Archiv der Kategorie: Craft Beer

Double Hop Monster IPA

Die Brauerei Greene King wurde 1799 von Benjamin Greene gegründet. Durch viele Übernahmen wurde seit der Jahrtausendwende daraus die größte britische Brauereigruppe. Von den übernommenen Brauereien ist nur noch die Belhaven-Brauerei in Betrieb, die anderen wurden geschlossen.

In einer wunderbaren Bernsteinfarbe präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone fällt anfangs schnell in sich zusammen, aber ein Rest bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist ungewöhnlich, aber ansprechend. Düfte nach Zitrusfrüchten und Orangenschalen, nach tropischen Früchten und Waldhonig steigen mir in die Nase.

Der Antrunk offenbart überraschend viel Süße sowie eine feinperlige Kohlensäure. Auf der Zunge gesellt sich ein passendes Bitter dazu. Obwohl das Bier für ein IPA überraschend wenig Fruchtigkeit aufweist, sorgt es doch für ein ausgewogenes und leichtes Mundgefühl. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Cascade, Chinook, Columbus, Styrian Goldings, Williamette), Hefe

Alkoholgehalt:

7,2 % Vol.

Bittereinheiten:

100 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Greene King Brewery
Westgate ST
Bury ST. Edmunds
Sufflok IP33 1QT
Großbritannien
www.greeneking.co.uk

Pinta – Mini Maxi Red

Jetzt steht mal wieder eine Premiere vor mir – mein erstes alkoholfreies Sauerbier. Es stammt aus Polen, einem Land, in dem die Brauer sehr experimentierfreudig sind und durchaus auch bereit zu sein scheinen, Grenzen zu überschreiten.

Die Jungs von Pinta gehören zu den Urgesteinen der Craft Beer-Bewegung in Polen. Ihre große Reise begann am 28. März 2011, als sie die erste Charge von „Atak Chmielu“ (deutsch: „Angriff des Hopfens“) brauten – das erste kommerzielle IPA in Polen.

Seitdem brauen die drei immer wieder neue Ales, Lagerbiere und Sauerbiere. Dies geschieht entweder alleine oder in Zusammenarbeit mit ihren Freunden aus polnischen und ausländischen Brauereien.

Im Jahr 2015 begannen sie, verschiedene saure Biere zu brauen. Alles begann mit einem Roggen Sour Ale namens Kwas Alfa, gebraut mit Tobias Emil Jensen von der dänischen To Øl Brauerei. Pinta war auch die erste polnische Brauerei, die die Grenze überschritt und internationales Kooperationsbier außerhalb Polens braute. So haben sie Lublin to Dublin produziert – ein Stout, das 2014 in Dublin, Irland, von den Brauereien Pinta und O’Hara’s gebraut wurde. Im Jahr 2015 folgte die bereits erwähnte Zusammenarbeit mit der französischen Brasserie du Pays Flamand und dem dänischen To Øl. Sogar bis nach Japan sind die Brauer gereist, um gemeinsam mir der dortigen Baird Brewing Co ein Bier zu kreieren. Das hat vorher noch keine andere polnische Brauerei geschafft.

Rot, fast wie Johannisbeersaft, und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine feinporige rosa Schaumkrone, die sehr stabil erhalten bleibt. Die Optik ist auf jeden Fall schon mal toll.

Das Bier duftet intensiv nach roten Johannisbeeren, Hiumbeeren und Kirschen, dazu kommen würzige Noten des Hopfens, die das Aroma perfekt abrunden. Das Malz kann ich nicht riechen.

Der Antrunk offenbart eine leichte spritzige Süße. Die leichte angenehme Säure kommt auf der Zunge zum Vorschein, wo sie gut mit der Herbheit des Hopfens harmoniert. Jetzt erinnert mich das Bier an einen guten und nicht zu süßen Obstwein. Obwohl es sich beim Mini Maxi Red um ein alkoholfreies Bier handelt, ist das Mundgefühl rund und voll. Der Abgang ist mild-fruchtig mit kurzem Nachklang.

Nach Mini Maxi Mango ist Mini Maxi Red der zweite alkoholfreie Knaller aus dem Hause Pinta. Das fruchtige Sauerbier wird mit frischen Kirschen und Himbeeren und dem Saft roter Johannisbeeren eingebraut und ist dementsprechend köstlich.

Der Antrunk präsentiert einen leichtfüßigen Körper mit feinsinnig ausgewogener Säure. Eine zarte Bittere balanciert die saftig-süße Fruchtsäure von Kirschen, Himbeeren und Johannisbeeren elegant aus, während eine kräftige Hopfennote dem Aromenspiel einen tollen Kick verleiht. Eine leicht prickelnde Kohlensäure lässt die Geschmacksnuancen auf der Zunge tanzen und trägt zum erfrischenden Charakter des Bieres bei. Das Finish ist knackig sauer und schmeckt vollmundig nach saftigen, roten Johannisbeeren.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Kirschsaft, Johannisbeersaft, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Browar PINTA Sp. z o.o.
ul. Na Oklu 22
34-300 Żywiec
Polen
www.grupazywiec.pl

H45. kraft

Wieder einmal steht jetzt ein Bier vor mir, dessen Name für mich nicht sofort einen Sinn ergibt. Doch es gibt ihn. Kuehn Kunz Rosen hat dieses Bier als Hausbier für die Eventlocation Halle 45 in Mainz gebraut. Da ich mit den Bieren aus der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz bislang nur gute Erfahrungen gemacht habe, vermute ich auch diesmal ein besonderes Geschmackserlebnis.

Golden und hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich eine überdurchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist sehr fruchtig. Düfte nach Zitrusfrüchten und Ananas steigen mir in die Nase, abgerundet durch feine Malznoten, die an Kekse erinnern. Das macht Lust auf den ersteen Schuck.

Wie das Aroma ist auch der Antrunk fruchtig-frisch und spritzig. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider und ich meine noch zusätzlich den Geschmack nach Maracuja festzustellen. Bitterstoffe sind nur dezent eingesetzt; trotzdem ist das Mundgefühl voll und rund. Der Abgang wird durch ein mildes freundliches Bitter dominiert, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz), Hopfen (Mosaic, Galena, Hüll Melon, Summit), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 8° Celsius

Brauerei:

Kuehn Kunz Rosen GmbH
Weisenauer Str. 15
55131 Mainz
www.kuehnkunzrosen.de

Bootshaus – Red Secret

Das Red Secret stammt aus der Kleinbbrauerei Bootshaus am Dümmer. Es handelt sich um ein rotes Lager, womit schon mal der erste Teil des Namens erklärt ist. Der zweite Namensteil weist auf den verwendeten Hopfen hin, den Vic Secret. Zu dieser australischen Hopfensorte schreibt der Hopfenhändler BarthHaas: „Vic Secrets Geschichte beginnt bereits im Jahr 2000: Als Sämling wurde sie angepflanzt und ging mit riesigen Schritten durch das Züchtungsprogramm bis sie letztendlich, von allen sehnlichst erwartet, 2010 freigegeben wurde. Erst seit 2013 wird diese Zuchtsorte kommerziell produziert und trägt als Geheimtipp ihren Namen völlig zurecht. Bei dieser Zuchtsorte stehen starke Ausprägungen von grünen Früchten wie Stachelbeere und Quitte, süßen kandierten Früchten, Zitrusnoten von Grapefruit sowie roten Beeren wie Erdbeeren gegenüber. Besonders herauszuschmecken sind auch Ananas und Maracuja. Zudem runden intensive, blumige Noten von Rose und Apfelblüte das Gesamtgeschmacksprofil ab.“ Na, klingt das nicht verheißungsvoll?

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sehr voluminöse beige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Leichte Röststoffe unterstützen die Fruchtigkeit. Ich rieche Orange, Ananas, Maracuja und auch die Herbe eines Harzes. Diese Aromen machen richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur feinperligen Kohlensäure dieses Biers passt. Auf der Zunge ist die Fruchtigkeit im Vordergrund, die durch ein gut angepasstes freundliches Bitter abgerundet wird. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang wird das Bitter etwas schwächer und es klingt lange nach.

Das Red Secret ist ein angenehmes leichtes Sommerbier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Red X), Hopfen (Vic Secret), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Bootshaus Brauerei
Inhaber: Christopher Franz
Schützenweg 20
49448 Marl
www.bootshaus-brauerei.de

Coedo Beniaka

Die Japanische Esskultur ist dafür bekannt, ausschließlich makellose Rohstoffe zu verwenden. Wenn alle Rohstoffe optisch einwandfrei sein sollen, führt das selbstverständlich zu einer ungeheuren Verschwendung, da alle Lebensmittelrohstoffe, die die kleinste Stelle aufweisen oder eine falsche Größe haben, vernichtet werden. Die Brauer von Coedo haben daher aussortierte Süßkartoffeln genommen und daraus dieses Bier kreiert, das bereits viele Auszeichnungen erhalten hat:

  • Meininger International Craft Beer Award 2017 Silver Award
  • Australian International Beer Award Bronze Award 2015/2017
  • LA International Beer Competition 2016 Bronze Award
  • Classic Lager Style vor Feb 2015
  • European Beer Star Gold Award 2012
  • 2010 World Beer Cup Silver Award
  • 2010 European Beer Star Gold Award
  • 2009 European Beer Star Silver Award
  • 2007-2009 iTQi Three Stars Award in Folge dann ausgezeichnet „Crystal Taste Award“
  • 2008 Ausgewählt als eine der 88 besten Kooperationen zwischen Landwirtschaft, Handel und Industrie.
  • Monde Selection Grand Gold Award 2007

Bei so vielen Auszeichnungen muss dieses Bier aus Japan ja gut sein.

Rubinrot läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große sahnige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist leicht süß, ich vermute, dass dies von der Süßkartoffel kommt. Dazu gesellen sich der Duft nach Karamell und die Würzigkeit des Hopfens. Erstaunlich – insgesamt erinnert das Aroma an einen Rotwein.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur kräftigen und feinperligen Kohlensäure passt. Und auf der Zunge? Ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Auf jeden Fall ist der Geschmack ungewönlich. Ist das Bier im Holzfass gereift? Kommt der ungewöhnliche aber ausnehmend gute Geschmack von der Süßkartoffel? Jedenfalls ist das Bier nur gering bitter und enthält wenig Säure. Trotzdem ist es vollmundig und macht einfach einen edlen Eindruck. Eindeutig herauszuschmecken ist nur das Karamellmalz. Im Abgang kommen die Bitternoten deutlicher zum Vorschein und auch mein Eindruck, dass das Bier im Holzfass gereift ist, verstärkt sich. Der Geschmack klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Süßkartoffel, Hopfen

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Brauerei:

Kyodoshoji Corporation Limited
2-20-1 Nakadaiminami
Kawagoe, Saitama
Japan
www.coedobrewery.com

Maisel & Friends – Summercrew Session IPA

Ich habe den Eindruck, dass es sich in Bayreuth zur Tradtion entwickelt, dass die Abschlussjahrgänge der Azubis der Brauerei Maisel ihr eigenes Bier brauen und dieses Bier als Sondersud in den Verkauf kommt. Nach dem Erfolg im letzten Jahr hat die sieben Azubis, die sich selbst den Namen Summercrew gegeben haben, ein Session IPA gebraut.

Das Maisel Project 2021, so der Name des Ausbildungsprogramms, baut im Wesentlichen auf vier Schritten auf. Dazu gehören die Entwicklung des Rezepts für das spätere Bier, das Einbrauen des Sudes, das Design des Etiketts sowie letztendlich das Erschließen der Vertriebskanäle und die Öffentlichkeitsarbeit. So ein vollständiges Projekt bekommen die wenigsten Auszubildenden angeboten. Kommen wir aber zum Bier.

Goldgelb und leicht opalisierend läuft das Bier ins Glas. Die dabei entstehende Schaumkrone ist relativ klein, bleibt aber lange erhalten. Gegen die Optik ist schon mal nichts zu sagen.

Eine Vielzahl fruchtiger Aromen steigt mir in die Nase. Ich rieche neben Zitrusfrüchten und roten Früchten auch bittere Noten, die an Grapefruitkerne erinnern. Bereits in der Nase treffen sich die typischen Eigenschaften eines IPAs mit den Früchten des Sommers. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist mäßig süß und sorgt mit der reichlich enthaltenen feinperligen Kohlensäure für eine ungeheure frische. Auf der Zunge sticht zunächst das an Grapefruitkerne erinnernde fruchtige Bitter hervor, während sich der Geschmack nach Zitrus und roten Früchten erst entwickelt. Eine leichte Süße, die an Honig erinnert, rundet den Eindruck ab, so dass ein rundes und weiches Mundgefühl entsteht. Der Abgang ist überraschend mild und die Fruchtigkeit klingt noch lange in der Kehle nach.

Mit der Fruchtigkeit und dem vergleichsweise geringen Alkoholgehalt von 4,3 Volumenprozent ist das Bier der fränkischen Auszubildenden hervorragend für die kommenden heißen Sommertage geeignet. Wie immer gibt es das Bier im Brauereiladen in Bayreuth oder im Versand erhältlich. Und nicht vergessen: Wenn das Bier weg ist, dann ist es weg und wird auch nicht mehr nachgeliefert. Schnell sein lohnt sich also.

Bevor ich es vergesse: Wenn Sie sehen wollen, wer dieses Bier „verbrochen“ hat, lohnt es sich, das Bier zu bestellen. Die Auszubildenden haben sich auf dem Etikett verewigt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Kara Ebenholz, Kara Eiche), Hopfen (Amarillo, Aramis, Callista, Calypso, Barbe Rouge, Monroe, Polaris, Topaz), Hefe

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Stammwürze:

9,8° Plato

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Belhaven – Scottish Oat Stout

Die Belhaven Brewery wurde im Jahr 1719 gegründet. Von dort stammt das Stout, das jetzt vor mir steht. Es ist eines der Biere dieser Brauerei, die am Längsten gebraut werden und die sich auch am Besten verkaufen. Eigentlich dürfte bei diesem Bier ja nicht schieflaufen.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine mittelbraune sahnige Schaumkrone, die recht lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist malzbetont mit Düften nach Mokka, dunkler Schokolade, Karamell und Vanille, aber auch der Alkohol steigt mir leicht in die Nase.

Der Amtriml ist frisch mit reichlich Kohlensäure. Dazu kommt eine kräftige Süße, die gut zur cremigen und seidigen Textur des Bieres passt. Auf der Zunge kommt der Geschmack nach Mokka in den Vordergrund, begleitet durch Noten dunkler Schokolade, Rosinen, Kirschen und Lakritz. Das Mundgefühl ist voll, weich und rund. Im Abgang dominiert der Geschmack nach Espresso mit einem langen Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7 % Vol.

Stammwürze:

17° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 10° Celsius

Brauerei:

Belhaven Brewery
Brewery Lane
EH42 1PE Dunbar
Großbritannien
www.belhaven.co.uk

Hertl – Vater & Sohn

Hinter dieser Bierkreation steckt eine sehr persönliche Geschichte. David Hertl, Kopf und Herz hinter der Braumanufaktur Hertl, kommt aus einer Winzer-Familie. Sein Vater Bernd Hertl ist mit Leib und Seele Winzer und wünschte sich, dass sein Sohn das Handwerk ebenfalls erlernte. Schon früh wurde der Junge an die Trauben herangeführt, doch so recht wollte keine Begeisterung für die Önologie aufkommen. Man ließ nichts unversucht, doch Sturkopf David konnte nicht überzeugt werden. Um ihn trotzdem zur Fortführung eines Familiengewerbes zu bewegen, schickte man den Jungen mit seinem Großvater mit. Doch auch Elektriker wollte David nicht werden. Beim Besuch einer Brauerei allerdings entdeckte David sein großes Interesse für das Brauhandwerk. Die Familie atmete erleichtert auf, David hatte seine Passion gefunden!

Und weil man bei den Hertls nicht nachtragend ist, hat Bernd das Winzerhandwerk kurzfristig an den Nagel gehängt und unterstützt David seit Tag 1 tatkräftig in Frankens kleinster Brauerei. Diese Familiensaga hätte ein böses Ende nehmen können, doch die Hertls haben das Beste draus gemacht und feiern ihre Leidenschaft nun mit einer gemeinsamen Kreation. Vater & Sohn ist ein Bier, das Brauhandwerk und Winzerei miteinander verbindet: Ein junges Stout wird mit einem jungen Domina-Wein vergoren.

Bereits beim Öffnen der Flasche kommt mir der Inhalt entgegen. Es ist so viel Druck auf der Flasche, dass die Hälfte des Biers heraussprudelt. Schade. Eigentlich wollte ich es ja trinken. Und das Aroma ist wirklich verführerisch. Es erinnert mich an einen guten französischen Rotwein, der sein Aroma mit dem der Hefe vermischt. Auch die Farbe erinnert an einen Bordeaux, der aber durch die Hefe eingetrübt ist.

Der Antrunk ist recht süß und wie ich nach dem Sprudeln des Biers aus der Flasche vermutet hatte, enthält es reichlich Kohlensäure. Auf der Zunge macht das Bier den gleichen Eindruck wie in der Nase. Rotwein und Hefe sind die Geschmackseindrücke, eigentlich ähnlich wie bei einem roten Federweißen. Nur kommen jetzt die Weinnoten noch mehr zum Vorschein. Das Mundgefühl ist weich und rund. Der Rotweingeschmack dominiert auch den Abgang, wobei noch die Bitterstoffe des Hopfens zum Tragen kommen, die einige Zeit nachklingen.

Zutaten:

Bier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe), Wein (Wasser, Trauben, Hefe)

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Brauerei:

Braumanufaktur Hertl
Thüngfeld 61
96132 Schlüsselfeld
www.braumanufaktur-hertl.de

 

Wittekerke Rosé

Die Brauerei De Brabandere kann auf eine umfangreiche Geschichte zurückblicken, blickt aber mit gleicher Zuversicht in die Zukunft. Der Traum, den der Gründer Adolphe De Brabandere Ende des neunzehnten Jahrhunderts hegte, als er den Grundstein für seine Brauerei im flandrischen Bavikhove legte, ist im erfolgreichen Unternehmen von heute Wirklichkeit geworden. Mit einem reichhaltigen Sortiment an Bieren, die von Kennern weit über unsere Grenzen Belgiens hinaus genossen werden. Mit Wittekerke Rosé brachte die Brauerei das erste und originale Rosé-Bier auf den Markt. Dieses Bier wird auf Basis von Wittekerke White unter Zusatz von reinem Himbeersaft gebraut. Jetzt steht es vor mir und wartet auf seine Verkostung.

Bernsteinfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine recht kleine feinporige Schaumkrone, die aber lange Zeit erhalten bleibt.

Im Aroma ist der Duft der Himbeere sehr dominant und verdrängt die Düfte nach Hopfen und Malz fast vollständig.

Der Antrunk offenbart eine zurückhaltende Süße sowie eine feinperlende Kohlensäure. Wie in der Nase dominiert auch auf der Zunge der Geschmack nach Himbeeren, aber jetzt kommt eine Süße hinzu, die künstlich wirkt. Bitterstoffe kann ich keine feststellen, so dass das Bier trotz des weichen Mundgefühls nicht ausgewogen wirkt. Der Abgang ist fruchtig mit kurzem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizen, Himbeersaft (18 %), Fruktose, Hopfen, Süßmittel (Aspartam), Holundersaft, Aromen

Alkoholgehalt:

4,3 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij de Brabandere
Rijksweg 33
8531 Bavikhove
Belgien
www.brouwerijdebrabandere.be

Bootshaus Pils

Der Dümmer ist Niedersachsens zweitgrößtes Binnenmeer. Dort wird in der kleinen Privatbrauerei Bootshaus gebraut. Das Angebot dieser Brauerei ist überschaubar, da Christopher Franz offensichtlich mehr auf Qualität als auf Quantität achtet. Vor mir steht jetzt aus Pils und möchte nun endlich geöffnet werden.

Weizengelb und leicht hefetrüb strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber prangt eine voluminöse schneeweiße Schaumkrone. Sie ist feinporig und bleibt lange erhalten.

Der Hopfen dominiert das Aroma des Bieres mit seinen blumigen Düften und einer leichten Zitrusnote. Das Malz bleibt eher im Hintergrund.

Der Antrunk ist leicht süß und ich stelle fest, dass die Kohlensäure zwar sehr feinperlig ist, aber auch recht knapp dosiert wurde. Auf der Zunge ist das Bitter für ein norddeutsches Pils recht schwach ausgeprägt, aber die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist voll und rund. Ein schön süffiges Bier. Auch der Abgang zeichnet sich durch ein leichtes freundliches Bitter aus, das lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Saphir), Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze:

13,5 %

Bittereinheiten:

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

7° Celsius

Brauerei:

Bootshaus Privatbrauerei
Martinsfeld 7
49401 Dümmerlohausen
www.bootshaus-brauerei.de