack und hohem Alkoholgehalt ein. Es ist das Flaggschiff der ältesten Brauerei in der Brügger Innenstadt, die ansonsten für ihre Brugse Zot Blond und Donker (dunkel) bekannt ist.

Straffe Hendrik ist ein Synonym für lebendige Biere deren Geschmack sich durch die erneute Gärung in der Flasche entfaltet. De Halve Maan kann auf fünfhundert Jahre Braugeschichte zurückblicken. Als Sendersud stellte De Halve Maan 1981 zum Gedenken an die Einweihung einer Statue des heiligen Arnold, des Schutzpatrons des Bierbrauens, in der Stadt Brügge ein spezielles obergärige „Strohbier“ her. Der Name ist eine Hommage an die Generationen von Maes-Nachkommen, die alle Henri – Hendrik – genannt wurden und die für die Brauerei verantwortlich waren. Die Familie Straffe Hendrik wurde mit dem gleichnamigen Tripel gestartet, gefolgt vom Quadrupel, das jetzt vor mir steht.

Das dunkel mahagonifarbene Bier lässt mich schon durch seine Farbe etwas besonderes erwarten. Die sahnige Schaumkrone ist hellbraun und erinnert durchaus an die Crema eines Espresso.

Im Aroma fallen zunächst die Röststoffe auf, die dem Duft dieses Biers ihren Charakter verleihen. Aber auch der Duft nach Karamell ist deutlich wahrnehmbar, genau wie das Aroma dunkler Früchte und Trockenfeigen.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß. Mich überrascht, dass das Bier wenig Kohlensäure enthält, was mich in diesem Fall aber nicht stört. Auf der Zunge bleibt die Süße erhalten, gepaart mit einer leichten Fruchtigkeit. Jetzt tauchen auch einige würzige Noten auf. Ich schmecke Koriander und Anis. Das Mundgefühl ist voll und rund. Auch der Abgang ist immer noch süß und erinnert sogar etwas an Sirup. Dazu kommt ein sehr geringes Bitter, das aber überraschend lange nachklingt.

Zu diesem Bier passen verschiedene Desserts, vor allem mit Schokolade oder Puddinge, die an Bayrisch Creme erinnern. Die Brauerei traut dem Straffe Hendrik Quadrupel eine Mindesthaltbarkeit von 36 Monaten zu. Ich glaube aber, dass dieses Bier auch nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit einen Versuch wert ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saaz, Styrian), Hefe, Kandiszucker

Alkoholgehalt:

11 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Brouwerij De Halve Maan
Walplein 26
8000 Brügge
Belgien
www.straffehendrik.be