Archiv der Kategorie: Craft Beer

Mort Subite – Gueuze Lambic

Bei Mort Subite wurde erstmals im Jahr 1686 Bier gebraut. Heute steht die Brauerei für gute und einmalige Biere. Das Senne-Tal in der Nähe von Brüssel ist der einzige Ort, an dem lambische Biere gebraut werden können. Wilde Hefen befinden sich in der lokalen Luft, um eine der ältesten und einzigartigsten Biersorten der Welt herzustellen. Während des Brauens wird keine Hefe hinzugefügt – das Bier wird einfach der Luft ausgesetzt und die wilden Hefen tun ihr Übriges. Die Aufgabe des Braumeisters Bruno Reinders besteht darin, zu sorgen, dass die Natur nicht zu wild wird. Bereits seit mehr als drei Jahrzehnten ist er der kreative Kopf hinter den Mort Subite-Bieren.

Bernsteinfarben und klar fließt das Bier ins Glas und bildet dabei viel festen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist säuerlich-fruchtig. Düfte nach getrocknetem Obst und frisch gemähtem Gras steigen mit in die Nase.

Reichlich Kohlensäure sorgt dafür, dass das Bier vom ersten Moment an einen frischen und spritzigen Eindruck hinterlässt. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, der Geschmack nach grünen Äpfeln und getrockneten Birnen breitet sich aus, zusammen mit einer leichten Süße. Das Mundgefühl ist frisch und voll. Der Abgang ist mild mit kurzem säuerlich-fruchtigem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Fructose-Glucose-Sirup, wilde Hefen, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Stammwürze:

12,4° Plato

Bittereinheiten:

5 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° – 7° Celsius

Brauerei:

Mort Subite
Lierput 1
1730 Kobbegem
Belgien
www.mort-subite.be

Rügener Insel-Brauerei – Baltic Dubbel

Das Baltic Dubbel aus Rambin hat bei Meininger’s International Craft Beer Award 2019 die Goldmedaille gewonnen. Eigentlich gibt es dann ja keinen Grund mehr, dieses Bier zu besprechen, denn viel mehr kann über die Qualität dieses Bieres ja kaum noch gesagt werden. Aber ein gutes Bier reizt mich selbstverständlich auch immer, so dass ich es jetzt verkosten werde. Und nun reicht es auch mit den Vorschusslorbeeren, kommen wir endlich zum Bier.

Rubinrot präsentiert sich das Bier mit einem festen elfenbeinfarbigen Schaum, der sehr lange erhalten bleibt. Wirklich – ein Bier wie gemalt.

Dazu passt auch das Aroma. Röststoffe steigen mir in die Nase, dazu die Düfte nach getrockneten Bananen und Trockenpflaumen, abgerundet durch einige würzige Noten sowie den Duft dunkler Schokolade. Das ganze Aroma ist leicht süßlich, so dass es mich an Rumtopf erinnert.

Reichlich Kohlensäure – das ist der allererste Eindruck, den das Bier beim Kontakt mit der Zunge hinterlässt. Der zweite Eindruck ist, dass es recht süß ist. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt relativiert sich der erste Eindruck aber schnell. Die Röstaromen spielen ganz vorn mit, das Aroma dunkler Schokolade und von getrockneten Bananen kommt in den Vordergrund. Der Alkohol ist deutlich zu schmecken, bleibt aber weitgehend im Hintergrund. Das Mundgefühl ist leicht und vollmundig, dabei weich. Der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes Bitter mit einer gut abgestimmten Fruchtigkeit aus sowie durch einen langen Nachklang. Beinahe erscheint der Nachklang likörartig.

Viele Konsumenten stutzen zunächst bei dem Preis des Bieres, aber ich bin mir sicher: Dieses Bier ist jeden Cent wert, den der Laden dafür verlangt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Roggenmalz, Traubenzucker, Hopfen, Meersalz. Gewürze, Hopfen.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Rügener Insel Brauerei GmbH
Hauptstraße 2c
18573 Rambin
www.insel-brauerei.de

Von Freude – Das IPA

Es war im Jahr 2016, als sich das Team der Brauerei an die Arbeit gemacht hat, um das perfekte IPA zu kreieren. Es sollte fruchtig und dezent sein, herb und gleichzeitig angenehm. Und wie der Name des Bierstils schon sagt, sollte es hell sein. Halt ein IPA, das man jeden Tag trinken möchte. Und nun, drei Jahre später steht es vor mir. Ein Blick auf das vordere Etikett zeigt schon eine weitere Besonderheit dieses Biers: Mit 4,8 Volumenprozent ist es für ein IPA recht leicht. Ob das auch für den Geschmack gilt will ich jetzt herausfinden.

Goldfarben mit einem leichten Stich ins Rote und einer leichten Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone fällt für ein India Pale Ale überraschend klein aus, bleibt aber lange erhalten.

Und schon steigt mir ein ganzer Obstsalat in die Nase. Ich rieche Grapefruit, Karamell, Äpfel und Kiwi. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und er zeichnet sich durch eine leichte angenehme Süße aus, auf der Zunge bildet dich der Geschmack nach Grapefruit und auch die anderen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommen Bitterstoffe, die an den Geschmack von Grapefruitkernen erinnern. Ich kann kaum glauben, dass dieses Bier nur 32 IBU hat, so schlank und süffig wie es ist. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang dominiert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

Wahnsinn GmbH
Tarpenbekstraße 143
20251 Hamburg
www.vonfreude.de

Hopfenreiter 2019

In jedem Jahr braut Maisel & Friends seinen Hopfenreiter, ein Double IPA, in diesem Jahr zum vierten Mal. Das Besondere an diesem Bier ist, dass verschiedene Brauereien für diesen Sondersud ihren Lieblingshopfen spenden. Die Brauereien wechseln von Jahr zu Jahr, so dass auch jeder Hopfenreiter anders ist. Lediglich der Bierstil bleibt der gleiche. In diesem Jahr sind einige Hopfensorten dabei, die ich noch nicht kenne, so dass es sich lohnt, zunächst einen kurzen Blick darauf zu werfen, bevor ich das Bier verkoste.

Moutere

Dieser Hopfen stammt von Tiny Rebel Brewing in Newport, South Weles. Dieser Hopfen hat nicht nur viel Alphasäure, die für eine ordentliche Bitterkeit sorgt (17,5 – 19,5 %), sondern bringt auch einen unverwechselbaren Duft nach Grapefruit und Passionsfrucht ins Bier.

Citra

Gespendet von der Brouwerij De Molen in Bodegraven, Niederlande. Dies ist der Obstsalat unter den Hopfen. Neben Limetten und Grapefruit bringt diese Hopfensorte einen ganzen Korb tropischer Früchte ins Bier.

Ekuanot

Sudden Death Brewing vom Timmendorfer Strand hat diesen Hopfen beigetragen. Düfte nach Zitrusfrüchten, Beeren Melone und Kräutern zeichnen diesen Hopfen aus.

Comet

Dieser Hopfen stammt von Tilmans Biere im schönen München. Dieser Hopfen hat eine wechselreiche Geschichte hinter sich. Anfangs als Bitterhopfen gezüchtet und erstmals 1961 in den USA zugelassen wurde der Anbau in den 1980er Jahren aufgrund des geringen Alphasäuregehalts von 10 % eingestellt. Da er aber Düfte und Geschmack von Ananas und Holunderblüten ins Bier bringt, erlebt er derzeit ein Comeback.

El Dorado

Tropische Aromen nach Ananas und Mango steuert dieser von ÜberQuell in Hamburg beigesteuerte Hopfen in die Flasche und ins Glas.

Azacca

Auch Maisel & Friends selbst wollte und konnte nicht ohne Hopfenspende brauen und hat diesen erst 2014 freigegebenen Hopfen mit Aromen nach Zitrusfrüchten, Mango, Apfel, Birne und Tannennadeln beigesteuert.

Na, bei dieser Hopfenmischung muss das Bier doch wohl etwas ganz Besonderes sein. Und tatsächlich – bereits als ich das Bier einschenke steigen mir intensive Aromen nach Grapefruit, Ananas und Harz in die Nase. Da muss ich doch gleich noch weiter schnuppern. Bei jedem Atemzug stellt meine Nase neue Düfte fest, die ich bereits bei der Beschreibung der Hopfen beschrieben habe. Ob der Geschmack ebenfalls so komplex ist?

Bevor ich das Bier verkoste sehe ich es mir erst einmal an. Rotgolden bis honigfarben strahlt mir das Bier entgegen mit seiner sehr voluminösen Krone aus sehr festem Schaum, der auch wirklich lange erhalten bleibt. Jetzt ist es aber wirklich an der Zeit für den ersten Schluck.

Der erste Eindruck, den der Hopfenreiter beim allerersten Kontakt mit der Zunge macht, ist eine frische leichte Süße. Ist da das richtige Bier in der Flasche? Ja, unverzüglich lässt der Hopfenreiter seine Muskeln spielen. Eine kräftige Fruchtigkeit breitet sich in meinem Mund aus, die Süße wird noch stärker und paart sich mit einem angenehmen Bitter. Das Mundgefühl ist fast dickflüssig. Jetzt kommt noch der Geschmack nach Erdbeeren auf und verbindet sich mit dem Geschmack tropischer Früchte. Ich habe einen ganzen Obstsalat im Mund. Dabei sind die 8,5 Volumenprozent Alkohol gut eingearbeitet, so dass er nicht durchschmeckt. Der Abgang ist erstaunlich mild, dabei fruchtig und bitter, und er klingt lange nach. Sogar nach 10 Minuten kann ich das Bier noch leicht schmecken.

Ich weiß nicht, wie Maisel & Friends dieses Bier im nächsten Jahr noch toppen will. Der Hopfenreiter ist wie in jedem Jahr ein Sondersud und wenn er weg ist, ist er weg. Sie können ihn bei www.flaschenfreund.de bestellen oder direkt im Brauereiladen von Maisel & Friends erwerben.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Moutere, Citra, Ekuanot, Comet, El Dorado, Azacca), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

18,8° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Bunthaus – Hopfengestopftes Pils

Das Bier, das jetzt vor mir steht, stammt von Deutschlands größter Flussinsel, aus Hamburg-Wilhelmsburg. Dort existiert seit dem Jahr 2016 die kleine Spezialitätenbrauerei Bunthaus, die nach der Bunthäuser Spitze benannt ist, dem südlichsten Punkt der Elbinsel. Dort teilt sich die Elbe auf ihrem Weg zur Nordsee für 15 km in Norder- und Süderelbe auf.

Wie ich es bei einer norddeutschen Brauerei nicht anders erwarten würde haben die beiden Gründer zunächst mit einem Pils begonnen, ihr Sortiment aufzubauen. Dieses Pils steht jetzt vor mir.

Goldfarben mit einem leichten Rotstich steht das Bier jetzt vor mir. Die Hefetrübung ist nicht allzu ausgeprägt, dafür ist der feinporige Schaum umso üppiger. Ups, bleibt er lange erhalten. Ich hätte wirklich vorsichtiger einschenken sollen.

Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Ananas und Maracuja steigen mir in die Nase, dazu einige blumige Noten.

Der Antrunk ist leicht süß, was bei der sehr reichlich vorhandenen Kohlensäure aber fast nicht ins Gewicht fällt. Auf der Zunge spiegeln sich die fruchtigen Aromen wider. Das Bier erinnert mich jetzt fast an ein Pale Ale, besonders weil es für ein norddeutsches Pils doch erstaunlich wenige Bitterstoffe enthält. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und klingt lange nach. Jetzt bin ich mir sicher – das ist ein richtiges Pils, zwar ein ungewöhnliches, aber dafür richtig lecker.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Columbus, Magnum, Cascade, Mosaic, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Bittereinheiten:

34 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Jens Hinrichs
Moorwerder Hauptdeich 33
21109 Hamburg
http://www.bunthaus.beer/

Hertl – Room 203

Das Room 203 ist ein Mohn Milk Stout, welches in Hagen im Collaboration Brew von Freigeist Bierkultur und Hertl, der nach eigenen Angaben kleinsten Brauerei Frankens, gebraut wird. Es wurde unter Verwendung von Mohn und Laktose gebraut.

Blickdicht schwarz läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine hellbraune feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Eine tolle Optik.

Düfte nach dunkler Schokolade und Kaffee steigen mir in die Nase, abgerundet durch einen Hauch Vanille sowie eine Ahnung roter Beeren. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist wie erwartet ziemlich süß, macht aber durch die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure einen angenehmen Eindruck. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, jetzt kommt auch der Mohn zum Tragen. Dazu kommen ein passendes angenehmes Bitter sowie eine leichte Säure. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Im Abgang wird das Bier trockener, auch hier fällt die leichte Säure auf. Der Geschmack der Röststoffe klingt noch einige Zeit nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Roggenmalz, Mohn, Milchzucker, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
https://braumanufaktur-hertl.de

zusammen mit

Freigeist Bierkultur
c./o. Vormann Brauerei
Braugasse 3-5
58091 Hagen-Dahl

 

Hoppebräu – Wuidsau

Das Wuidsau von Hoppebräu aus Waakirchen ist ein Amber Ale mit 5,6 vol. % Alkoholgehalt und 45 Bittereinheiten (IBU). Die Biere von Markus Hoppe sind filtriert, was für einen klaren Geschmack sorgen soll. Hoppebräu ist ein Familienbetrieb, in dem sogar seine Großeltern und eine Freundin der Familie Markus beim Etikettieren, Flaschenträger zusammenbauen und dem Designen der Biere unterstützen.

Intensiv eingefärbt in dunkler Bernsteinfarbe fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feste und beige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Im Aroma halten sich Hopfen und Malz die Waage. Ich rieche Karamell und rote Beeren, die durch einige harzige Noten abgerundet werden.

Der Antrunk ist wie erwartet recht süß. Die feinperlige Kohlensäure ist eher knapp dosiert. Da würde ich mir etwas mehr erwarten. Das Mundgefühl ist überraschend schwer. Die Süße des Karamells vereinigt sich mit der Würzigkeit des Hopfens. Der Abgang ist nur leicht Bitter, aber mit langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Caraaroma), Hopfen (Galaxy, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % vol.

Stammwürze:

13° Plato

Bittereinheiten:

45 IBU

Brauerei:

Hoppebräu GmbH
Tölzer Straße 37
83666 Waakirchen
www.hoppebraeu.de

Brakspear – Oxford Gold

Wieder einmal steht ein Bier vor mir, das Lidl vor einiger Zeit im Rahmen einer Craft-Bier-Aktion verkauft hat. Ich stehe diesen Aktionen mit zwiefältigen Gefühlen gegenüber. Einerseits ist es mir durchaus sympathisch, wenn Konsumenten mit niedriger Hemmschwelle an Biere herangeführt werden, die abseits des Einheitsgeschmacks der Industriebiere sind, andererseits setzen die Niedrigpreisaktionen die kleinen Craft-Brauereien noch weiter unter Druck. Aber solange sich Lidl auf eine Aktion alle paar Monate beschränkt, dürften die Vorteile doch überwiegen. Versuche ich also, das Bier vorurteilsfrei zu verkosten.

Golden mit einem deutlichen Rotstich fließt das Bier ins Glas und bildet dabei recht wenig feinporigen Schaum, der aber sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist eher schwach ausgeprägt, dabei malzbetont mit einer leichten Fruchtigkeit nach Orangen.

Der Antrunk ist vergleichsweise trocken. Trotzdem enthält das Bier überraschend viel sehr feinperlige Kohlensäure. Dadurch ist das Brakspear beim ersten Eindruck etwas unausgewogen. Auf der Zunge bildet sich ein Bitter, das ich in dieser Intensität bei einem Bier von Lidl nicht erwartet hätte. Dabei ist das Bier recht vollmundig und süffig. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer, trotzdem klingt es lange nach.

Die von Lidl als Craft-Bier vertriebenen Biere sind durchaus von sehr unterschiedlicher Qualität. Das Oxford Gold gehört zu denjenigen Bieren, die mir besser gefallen und es ist das erste Bier dieses Unternehmens, das mich wirklich überraschen konnte. Es gibt dieses Bier auch in einer Bio-Variante, die ich bislang aber nirgendwo entdecken konnte. Ich würde sie gerne einmal im Vergleich trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Glukosesirup, Hopfen (Golding, Styrian Golding, Fuggel, Admiral), Hefe

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol. (das in Fässer abgefüllte Bier gleichen Namens kommt mit nur 4,0 Volumenprozent Alkohol daher)

Brauerei:

Marstons PLC
Wolverhapton
WV1 4JT
Großbritannen

für

Brakspear
Henley an der Themse
Oxfordshire
Großbritannien
https://www.brakspear-beers.co.uk/

Flügge – Gräg

Gräg, das klingt nach schon nach dem hohen Norden. Und tatsächlich – Gräg ist ein saures IPA, das wie viele der Biere von Joachim und Dominik mit der norwegischen Hefeart Kveik vergoren wurde. Um das Mundgefühl noch etwas luxuriöser zu machen, kamen bei Gräg zudem Milchsäurebakterien zum Einsatz. Diese sollen dem Bier eine herrlich samtige Konsistenz verleihen und dem Geschmack einen schönen Säurekick geben.

Rotgolden fließt das Bier ins Glas und bildet dabei reichlich festen Schaum, der lange erhalten bleibt.

Aromen nach Grapefruit und Maracuja, nach Zitrone und Biskuit steigen mir in die Nase, so dass ich ein ausgewogenes Verhält von Sauer und Süß erwarte.

Trocken und mit auffällig wenig Kohlensäure trifft das Bier auf meine Zunge. Dort steht die fruchtige Säure im Mittelpunkt, die durch ein freundliches Bitter ergänzt wird. Das Mundgefühl ist voll und weich. Die 6,8 Volumenprozent Alkohol unterstützen das Spiel von Süß und Sauer hervorragend. An einem warmen Sommerabend ist dieses Bier sehr erfrischend, zumindest wenn es vorher gut gekühlt wurde. Der Abgang ist mild mit einem leichten Sauer, das meine Kehle nicht überfordert. Trotzdem klingt der Geschmack überraschend lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale Malz, Red X, Sauermalz), Weizenmalz, Haferflocken, Hopfen (Chinook, Cascade, Citra, Columbus), Hefe

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

18,0° Plato

Bittereinheiten:

13 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Brauerei Flügge
Goldsteinstraße 254
60529 Frankfurt am Main

Sierra Nevada – Sidecar

Die Sierra Nevada Brewing Company wurde 1980 von Ken Grossman und Paul Camusi gegründet und ist heute die siebtgrößte Brauerei der USA mit mehr als 450 Beschäftigten. Das Bier dieser Brauerei wird weltweit vertrieben und so steht jetzt eine Flasche Sidecar vor mir. Ich habe zwar keine Ahnung, weshalb die Brauerei dieses Bier ausgerechnet Seitenwagen genannt hat, aber ich werde es auf jeden Fall jetzt öffnen.

Golden, hefetrüb und mit einer durchschnittlichen Menge feinporigen Schaums präsentiert sich das Bier im Glas. Da der Schaum recht lange erhalten bleibt, hat die Brauerei bei der Optik nichts falsch gemacht, auch wenn das Aussehen des Biers keine bemerkenswerten Eigenschaften aufweist.

Das Aroma ist fruchtig mit einer deutlichen Tendenz zur Orange, aber überraschenderweise ist der Duft nicht süß.

Wie erwartet ist der Antrunk wunderbar fruchtig und dabei malzig, wobei die reichlich dosierte Kohlensäure für eine ordentliche Frische sorgt. Auf der Zunge kommt ein kräftiges Bitter dazu, das für ein volles Mundgefühl sorgt. Dabei bleibt die Drinkability aber gewahrt und auch die Fruchtigkeit lässt sich nicht in den Hintergrund drängen. Im Abgang lässt das Bitter etwas nach, die Fruchtigkeit kommt noch stärker nach vorne und der Geschmack klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pilsener, Karamelmalz), Hopfen (Crystal, Magnum, Simcoe), Hefe, Orangenschale

Alkoholgehalt:

6,8 % Vol.

Stammwürze:

15,7° Plato

Bittereinheiten:

35 IBU

Brauerei:

Sierra Nevada Brewing Co.
1075 East
20th Street
Chico, CA 95928
USA
www.sierranevada.com