Archiv der Kategorie: Craft Beer

Spencer – India Pale Ale

Heute steht mal wieder ein Trappistenbier vor mir, gebraut in der St. Josephs Abbay in den USA, dem einzigen Trappistenkloster in den USA, in dem Bier gebraut wird. Wie zu erwarten handelt es sich um ein IPA.

Intensiv goldfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

In der Nase rieche ich neben Bitterorangen und Holz auch den Karamellduft des Malzes. Dabei ist das Aroma nicht so kräftig wie bei anderen IPAs, aber die Düfte sind gut aufeinander abgestimmt und machen einen – ich kann es nicht anders ausdrücken – edlen Eindruck.

Der Antrunk ist weniger süß als bei den europäischen IPAs und mir fällt die sehr gering dosierte aber sehr feinperlige Kohlensäure auf. Während sich das Bier auf der Zunge verteilt, kommt ein freundliches Bitter dazu. Das Bier ist angenehm fruchtig, da sich die Aromen auf der Zunge widerspiegeln und für ein weiches und volles Mundgefühl sorgen. Dies wird auch durch einige blumige Noten unterstützt. Auch der Abgang ist fruchtig und bitter, so dass er sehr lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

10° Celsius

Brauerei:

Brewery at St. Joseph’s Abbey
Spencer
Massachusetts
USA
www.spencerbrewery.com

Weiherer – Weizen Alkoholfrei

Die Brauerei Kundmüller aus Weiher wurde im Jahr 2020 von Meininger zu den Craft-Brauern des Jahres gekürt. Mit ihrem breit gefächerten Sortiment raffinierter Craftbiere haben sie diese Auszeichnung redlich verdient. Doch die fränkischen Brauer können nicht nur modernes Craftbier, auch die Klassiker aus dem Hause Kundmüller sind echte Bierspezialitäten.

Mittlerweile hat die Brauerei ihr Angebot um eine Auswahl alkoholfreier Biere ergänzt. Besonders beliebt ist das alkoholfreie Weizenbier, das jetzt vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Hell bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große und feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Gegen die Optik dieses Bieres ist wirklich nichts zu sagen.

Düfte nach Banane und Mandarine steigen mir in die Nase und aus dem Hintergrund macht sich auch ein leichter Biskuitteigduft der Hefe bemerkbar. Damit ist das Aroma absolut stiltypisch.

Der Antrunk ist leicht süß und durch die feinperlige Kohlensäure angenehm frisch. Von Anfang an schmecke ich die Fruchtigkeit nach Zitrusfrüchten, der Geschmack ist deutlich, aber nicht aufdringlich. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Banane in den Vordergrund, abgerundet durch einen Mandarinengeschmack. Obwohl das Bier nur sehr wenig Bitterstoffe enthält, ist das Mundgefühl recht voll und rund, vor allem, wenn ich bedenke, dass ich hier ein alkoholfreies Bier vor mir habe. Der Abgang ist sehr schlank und praktisch ohne Nachklang.

Das Bier hat sehr gut angefangen und die Top-Qualität auch lange gehalten. Leider fällt es im Abgang wirklich ab; sonst wäre es ein Top-Weizenbier unter den alkoholfreien.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Brauerei-Gasthof Kundmüller GmbH
Weiher 13
96191 Viereth-Trunstadt
www.brauerei-kundmueller.de

Super Bock

Ups, jetzt steht das vermutlich einzige Bier aus Portugal vor mir, das im deutschen Wikipedia über einen eigenen Eintrag verfügt: „Super Bock ist ein portugiesisches Bier. Es wurde 1927 erstmals gebraut und wird bis heute von der Super Bock Group hergestellt. Die beiden Biermarken Super Bock und Sagres sind die bekanntesten Biere in Portugal, mit einem Marktanteil von zusammen 89,5 %. Super Bock wurde international mit 35 Goldmedaillen (u. a. der Monde Selection) ausgezeichnet und wird in 21 weiteren Ländern vertrieben, unter anderem in Bermuda, Kanada, Luxemburg, Mosambik, Spanien, Vereinigtes Königreich und den USA. In Angola errichtet die Unicer eine eigene Super Bock-Brauerei. Zuvor war sie bereits der größte portugiesische Exporteur nach Angola, insbesondere mit Super Bock-Bier, von dem sie 2010 bereits 120 Millionen Liter in das Land einführte.“ Wenn das mich mal nicht neugierig macht. Öffne ich also die Flasche und schenke mir das Bier ein.

Intensiv golden und gefiltert glänzt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und sie bleibt auch durchschnittlich lange erhalten.

Frische Aromen nach Malz und würzigem Hopfen steigen mir in die Nase, dazu einige fruchtige Noten, die aber eindeutig eine untergeordnete Rolle spielen.

Eine feine Malzsüße ist auch der tragende Eindruck im Antrunk, zusammen mit einer angenehmen feinperligen Kohlensäure. Auf der Zunge bildet sich ein zur Süße passendes Bitter. Das Mundgefühl ist samtig. Insgesamt ein wirklich süffiges Bier. Der Abgang wird durch ein freundliches leichtes Bitter geprägt, das aber leider nur kurz nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Mais, ungemälzte Gerste, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

4° – 6° Celsius

Brauerei:

Super Bock Bebidas, S.A
Via Norte
4465-764 Leca do Ballo – Matosinhos
Portugal
http://www.superbock.pt/

Maisel & Friends – Artbeer #3 Hera

Jetzt stellt die Brauerei Maisel & Friends die dritte Edition ihres Artbeers vor, die in Zusammenarbeit mit Streetartkünstlerin Hera entstanden ist. Aber das ist noch nicht alles. Diese Edition ist meines Wissens das erste Sauerbier, das aus dieser fränkischen Brauerei stammt. Wenig überraschend war es Hera, die das Etikett mit dem ausdrucksstarken Frauengesicht entworfen hat, das mich jetzt neugierig macht auf den Inhalt der Flasche.

Golden und leicht opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Der feinperlige Schaum ist durchschnittlich voluminös und bleibt lange erhalten.

Ein ganzer tropischer Obstsalat steigt mir in die Nase. Der Duft nach Orangen und Zitrusschalen sorgt für eine fruchtige Säure, der Mangoduft bringt eine angenehme Süße mit, und abgerundet wird das Aroma durch die Karamellnoten des Malzes. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Eine leichte Süße steht anfangs im Vordergrund, die Säure entwickelt sich erst auf der Zunge. Aber auch dort dominiert die Fruchtigkeit. Ich schmecke Orange und Grapefruit. Abgerundet wird der Geschmack durch die Karamellnoten des Malzes sowie durch weitere fruchtige Nuancen des Malzes. Auch der Abgang ist fruchtig, wobei der Geschmack nach Grapefruit mehr in den Vordergrund tritt. Dabei entwickelt sich auch ein freundliches Bitter mit langem Nachklang.

Das Artbier #3 ist ein Sauerbier für Einsteiger. Die Säure ist unaufdringlich und angenehm. Endlich ein Sauerbier, das einfach zu trinken ist. Und wie bei allen Sondersuden von Maisel & Friends gilt auch hier: Schnell bestellen, denn wenn das Bier weg ist, dann ist es weg.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener Malz, Karamellmalz), Weizenmalz, Hopfen (Sorachi, Ace Mosaic, Citra, Callista, Ariana), Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Bittereinheiten:

23 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Gebr. Maisel KG
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Coedo Shikkoku

Shikkoku ist ein japanisches Wort, das die strahlschwarze Farbe von Onyx beschreibt. Der Onyx ist ein Stein, dem wundersame, mächtige Kräfte nachgesagt werden. In spirituellen Kreisen gilt der Onyx als Kriegerstein mit schützender Wirkung. Mit ihrem onyxfarbenen Bier stellt sich Coedo der internationalen Konkurrenz im Kampf um das beste dunkle Bier der Welt. Jetzt will ich testen, wie mir dieses Bier gefällt. Eigentlich habe ich in diesem Fall hohe Erwartungen, denn ich kenne die Liste der Auszeichnungen, die dieses Bier erhalten hat:

  • Meininger International Craft Beer Award Platinum Award 2017
  • Australian International Beer Award 2017 Bronze Award
  • Hong Kong & Macau Beer Cup Gold Award 2016
  • Australian International Beer Award 2016
  • LA International Beer Competition 2016 Gold Award
  • European Beer Star Gold Award 2015
  • Hong Kong International Beer Award 2014 Best Dark Beer
  • European Beer Star Gold Award 2011
  • 20072011 iTQi Two Stars Award in row
  • 2008 Monde Selection Grand Gold Award
  • Monde Selection Grand Silver Award 2007

Das Bier trägt seinen Namen zu Recht, denn es ist wirklich blickdicht schwarz. Die gemischtporige hellbraune Schaumkrone ist recht klein und sie fällt auch schnell in sich zusammen. Gerade von einem preisgekrönten Bier aus Japan hätte ich mehr Perfektion erwartet.

Das Aroma gefällt mir schon deutlich besser. Wie erwartet dominieren die Röststoffe des Malzel mit ihren Düften nach dunkler Schokolade und Kaffee, die durch Noten nach Rauch und Karamell vervollständigt werden. Langsam scheint sich auch der Duft nach Trockenfeigen zu entwickeln.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße sowie eine sehr feinperlige Kohlensäure aus. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, dazu kommt ein leichter vertrannter Geschmack. Die Bitterstoffe sind bestenfalls zu erahnen und das Bier ist nicht so vollmundig wie ich es erwartet habe. Erst im Abgang bemerke ich ein kurzes leichtes Bitter, ansonsten fällt der Nachklang eher mager aus.

Das Bier hatte sein Mindesthaltbarkeitsdatum bereits leicht überschritten. Normalerweise stellt das bei dunklen und malzbetonten Bieren kein Problem dar, sie reifen häufig sogar noch nach. Bei diesem Bier habe ich aber den Verdacht, dass es irgendwann im Laufe des Transports und der Lagerung nicht sachgemäß behandelt wurde. Wenn ich es noch einmal irgendwo sehe, werde ich es erneut testen. Irgendwo müssen die vielen Auszeichnungen schließlich herkommen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol

Stammwürze:

12° Plato

Brauerei:

Kyodoshoji Corporation Limited Coedebrewery
Kawagoe-shi
Imafuku, 2
350-1151 Saitama-ken
Saitama
Japan (JP)
www.coedobrewery.com

Libertus – Frankonian Dark

Frankonian Dark ist ein dunkles Lagerbier mit 5,3% Alkoholgehalt aus dem Hause Libertus Craft Brewing. Da ich Libertus an anderer Stelle bereits vorgestellt habe, werde ich ohne lange Vorrede jetzt sofort die Flasche öffnen und das Bier einschenken.

In einem dunklen Mahagoniton fließt das Bier ins Glas und bildet dabei wenig elfenbeinfarbenen gemischtporigen Schaum, der recht schnell in sich zusammenfällt.

Das Aroma verwöhnt mich mit dem Duft nach dunkler Schokolade, nach getrockneten Früchten und Sirup.

Der Antrunk ist durch die reichlich vorhandene Kohlensäure spritzig und überraschend süß. Ansonsten bestätigt er die Erwartungen, die das Bier in der Nase erweckt hat, indem mir eine ganze Palette Geschmacksnuancen des Malzes geboten wird. Das Mundgefühl ist weich und schlank. Erst im Abgang kommt der Hopfen auch zu seinem Recht und steuert eine moderate Bitterkeit bei, die lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Brauerei:

Libertus Craft Brewing
Am Hahn 3
97762 Untererthal
www.libertus.beer

Tongerlo Nox – Bruin

Aus der Brauerei Haacht in Flandern stammt das Tongerlo Nox, das jetzt vor mir steht. Der Name leitet sich vom lateinischen Nox für Nacht ab. Es soll halt an eine gemütliche Nacht erinnern.

Und wirklich, das dunkle Rubinrot, das schon fast ins Schwarze übergeht, erinnert an die letzten Lichtstrahlen eines Sonnenuntergangs an einem lauen Sommerabend. Die elfenbeinfarbene Schaumkrone ist sehr voluminös und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Die Röststoffe dominieren das Aroma dieses Biers. Ich rieche dunkle Schokolade und Vanille, abgerundet durch einen Hauch Lakritz.

Der Antrunk offenbart eine kräftige Süße, die mmit einer reichlichen Portion Kohlensäure einhergeht. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider, die ich bereits in der Nase fesgestellt habe. Zur dunklen Schokolade und Vanille kommt der Geschmack nach Rosinen. Bittere und säuerliche Noten fehlen. Dadurch ist das Bier nicht wirklich rund, sondern eher schlank und es erinnert an ein Lightbier. Im Abgang dominiert zunächst der Schokoladengeschmack und erstmals stelle ich ein leichtes und diskretes Bitter fest, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Malz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 9° Celsius

Brauerei:

Brauerei Haacht
Provinciensteenweg 28
3190 Boortmeerbeek
Belgien
www.haacht.com

And Union – Wednesday

Irgendwie ist es ja eine witzige Idee der Brauerei And Union, die Biere nach den Wochentagen zu benennen, auch wenn die Namen als solche nichts über den Inhalt der Flasche aussagen. Für den Mittwoch haben die Münchner ein Weizenbier kreiert, das jetzt bei mir auf seine Verkostung wartet. Versprochen ist die moderne Interpretation eines klassischen bayerischen Weißbiers.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Auch die agile Kohlensäure fällt mir ins Auge.

Wenn ich dem Aroma des Wednesday glauben darf, ist es der Brauerei gelungen, das Versprechen einer modernen Interpretation des Bierstils einzulösen. Düfte nach Biskuitteig, Banane, tropischen Früchten und Vanille steigen mir in die Nase. Damit macht das Bier mich neugierig auf den ersten Schluck, ohne dass der typische Eindruck eines Hefeweizens verloren gehen würde.

Der Antrunk ist durch eine angenehme Süße geprägt, zu der sich auf der Zunge noch eine leichte fruchtige Säure gesellt. Schnell lässt die Süße etwas nach und macht den sanften 20 Bittereinheiten Platz. Dabei ist das Mundgefühl voll und schwer. Im Abgang wird die Fruchtigkeit etwas kräftiger, aber sie klingt leider nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Weizen, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

And Union GmbH
Lindwurmstr. 114
80337 München
www.andunion.com

Jopen – Doubting Thomas

Ups, die Brauerei Jopen aus Haarlem gibt an, dass ich jetzt ein Imperial Quadrupel vor mir stehen habe. Ich glaube, das hatte ich noch nicht. Das Bier wurde nach Apostel Thomas benannt, der zunächst an der Auferstehung Jesu zweifelte und deshalb auch als „ungläubiger Thomas“ bezeichnet wurde. Der auf ihn bezogene Feiertag war früher der 21. Dezember, der Beginn des Winters. Jetzt bin ich mal gespannt, was mir die Holländer da verkauft haben.

Rubinrot mit einer feinporigen gelblichen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Die Schaumkrone bleibt lange erhalten, so dass die Optik des ungläubigen Thomas einen wirklich guten Eindruck vermittelt.

Das Aroma ist atemberaubend. Ich rieche dunkle Schokolade, getrocknete Birnen, Vanille und Rübensirup. Das alles wird durch den Duft des Alkohols zu einem Gesamtkunstwerk verbunden.

Der Antrunk ist süß und von Anfang an fruchtig. Dabei ist die Süße so kräftig, dass das Bier fast einen dickflüssigen Eindruck macht. Die Süße bleibt auf der Zunge erhalten und die Aromen spiegeln sich wider. Das Mundgefühl ist schwer und weich, beinahe samtig. Bitter ist kaum zu schmecken, aber die zehn Volumenprozent Alkohol kommen jetzt zum Tragen und wärmen. Auch der Abgang ist süß und schwer; die Fruchtigkeit klingt noch lange nach.

Das Bier ist dabei von Anfang bis Ende malzig und eignet sich statt eines Likörs nach dem Essen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hafer, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Jopen B.V.
Emrikweg 19
BT Haarlem
Niederlande
www.jopenbier.nl

Jopen – Northsea IPA

Das Northsea IPA von Jopen stammt aus Haarlem, einer Stadt südlich von Amsterdam. Dort hat das Brauen eine lange Tradition. Bereits im 15. Jahrhundert war Bier ein wichtiges Exportprodukt der Stadt an der Spaarne. Koyt, in Haarlem mit einer Gewürzmischung gebraut, war sogar das am meisten getrunkene Bier in Antwerpen.

Das Bier wurde in Bierfässern mit 112 Litern, Jopen genannt, über die Spaarne transportiert. Damit wäre auch der Name der Brauerei erklärt.

Um die Qualität sicherzustellen veröffentlichte der Stadtrat Anleitungen, die den Brauprozess detailliert beschrieben. Bereits aus dem Jahr 1501, eineinhalb Jahrzehnte vor der Einführung des Hopfens in Bayer, ist ein Bierrezept mit Hopfen aus Haarlem überliefert. 1916 schloss die letzte Brauerei der ihre Pforten und die Brautradition von Haarlem schien zu Ende. Erst im Jahr 1994 erinnerten sich die Haarlemer an die Tradition des Bierbrauens und suchten anlässlich des 750jährigen Stadtjubiläums in den Archiven nach den alten Bierrezepten. Mit dem ersten Bier der neu gegründeten Jopen-Brauerei wurde am 11. November 1994 das Festjahr anlässlich des Stadtjubiläums eingeleitet.

Heute weist die Brauerei eine Besonderheit auf, die vermutlich weltweit ihresgleichen sucht: Nach der Website der Brauerei gibt es hier 16 IPAs, und das ist das Northsea IPA noch nicht einmal aufgeführt. Ich weiß nicht, ob ich eine der letzten Flaschen dieses Bieres bekommen habe oder ob das Bier so neu ist, dass es seinen Weg auf die Website noch nicht gefunden hat. Egal. Jetzt will ich die Flasche erst einmal verkosten.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine sehr große feinporige Schaumkrone, die durchschnittlich lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist wirklich überzeugend. Der Duft nach Zitrusfrüchten und deren Kernen steigt mir in die Nase, dazu der Duft nach Biskuit und Harz. So lasse ich mir ein IPA gefallen.

Im Antrunk fällt mir zunächst die reichlich vorhandene kräftige Kohlensäure auf, die von einer zurückhaltenden Süße begleitet wird. Auf der Zunge gesellt sich ein freundliches Bitter dazu. Die fruchtigen Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider und zu den Zitrusfrüchten gesellt sich noch der Geschmack nach Apfel und Birne. Das Malz rundet aus dem Hintergrund das Geschmackserlebnis ab. Dabei ist das Mundgefühl voll und weich. Der Abgang ist überraschend mild und trotzdem klingen die bitteren Töne noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz,. Hopfen (Citra, Simcoe, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten_

70 IBU

Brauerei:

Jopen B.V.
Emrikweg 19
BT Haarlem
Niederlande
www.jopenbier.nl