Archiv der Kategorie: Craft Beer

Doppelleu – Single Hop Black Ale

Das Single Hop Black Ale stammt aus der Doppelleu Brauwerkstatt im schweizerischen Winterthur. Alle Biere dieser Brauerei sind obergärig und modern gehopft. Es gibt zwei Produktlinien: die Chopfab-Biere (7 Sorten) und die aufwändigen Doppelleu-Biere (6 Sorten).

Blickdicht und glänzend schwarz präsentiert sich das Bier. Es bildet leicht überdurchschnittlich viel festen Schaum, der ungewöhnlich dunkel ist und sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert. Ich rieche Kaffee und Schokolade, unterstützt durch den Duft nach Pumpernickel.

Der Antrunk ist trocken und ich stelle fest, dass dieses Bier nur wenig dafür aber sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Der Geschmack nach Pumpernickel zusammen mit kräftigen Kaffeenoten treten bei diesem Bier in den Vordergrund. Trotz des Eindrucks von Pumpernickel ist das Bier angenehm herb. Im Abgang kommt noch eine Schokoladennote zum Vorschein, die sich mit einem leichten Geschmack nach Mokka hervorragend verträgt. Der Nachklang ist ellenlang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Ale, CaraAroma, Münchner), Röstgerste, Hopfen (Galaxy), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 %

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Doppelleu Brauwerkstatt AG
Industriestrasse 40
8404 Winterthur
Schweiz
www.doppelleu.ch

NBG India Pale Ale

NBG ist offensichtlich eine Abkürzung, in diesem Fall sogar doppelt. NBG ist eine geläufige Abkürzung für Nürnberg, aber auch für „New Beer Generation“, zwei Amerikaner, die mit nach amerikanischen Rezepten gebrautem Bier von Nürnberg aus die deutsche Bierwelt erobern wollen. Allerdings brauen sie nicht selbst, sondern in der Brauerei Binkert in Breitengüßbach. Ich bin mir nicht sicher, ob Deutschlands Bierkultur unbedingt Entwicklungshilfe aus den USA nötig hat, aber Vielfalt kann ja nie schaden. Egal, jetzt geht es erst einmal um das NBG IPA.

Das Etikett ist nicht sonderlich aussagekräftig. Die Entstehungsgeschichte des IPA wird wieder einmal neu durchgekaut, die Brauer verraten, dass sie sich ans deutsche Reinheitsgebot halten, und das war es im Wesentlichen auch schon. Nicht einmal, dass NBG seinen Sitz in der Bismarckstraße in Nürnberg hat, wird verraten, genau wie auf dem Etikett die Website des Unternehmens verheimlicht wird. Ich denke einmal, dass für die nächste Auflage der Etiketten die Beschriftung überarbeitet werden sollte. Aber kommen wir endlich zum Wesentlichen, zum Bier.

Goldgelb und leicht hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas, darüber viel weißer feinporiger Schaum mit guter Standfestigkeit. Optisch ist an dem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Auch das Aroma ist vielversprechend. Ich rieche Zitrusfrüchte, Ananas und Holunderblüte. Die Düfte gefallen mir, auch wenn für meinen Geschmack zur Perfektion noch etwas Karamell des Malzes fehlt. Aber das ist mein persönlicher Geschmack und jeder kann das anders empfinden.

Der Antrunk ist leicht süß und fruchtig und ich stelle die sehr feinperlige Kohlensäure fest. Mich wundert etwas, dass ich jetzt zumindest schwach die das Malz schmecken kann, obwohl es im Aroma nicht festzustellen war. Schnell schlagen dann die Bitterstoffe zu, was bei 50 IBU kein Wunder ist. Dadurch wird die Fruchtigkeit etwas in den Hintergrund gedrängt. Mich überrascht, dass der Abgang dann milder und freundlicher wird. Das trockene Bitter klingt auch recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Herkules, Hallertau Mittelfrüh, Columbus, Cascade, Comet), Hefe

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Brauhaus Binkert GmbH & Co. KG
Westring 5
96149 Breitengüßbach
www.mainseidla.de

gebraut für:

New Beer Generation
Bismarckstr. 45c
90491 Nürnberg

Kona Hanalei Island IPA

Derzeit scheint es große Mode zu sein, die Biere mit kurzen Geschichten zu bewerben, die eine positive Stimmung erzeugen sollen. Da macht auch die Brauerei Kona Brewing Co. auf Hawaii keine Ausnahme, die zu ihrem Hanalei Island IPA den folgenden Text schreibt: „An der Nordküste von Kauai liegt die perfekt sichelförmige Hanalei-Bucht vor üppigen, grünen Bergen, die von Wasserfällen durchzogen sind, welche vom warmen pazifischen Regen gespeist werden. Das ist das Hawaii deiner Träume. Lassen Sie Ihr Kajak in das ruhige blaue Wasser an der historischen Mole gleiten und genießen Sie den unvergleichlichen Blick auf die weißen Sandstrände, das kleine Dorf Hanalei und den Makana Berg (bekannt als Bali Hai), der über Ihnen thront. Wenn Sie von dieser Bucht aus zur Nā Paliküste oder den Hanalei River hinauf paddeln, werden Sie weitere Naturwunder entdecken, die Sie nur sehen können, wenn Sie über das Wasser gleiten. Mit der Sonne über Ihnen und Ihren Sorgen hinter Ihnen, könnten Sie sich einfach so fühlen, als wäre dieser Ort so nah am Paradies wie nie zuvor.“ (Übersetzung von mir)

Aha, so ganz das Paradies soll dieses Bier nicht sein, nur knapp davor. Im Vergleich zu anderen Geschichten hält sich Kona mit solchen Superlativen angenehm zurück. Dann wollen wir doch mal sehen, wie gut das Bier der Geschichte entspricht. In den fünf Jahren von 2013 bis 2017 wurde dieses Bier immerhin achtmal ausgezeichnet, dreimal mit Silber beim Great American Beer Festival, einmal Gold beim International Craft Awards Competition, je einmal Silber und Bronze beim Great International Beer Competition sowie einmal Gold bei der North American Brewers Association und einmal Silber bei den North American Beer Awards. Na, wenn das nichts ist.

Altgolden und mit sehr viel Kohlensäure präsentiert sich das Bier im Glas. Leider bildet sich nur wenig mittelporiger Schaum, der sich zu allem Überfluss sehr schnell auflöst.

Das Bier duftet intensiv nach tropischen Früchten. Ich rieche Passionsfrucht, Orange, Mango und Ananas. Es wundert mich, dass ich für ein IPA nur wenige Bitternoten riechen kann.

Der Antrunk ist spritzig und nur leicht süß. Damit ist der erste Eindruck im Mund sehr erfrischend. Dann breitet sich der Geschmack nach Südfrüchten auf der Zunge aus, so dass ich die Aromen wiederfinde, die ich auch in der Nase wahrgenommen habe. Darauf folgt ein für mich recht unangenehmes Bitter, das auch den Abgang dominiert und sehr lange nachklingt.

Dieses Bier ist nicht mein Geschmack. Sicher ist das kein objektives Urteil, sensorische Tests sind immer subjektiv. Dieses Bier ist so häufig ausgezeichnet worden, dass es sicher nicht schlecht sein kann, aber meins ist es nicht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale), Hopfen (Mt. Hood, Hallertau, Sterling, Millennium), Hefe, Passionsfrucht, Orange, Guave

Alkoholgehalt:

4,6 % Vol.

Stammwürze:

10,95° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Kona Brewing Company
74-5612 Pawai Pl
Kailua-Kona
HI 96740
USA
www.konabrewingco.com

Zötler – Gold alkoholfrei

Alkoholfreies Bier ist mittlerweile bei den Biertrinkern angekommen. Schließlich muss es nicht immer Alkohol sein. Das haben auch die Brauer der Privat-Brauerei Zötler verstanden, die nach eigenen Angaben die älteste Familienbrauerei der Welt ist. Die geschmackliche Qualität der alkoholfreien Biere hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, so dass hier keine Abstriche mehr gemacht werden müssen.

Das Zötler Gold alkoholfrei wird im Kälte-Kontakt-Verfahren gebraut. Das bedeutet, dass die Brauhefe dem Biersud bei einer Temperatur knapp über dem Gefrierpunkt zugegeben wird. Dort erledigt sie ihre Arbeit, bis ein Alkoholgehalt von maximal 0,5 gemessen wird. Dieser Zeitpunkt ist im Durschnitt nach 24 Stunden erreicht. Die Grenze, bis zu der ein Bier als alkoholfrei verkauft werden darf, liegt bei 0,5 % Vol.

In hellem Goldgelb strahlt mir das Bier im Glas entgegen. Der Schaum ist recht grobporig, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont nach Biskuitteig, unterstützt durch blumige Noten des Hopfens. Dabei ist es nicht so intensiv wie von einem Bier mit Alkohol, aber das können wir von einem alkoholfreien Bier auch nicht erwarten.

Der Antrunk ist weniger süß als ich es erwartet habe und die sehr feinperlige Kohlensäure ist reichlich vorhanden. Auf der Zunge ist deutlich das Getreide zu schmecken, der Hopfen hält sich dezent im Hintergrund. Ich könnte mir vorstellen, dass eine etwas reichhaltigere Gabe von Aromahopfen das Bier deutlich aufwerten würde. Der Abgang ist mild und er klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Stammwürze:

7,8° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Privat-Brauerei Zötler
87549 Rettenberg
www.zoetler.de

BierSelect

Steamworks – Heroica Red Ale

Seit 1995 gibt es das Steamworks Brewpub in Gastown, Vancouver, in dem die Braukessel nach wie vor mit Dampfleitungen aus der Pionierzeit beheizt werden. Als die Biervielfalt und auch die Mengen immer größer wurden, haben die Brauer begonnen, zusätzlich in anderen Brauereien zu brauen. Nach 18 Jahren reichten die Kapazitäten endgültig nicht mehr aus, um der steigenden Nachfrage und den vielen neuen Steamworks Bierkreationen gerecht zu werden.

2013 erfolgte der Spatenstich zum Bau der neuen Brauerei in Burnaby mit eigener Abfüllanlage für Flaschen, Dosen und Fässer. Nun war Steamworks bereit für den Export in die USA und Europa, vornehmlich nach Deutschland, Österreich und die Schweiz. Inzwischen haben die Brauer bereits in einige neue Brautanks investiert und es ist noch Platz für den ein oder anderen Tank mehr.

Das Red Ale, das jetzt vor mir steht, ist wie alle Ales ein mit obergäriger Hefe gebrautes Bier. Wie der Name bereits aussagt, leuchtet es mir rot aus dem Glas entgegen. Da es nicht filtriert ist, enthält es auch eine gute Menge Hefe. Über dem Bier bildet sich unterdurchschnittlich viel feinporiger beiger Schaum, der aber lange erhalten bleibt. Die Optik ist jedenfalls sehr ansprechend.

Das trockene Aroma wird durch das Malz dominiert, zu dem Toffeeduft kommt eine leichte Fruchtigkeit mit Düften nach Zitrusfrüchten und unterstützt durch leichte Aromen von Holz und Vanille.

Der Antrunk ist leicht süß mit sehr feinperliger Kohlensäure. Dann wird das Bier recht schlank, bevor eine leichte Fruchtigkeit einsetzt. Ich schmecke Birne und Litschi. Der Abgang ist überraschend kräftig bitter mit sehr langem Nachklang.

Das Steamworks Heroica Red Ale ist überraschend und spannend.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Cara, Münchner Malz, Chocolate), Hopfen (Cascade, Citra, Simcoe, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

STP GmbH & Co. KG
Moosweg 23
83416 Saaldorf – Surheim
www.steamworks.eu

Camba – EI PI AI

Nun habe ich ein IPA aus der Brauerei Camba in Truchtlaching im Landkreis Traunstein in Oberbayern vor mir stehen. Ich kenne die Brauerei nicht näher, aber es fällt mir auf, dass dort etwa 40 Biersorten gebraut werden. Das ist schon eine erstaunliche Menge, die ich ansonsten bislang nur noch in der Klosterbrauerei in Neuzelle gefunden habe.

Das Ei Pi AI, das ich jetzt vor mir stehen habe, ist bereits dreimal beim Meiningers International Craft Beer Award ausgezeichnet worden, im Jahr 2014 mit Gold sowie 2015 und 2016 mit Silber. Wir können also mit Fug und Recht davon ausgehen, dass es sich hier um ein besonderes Bier handelt.

Golden mit einem leichten Rotstich und hefetrüb steht das obergärige Bier im Glas. Darüber eine sehr schöne große weiße und feinporige Schaumkrone, die auch lange stehen bleibt. Von der Optik bin ich schon mal begeistert.

Das Aroma ist sehr angenehm. Ich rieche Düfte nach Zitronenschale, Orange, und Holunderblüte. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach Karamell.

Der Antrunk ist angenehm süß und es zeigt sich, dass das Bier eine sehr feinperlige Kohlensäure enthält. Dann ist das Bier zunächst sehr fruchtig, mit einem eindeutigen Fokus auf Orangen, bevor mit Macht das Bittere die Oberhand gewinnt. Der Abgang ist freundlich bitter und mit langem Nachklang. Das EI PI AI ist ein Bier, das man unbedingt getrunken haben sollte.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen (Centinnial, Cascade, Chinook, Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

17,5 %

Bittereinheiten:

62 IBU

Brauerei:

Camba Bavaria GmbH
Mühlweg 2
83376 Truchtlaching
www.camba-bavaria.de

Waldhaus – Ohne Filter

Das Waldhaus Ohne Filter ist ein hefetrübes Kellerbier aus dem südlichen Teil des Schwarzwalds, das mit ganzem Doldenhopfen gebraut wird.

Vermutlich nicht ohne Grund wurde dieses Bier vielfach ausgezeichnet. Beim World Beer Award wurde es 2012 als World Best Seasonal Lager geehrt, beim International Taste & Quality Award in Brüssel erhielt es fünfmal 2 Sterne und dreimal drei Sterne, ebenfalls in Brüssel bekam es von 2012 bis 2017 in jedem Jahr die Goldmedaille, beim European Beer Star in München bekam es zweimal Gold, beim Meiningers International Craft Beer Award Platin, bei 1001 Degustations in Frankreich wurde es 2016 mit Silber und 2017 mit Gold ausgezeichnet und von der DLG bekam es insgesamt 18 Medaillen, davon immerhin zwölfmal Gold. Ich habe es jetzt nicht nachgeprüft, aber ich glaube, noch kein Bier, das ich hier verkostet habe, wurde häufiger ausgezeichnet.

Strohgelb und hefetrüb mit einem leichten Stich ins Grüne steht das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr schöne feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Das gefällt mir schon mal.

Das Bier duftet blumig und erdig und der Naturhopfen spendet auch einige grasige Noten. Dazu kommen noch Düfte nach Vanille und Biskuitteig, unterstützt durch Vanille und etwas Waldhonig. Ein derart komplexes Aroma kann nur ein gutes Bier begleiten.

Durch die sehr feinperlige Kohlensäure ist der Antrunk spritzig. Sofort zeigt sich auch, wie vollmundig das Bier ist. Dabei sorgt die Hefe für ein weiches und rundes Mundgefühl. Der Abgang ist wenig bitter mit einem ordentlichen Malzgeschmack. Trotzdem kommt auch hier der Hopfen mit seinen grasigen Noten zu seinem Recht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Spalt, Tettnang, Hallertau), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Privatbrauerei Waldhaus
Waldhaus 1
79809 Waldhaus
www.waldhaus-bier.com

Schoppe – Black Flag

Nun will ich mich ich mich mal wieder einem Bier in der Bundeshauptstadt zuwenden, dem Imperial Stout Black Flag aus der Brauerei Schoppe Bräu. Im Gegensatz zu den meisten anderen Craft-Bieren gibt das Etikett nicht viel her. Deshalb beginne ich sofort mit dem Test.

Dass dieses Bier schwarz ist wundert mich bei diesem Namen nicht. Aber es ist so schwarz, dass es sogar blickdicht ist. Darüber steht eine mittlere Menge haselnussbrauner Schaum, der auch relativ lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist komplex: die Röststoffe bringen ordentlich Kaffee- und Schokoladenaromen mit, dazu rieche ich Pumpernickel sowie einige fruchtige Noten. Das macht zusammen mit der Optik doch richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist relativ neutral. Ich hätte eigentlich mehr Süße erwartet. Dafür merke ich jetzt, dass das Bier reichlich mild perlende Kohlensäure enthält. Aber dann kommt der Körper, und das mit Macht. Die Röstaromen verbinden sich sehr gut mit den Bitterstoffen des Hopfens und einer angenehmen Säure, die mich deutlich an Pumpernickel erinnert. Im Abgang kommt die Säure dann stärker durch, zusammen mit einigen Bitterstoffen und auch der süßsäuerliche Eindruck von Pumpernickel bleibt erhalten. Die Säure ist eigentlich nicht wirklich typisch für ein Imperial Stout. Da muss ich noch einmal auf das Etikett schauen. Ups, das MHD ist bereits seit zwei Monaten abgelaufen. Eventuell kommen die sauren Noten ja davon. Wenn ich das nächste Mal in Berlin bin muss ich mir eine neue Flasche holen und dieses Bier noch einmal testen. Aber auch nach Ablauf des MHD ist das Bier wirklich empfehlenswert; manche Biere reifen ja auch in der Flasche nach und werden noch besser.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9,0 % Vol.

Brauerei:

Schoppe Bräu
Hasenheide 69
10967 Berlin
http://www.schoppebraeu.de

Einstök – Icelandic Arctic Pale Ale

Jetzt steht erstmals ein Bier aus Island vor mir. Das Einstök Icelandic Arctic Pale Ale. Island ist bekannt für seine heißen Quellen und damit für seinen Überschuss an erneuerbaren Energien. Aber nicht nur das ist eine Besonderheit der Biere aus der Brauerei Einstök, sondern die Brauer versichern auf ihrer Website, dass die Biere vegan und ohne genmanipulierte Zutaten hergestellt wurden.

Auch wenn Island nicht unbedingt als Bierland bekannt ist, betonen die Brauer, dass hier die Kenntnisse von Craft-Brauern aus den USA und aus Bayern sowie Hopfen und Malz aus diesen Ländern zusammenkommen und dass dieses Ale auf diese Weise erfrischend isländisch sei. Dann wollen wir mal prüfen, ob das auch stimmt.

Leuchtend bernsteinfarben ist das Bier mit einer durchschnittlichen Menge feinen weißen Schaums, der auch einige Zeit erhalten bleibt. Mir fällt noch auf, dass das Bier viel feinperlige Kohlensäure enthält.

Das Aroma wird durch das Malz geprägt. Der Duft nach Karamell verbindet sich gut mit Noten von Orangenschale, etwas Honig, Zitrusfrüchten und Holunderblüte. Es ist nicht so fruchtig wie bei einem Pale Ale, aber doch sehr angenehm. Da der Hopfen nicht allzu sehr im Mittelpunkt steht, erwarte ich ein eher mildes Pale Ale.

Der Antrunk ist spritzig und frisch mit einer leichten Süße. Auf der Zunge bildet sich schnell ein freundliches und fruchtiges Bitter, stärker als ich es nach dem Aroma erwartet hätte, aber durchaus angenehm. Der Abgang ist dann leicht trocken und mit langem Nachklang.

Das Einstök Icelandic Arctic Pale Ale ist ein Ale, bei dem es sicher nicht mit dem Hopfen übertrieben wurde. Im Vergleich mit einem IPA ist dieses Bier eher zurückhaltend aber trotzdem stilsicher gehopft. Es ist ein Bier mit Charakter, das nicht den Anspruch hat, jedem zu gefallen, mit dem ich mich aber doch anfreunden kann.

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

13° Plato

Brauerei:

Einstök Ölgerd
Furuvellir 18
600 Akureyri
Island
www.einstokbeer.com

Braumanufaktur – Winterbock

Nun habe ich einen Winterbock aus der Braumanufaktur in Potsdam vor mir stehen. Die kleine Brauerei, die 2003 mit der Produktion begann, stellt im Laufe eines Jahres immerhin elf unterschiedliche Biere her, auch wenn einige der Biere nur saisonal gebraut werden. Eines davon ist der Winterbock, der jetzt vor mir steht.

Bevor ich mit dem Bier beginne noch einige kurze Impressionen zur Brauerei. Ehrlich gesagt kannte ich sie vor einer Woche überhaupt noch nicht. Aber dann war ich auf der Grünen Woche in Berlin, wo ich den Stand der Braumanufaktur gesehen habe und ihn selbstverständlich aufsuchen musste. Ich wurde nicht nur sehr freundlich und zuvorkommend empfangen, sondern erhielt auch gleich fünf unterschiedliche Biere zum Verkosten und zum anschließenden Beschreiben hier im Blog. Heute stelle ich das erste Bier vor.

Bernsteinfarben, fast wie Cognac, präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich viel sahniger Schaum, weiß mit einem leichten Stich ins Ocker, der nur langsam in sich zusammenfällt. Optisch hat die Braumanufaktur schon mal keinen Fehler gemacht.

Das Aroma ist schon mal überzeugend und komplex. Eindeutig dominieren die Röstaromen die Nase, aber dazu kommen Noten von Banale, Karamell, Holunderblüte, eine leichte Whiskynote sowie Mandeln oder Marzipan. Das macht doch ordentlich Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und schwer. Jetzt fällt auf, dass das nicht filtrierte Bier recht wenig Kohlensäure enthält. Daher wirkt das Bier im Antrunk, der bereits sehr geschmacksintensiv ist, beinahe wie ein Likör. Schnell kommen aber noch andere Geschmäcker zum Vorschein. Der Whisky, den ich bereits im Aroma bemerkt hatte, kommt wieder durch und verbindet sich hervorragend mit dem Geschmack winterlicher Gewürze und dunkler Trockenfrüchte. Ich meine, Trockenpflaumen zu schmecken. Der Abgang ist dann sehr mild und kaum bitter, klingt aber trotzdem lange nach.

Als Aperitif ist dieses Bier sicher gut geeignet, schmeckt aber auf jeden Fall auch an einem Winterabend nach einem Spaziergang im verschneiten Wald.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol. (Angabe auf dem Etikett, im Internet werden 6,0 % Vol. angegeben)

Stammwürze:

16,5° Plato

Brauerei:

Köhler & Kirchhoff GbR
Templiner Str. 102
14473 Potsdam
www.braumanufaktur.de