Archiv der Kategorie: Craft Beer

Sarstedter Kneipenbengel

Einen ungünstigeren Zeitpunkt für die Gründung ihrer Brauerei hätten sich Maik-Oliver Towet und Stefan Böker vermutlich nicht aussuchen können. Am 1. Juli 2019 gründeten sie ihr Unternehmen und nur ein halbes Jahr später kam der erste Covid-Lockdown. Sie durften zwar weiter brauen, aber alle Bierfeste und Straßenevents fielen für lange Zeit aus, so dass ihnen die Möglichkeit genommen war, dort ihr Bier zu verkaufen, es bekannt zu machen und Kunden zu gewinnen. Aber sie haben durchgehalten, die Zeit gut genutzt und mittlerweile fünf Biere auf den Markt gebracht. Heute steht das erste dieser Biere vor mir, der Sarstedter Kneipenbengel, ein Kellerbier.

Golden wie ein Weizenfeld, aber mit einem leichten Rotstich und einer ebenfalls leichten Hefetrübung fließt das Bier ins Glas. Die feste Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Die Aromen der Hefe und des Malzkörpers steigen mir in die Nase. Ein leichter Karamellduft ist dabei, der durch einige würzige Noten des Hopfens abgerundet wird.

Der Antrunk offenbart eine leichte Süße, die mir durchaus gefällt. Allerdings würde ich mir mehr der sehr feinperligen Kohlensäure wünschen. Aber gut, das ist Geschmackssache. Auf der Zunge entwickelt sich ein überraschendes Bitter, das zusammen mit dem Geschmack der Hefe ein angenehmes, weiches und volles Mundgefühl erzeugt. Im Abgang wird das Bitter noc einmal kräftiger, ohne aber meine Kehle zu überfordern. Dafür klingt der Geschmack lange nach.

Ich kann jetzt nicht einmal sagen, weshalb mir dieses Bier so gefällt. Es hat zu keinem Zeitpunkt besondere Eigenschaften wie einen exotischen Hopfen. Es ist einfach gut, ohne dass es irgendwelche Spirenzchen benötigt und passt sich jedem herzhaften Essen an.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Bierhefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Reimot Braumanufaktur
Voss-Str. 35
31157 Sarstedt
www.sarstedter-bier.de

Big Bold Marigold Flower Power Apple Sour

Der Flying Dutchman Ronald de Waal hat immer einprägsame Namen für seine Biere, so auch für dieses Bier. Gebraut für The Flying Dutchman in Finnland, allerdings von der Proef Brouwerij im belgischen Lochristi. Das Big Bold Marigold Flower Pour Apple Sour könnten wir auch als eine Mischung aus Cidre und Saison betrachten. Es wurde mit Pilsner- und Weizenmalz und dem Zusatz von Apfelsaft gebraut. Aber das wäre noch kein echtes Bier vom Flying Dutchman, wäre dieses Bier nicht auch noch auf Chips aus Ringelblume und französischer Eiche gereift. Anschließend wird es noch einmal mit Nelson Sauvin Hopfen trockengehopft und schon ist es fertig. Und wie ist das Ergebnis?

Weizengelb und opalisieren läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine leicht überdurchschnittlich große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma wird durch eine fruchtige Säure dominiert, die durch die Äpfel beigetragen wird. Der Malzkörper hält sich diskret im Hintergrund, von wo auch die würzigen Noten des Eichenholzes durchkommen.

Der Antrunk offenbart eine leichte Süße sowie eine feinperlige aber kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge entwickelt sich genau der Geschmack, den die Zutaten nahelegen: das Big Bold Marigold Flower Power Apple Sour wirkt wie eine Mischung aus Bier und Cidre. Es ist weniger sauer als ich es erwartet hatte, aber mit seinem weichen Mundgefühl ist es wirklich erfrischend. Genau das richtige Getränk für heiße Tage. Im Abgang wird das Bier trockener und die Säure etwas stärker. Bitter ist kaum zu schmecken und der Geschmack klingt nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafer, Hopfen, Apfelsaft, Ringelblume, Hefe

Alkoholgehalt:

4,0 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Emelisse – DIPA

BIPA, TIPA, DIPA – Es wird immer schwieriger, ein Bier dem richtigen Bierstil zuzuordnen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, denn dafür wird die Bierwelt auch immer vielseitiger. Ein DIPA unterscheidet sich von einem herkömmlichen IPA vor allem durch seinen höheren Alkoholgehalt. Es ist ebenso hopfenlastig wie sein kleiner Bruder und schmeckt auch dementsprechend. Ein weiterer Unterschied ist der höhere Malzgehalt, der für das Mehr an Alkohol sorgt, sowie dafür, dass der Geschmack des Malzes durch den Hopfen nicht überdeckt wird. Ich habe statt DIPA auch schon den Begriff Imperial IPA gehört.

Kupferfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten.

War die Optik schon wirklich gut, überzeugt mich das Aroma erst recht. Neben dem Hopfen steigt mir auch der Duft des Malzes in die Nase. Karamell vereint sich mit Zitrusfrüchten, Melone und einigen holzigen Noten. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße aus, mit der die Dosierung der Kohlensäure gut abgestimmt ist. Auf der Zunge gesellen sich ein kräftiges Bitter sowie eine tolle Fruchtigkeit zur Süße. Das Mundgefühl ist voll und weich. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter verstärkt sich, bevor es sehr lange nachklingt.

Auch wenn der Hopfen den Geschmack dieses Biers dominiert, handelt es sich dabei nicht um eine Hopfenbombe wie es die meisten alten IPAs sind, sondern Hopfen und Malz verschmelzen hier zu einer Einheit, bei der jede der beiden Zutaten zu ihrem Recht kommt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,9 % Vol.

Bittereinheiten:

65 IBU

Stammwürze:

18° Plato

Brauerei:

Brewery Emelisse
Singelstraat 5
4461 HZ Goes
Niederlande
www.emelisse.nl

Silly Sour Ale

Die Wallonie, also der französischsprachige Teil von Belgien, ist als Heimat des Bierstils Saison bekannt. In der Kleinstadt Silly hat die Brasserie de Silly ihren Sitz, von der das Sour Ale stammt, das jetzt vor mir steht. Silly Sour gibt es bereits seit der Gründung der Brauerei durh Marcelin Meynsbrughen im Jahr 1850. Es handelt sich um ein einzigartiges Saisonbier, da es das erste seiner Art in der Wallonie ist, das überwiegend Sauerbier enthält. Tatsächlich besteht dieses Bier zu 87 % aus Sauerbier und zu 13 % aus frischem Saison.

Rubinrot präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinorige mittelbraune Schaumkrone fällt leider recht flott in sich zusammen, was aber bei einem Sauerbier nicht ungewöhnlich ist.

Das Aroma wird durch eine fruchtige Säure dominiert, die an grüne Äpfel erinnert. Aber auch der Malzkörper versteht es, sich gegen die Säure durchzusetzen und sich in der Nase bemerkbar zu machen.

Der erste Eindruck, den meine Zunge übermittelt, ist reichlich Kohlensäure in einem eher trockenen Bier. Erst während sich das Bier auf der Zunge verteilt, vereinen sich Säure und Malzsüße zu einem Gesamtkunstwerk. Dabei wirkt das Bier angenehm frisch und es sorgt für ein volles und weiches Mundgefühl. Auch der Abgang ist recht trocken, wobei die an Zitronen erinnernde Säure noch durch die Süße des Malzkörpers ausgeglichen wird. Obwohl praktisch kein Bitter zu schmecken ist, klingt das Bier doch einige Zeit nach.

Ich mag das Silly Sour Ale, das sich durchaus für Einsteiger in die Welt der Sauerbiere eignet.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie de Silly
Rue Ville Basse 2
7830 Silly
Belgien
www.silly-beer.com

Maisel & Friends – Bourbon Bock 2020

Dass von der Brauerei Maisel & Friends im fränkischen Bayreuth richtig gute Biere kommen ist ja bekannt. Aber einmal im Jahr setzen die Franken noch einen drauf und veröffentlichen ihren Bourbon Bock. Dieses Bier hatte mehrere Monate Zeit, in verschiedenen Bourbon-Fässern zu reifen. Auch wenn das Jahr 2020 bereits einige Zeit vorüber ist, steht doch jetzt erst dieser Jahrgangsbock vor mir.

Bernsteinfarben strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich voluminöse Schaumkrone ist größtenteils feinporig und bleibt relativ lange erhalten.

Das Aroma ist sehr komplex. Ich rieche Süße, Mandeln, Trockenfrüchte, Kokos und Vanille. Der Duft des Whiskys bündelt diese Düfte zu einem bunten Strauß, der richtig Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist weniger süß aus ich es erwartet habe. Im Gegenteil ist er erstaunlich frisch mit einer angenehm feinporigen Kohlensäure. Auf der Zunge spiegeln sich die Aromen, die ich bereits in der Nase festgestellt habe. Die Frische bleibt präsent und nur wenig Bitter gesellt sich zu den Aromen. Dabei ist das Mundgefühl weich. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter kommt etwas mehr in den Vordergrund. Dabei bleibt der Geschmack freundlich und mild und er sorgt trotzdem für einen langen Nachklang.

Zutaten    :

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

7,7 % Vol.

Stammwürze:

17,2° Plato

Empfohlene Genusstemperatur:

10° – 12° Celsius

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95445 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

Schoppe – Brut Ale

Im Jahr 2001, also vor mittlerweile 20 Jahren, wurde Schoppe Bräu in Berlin gegründet. „Hopfen, Malz und Muskelschmalz“ ist das Motto von Gründer Thorsten Schoppe, dem er auch heute noch treu ist. Von dort stammt das BrutxAle mit dem Untertitel Schampus der Straße, das jetzt vor mir steht.

Der Untertitel st nicht zufällig gewählt, sondern das Ale, das jetzt vor mir steht, wurde mit Champagnerhefe vergoren. Biere, die mit Wein-, Sekt- oder Champagnerhefe hergestellt wurden, sind meist etwas stärker als die gewöhnlichen deutschen Biere und sie haben etwas Besonderes an sich, das zumindest mir sehr gut gefällt und ich frage mich, weshalb mit diesen Hefen nicht häufiger gebraut wird.

Bernsteinfarben und hefetrüb läuft das Bier ins Glas und bildet dabei eine relativ kleine feinporige Schaumkrone, die sich bis auf einen Rest schnell auflöst.

Das Aroma ist fruchtig nach Zitrone, Ananas und Vanille, aber auch das Malz kommt mit seinem Duft nach Brotkrume zu seinem Recht.

Der Antrunk zeigt, dass dieses Bier seinen Namen zu Recht trägt, denn er ist trocken, aber durch die feinperlige Kohlensäure angenehm frisch. Auf der Zunge ist es fruchtig, fast wie ein Multivitaminsaft. Ich schmecke Orange, Pfirsich und Apfel. Aus dem Hintergrund kommen noch die Noten nach Brot und Waldhonig. Eine leichte Säure erinnert an Weißwein. Zusammen mit dem weichen Mundgefühl kann mich das Bier wirklich begeistern. Obwohl der Abgang sich durch eine wirklich mild-bittere Fruchtigkeit auszeichnet, klingt er lange nach.

Das BrutxAle ist ein ungewöhnliches Bier. Etwas in dieser Art würde ich mir häufiger wünschen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Pilsner Malz), Weizenmalz, Hopfen (Hallertauer Blanc, Mosaic, Cascade), Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 9° Celsius

Brauerei:

Schoppe Bräu GmbH
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
www.schoppebraeu.de

3 Schténg

Der Name 3 Schténg stammt aus dem limburgischen Dialekt Platdiets und bedeutet übersetzt „Drei Steine“. Er bezieht sich auf die drei Grenzmarkierungssteine am Dreiländereck von Vaalserberg an der niederländisch-belgisch-deutschen Grenze, einer Touristenattraktion in der Gemeinde Gemmenich. Auf dem Dreiländereck wurde ein Aussichtsturm mit Restaurant errichtet, der DrieLaenderpunkt Aussichtsturm oder Baudewijntoren. In diesem Turm wird das Bier für das Restaurant hergestellt, das jetzt auch vor mir steht und auf seine Verkostung wartet.

Blickdicht schwarz präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige mittelbraune Schaumkrone ist überdurchschnittlich groß und bleibt lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig. Düfte nach Rosinen und dunkler Schokolade steigen mir in die Nase. Diese werden durch den Alkohol im Hintergrund unterstützt. Das gefällt mir und ich bekomme Lust auf den ersten Schluck.

Der erste Eindruck ist der leichter Süße und feinperliger Kohlensäure. Auf der Zunge dominiert der Geschmack der Schokolade, dazu kommt eine leichte Säure. Die gesamte Komposition sorgt für ein volles Mundgefühl. Im Abgang wird die Säure etwas stärker und sie klingt gemeinsam mit einem freundlichen Bitter lange nach.

Das 3 Schténg ist ein angenehmes Bier ohne Ecken und Kanten, das einfach zu trinken ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Kräuter

Alkoholgehalt:

6,3 % Vol.

Brauerei:

3Schténg
Drielandenpunt 99
4851 Gemmenich
Belgien

And Union – Tuesday

Jetzt steht mal wieder ein Bier aus der Brauerei And Union vor mir, die ihre Biere nach den Wochentagen benennt, allerdings nur von Dienstag bis Sonntag. Einen Montag gibt es in dieser Serie nicht. Das Tuesday, das ich jetzt verkosten möchte, ist ein alkoholfreies Weizenbier. Während früher alkoholfreie Biere eher von geringerer Qualität waren, hat sich in den letzten Jahren in diesem Bereich einiges getan. Ich meine, dass die besser schmeckenden alkoholfreien Biere erst auftauchten, als auch die Craft Beer-Brauer sich mit diesem Bierstil befassten. Da es heute etliche gutschmeckende alkoholfreie Biere gibt, hoffe ich jetzt auf ein angenehmes Biererlebnis.

Leuchtend golden und mit leichter Hefetrübung fließt das Bier ins Glas und erzeugt dabei eine durchschnittlich große sahnige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt. Die Kohlensäure ist sehr agil und rundet die perfekte Optik ab.

Das Aroma ist weizenbiertypisch. Düfte nach Banane, Nelke und Brotkrume steigen mir in die Nase. Ich meine, auch einige würzige Noten nach Pfeffer zu riechen.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Neben dem typischen Weizenbiergeschmack, der die Aromen auf der Zunge widerspiegelt, schmecke ich auch einige holzige Noten. Bitter ist kaum vorhanden, aber das ist bei einem Weißbier ja die Regel. Für ein alkoholfreies Bier ist das Tuesday sehr vollmundig, auch wenn mir die geschmacksverstärkende Eigenschaft des Alkohols doch etwas fehlt. Im Abgang kommt eine leichte fruchtige Säure auf. Leider klingt der Geschmack vergleichsweise kurz nach. Trotzdem gehört das Tuesday eindeutig zur Spitze der alkoholfreien Weißbiere.

Zutaten:

Wasser, Weizen, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen (Hallertauer Perle, Hallertauer Perle, Hallertauer Tradition, Hallertauer Select Mandarin)

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Stammwürze:

5° Plato

Bittereinheiten:

12 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

3° – 5° Celsius

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München

Störtebeker – Polar Weizen

Das Polar-Weizen ist ein Eisbock-Weizenbier, das auf dem Bernsteinweizen der Störtebeker Braumanufaktur basiert. Nach dem Reifen des Weizenbiers wird es im zweistelligen Minusbereich eingefroren. Auf diese Weise wird dem Bier ein Teil des Wassers entzogen und die Aromen werden auf diese Weise konzentriert.

Bernsteinfarben und nur leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht voluminös und bleibt mir lange erhalten. Optisch macht dieses Bier also eine wirklich gute Figur.

Das Bier duftet intensiv nach Banane und Nelke, also nach den typischen Duftnoten eines Weizenbieres. Aber auch leichte Düfte nach Vanille und Karamell steigen mir in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten. Alles in Allem ein komplexes Aroma, das wirklich Lust auf den ersten Schluck macht.

Der Antrunk ist so süß wie ich es bei einem Eisbock erwarte, dabei aber spritzig, so dass mich dieses Bier von Anfang an begeistern kann. Auf der Zunge schmecke ich Banane, für die Süße sorgt ein Geschmack, der an Waldhonig erinnert und der gut mit dem Geschmack nach Vanille und Karamell harmonisiert. Die neuneinhalt Volumenprozent Alkohol sind gut versteckt. Das Mundgefühl ist schwer und rund, jetzt wärmt auch der Alkohol. Ich würde mir etwas mehr Hopfen wünschen, da die Bittereinheiten doch sehr in den hintergrund treten. Im Abgang wird das Bier etwas trockener und überlässt der milden den Vortritt, die recht lange nachklingt.

Zutaten:

Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz (Gerstenmalz, Karamellmalz, Weizenmalz), Hopfen (Lemondrop, Smaragd), Hefe

Alkoholgehalt:

9,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

9° – 11° Celsius

Brauerei:

Störtebeker Braumanufaktur GmbH
Greifswalder Chaussee 84-85
18439 Stralsund
www.stoertebeker.com

BierSelect

Schanzenbräu – Kehlengold

Am Stadtrand von Nürnberg hat sich die Brauerei Schanzengold angesiedelt. So weit, so gut. Aber trotzdem macht Schanzenbräu etwas anders als andere Craft Beer-Brauer. Nicht für den deutschen Markt eher ungewöhnliche Bierstile werden dort gebraut, sondern Biere, die für Bayern im Allgemeinen und für Franken im Besonderen typisch sind. Helles, Märzen, Bockbier und Weizen. Und da für Nürnberg nun mal die Rotbiere typisch sind, braut Schanzenbräu viele dieser Bierstile in einer roten Version, so den roten Bock und das rote Weizen. Jetzt steht aber das Kehlengold vor mir, ein Lager.

Intensiv rotgolden und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine sahnige Schaumkrone, die sich durch eine lange Haltberkeit auszeichnet. Die Optik ist schon mal Top.

Das Bier duftet nach Karamell, das durch einige grasige und würzige Töne abgerundet wird.

Der Antrunkt ist frisch und spritzig und er zeichnet sich durch eine leichte Süße aus. Auf der Zunge kommen ein passendes Bitter sowie eine leichte Fruchtigkeit dazu, die an Zitrusfrüchte erinnert. Das Mundgefühl ist voll und rund. Im Abgang wird das Bier trockener und das leichte Bitter klingt recht lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Wiener Malz, Melanoidinmalz, Karamelmalz, Pilsner Malz), Hopfen (Cascade, Mandarina Bavaria), Hefe

Alkoholgehalt:

4,9 % Vol.

Stammwürze:

11,8 %

Bittereinheiten:

33 IBU

Brauerei:

Schanzenbräu GmbH & Co. KG
Proeslerstr. 3
D-90431 Nürnberg
www.schanzenbraeu.de