Archiv der Kategorie: Craft Beer

Riegele – Noctus 100

Das Bier, das jetzt aus der Braumanufaktur Riegele vor mir steht, wurde erstmals als Geschenk für Katharina die Große am Hof des russischen Zaren gebraut. Die Zahl 100 im Namen steht für 100 Dunkeleinheiten, was bedeutet, dass das Bier tiefschwarz ist. Bei dieser Geschichte darf ich mich wohl auf ein ganz besonderes Bier freuen.

Und tatsächlich, das Bier ist blickdicht schwarz. Selbst als ich das Glas gegen das Licht halte, schimmert absolut nichts durch. Über dem Bier steht eine durchschnittliche Menge feinporiger brauner Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal königlich.

Betörend ist auch das Aroma. Düfte nach Bitterschokolade und Kaffee steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, was aber gut mit der gut dosierten und sehr feinperligen Kohlensäure harmonisiert. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt lässt es seine Muskeln richtig spielen. Es ist wuchtig und schwer, wobei der Geschmack nach Schokolade dominiert. Dazu kommt eine leichte Säure die das Noctus 100 gut abrundet. Insgesamt ist der Geschmack sehr stimmig. Der Abgang ist freundlich bitter und er klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pale Chocolate, Dark Chocolate, Steffi, Münchner Malz, Amber Malz), Weizenmalz, Haferflocken, geröstete Gerste, Hopfen (First Gold, Golding), Hefe (Irische Ale Hefe)

Alkoholgehalt:

10 % Vol.

Brauerei:

Brauerei S.Riegele
Inh. Riegele KG
Frölichstraße 26
86150 Augsburg
www.riegele.de

Veto Schokobär

Nach längerer Zeit habe ich jetzt wieder ein Bier aus Franken vor mir stehen. Von den fränkischen Bieren bin ich bereits verwöhnt. Bekanntlich hat Franken die höchste Brauereidichte Deutschlands und die vielen kleinen Brauereien geben sich wirklich Mühe, individuelle Biere zu kreieren. Aber diesmal erwarte ich etwas ganz Besonderes. Dass dunkle Biere einen Duft nach Schokolade aufweisen ist häufig. Aber wenn ein Bier schon Schokobär heißt und keine Schokolade verbraut wurde (was das Reinheitsgebot verbietet), dann muss es schon etwas sehr Spezielles sein.

Tiefschwarz und blickdicht ist das Bier. Darüber recht viel haselnussbrauner feinporig-cremiger Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Wow, dieses Bier scheint meine Erwartungen erfüllen zu wollen.

Das Aroma wird durch die Röststoffe des Malzes bestimmt. Deutlich ist der Duft von Schokolade vorhanden, dazu ist er leicht süßlich. Dieses Bier verspricht spannend zu werden.

Der Antrunk ist weniger süß als ich erwartet habe. Dazu kommt eine sehr feinperlige Kohlensäure, wodurch das Bier eine frische Note bekommt. Der Körper ist dann genauso intensiv wie die Farbe. Wie der Name bereits suggeriert hat, schmecke ich Bitterschokolade und Espresso. Ich bin jetzt bereits von diesem Bier begeistert, aber wirklich überraschend ist der Abgang. Die Bitternote kommt stärker durch. Dazu ein leicht angebrannter Geschmack, der aber vermutlich gewollt ist. Anfangs ist der Geschmack sehr intensiv, die Intensität lässt aber schnell nach. Wenn er relativ schwach geworden ist, hält er aber noch lange an.

Genauso überraschend wie das Bier ist auch die Verzehrempfehlung der Brauerei: „Kühlschrank-kalt öffnen und erleben, wie sich mit steigender Temperatur die Espresso-Note in zartbittere Schokolade verwandelt.“ Das habe ich erst nach der Verkostung gelesen, aber wenn ich das Bier das nächste Mal sehe, werde ich mir sicher wieder eine Flasche mitnehmen und testen, ob sich der Geschmack wirklich mit steigender Temperatur signifikant verändert. Diesem Bier traue ich fast alles zu.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Wiener Malz, Caramelmalz, Röstmalz), Weizenmalz, Gerstenflocken, Haferflocken, Hopfen (Willamette, Hallertauer Mittelfrüh), Hefe

Alkoholgehalt:

7,0 % Vol.

Stammwürze:

16,9° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Hopferei Hertrich
90537 Feucht b. Nürnberg
http://www.hopferei.de

Bajuwarus

Nun will ich mich einem Bier aus Oberfranken zuwenden, dem Bajuwarus Weizenbock aus der Brauerei Maisel’s Weisse in Bayreuth. Ich sehe mir zunächst die Etiketten an. Auf dem Rückenetikett dieses limitierten Biers steht die Zutatenliste, in der mir auffällt, dass der Hopfen noch hinter der Hefe steht, dass also sehr wenig Hopfen verwendet wurde. Ich kann also ein sehr mildes Bier erwarten, das seinen Geschmack aus den verwendeten Malzsorten bezieht. Das finde ich schon mal spannend.

Auch der Name des Bieres wird auf dem Rückenetikett erklärt: „BAJUWARUS leitet sich ab von Bajuwaren, dem ursprünglichen Namen der Einwohner Bayerns. Zusammen der der für Weizenbockbiere so typischen Endsilbe „-us“ ergibt sich eine neue Wortschöpfung, die einprägsam für die Herkunft sowie den starken Charakter dieses Weizenbocks Pate steht.“ Damit wäre auch das geklärt und wir können endlich zum Bier kommen.

Kastanienbraun und hefetrüb präsentiert sich die Bierspezialität im Glas. Darüber bildet sich recht viel feinporiger Schaum, der nur langsam in sich zusammenfällt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Das sehr komplexe Aroma enthält Noten überreifer Bananen, von Feigen, Vanille, Waldhonig sowie einige herbere würzige Noten, die auf dem Etikett als Nelke genannt werden, die ich aber nicht näher bezeichnen kann. Auf jeden Fall ist dieses Feuerwerk der Aromen schon mal für sich eine reine Freude.

Der Antrunk ist relativ süß, dabei wird mir der Süße allerdings nicht übertrieben. Die Süße können wir aber auch erwarten, schließlich haben wir hier kein einfaches Weizenbier vor uns, sondern einen Weizenbock. Ich würde mir an dieser Stelle lediglich noch etwas mehr Kohlensäure wünschen, die dem Bier noch mehr Spritzigkeit verleihen würde. Im Körper spiegeln sich die gesamten Aromen, die die Nase bereits wahrgenommen hat. Der Bajuwarus ist ein vollmundiges und ausgewogenes Bier. Der Weizenanteil ist deutlich zu schmecken, ergänzt durch Süße, eine leichte Säure und einige wenige Röststoffe. Der Abgang ist sehr mild, praktisch ohne Bitterstoffe, dafür aber mit leichter Whiskynote.

Der Bajuwarus ist ein nahezu perfektes Bier, an dem es außer der nach meinem Geschmack etwas zu geringen Kohlensäure wirklich nichts auszusetzen gibt. Aber auch mein einziger Kritikpunkt ist meinem individuellen Geschmack geschuldet.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

7,5 % Vol.

Stammwürze:

17,2° Plato

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
95445 Bayreuth
www.maisel.com

Uerige

Nun steht einmal ein Altbier vor mir. In der Regel bin ich kein Freund dieser Biersorte aus Düsseldorf, aber da das Uerige Ende letzten Jahres beim European Beer Star als zweitbestes Altbier der Welt ausgezeichnet wurde, muss ich jetzt doch mal ran. Das beste Altbier soll übrigens aus Brasilien stammen, das Altbier auf dem dritten Platz kommt aus Japan. Der Chef der Uerige-Brauerei, Michael Schnitzler, nahm es mit Humor, dass die Brasilianer ihm den Sieg genommen haben: „Wir haben kürzlich eine Lieferung nach Brasilien geschickt – vielleicht haben die das umgefüllt …“

Dunkel rotbraun steht das Bier im Glas. Darüber ein cremiger hellbrauner Schaum mit einer mittleren Standzeit. Dazu sehe ich recht viel Kohlensäure aufsteigen. Optisch ist an dem Bier also schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch die Röstaromen des Malzes geprägt, dazu kommen Kaffee- und Schokonoten sowie der Duft von Trockenfrüchten.

Der Antrunk ist frisch und wie erwartet einigermaßen süß. Der intensive Körper ist leicht säuerlich, dazu bitter und es kommen Schokonoten durch. Ein runder Geschmack, der keine Wünsche offenlässt. Der Abgang ist recht bitter, dabei aber angenehm und der Geschmack bleibt auch lange erhalten.

Das Bier hat seine Auszeichnung wirklich verdient und eventuell muss ich meine Meinung zum Altbier einmal überdenken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Caramelmalz, Röstmalz), Doldenhopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Brauerei:

UERIGE Obergärige Hausbrauerei GmbH
Berger Str. 1
40213 Düsseldorf
http://www.uerige.de

Tilmans – Brown Ale

Jetzt steht das Brown Ale von Tilmans Biere aus München vor mir. Tilman Ludwig hat keine eigene Braustätte, sondern er braut seine Biere bei befreundeten Brauereien. Das Brown Ale wird bei der Brauerei Weissbräu Schwendl gebraut. Auch das künstlerisch gestaltete Etikett stammt nicht von ihm, sondern vom Münchner Künstler Mikael Ross. Darüber will ich mich aber nicht weiter auslassen. Wenn Sie mehr über den Künstler erfahren wollen, besuchen Sie seine Website www.mikaelross.com. Die Beschreibung des Bieres auf dem Etikett, die „Schmatzi Schmatzi Yamyamyam“ lautet ist sicherlich Geschmackssache. Aber schließlich kaufen wir das Bier nicht in erster Linie wegen des Etiketts, sondern wegen des Inhalts. Ich hoffe dieser gefällt mir besser als die Beschriftung des Etiketts. Testen wir es.

Hefetrüb und Kastanienbraun strahlt mich das Bier aus dem Glas an. Darüber steht eine durchschnittlich voluminöse hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch gibt es an diesem Bier schon mal nichts auszusetzen.

Überraschend ist auch das Aroma. Anfangs duftet das Bier ordentlich nach Zitrusfrüchten und Orangen. Dieser Duft lässt nach einiger Zeit nach und es kommen die Aromen des Malzes mit den diskreten Röstaromen durch. Nach einigen Minuten könnte ich annehmen, ein anderes Bier im Glas zu haben als am Beginn.

Der Antrunk ist trocken, spritzig und fruchtig. Die Fruchtaromen spiegeln sich auf der Zunge wieder. Schnell kommt ein kräftiges aber angenehmes Bitter dazu, so dass das Bier auch einen Hauch Grapefruit enthält. Der Abgang ist mild bitter und die Bitterstoffe klingen einige Zeit nach. Die Fruchtigkeit bleibt aber noch länger erhalten.

Das Brown Ale von Tilman überrascht mit seinem Wechselspiel der Aromen und Geschmäcker. Es lohnt sich auf jeden Fall, es zu probieren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra, Centennial), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Weissbräu Schwendl GmbH und Co. KG
Schalchener Str. 115
83342 Tacherting
www.weissbraeu-schwendl.de

für

Tilmans Biere
St.-Martin-Str. 24
81541 München
www.tilmansbiere.de

Maisel & Friends – Freaky Wheat

Auf dem Craft Brauer Festival von Maisel & Friends hat auch die Tanker Brewery ihre Biere vorgestellt und da sie schon mal in Bayreuth zu Gast waren, haben die Brauer aus Estland gemeinsam mit den Franken ein Bier eingebraut, das Freaky Wheat, ein Wheat Wine. Von diesem Bier hat mit Maisel & Friends eine Flasche zugeschickt, die jetzt vor mir steht und darauf wartet, von mir verkostet zu werden. Und weil ein großes Bier in eine große Flasche gehört, wurde das Freaky Wheat in eine Flasche mit 0,75 Litern Inhalt abgefüllt.

Dunkel bernsteinfarben bis haselnussbraun präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine ungeheure feinporige Schaumkrone mit einem leichten Stich ins beige, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch haben die Brauer aus Franken und Estland schon mal alles richtig gemacht.

Aromen nach Honig, Banane, grünen Beeren und Vanille verwöhnen meine Nase. Dazu kommt eine leichte Säure, die deutlich nach Wein duftet. Dieses komplexe Aroma macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk enthält überraschend viel Süße, die gut zur reichlich dosierten und sehr feinperligen Kohlensäure passt. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge verteilt, lässt das Bier seine Muskeln spielen. Banane steht im Vordergrund, zusammen mit einer leichten fruchtigen Säure, die für einen weinigen Geschmack sorgt. Die 10,4 Volumenprozent Alkohol schmecken nur leicht durch und unterstützen den fruchtigen Geschmack. Obwohl das Bier auf der Zunge keine Bitterstoffe aufweist, ist es voll und ausgewogen. In der Kehle entsteht der Geschmack nach getrockneten Bananen. Der Abgang ist mild und praktisch ohne Bitter, klingt aber trotzdem lange nach.

Das cremige und mächtige Freaky Wheat eignet sich hervorragend als Aperitif oder auch einfach für einen schönen Abend am Kamin. Zu erwerben ist es im Brauereishop von Maisel oder online bei Flaschenfreund.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Blanc), Hefe

Alkoholgehalt:

10,4 % Vol.

Stammwürze:

22,4° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

zusammen mit

Tanker Brewery
Hoidla tee 9
Vaida, Harjumaa
75302 Eesti
Estland

Gordon – Xmas

Jetzt steht das Bier vor mir, das sich rühmt, das originale Weihnachtsbier zu sein. Es handelt sich um das Gordon Xmas. Das Bier stammt von Anthony Martins, einer englisch-belgischen Brauereigruppe, zu der Timmermans, Bourgogne des Flandres und die Waterloo Brewery gehören. Aus welcher Brauerei das Bier genau stammt verrät Martins nicht, sondern auf dem Rückenetikett ist lediglich der Hinweis „Brewed in Benelux“ vermerkt. Aber das ist auch nicht entscheidend, sondern es kommt auf die Qualität des Biers an.

Das Gordon Xmas wurde auf der Grundlage einer stärkeren winterlichen Version des Scotch Ale entwickelt, das im 2. Weltkrieg von der Armee an die britischen Truppen ausgegeben wurde und vor allem in der Wallonie Begeisterung hervorrief. Bereits in den 1930er Jahren wurde das Bier als eines der ersten Weihnachtssude in Belgien verkauft. Aber genug der Theorie, kommen wir zum Bier.

Dunkel rubinrot präsentiert sich das Bier. Es bildet sich sehr viel feinporiger Schaum, weiß mit leichtem Gelbstich, der sich nur langsam auflöst. Dazu sehe ich viel feinperlige Kohlensäure.

Das Aroma wird durch das Malz dominiert. Ich rieche Karamell, Trockenpflaumen, weihnachtliche Gewürze und einen Hauch Schokolade.

Der Antrunk ist süß und kräftig, wobei die Kohlensäure für einen angenehmen ausgeglichenen Geschmack sorgt. So erwarte ich es auch von einem Weihnachtsbier. Der Körper ist fruchtig und bringt den Geschmack von Aprikosen mit. Dazu kommen Noten von Bittermandel und Sherry, die hervorragend mit der Süße des Malzzuckers harmonieren. Der Abgang ist trocken bitter und er klingt lange nach.

Das Bier passt gut zu einem Weihnachtsbraten und soll sich auch gut eignen, um es heiß als Glühbier zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, Zucker, geröstete Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

8,8 % Vol.

Gebraut für:

Anthony Martin
Rue de Cerf 191
1332 Genval
Belgien
www.anthonymartin.be

Piwoteka Łódka

Bereits im Jahr 2008 eröffneten polnische Bier-Enthusiasten in Lodz einen Bier-Shop namens Piwoteka, in dem sie vor allem Craft Beer verkauften. 2011 folgte dann der Pub „Piwoteka Narodowa“, der heute längst Kultstatus bei Bier-Kennern genießt. Neben speziellen Events wie der legendären Halloween-Feier bieten die Betreiber auch regelmäßig Tastings an, bei denen mittlerweile auch viele eigene Produkte vorgestellt werden – vom tiefschwarzen Russian Imperial Stout bis zum goldklaren American Pale Ale. Seit 2013 gibt es auch eine eigene Brauerei, in der eine große Bandbreite an Craft Beer hergestellt wird, so auch wie das Polskie Pale Ale, das jetzt vor mir steht. Ich bin gespannt auf dieses Bier. Bei den traditionellen Bierstilen bringen die Polen ja sehr gute Ergebnisse zustande. Mal sehen, ob dort auch ein gutes Pale Ale gebraut werden kann. Außerdem ist das Piwoteka Łódka mit den zwei polnischen Hopfensorten Lubelski und Marynka gebraut worden, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Dieser Test wird also auf jeden Fall spannend.

Hell bernsteinfarben mit viel Hefe ist das Polskie Pale Ale. Darüber bildet sich relativ wenig feinporiger Schaum, der aber sehr lange erhalten bleibt. Von daher ist an der Optik des Piwoteka Łódka nichts auszusetzen.

Das Aroma ist nicht intensiv, ich würde es eher als zurückhaltend beschreiben. Aber es ist sehr angenehm. Bergamotte steigt mir in die Nase, dazu etwas Ananas. Im Hintergrund spielen noch einige würzige Noten mit.

Der Antrunk ist recht schlank, wobei die reichlich vorhandene Kohlensäure für eine ordentliche Frische sorgt. Auf der Zunge zeigt sich schnell eine ordentliche Fruchtigkeit. Ich schmecke intensiv Zitrusfrüchte und deutlich Kräuter. Dabei ist das Bier relativ trocken. Die Bitterstoffe sind zwar eindeutig zu schmecken, ordnen sich aber den anderen Geschmacksrichtungen unter. Auch im Abgang ist das Bitter überraschend leicht, es klingt aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener), Limette, Hopfen (Lubelski, Marynka), Hefe

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Stammwürze:

10,5° Plato

Bitterwerte:

15 IBU

Brauerei:

Piwoteka Sp. z o.o. ul. 6 Sierpnia 1/3
90-606 Łódź
Polen
www.piwoteka.pl

Haderner – IPA

Von meinem letzten Besuch in München steht jetzt ein Bier aus der nach eigenen Angaben kleinsten Brauerei der bayerischen Landeshauptstadt vor mir, das Haderer IPA. Aufgefallen war es mir im Regal aufgrund seines geschmackvollen Etiketts. Hätten noch andere Biere mit einem so gestalteten Etikett danebengestanden, hätte ich sie sicher auch mitgenommen. Aber das IPA stand da so ganz alleine. Na ja, vielleicht beim nächsten Mal; jetzt will ich erst einmal feststellen, ob sich der Transport überhaupt gelohnt hätte. Aber eigentlich bin ich da ganz zuverlässig. Die Zutaten stammen aus regionalem Bioanbau, was in den meisten Fällen auf einen guten Umgang mit den Rohstoffen hinweist.

Bereits beim Einschenken steigt mir ein intensiver Zitrusduft in die Nase. Wow. Auch die Optik weis zu gefallen. Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist das obergärige IPA aus München-Hadern. Darüber steht eine große feinporige Schaumkrone, die auch lange erhalten bleibt.

Im Aroma mischen sich Düfte von Zitrusfrüchten mit denen von Ananas und Mango. Aber auch deutliche herbe Noten steigen mir in die Nase. Das macht doch wirklich Lust auf den ersten Schluck.

Der schlanke Antrunk ist leicht süß und erhält durch die viele sehr feinperlige Kohlensäure eine ordentliche Spritzigkeit. Auf der Zunge präsentiert sich das Haderner IPA zunächst fruchtig und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider, aber schnell melden sich die Bitterstoffe zu Wort und überdecken die Fruchtigkeit, die das Bittere aber weiterhin unterstützt. Aber auch wenn das Bitter recht kräftig ist, bleibt es doch immer freundlich. Das gilt auch für den ordentlich bitteren Abgang, der sehr lange nachklingt.

Das Bier hat mir wirklich gut gefallen und wenn ich wieder nach München komme, werde ich auf jeden Fall zusehen, dass ich die anderen drei Biere aus der Brauerei auch erhalten werde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Emmermalz, Weizenmalz, Gerstenröstmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Brauerei:

Münchner Girgbräu GmbH
Großhaderner Str. 16
81375 München
www.haderner.de

Hercule – Stout

Die Belgier sind ja bekanntlich stolz auf ihre Comic- und Romanfiguren. So ist es auch kein Wunder, dass die Brasserie des Légendes auch Hercule Poirot ein Bier gewidmet hat, dem von Agatha Christie ersonnenen Privatdetektiv, der von sich selbst sehr eingenommen ist und in England ermittelt. Sein Markenzeichen ist der angeklebte schwarze Schnurrbart, der sicherlich auch bei der Entscheidung Pate gestanden hat, zu Ehren von Hercule Poirot ein Stout zu brauen.

Ein erster Blick auf die Zutatenliste auf dem Rückenetikett zeigt, dass das Hercule ohne Zusätze von Gewürzen oder Zucker gebraut wurde. So gesehen könnte es auch aus Bayern stammen, wo keine Ausnahmen vom Reinheitsgebot zugelassen werden. Aber dann würde das Bier auch sicher nicht Hercule heißen.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große hellbraune Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Intensive Düfte nach Schokolade, Kaffee und Vanille steigen mir in die Nase. Das Aroma gefällt mir auch wenn es keine Überraschungen bot.

Der Antrunk ist gering süß, was in einem gewissen Gegensatz zu der reichlich dosierten feinperligen Kohlensäure steht. Auf der Zunge ändert sich der Eindruck. Jetzt schmeckt das Bier nach dunkler Schokolade, Espresso und einem Hauch Lakritz. Ungewöhnlich ist der frische Geschmack, der für ein Stout nicht selbstverständlich ist. Säure ist nur in geringem Maß vorhanden; trotzdem ist der Geschmack voll und rund. Im Abgang drängt sich der Geschmack nach Schokolade in den Vordergrund und das Bier wird trockener. Der Geschmack klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Brauerei:

Brasserie des Légendes sprl
Rue du Castel 19
B-7801 Irchonwelz
www.brasseriedeslegendes.be