Archiv der Kategorie: Craft Beer

And Union – Thursday

Bekanntlich hat And Union seine Biere nach den Wochentagen benannt. Zwei der Biere sind Lager: Thursday und Saturday. Das Thursday, das jetzt vor mir steht, ist ein dunkles Lager.

Rubinrot und leicht hefetrüb prüsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine feinporige elfenbeinfarbene Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. An der Optik kann ich absolut nichts aussetzen.

Ein verlockender Duft nach Kaffee und Nüssen steigt mir in die Nase, abgerundet durch Noten nach roten Früchten.

Der Antrunk ist recht trocken, so dass auch die vergleichsweise wenige Kohlensäure passt, die dafür aber sehr feinperlig ist. Auf der Zunge ist das Bier überraschend leicht und schlank. Kaffeenoten mit dem dazu passenden Bitter dominieren, begleitet durch einen leichten Schokoladengeschmack. Alles ist gut abgestimmt und wirkt nicht verbrannt. Der Abgang ist nur leicht bitter, klingt aber wirklich lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Hallertauer Perle, Select, Tradition, Mandarina), Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

11 ° Plato

Bittereinheiten:

20 IBU

Brauerei:

Brewers & Union UG
Ganghofer Straße 31
80339 München

Grimbergen – Ignis

Jetzt steht das zweite Bier aus der neuen Brauerei im Klostr Grimbergen vor mir, das Ignis, ein Quadrupel. Ich mag diesen Bierstil, der immer wieder mit seiner Geschmacksfülle überraschen kann. Nun bin ich mal gespannt, was die Mönche hier hergestellt haben.

Kupferrot und gefiltert fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine durchschnittlich große sahnige und elfenbeinfarbene Schaumkrone, die langsam in sich zusammenfällt.

Der Karamellduft des Malzes dominiert das Aroma. Dazu kommen deutliche süße Töne, die an Rübensirup erinnern sowie grasiger Duft nach Heu und Kräutern. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist süß und voll mit vergleichsweise wenig sehr feinperliger Kohlensäure. Die Süße bleibt auch auf der Zunge erhalten, erinnert jetzt an Trockenfrüchte wie Rosinen, und mischt sich dort mit der Würze des Hopfens. Das Mundgefühl ist weich, voll und schwer. Der Alkohol ist deutlich zu schmecken und er wärmt. Im Abgang wird das Bier etwas trockener. Obwohl Bitter kaum vorhanden ist, klingt der Geschmack sehr lange nach.

Alkoholgehalt:

10,0 % Vol.

Brauerei:

Grimbergen Abbey Brewery
Abdijstraat 20
1850 Grimbergen
Belgien
www.grimbergen.com

Dockyard 21 – Dark Anchor

Für mich gehört das Altbier zu den spannendsten Bierstilen. Es gibt Altbier, von dem nicht ganz zu Unrecht gesagt wird, dass es nicht nur wie Altöl aussieht, sondern dass es auch so ähnlich schmeckt. Auf der anderen Seite gibt es wirklich gute Altbiere, die höchsten Ansprüchen genügen. Genau diese Bandbreite macht für mich den Reiz des Altbiers aus.

Am bekanntesten ist das Düsseldorfer Alt, das sich durch sein braune bis graubraune Farbe auszeichnet. Im Gegensatz dazu wird in Münster ein helles Alt gebraut und aus den Niederlanden habe ich auch schon ein rotes Altbier getrunken.

Das Altbier, das jetzt vor mir steht, kommt aber nicht aus dem Westen, sondern aus Deutschlands nördlichster Stadt, aus Flensburg.

Dunkel kupferrot präsentiert scih das Bier im Glas. Die sahnige haselnussbraune Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Dieses Altbier hat eine überdurchschnittlich edle Optik.

Das Aroma wird durch die Röststoffe dominiert, neben dem Duft dunkler Schokolade steigen mir aber auch blumige Noten des Hopfens in die Nase.

Der Antrunk offenbart eine angenehme Malzsüße sowie eine reichlich dosierte feinperlige aber kräftige Kohlensäure. Auf der Zunge kommen die Röststoffe in den Vordergrund, die aber den Geschmack nach Schokolade nicht überdecken. Das Mundgefühl ist weich. Erst im Abgang gesellt sich ein leichtes Bitter dazu, das den Geschmack nach Schokolade unterstützt. Obwohl der bittere Geschmack nicht allzu kräftig ist, klingt er doch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen

Alkoholfehalt:

5,4 % Vol.

Brauerei:

Westindien Compagnie
Seehandelsgesellschaft mbH
Brauereiweg 21
24939 Flensburg
www.westindien.com

BierSelect

Freigeist Bierkultur – Got to Love a Rhubarb Sour

Vor mir steht ein ungewöhnliches Bier, das in der Zeit von Corona entstanden ist. Die Bierothek beschreibt das Zustandekommen dieses Biers wie folgt: „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Das hat sich auch Felix vom Endt gedacht und sich für seine neuste Collaboration in die unendlichen Weiten des World Wide Webs begeben. Dort hat er sich in virtueller Form mit seinen Freunden von Freigeist Bierkultur und Demory Paris getroffen und zusammen mit ihnen ein Bier kreiert. Natürlich gestaltet sich dies über räumliche Distanzen hinweg etwas schwieriger, aber Felix hat keine Kosten und Mühen gescheut, um Euch auch in komplizierten Zeiten feinstes Bier zu servieren.“

Herausgekommen ist bei dieser Zusammenarbeit ein Sour Ale, bei dem neben den üblichen Zutaten auch eine Menge Rhabarber in den Kessel wanderte. Außerdem wurden beim Brauen dieses Bieres Milchsäurebakterien eingesetzt, die dem Bier seinen besonderen Touch verleihen sollen. Jetzt will ich mal herausfinden, ob das auch geklappt hat.

Intensiv goldfarben fließt das Bier ins Glas. Es ist leicht hefetrüb und entwickelt nur wenig feinporigen Schaum, der sich sehr schnell auflöst.

Das Bier duftet nach Biskuit, Rhabarber und Banane, beinahe wie ein Kuchen.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße aus, die mit einer ordentlichen Fruchtigkeit daherkommt. Die sehr feinperlige Kohlensäure ist eher knapp bemessen. Auf der Zunge tritt die fruchtige Säure des Rhabarbers in den Vordergrund. Gleichzeitig nimmt die Süße ab, das Bier wird trockener. Jetzt kommt das Malz kaum durch, auch vom Hopfen ist kein Bitter zu erkennen. Das Bier erinnert jetzt eher an Fruchtwein bzw. an einen Fruchtsekt. Das Mundgefühl ist weich. Auch der Abgang ist trocken und fruchtig mit mittlerem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Rhabarber, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

10° Plato

Brauerei:

Felix vom Endt
Am Steinacher Kreuz 24
90427 Nürnberg
www.orcabrau.de

Dockyard 21 – Pilsen Brew

Das meistgetrunkene Bier der Deutschen ist und bleibt das Pilsener – ein zeitloser Klassiker der Biergeschichte. Jetzt steht vor mir die Interpretation dieses Bierstils der Westindien Compagnie in Flensburg.

Intensiv goldfarben und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Das Aroma ist hopfenwürzig, abgerundet durch den Duft nach Karamell.

Der erste Eindruck, den das Bier beim Trinken hinterlässt, ist die reichlich vorhandene Kohlensäure. Erst als zweites stelle ich die leichte Süße fest. Dieser Geschmack mischt sich auf der Zunge mit würzigen und bitteren Noten. Dazu kommt ein weiches Mundgefühl. Der Abgang wird durch ein freundliches Bitter dominiert, das lange nachklingt.

Das Pilsen Brew aus Deutschlands nördlichster Stadt ist ein typisches nordisches Pils. Es enthält keine Überraschungen, ist aber wirklich süffig und angenehm zu trinken.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Brauerei:

Westindien Compagnie Seehandelsgesellschaft mbH
Brauereiweg 21
24939 Flensburg
www.westindien-shop.de

BierSelect

Original Reimot Export

Kürzlich hat die Reimot-Braumanufaktur ihr zweijähriges Jubiläum gefeiert. Aus diesem Anlass gab es das fünfte Bier aus diesem Startup. Es handelt sich um ein Exportbier, also um einen Bierstil, den ich nur bedingt schätze. Irgendwie gehört das Export zu den Bieren, die auf mich ziemlich langweilig wirken. Mal sehen, ob das Original Reimot Export mich überzeugen kann.

Golden mit einer kräftigen Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist voluminös und fällt erst langsam in sich zusammen. Wer schnell an sein Bier kommen möchte sollte daher vorsichtig einschenken.

Das Aroma ist fruchtig. Das Bier duftet nach Zitrusfrüchten, Ananas und anderen Südfrüchten. Abgerundet wird das Aroma durch den Duft nach Biskuitteig.

Der Antrunk ist frisch mit einer andenehmen Süße. Auf der Zunge gesellen sich ein passendes Bitter sowie eine leichte Brotigkeit dazu. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Das Mundgefühl ist voll und schwer. Im Abgang wird das Bier trockener und das Bitter kommt in den Vordergrund. Der Geschmack klingt noch sehr lange nach.

Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Bier das beste Export ist, das ich jemals getrunken habe, aber es gehört auf jeden Fall in die Spitzenklasse.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Bierhefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Reimot Biermanufaktur
31157 Sarstedt
www.sarstedter-bier.de

Rittmayer – Smoked Stout

Zu diesem Bier schreibt die Bierothek: „Die Brauerei Rittmayer aus Hallerndorf hat sich zu Ehren des Highland Circles ein Bier ausgedacht, das mit seinem rauchigen Charakter stark an Whisky erinnert. Das Smoked Stout ist eine malzbetonte Bierspezialität, die auch Whisky-Trinkern schmeckt.“ Damit weiß ich schon mal, was mich bei der Verkostung dieses Bieres erwartet.

In sehr dunklem Rubinrot, fast in blickdichtem Schwarz, präsentiert sich das Bier im Glas. Die hellbraune Schaumkrone ist nur klein und löst sich auch schnell auf.

Der Duft nach dunkler Schokolade dominiert das Aroma, der Rauch ist eher dezent zu riechen. Auf jeden Fall macht das Aroma einen eleganten Eindruck.

Der Antrunk ist durch eine leichte Süße und reichlich dosierte feinperlige Kohlensäure geprägt. Auf der Zunge kommt ein freundliches und auf die Süße abgestimmtes Bitter dazu. Der Geschmack nach dunkler Schokolade ist im Vordergrund und das Mundgefühl ist voll und rund. Der Rauchgeschmack ist auf der Zunge wie auch schon in der Nase recht dezent. Im Abgang wird das Bier trockener und sowohl Rauchgeschmack als auch Bitter sind zwar zurückhaltend, klingen aber lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Stammwürze

12 ° Plato

Brauerei:

Brauerei Rittmayer oHG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

 

Sarstedter Pils

Sarstedt ist eine Kleinstadt mit etwa 20.000 Einwohnern, im Norden des Landkreises Hildesheim gelegen, direkt an der Grenze zum Landkreis Hannover. In meiner Jugend war Sarstedt als Schlafstadt für die in Hannover arbeitenden Menschen hochgezogen worden. Seit 2019 hat Sarstedt auch wieder eine Brauerei, aus der auch das Sarstedter Pils stammt, das jetzt vor mir steht.

Hell bernsteinfarben und kräftig hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten.

Düfte nach Karamell sowie erdige Noten steigen mir in die Nase, abgerundet durch eine leichte Blumigkeit. Das Bier verspricht wirklich gut zu werden.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine angenehme Süße aus, die durc eine sanfte Kohlensäure begleitet wird. Auf der Zunge gesellt sich ein ordentliches freundliches Bitter dazu. Aus dem Hintergrund kommen noch einige zitronig-fruchtige Aromen hinzu. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es klingt sehr lange nach.

Das Sarstedter Pils ist ein tolles Bier ohne Spirenzien, bleibt aber trotzdem im Gedächtnis.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Bierhefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Brauerei:

Reimot Braumanufaktur
Voss-Str. 35b
31157 Sarstedt
www.sarstedter-bier.de

Grimbergen – Astrum

Dass im Kloster Grimbergen wieder gebraut wird, habe ich bereits an anderer Stelle berichtet. Was mir damals allerdings noch nicht bewusst war, ist der Plan, nicht die Standardbiere im Kloster zu brauen, das wird weiterhin extern erledigt, sondern dass es sich bei der Brauerei um eine Mikrobrauerei handelt, in der besondere Biere hergestellt werden sollen. Die ersten drei Biere sind mittlerweile fertig und ich verkoste jetzt das Astrum, ein Pale Ale.

Astrum ist Latein und bedeutet Himmel oder Stern. Neben dem eher weniger spannenden flämischen Hopfen verwenden die Brauer für das Astrum den Galaxy-Hopfen aus Tasmanien, was vermutlich auch den Namen erklärt. Jetzt will ich aber feststellen, ob das Bier auch seinem Namen zur Ehre gereicht.

Intensiv golden und opalisierend mit einer durchschnittliche großen sahnigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt, präsentiert sich das Bier im Glas.

Düfte nach Karamell steigen mir gemeinsam mit dem Duft nach Zitrusfrüchten, Stachelbeeren und Südfrüchten in die Nase. Abgerundet wird das Aroma durch einige blumige Noten.

Der Antrunk zeigt eine fruchtige Süße, die gut mit der passend dosierten Kohlensäure harmoniert. Auf der Zunge zeigt sich auch die gute Dosierung der Säure, dazu kommt ein leichtes Bitter, das an Grapefruitkerne erinnert. Dazu kommt der zarte biskuitartige Geschmack des Malzes, der für ein weiches und volles Mundgefühl sorgt. Im Abgang wird das Bier trockener und ein freundliches Bitter mit langem Nachklang übernimmt das Kommando.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Galaxy u.a.), Hefe

Alkoholgehalt:

6 % Vol.

Brauerei:

Grimbergen Abbey Brewery
Abdijstraat 20
1850 Grimbergen
Belgien
www.grimbergen.com

Munich Brew Mafia – Don Limone

Die Munich Brew Mafia ist, wie der Name bereits aussagt, in ünchen beheimatet. Es handelt sich um ein innovatives Braukollektiv, das sich bemüht, die Verbreitung des Craftbieres in Deutschland zu verbessern und das sich die Erweiterung des deutschen Biersortiments zur Aufgabe gemacht hat.

Von dort stammt das Don Limone, das jetzt vor mir steht. Das Pils weist einige Besonderheiten auf: Während die meisten Pilsbiere filtriert werden enthält das Don Limone noch seine Hefe. Okay, das gibt es inzwischen häufiger. Aber dieses Pils wurde gleich viermal mit Citra gehopft und verspricht daher eine ordentliche Fruchtigkeit. Mal sehen, ob das Bier dieses Versprechen einlösen kann.

Weizengelb und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber prangt eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, sie lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Zitrusfrüchten und Holunderblüte. Aus dem Hintergrund kommt der Karamellduft des Malzes und rundet die Hopfenaromen ab.

Der Antrunk ist frisch und spritzig, dabei aber auch recht süß. Auf der Zunge dominieren die Zitrusnoten, zu denen sich ein gut ausgewogenes Bitter gesellt. Das Mundgefühl ist schlank und weich. Im Abgang dominiert ein fruchtiges Bitter mit leicht überdurchschnittlich langem Nachklang.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Citra), Hefe

Alkoholgehalt:

5,3 % Vol.

Brauerei:

MBM Braugesellschaft mbH
Gerhardstr. 7
81543 München
www.munichbrewmafia.de