Archiv der Kategorie: Craft Beer

Crew Republic – Hop Junkie

Craft-Biere haben immer viel Alkohol. Diese Regel stimmt in den meisten Fällen, aber das Hop Junkie der Münchner Brauerei Crew Republic beweist, dass es auch von dieser Regel Ausnahmen gibt. Getreu dem Motto „low alcohol but full taste“ enthält Hop Junkie nur 3,4 Volumenprozent Alkohol, soll aber das volle Hopfenaroma eines India Pale Ale enthalten. Nicht umsonst hieß das Bier vor seiner Umbenennung Detox. Lassen wir uns also überraschen.

Im Glas fällt gar nicht auf, dass es sich um ein alkoholarmes Bier handelt. Hell bernsteinfarben und hefetrüb ist es, mit viel feinporigem Schaum, der uns lange erhalten bleibt. Na bitte, es geht doch.

Auch das Aroma ist mit dem anderer IPAs mit der doppelten Menge Alkohol vergleichbar. Mir steigt ein ganzer Fruchtcocktail in die Nase. Ich rieche Orange, Ananas, Mango und Vanille. Da gibt es absolut nichts zu meckern.

Der Antrunk ist frisch und fruchtig. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Schnell kommt ein freundliches und feines Bitter dazu, das die Fruchtigkeit noch unterstützt. Der Abgang ist überraschend mild, er klingt aber recht lange nach.

Die Brauerei aus Unterschleißheim beweist mit ihrem Hop Junkie, dass sich Craft-Biere auch mit wenig Alkohol brauen lassen. Mit dieser Kreation haben wir ein wunderbar erfrischendes Bier für den Sommer vor uns stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Münchner Malz, Karamellmalz, Pilsner Malz), Hopfen (Chinook, Galaxy, Hallertauer Comet), Hefe

Alkoholgehalt:

3,4 % Vol.

Bittereinheiten:

32 IBU

Brauerei:

Crew Republic GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 Unterschleißheim
www.crewrepublic.de

Schlägler – Pils

Nun verkoste ich ein Pils aus Österreich. Bei der Werbung ist die Brauerei Schlägl ja nicht wirklich schüchtern, wenn das Bier mit folgendem Satz beworben wird: „Ein Schluck echter Heimat aus Österreichs einziger Stiftsbrauerei“. Mal sehen, ob das Bier dem hohen Standard standhält, den dieser Werbespruch innehat.

Goldgelb und mit einem leichten Rotstich steht das Bier im Glas. Darüber relativ wenig gemischtporiger weißer Schaum, der trotz der reichlich vorhandenen Kohlensäure recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma wird eindeutig durch das Malz bestimmt, das dem Duft angenehme Karamellnoten verleiht. Ich rieche auch die typischen Düfte von Hopfen, allerdings habe ich den Eindruck, dass bei diesem Bier nur Bitterhopfen zum Einsatz kommt. OK, das ist für Pils eigentlich typisch, aber die Verwendung von Aromahopfensorten wertet das Bier doch noch deutlich auf.

Der Antrunk ist relativ süß, bevor schnell die Bitterkeit des Hopfens durchkommt, die sich im Abgang noch bis zur Grenze zum Unangenehmen steigert. Der bittere Geschmack verdrängt alle anderen Geschmäcker und bleibt wirklich lange erhalten.

Mir persönlich ist das Bier zu bitter. Aber wer sehr bittere Biere mag, wird dieses Bier lieben.

Zutaten:

Wasser, Malz (Pilsner), Hopfen aus dem Mühlviertel

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Stiftsbrauerei Schlägl e.U.
4160 Aigen-Schlägl
Österreich
http://www.stiftsbrauerei-schlägl.at

Lemke – Imperial Stout

Die Brauerei Lemke beschreibt ihr Bier wie folgt: „Ein anspruchsvolles Bier für den fortgeschrittenen Genießer. Einst wurde es von den Engländern als Geschenk für die russische Zarin gebraut. Heute erfreuen sich Craft-Brauer auf der ganzen Welt dieses Stils, weil er ihnen erlaubt, ihre ganze Kreativität auszuleben. Bei Lemke wird das Imperial Stout mit reichlich Hopfen gestopft und anschließend sechs Monate in Barrique-Fässern gelagert, bevor es schließlich abgefüllt wird. Das Lemke Imperial Stout räumte 2015 Silber beim Meininger Craft Beer Award ab und wurde zudem mit Gold bei den World Beer Awards in der Kategorie Stout & Porter prämiert.“

Rabenschwarz und absolut blickdicht präsentiert sich das Bier im Glas. Der Schaum ist hellbraun und feinporig und er bleibt sehr lange erhalten.

Wenn die Optik schon gefällt, kann das Aroma mich mit seiner Komplexität richtig begeistern. Aromen von Kaffee, Holz und Trockenfrüchten werden von einer malzigen Süße und einer leichten Säure unterstützt, abgerundet mit dem Duft nach Vanille. Ich glaube, bei diesem Bier habe ich einen guten Griff gehabt.

Beim ersten Kontakt mit der Zunge ist das Bier kräftig süß und ich habe den Eindruck, dass die sehr feinperlige Kohlensäure etwas zu sparsam dosiert wurde. Dadurch fehlt dem Bier etwas die Frische, aber das ist wohl der Fasslagerung geschuldet. Dafür ist das Mundgefühl cremig, beinahe dickflüssig. Espresso- und Schokoladennoten bestimmen den Geschmack. Das Bier besticht durch seine Vollmundigkeit. Auf der Zunge meine ich auch eine leichte Kräuternote zu schmecken, die in der Nase nicht festzustellen war. Im Abgang wird das Bier zunächst etwas trockener, bevor sich ein kräftiger Espressogeschmack in den Vordergrund drängt, der sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, Caraaroma, Carafa), Hopfen (Taurus), Hefe

Alkoholgehalt:

11,0 %

Stammwürze:

29° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Brauerei Lemke Berlin GmbH
Dircksenstrasse S-Bahnbogen 143
10178 Berlin
www.lemke.berlin

Golser – Bullig

Sind auch österreichische Brauer in der Lage, ein gutes Bockbier zu brauen? Dieser Frage will ich jetzt nachgehen. Als Testobjekt habe ich das golser Bullig aus dem Burgenland vor mir stehen.

Goldgelb und mit lebhafter Kohlensäure steht das helle Bockbier vor mir. Darüber eine durchschnittliche Menge feinporiger weißer Schaum, der sich leider recht flott auflöst.

Das Aroma ist intensiv malzig, Karamell sticht hervor, dazu ein Hauch frisch gemähter Wiese. Auch leichte Bitterstoffe sind zu erahnen.

Der Antrunk ist nicht ganz so süß wie bei vielen anderen Bockbieren, auch wenn die Süße durchaus vorhanden ist. Im Gegensatz zu vielen deutschen Bockbieren bringt der Bulle aus dem Burgenland einen kräftig bitteren Geschmack mit sich, der ausgewogen mit der Süße des reichlich verwendeten Malzes und der wenig vorhandenen Säure ist. Insgesamt ein vollmundiges und süffiges Bier. Der Abgang ist angenehm bitter und der Geschmack bleibt lange erhalten.

Doch, auch unsere südlichen Nachbarn sind durchaus in der Lage, einen sehr guten hellen Bock zu brauen. Leider werden die Biere aus Österreich nur selten nach Deutschland exportiert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Stammwürze:

16,5° Plato

Bittereinheiten:

8 IBU

Brauerei:

Pannonia Brauerei Gols GmbH
Sandgrube 1a
7122 Gols
Österreich
http://www.golserbier.at

Egger – Wälder

Nun will ich mal wieder ein Bier aus Österreich verkosten, ein Spezialbier aus dem Bregenzerwald. Die Brauerei nennt es den kleinen Bruder des Egger Spezial. Das Spezial kenne ich allerdings nicht und kann mir daher keine Meinung bilden, was die Brauerei mit dieser Formulierung wohl meint. Beginne ich also mit dem Test.

Hellgelb steht das Bier im Glas, darüber wenig gemischtporiger Schaum mit kurzer Standzeit. Trotzdem enthält das Bier reichlich Kohlensäure.

Das Aroma wird durch das Malz geprägt, unterstützt durch den Duft von Kräutern und einer leichten Note von Sauer.

Der Antrunk ist mäßig süß, bevor sich ein unausgewogener säuerlich-bitterer Geschmack im Mund breitmacht. Der Abgang entspricht exakt dem Körper und der Geschmack bleibt nur kurz in der Kehle.

Das Bier ist nicht wirklich schlecht. Es erscheint mir aber irgendwie langweilig. Trotzdem ist es recht süffig. Es ist einfach nicht mein Bier. Sie können das durchaus anders sehen.

Zutaten:

Dazu schweigt sich die Brauerei aus. Es wird lediglich erwähnt, dass das Bier Gerstenmalz enthält, vermutlich weil Gerste als allergieauslösend gilt.

Alkoholgehalt:

5,6 % Vol.

Stammwürze:

12,7° Plato

Brauerei:

Brauerei Egg. Simma
Kohler GesmbH & Co KG
Gerbe 500
6863 Egg
Österreich
http://www.brauerei-egg.at

Ratsherrn – Grand Cuvée

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus den Schanzenhöfen in Hamburg vor mir, das Ratsherrn Grand Cuvée. Nun werden in dieser Brauerei eigentlich nur hervorragende Biere hergestellt, aber das Rückenetikett legt nahe, dass es sich hier um etwas ganz Besonderes handelt. Da ich diese Informationen auch nicht besser formulieren kann, schreibe ich den Text einmal ab: “ ‚Boubon meets Madeira‘ heißt es bei unserer neuesten Barrel Aged Jahrgangsedition. Grundlage ist unser dunkler Doppelbock, der vier Monate in Holzfässern verbracht hat. Die große Kunst ist es, nach dieser Reifezeit das richtige Verhältnis für den Verschnitt zu finden. Unser Braumeister hat lange nach der perfekten Mischung gesucht und heraus kam unser Grand Cuvée 2015. Im Vordergrund steht ganz klar der Bourbon, der aber solide von den Madeira-Aromen flankiert wird. Noten von Vanille, Schokolade und Portwein sorgen für ein wahres Feuerwerk am Gaumen. Jetzt fehlt nur noch der Ohrensessel am Kamin und eine gute Zigarre!“ Die Lagerzeit im Holzfass finden wir beim Bier ja ab und an. Aber die Ratsherrn sind hier noch einen Schritt weiter gegangen. Innerhalb der Lagerzeit wurde das Bier noch von einem Fass in ein anderes umgefüllt. Die Fässer haben unterschiedliche Holzarten bzw. eine andere Vorverwendung. Etwas versteckt steht auf der Website der Brauerei die Information „Holzfassarten: Madeira, Woodford Reserve Bourbon“. So weit, so gut. Jetzt muss das Ergebnis aber wirklich perfekt sein, sonst muss ich leider der Brauerei die Freundschaft kündigen. Schauen wir mal, wie der Test ausfällt.

Tiefschwarz und blickdicht zeigt sich das Bier im Glas. Darüber ist wenig gemischtporiger haselnussbrauner Schaum, der sich aber sehr schnell auflöst. Das ist eigentlich etwas schade, würde der Schaum länger stehen bleiben, wäre die Optik noch deutlich schöner. Aber wichtiger sind ja der Duft und der Geschmack.

Das Aroma wird vor Allem durch die Röstaromen geprägt, durch Kaffeeduft, der durch einen Hauch Whiskyaroma unterstützt wird.

Bei einem derart intensiv gefärbten Bier befürchte ich einen recht süßen Antrunk. Aber nein, hier überrascht mich das Bier mit einem nur mäßig süßen Antrunk. Gleichzeitig merke ich, dass die Kohlensäure in angenehmen Verhältnis zur Süße steht. Doch, dieses Bier gefällt mir. Der Körper wird von der feinen Kaffeenote dominiert. Das Bittere, das stark geröstetem Malz häufig aufweist, hält sich dezent im Hintergrund und passt sich perfekt in das Gesamtbild des Geschmacks ein, das durch einen Hauch Madeira vervollständigt wird (ich gebe es ja zu: ich hätte den Madeira nicht erkannt, sondern für Sherry gehalten). Der Abgang ist mäßig bitter, aber der Geschmack bleibt sehr lange erhalten.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener, Karamellmalz, Metanoidin Malz, Röstmalz), Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

9,2 % Vol.

Stammwürze:

20,8° Plato

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Ratsherrn Brauerei GmbH
Lagerstr. 30a
20357 Hamburg
www.ratsherrn.de

BierSelect

Rieder – Schwarzmann

Nun steht mal wieder ein Bier aus Österreich vor mir, ein Schwarzbier aus der Brauerei Rieder. Mal sehen, ob die Österreicher Schwarzbier so gut hinbekommen wie die Ostdeutschen.

Schwarz und blickdicht steht das Bier im Glas, darüber ein gemischtporiger haselnussbrauner Schaum, der sich nur langsam auflöst.

Das Aroma wird von den Röstaromen geprägt, vom Duft nach Kaffee und dunkler Schokolade, aber auch nach getrockneten Feigen. Das Bier macht also bis hierhin einen perfekten Eindruck.

Der Antrunk ist deutlich weniger süß als ich es erwartet hätte. Jetzt bemerke ich auch die feinperlige Kohlensäure, die ich optisch nicht wahrnehmen konnte, da das Bier so konzentriert gefärbt ist. Der Körper ist trocken und wird durch die Röststoffe dominiert, unterstützt von einer feinen Säure. Nachdem das Bier auf der Zunge einen wunderbar konzentrierten Geschmack entwickelt hat, folgt der überraschend milde Abgang. Trotzdem bleibt der Geschmack lange erhalten.

Schwarzmann ist ein wirklich tolles Bier, das sich hervorragend eignet, den Espresso zum Dessert zu ersetzen. Die Brauerei hat nach eigenen Angaben immerhin ein ganzes Jahr in die Entwicklung dieses hervorragenden Biers investiert. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Bier mit dem Meiningers International Craft Beer Award 2015 in Gold ausgezeichnet wurde.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenpellets, Hopfenextrakt, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Brauerei:

Brauerei Ried e. Gen.
Brauhausgasse 24
4910 Ried
Österreich
http://www.rieder-bier.at

Glaab’s – Tropic Thunder

Wieder einmal steht ein Craft Beer aus der Brauerei Glaabsbräu im hessischen Seligenstadt vor mir, das Tropic Thunder. Die Freien Brauer, ein Zusammenschluss von etwa 40 inhabergeführten Brauereien, beschreiben die Brauerei wie folgt: „Älteste Brauerei Südhessens und zugleich eine der modernsten Brauereien Deutschlands – das ist Glaabsbräu. Der Bierkultur ist Glaabsbräu seit mehr als 270 Jahren verpflichtet, dem Qualitätsanspruch, nur die besten und geschmackvollsten Biere zu brauen, ebenso. Sie wird in neunter Generation von Robert Glaab geführt und hebt sich durch ihre besondere Brau- und Rohstoffphilosophie gerade hervor. 2015 und 2017 hat Glaabsbräu wichtige strategische Meilensteine gesetzt. In 2015 wurde eine der modernsten Brauanlagen Deutschlands eingerichtet. Neben brauhandwerklichem Geschick und Liebe zum Detail ist damit eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, individuelle Biere auf höchstem Niveau zu brauen.“ Na, da soll kann ich mich doch wohl auf ein gutes Bier freuen.

In kräftigem Rotgold mit sehr viel sahnigem Schaum, der langsam in sich zusammenfällt, steht das Bier im Glas vor mir. Optisch gibt es da wirklich nichts zu meckern.

Auch das komplexe Aroma ist sehr ansprechend. Ich rieche Banane, Ananas, Melone, Zitrusfrüchte sowie einen Hauch Banane. Das Bier wird mir immer sympathischer.

Der Antrunk hält, was das Aroma verspricht. Vom ersten Moment an ist das Bier fruchtig, frisch und dabei kräftig. Alle Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Während sich das Bier im Mund ausbreitet werden die Geschmäcker noch intensiver. Die Brauerei übertreibt nicht, wenn sie auf dem Rückenetikett schreibt: „Bananen-, Melonen- und Mangoaromen expodieren in einen aromatischen Tropensturm und lassen dich den Alltag vergessen.“ Erst im Abgang kommt ein kräftiges aber freundliches Bitter zum Vorschein, das ellenlang nachklingt.

Das Glaab’s Tropic Thunder ist ein rundherum gelungenes Bier.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Caramel Malz), Hopfen (Hüll Melon, Summit)

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

12,1° Plato

Bittereinheiten:

25 IBU

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Frankfurter Straße 9
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Eulchen – Helles

Bei meinem letzten Besuch in Mainz ließ ich es mir selbstverständlich nicht nehmen, die vier Biere der jungen Brauerei Eulchen mitzunehmen. In der Nähe des betreibt das Unternehmen einen Kiosk, der, wenn ich mich richtig erinnere, hauptsächlich die Eulchen-Biere verkauft. Ich finde, das ist eine witzige Idee, auch wenn ich mich wundere, dass das sich wirtschaftlich rechnet. Auf der Website von Eulchen finden sich aber auch einige Bilder, die zeigen, dass dort im Sommer richtig was los ist.

Bleibt noch die Frage, wie es zu dem Namen der Brauerei gekommen ist. Auch hier gibt die Website Aufklärung: „Tiere waren früher beliebte Namensgeber für Brauereien. Wir haben die stolze Eule als Namensgeber und Wappentier gewählt. Ein nachtaktives Tier, welches hervorragend zu unserem hochwertigen Bier passt, welches auch nachts verzehrt werden soll. Aufgrund unserer gewählten 0,33 Liter Flaschen und des wohlklingenden Wortes, ist es das Diminutiv Eulchen geworden.“ Nachdem das auch geklärt ist, können wir endlich zum Bier kommen.

Sonnengelb präsentiert sich das Bier im Glas und macht damit seinem Bierstil schon mal alle Ehre. Außerdem enthält das Bier viel sehr feinperlige Kohlensäure. Die Schaumkrone ist durchschnittlich groß, aber sie fällt leider sehr schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche Karamell, unterstützt durch den Duft von Orangenschale und einigen Kräutern.

Der Antrunk ist mäßig süß und spritzig. Schnell kommt ein ordentliches Bitter dazu. Irgendwie scheint mir der Geschmack nicht wirklich rund, eventuell fehlt etwas Fruchtigkeit. Der Abgang ist dann recht mild, aber er klingt trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hersbrucker, Saazer), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,9° Plato

Brauerei:

Eulchen GmbH
Hindenburgstr. 7
55118 Mainz
www.eulchen-bier.de

Crew Republic – Rest in Peace

„Maßlosigkeit ist für Dich keine Frage, sondern Lebenseinstellung. Mit beständiger Ignoranz trittst Du der Missgunst anderer gegenüber. Dem Vorwurf des Übermuts begegnest Du mit gelassener Arroganz. In Völlerei lebst Du Deine unbändige Wollust aus. Dieses Elixier ist wie geschaffen für Dich. Das Ende und der Anfang Deiner Träume.“ So beschreibt das Team der Crew Republic das Rest in Peace. Da muss das Bier doch wohl deutlich aus der Masse der Craft-Biere herausstechen. Ob es das auch tut werde ich gleich feststellen.

Das Rest in Peace ist ein Barley Wine, ein starker Bierstil mit mindestens 7 Volumenprozent Alkohol. Dieses Bier von Crew Republic enthält sogar 10,1 Volumenprozent. Dann bin ich ja mal gespannt, wie sich das Bier so macht.

Kupferfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone mit einem leichten Gelbstich, die sich langsam auflöst. Optisch spricht mich das Bier durchaus an.

Das intensive Aroma ist sehr komplex. Süße und saure Düfte steigen mir in die Nase. Ich rieche Trockenfrüchte, besonders Feigen, abgerundet durch den Duft von Vanille. Auch der Alkohol zeigt sich bereits im Aroma und gibt dem Rest in Peace einen Hauch von Rumtopf.

Der Antrunk ist recht süß. Aber die runden Malzaromen bleiben nicht lange allein. Die 10,1 Volumenprozent Alkohol zeigen sich von Anfang an, gemeinsam mit einigen herberen Geschmäckern. Die Kohlensäure ist sehr feinperlig; für meinen Geschmack könnte der Barley Wine aber gerne noch etwas mehr Kohlensäure enthalten. Schnell treten die Geschmäcker der Trockenfrüchte in den Vordergrund und sorgen für ein rundes und wärmendes Mundgefühl. Dazu kommen der Geschmack nach roten Beeren sowie ein leichtes Bitter, das sich im Abgang noch etwas verstärkt und dann mit der wieder ansteigenden Süße den Konsumenten fordert. Die angegebenen 65 IBU hätte ich aber nicht vermutet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Crystal), Hopfen (Herkules, Fuggles, East Kent Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

10,1 % Vol.

Bittereinheiten:

65 IBU

Brauerei:

CREW Republic Brewery GmbH
Andreas-Danzer-Weg 30
85716 München/Unterschleißheim
www.crewrepublic.de