Archiv der Kategorie: Craft Beer

Störtebeker – Eis Lager

Um ein Eisbier herzustellen wird zunächst das Bier normal gebraut und anschließend bei unter null Grad Celsius eingefroren. Das Wasser gefriert und der Alkohol, der die Aromen enthält und einen deutlich tieferen Gefrierpunkt hat, bleibt flüssig und kann abfließen. Das Ergebnis ist ein deutlich stärkeres und aromatischeres Bier, in diesem Fall satte 9,8 Volumenprozente.

Jetzt steht das Eis Lager aus der Störtebeker Braumanufaktur in Stralsund vor mir. Bislang kannte ich Eisbiere nur als Eisbock, weshalb diese Verkostung für mich durchaus spannend ist.

Kupferfarben und gefiltert präsentiert sich mir das Eis Lager. Die Schaumkrone ist recht üppig und feinporig. Sie bleibt auch lange erhalten. Bei der Optik hat die Brauerei schon mal keinen Fehler gemacht.

Wie ich bei einem Lagerbier erwarte, ist das Aroma malzbetont. Düfte nach Honig, Biskuit und Karamell steigen mir in die Nase. Aber auch der Hopfen steuert Düfte nach Pfirsich und Orangenschale zum Aroma bei. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist der eines recht süßen Bieres, was nach der Eisreifung aber zu erwarten war. Außerdem harmoniert die Süße gut mit der sehr feinperligen Kohlensäure. Und noch eine Erwartung von mir wird erfüllt: der Geschmack ist intensiv. Aber erst als sich das Bier auf der Zunge erwärmt lässt es so richtig seine Muskeln spielen. Wuchtig und rund wärmt es mich. Der Alkohol ist gut eingebettet und leistet seinen Beitrag zur Intensivierung des Geschmacks, ohne dass er hervorsticht. Der Abgang ist wenig bitter und lässt eine Whiskeynote erahnen, die sehr lange nachklingt.

Das Störtebeker Eis Lager ist ein tolles Bier, das am besten in kleinen Schlucken genossen wird.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Calypso), Hefe

Alkoholgehalt:

9,8 % Vol.

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

BierSelect

Craftwerk – Hophead IPA7

Nun will ich mich wieder einmal einem Bier von Craftwerk zuwenden, der Craft Beer-Brauerei der Bitburger-Gruppe. Diesmal steht das Hop Head IPA 7 vor mir. Wenn Sie sich jetzt fragen, was die Zahl hinter dem Namen zu bedeuten hat, so ist die Antwort einfach: dieses IPA wurde mir sieben unterschiedlichen Hopfensorten gebraut. Und um sieben Hopfensorten zusammenzustellen und sie in ein harmonisches Mengenverhältnis zu bringen ist schon eine gute Portion Verliebtheit in diese Zutat erforderlich. Mal sehen, ob sich die Mühe gelohnt hat. Die Brauerei verspricht auf jeden Fall eine „knallharte Hopfenexplosion“.

Bernsteinfarben und leicht hefetrüb ist das IPA, die lebhafte Kohlensäure sorgt zusammen mit dem Hopfen für eine schöne weiße Schaumkrone, feinporig und mit langer Standzeit. Die Optik ist auf jeden Fall schon mal sehr ansprechend.

Dazu passend ist das frische Aroma. Ich rieche Orangenschalen, Papaya, Mangos und Vanille. Ja, so soll ein IPA duften.

Auch der Antrunk ist frisch und fruchtig. Sofort breiten sich die Fruchtnoten im Mund auf, Grapefruit mischt sich mit der Frische von Äpfeln und von Südfrüchten. Dazu kommt das kräftige Bitter des Hopfens. Das Hop Head IPA ist ein wirklich überraschendes IPA. Die Überraschung geht auch im Abgang weiter, der überraschend mild und trotzdem langanhaltend ist.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Karamellmalz, Münchner Malz), Hopfen (Cascade, Centennial, Chinook, Herkuls, Taurus, Magnum, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

8,0 % Vol.

Stammwürze:

17,4° Plato

Bittereinheiten:

65 IBU

Brauerei:

Bitburger Braugruppe GmbH
54634 Bitburg
www.craftwerk.de

Mashsee – Hafensänger

Nun steht mal ein Bier aus der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover vor mir, das Mashsee Hafensänger Baltic Porter. Pate bei der Namensgebung war der Maschsee, das südlich der Innenstadt gelegene und mit einer Größe von 78 Hektar größte künstliche Gewässer in Hannover. Die Brauerei liegt nur wenige hundert Meter von diesem Naherholungsgebiet entfernt. Aber kommen wir zum Bier.

Blickdicht schwarz fließt das Bier ins Glas. Darüber eine durchschnittliche Menge haselnussbrauner cremiger Schaum, der lange erhalten bleibt. Also, optisch hat das Bier bei mir schon mal gewonnen. Mal sehen, ob das Bier geschmacklich mit der Optik mithalten kann.

Das Aroma ist bestechend komplex. Ich nehme Noten von Karamell, Kaffee, Kakao und Schokolade fest, dazu einen leichten säuerlichen Duft sowie Rauch.

Der Antrunk ist mäßig süß, aber nicht so sehr, wie ich es erwartet hätte. Dazu zeigt sich die sehr feinperlige Kohlensäure. Der Körper ist ähnlich komplex wie das Aroma. Karamell zeigt sich, dazu leichte Röstaromen sowie die Säure, die ich bereits im Aroma feststellen konnte. Mir persönlich ist die Säure etwas zu dominant, aber sie ist noch nicht unangenehm. Erst im sehr trockenen Abgang wird die Säure recht dominant und überdeckt die vermutlich vorhandenen Bitternoten. Spätestens jetzt wird das Bier etwas unausgewogen.

Ich habe den Verdacht, dass Bier irgendwann nicht sachgemäß gelagert wurde. Nur so kann ich mir die vergleichsweise kräftige Säure erklären. Vermutlich wäre das Bier ansonsten runder.

Zutaten:

Wasser, , Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Stammwürze:

16,1° Plato

Bittereinheiten:

34 IBU

Brauerei:

Mashsee Brauerei GmbH & Co. KG
Schlägerstr. 17
30171 Hannover
www.mashsee.de

Wacken – Surtr

Ich muss zugeben, dass Biere aus Wacken bei mir einen schweren Stand haben, denn ich werde ein Vorurteil nicht los. Jedes Jahr fallen in das 2.000 Seelen-Dorf im Südwesten Schleswig-Holsteins etwa 70.000 Metalheads ein, stellen den Ort auf den Kopf und geben sich die Kante. Aber so richtig. Wenn ich den Berichten im NDR und auf Spiegel TV glauben darf, geht der Konsum von billigem Dosenbier bis zum Exzess. Und aus so einer Umgebung soll ein gutes Bier kommen können? Mein Vorurteil verneint die Frage, aber ich werde mich jetzt einmal bemühen, es zur Seite zu schieben und zu ignorieren, denn jetzt steht erstmals ein Bier aus Wacken vor mir, das Surtr.

Der Name klingt für deutsche Ohren etwas seltsam. Deshalb habe ich mal bei Wikipedia nachgesehen um eine Definition zu finden. Hier ist sie: „Surt (altnordisch Surtr „der Schwarze“) ist in der nordischen Mythologie ein Feuerriese und ein Feind der Asen. Er ist der Herrscher über Muspellsheim. In den Ragnarök zertrennt er mit seinem Feuerschwert Surtalogi die Brücke Bifröst, die Verbindung zwischen Midgard und Asgard. Mit den Söhnen Muspels steckt er die Welt in Brand, schleudert Feuer in alle Richtungen und vernichtet alles Leben (Weltenbrand).“ Eine Darstellung von Surt, des englischen Zeichners John Charles Dollman findet sich auch auf dem vorderen Etikett der Flasche. Nachdem nun die Namensgebung geklärt ist, können wir uns endlich dem Bier zuwenden. Ich bin ja mal gespannt, ob das Bier den gleichen Charakter hat wie die Gestalt aus der nordischen Sage.

Blickdicht schwarz steht es im Glas, mit einer enormen Krone aus haselnussbraunem sahnigem Schaum, der durchschnittlich lange erhalten bleibt. An der Optik habe ich schon mal nichts auszusetzen.

Allerdings toppt der Duft des Bieres die Optik mit Leichtigkeit. Röst- und Raucharomen dominieren. Ich kann Espresso, dunkle Schokolade, Rauch riechen, abgerundet durch einen Hauch Toffee. Langsam ahne ich, dass dieses Bier seinen Namen zu Recht trägt.

Der Antrunk ist süß nach Röstmalz. Dabei steht die Süße in einem interessanten Kontrast zu den Rauchnoten des Surtr. Komplettiert wird der Geschmack durch die Geschmäcker, die ich bereits im Aroma festgestellt habe. Schokolade, Kaffee und Toffee formen sich zu einem komplexen Geschmackserlebnis. Der Körper ist cremig und mit sehr intensivem Geschmack. Kaffee und Rauch treten etwas in den Hintergrund, während eine leichte Säure und Fruchtigkeit auf der Bildfläche erscheint und zusammen mit der intensiven Malzsüße ein geändertes Geschmacksbild formt. Der Abgang ist überraschend mild und die Rauchnoten klingen noch lange nach.

Mein Vorurteil hat sich also nicht bestätigt. Mit dem Surtr kommt ein Bier aus Wacken, das neugierig auf mehr macht.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,2 % Vol.

Stammwürze:

15° Plato

Bitterwert:

24 IBU

1Brauerei:

Wacken Brauerei GmbH & Co. KG
Gehrn 13
25596 Wacken
www.wacken.beer

BrewAge – Malzstrasse

Bereits im Jahr 2007 kamen die ersten Ideen ans Licht des Tages, in Wien eine Craft Beer-Brauerei zu gründen. Damals wurden die Pläne aber nicht realisiert, sondern es dauerte bis 2012, bis die Pläne wieder aufgegriffen wurden. Bereits zwei Jahre später errang die Malzstraße, die jetzt vor mir steht, beim World Beer Cup eine Silbermedaille. Die Jungs haben sich also richtig angestrengt, richtig gute Biere zu kreieren. Derzeit haben sie noch keine eigene Brauanlage, sondern lassen als Gypsy-Brauer die meisten ihrer Biere bei Gusswerk brauen.

Dies wird auch in der Beschreibung deutlich, die die Jungs für die Malzstraße verfasst haben: „Eine Ode an das Malz – Genuss wie von einem anderen Stern: Die Malzstraße, das Wiener Lager von Brew Age. Schon beim ersten Blick fällt die tiefgoldene, leicht rötliche Farbe des Bieres auf und stellt klar: Die Malzstraße ist kein 08/15 Massenbier. Der Hauptakteur bei unserem Wiener Lager ist das Wiener Malz. Diese Malzsorte erzeugt einen komplexen aber angenehmen Körper mit Noten nach Biskuit. Die dezente Hopfenbittere sorgt für Balance und Erfrischung. Und weil wir der Meinung sind, dass eine elegante Hopfenblume dem Bier die Krone aufsetzt, haben wir es mit feinstem Aromahopfen aus der Hallertau veredelt.“ Na, dieser Beschreibung muss ein Bier erst einmal entsprechen.

Im Glas präsentiert es sich rot-orange und klar. Der Schaum ist nicht ausgeprägt und er fällt auch schnell in sich zusammen. An der Optik könnte die Brauerei noch etwas arbeiten, aber es kommt ja nicht in erster Linie auf die Optik an, sondern auf das Aroma und den Geschmack.

Und das Aroma hat es schon in sich. Wie der Name vermuten ließ dominiert das Malz mit einem Duft nach Biskuit und Toffee, untermalt mit dem Aroma gelber Äpfel. Jetzt gefällt mir das Bier schon besser.

Als ersten Eindruck meldet mir die Zunge, dass das Bier eine ordentliche Malzsüße mitbringt, auch wenn das Bier nicht klebrig-süß wirkt. Außerdem verbindet sich die Süße mit der gut dosierten feinperligen Kohlensäure, was der Malzstraße eine ordentliche Frische verleiht. Die Komplexität zeigt sich einen Moment später, wenn Malz und Hopfen eine Verbindung eingehen. Vollmundig und rund ist das Bier jetzt, mit einer leichten Säure und etwas Bitter. Dieses Wiener Lager ist richtig schön süffig. Der Abgang ist mild bitter und süß und er klingt lange nach.

Dieses Bier gefällt mir, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Brauer etwas mehr Mut zur Fruchtigkeit bewiesen hätten. Aber dann wäre die Malzstraße wohl auch zu weit vom Bierstil abgekommen. Auch wenn ich mich nicht vollständig mit dem Bier anfreunden kann, hat es seine Auszeichnung zu Recht bekommen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Wiener, Pilsner, Karamellmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüher), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 EBC

Brauerei:

BrewAge GmbH
Mittelgasse 4
1060 Wien
Österreich
www.BrewAge.at

Keiler – Land-Pils

Das Keiler Land-Pils, das jetzt vor mir steht, stammt aus Lohr am Main in Unterfranken, genauer gesagt im Spessart. Allerdings ist die Keiler-Bier GmbH, die als Hersteller auf dem Etikett genannt wird, nicht selbstständig, sondern gehört zu Würzburger Hofbräu. Die Würzburger scheinen sich aber nicht viele Gedanken um das Bier aus Lohr zu machen (falls es überhaupt noch in Lohr gebraut wird), denn die Website von Land-Bier wurde seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr gepflegt. Die letzte Presseerklärung des Unternehmens stammt von Mitte Oktober letzten Jahres und nun haben wir bereits Ende Mai. Da ist mir kein Webauftritt doch lieber als solch ein vernachlässigter. Aber ich habe ja noch die Hoffnung, dass die Brauerei dem Bier mehr Aufmerksamkeit schenkt als der Website, und darauf kommt es schließlich an.

Golden und klar zeigt sich das Land-Pils im Glas. Die überdurchschnittliche Schaukrone ist fest und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet getreidig mit einigen würzigen Noten. Für ein Pils ist das Aroma des Hopfens wirklich schwach ausgeprägt, so dass der Duft eher zu einem Hellen passen würde.

Der Antrunk ist frisch und angenehm. Auf der Zunge kommt ein dezentes Bitter dazu und der Abgang zeigt wenig Hopfen. Trotzdem klingt er relativ lange nach.

Das war die kürzeste Beschreibung eines Bieres, die ich jemals verfasst habe. Aber mehr gibt es zu diesem Bier aus nicht zu sagen. Es handelt sich um ein recht angenehmes Konsumbier, das sich gut trinken lässt, das aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Etwas mehr Ecken und Kanten würden dem Land-Pils gut zu Gesicht stehen. Dann könnte eventuell auch der Untertitel „Die saugute Spezialität“ passen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,6° Plato

Brauerei:

Keiler Bier GmbH
Höchberger Straße 28
97082 Würzburg
www.keilerbier.de

Fuller’s – London Porter

Fuller’s ist nach eigenen Angaben Londons letzte verbliebene Familienbrauerei und ist für sein Porter bekannt. Porter boomte vor Jahrhunderten in der Hauptstadt, da es der Ernährung der Hafenarbeiter diente. Anfang der 1900er Jahre geriet dieser Bierstil etwas in Vergessenheit, aber mit dem Aufkommen der Craft-Biere gewann er wieder an Beliebtheit.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Erst als ich es gegen das Licht halte, schimmert ein leichtes Rubinrot durch. Über dem Bier prangt eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die auch durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Kräftige Röstaromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Espresso, dunkle Schokolade, leichte Nussnoten sowie den Duft dunkler Beeren. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist überraschend frisch und dabei nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas erwartet habe. Daher passt auch die zurückhaltend dosierte Kohlensäure gut ins Profil. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dabei erzeugt das Bier ein angenehmes cremiges Mundgefühl. Langsam gesellt sich etwas Bitter dazu, so dass sich Bitter und Süß perfekt die Waage halten, während die Frische erhalten bleibt. Der Alkohol ist gut eingearbeitet und schmeckt nur schwach durch. Im Abgang wird das Fuller’s etwas trockener mit einem leichten Schokoladengeschmack, der aber nur kurz nachklingt.

Das Fuller’s London Porter zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Trinkbarkeit aus und es passt gut zu einem Schweinebraten, zu Sauerbraten oder auch zu einem Vanillepudding.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Brown, Chocolate, Crystal, Pale), Hopfen (Fuggles), Hefe

Alkoholgehalt:

5,4 % Vol.

Stammwürze:

13,3° Plato

Bittereinheiten:

37 IBU

Brauerei:

Fuller Smith & Turner PLC
Chiswick Lane
South London W4 2QB
Großbritannien
www.fullers.co.uk

Landgang – Dunkle Macht

Jetzt will ich mich mit der Dunklen Macht auseinandersetzen. Nein, nicht mit der Dunklen Macht aus Starwars, sondern mit dem Smoked Porter aus der Bierschmiede der Hamburger Brauerei Landgang. Die Brauer beschreiben das Bier wie folgt: „Schwarz wie die Nacht. Rauchig wie das Feuer, sinnlich und hochkomplexe Aromen, die sich am besten in einem Rotweinglas verkosten lassen. Es sind die dunklen Mächte der Versuchung, die seit Jahrhunderten ihren Reiz ausüben. Ihnen widmen wir dieses ungewöhnliche Porter, das einzigartig schmeckt durch den Gebrauch von getorftem Malz.“ Damit formuliert die Brauerei einen hohen Anspruch, der aber wohl auch erfüllt wird, denn dieses Bier hat im Jahr 2016 die Goldmedaille beim Internationalen Craft Beer Award errungen. Mal sehen, wie es sich bei mir macht.

Absolut blickdicht schwarz präsentiert sich die Dunkle Macht im Glas und macht damit ihrem Namen alle Ehre. Die sahnige Schaumkrone ist mittelbraun und durchschnittlich groß. Sie fällt anfangs relativ schnell zusammen, aber ein Rest bleibt dann lange erhalten.

Das Aroma wird durch die Röstaromen dominiert, genau wie ich es erwartet hatte. Düfte nach Bitterschokolade und Rauch steigen mir in die Nase, aber durchaus auch ein Hauch Blumigkeit, der vom Hopfen stammt.

Der erste Geschmackseindruck ist recht süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist wirklich zurückhaltend dosiert. Auf der Zunge entwickeln sich die Geschmäcker nach Schokolade und Kaffee, die durch einen Hauch roter Früchte abgerundet werden. Das Mundgefühl ist cremig und mit dem leichten Bitter und der zurückhaltenden Fruchtigkeit macht das Bier einen runden Eindruck. Der Abgang ist wenig bitter nach dunkler Schokolade. Der Geschmack klingt aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Roggenmalz, Hopfen (Taurus, Northern Brewer), Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Stammwürze:

16,0 %

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Landgang Brauerei GmbH & Co. KG
Beerenweg 12
22783 Hamburg
www.landgang-brauerei.de

Mashsee – Captain Blaubeer

Wer seine Brauerei schon Mashsee nennt, ist mit ziemlicher Sicherheit ein Freund von Wortspielen, so dass es auch nicht verwunderlich ist, dass irgendwann vom Maschsee in Hannover ein Bier namens Captain Blaubeer kommt. Dieses steht jetzt vor mir und es stellt sich mir selbstverständlich die Frage, wo der Name herkommt. Die Brauerei erklärt es so: „Was kommt eigentlich dabei heraus, wenn man ein Baltic Porter mit der Kalthopfung eines IPAs versieht? … haben wir uns gefragt und unserem Hafensänger massig Comet Hopfen spendiert. Die unter anderem an Blaubeeren erinnernden Noten haben uns so überzeugt, dass wir nicht anders konnten als ihn in die Flasche zu bringen – unseren Captain Blaubeer.“

Tiefschwarz präsentiert sich das Bier im Glas mit einer recht großen Schaumkrone, hellbraun und feinporig. Der Schaum bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist komplex. Das Malz steuert seine Röstaromen bei, die nach dunkler Schokolade und Espresso duften. Vom Hopfen stammen die fruchtigen Noten mit dem Duft der Heidelbeere. Daher stammt auch der Name dieses Bieres.

Die Komplexität des Aromas findet sich auch im Antrunk wieder. Er ist recht süß und die Schokoladennoten kommen sehr gut zum Ausdruck. Zusammen mit der sehr feinperligen Kohlensäure macht der Captain einen sehr angenehmen und frischen Eindruck. Die Schokolade bleibt auch der prägende Eindruck, wenn sich das Bier im Mund verteilt. Jetzt kommen auch die Blaubeeren dazu. Dieses ausgewogene Bier schmeichelt mit seinem cremigen Mundgefühl meinem Geschmack. Auch im Abgang mit seinem sehr langen Nachklang dominiert der Geschmack der dunklen Schokolade. Dabei ist der Abgang nur wenig bitter.

Den richtigen Genuss habe ich aber erst erreicht, als ich zum Captain Blaubeer noch ein Stück Königsberger Marzipan gegessen habe.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Carapils, Carahell, Chocolate Malz, Münchner Malz, Carafa), Hopfen (Galaxy, Comet), Hefe (Lager-Hefe)

Alkoholgehalt:

6,1 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Mashsee Brauerei GmbH & Co. KG
Am Eisenwerk 17
30519 Hannover
www.mashsee.de

Mücke – Single Hop Comet

Das Ruhrgebiet ist nicht mehr wie vor einigen Jahren die öde Pils-Wüste. Das wollen auch die drei Jungs aus dem Essener Ortsteil Holsterhausen beweisen. Dass dieses helle obergärige Bier mit nur einer Hopfensorte, dem Aromahopfen U.S. Comet, gebraut wurde, bedeutet nicht, dass es sich um ein langweiliges Bier handelt. Durch die mehrfachen Hopfengaben während unterschiedlicher Kochzeiten haben die drei alle Nuancen aus dem Hopfen herausgeholt. Soweit die Theorie, öffnen wir die Flasche und testen, ob dieses Versprechen auch eingehalten wird.

Hell-Bernsteinfarben und klar ist das Bier mit einer relativ kleinen Schaumkrone, weiß und feinporig. Dafür bleibt der Schaum aber auch lange erhalten. Kohlensäure kann ich keine sehen.

Das Bier duftet nach Feigen und anderen Trockenfrüchten, nach Karamell und Apfel. So gefällt es mir.

Der Antrunk ist recht süß, was zusammen mit der feinperligen Kohlensäure aber durchaus angenehm ist. Dazu kommt eine Note von Maracuja. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, bleibt die Süße erhalten und es gesellt sich noch eine leichte Herbheit hinzu, die zum Ende hin kräftiger wird. Durch die gut zusammengestellten Malze ist das Bier vollmundig und süffig. Der Abgang ist überraschend mild, wobei ein bitterer Hauch lange nachklingt.

Dieses Bier bietet sich als Begleitung zu Roquefort und Käsegebäck an.

Zutaten:

Brauwasser, Malz (Wiener Malz, Caramelmalz, Weizenmalz), Hopfen (U.S. Comet), Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bitterwert:

35 IBU

Brauerei:

Mücke – Craft Beer
Hölderlinstr. 28
45147 Essen
https://www.facebook.com/muecke.craftbeer/