Archiv der Kategorie: Craft Beer

Maisel & Friends – Hopfenreiter 2021

Inzwischen ist es Tradition: jedes Jahr zum Herbstanfang besucht uns der Hopfenreiter, in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal. Leider konnte er wegen Corona auch in diesem Jahr nicht beim Craft Brauer Festival in Bayreuth vorgestellt werden, sondern das Team von Maisel & Friends stellte das diesjährige Bier im Rahmen einer Online-Verkostung vor. Auch bei mir ist eine Flasche eingetroffen, die ich nun verkosten möchte.

Hell bernsteinfarben strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Die durchschnittlich große und größtenteils feinporige Schaumkrone bleibt sehr lange erhalten. Wichtiger aber ist, dass mir bereits beim Einschenken ungeheuer fruchtige Aromen in die Nase steigen.

Und schon stehe ich vor einem Problem: wie soll ich das Aroma beschreiben? Für dieses Bier wurden so viele gute Aromahopfen verwendet, dass mir eigentlich bei jedem Schnuppern andere Eindrücke in die Nase steigen. Im Vordergrund stehen aber Grapefruit, Kokos, Trockenfrüchte wie Rosinen, Waldhonig… Dazu kommen noch viele andere Aromen, die ich nicht sicher identifizieren kann. Ich meine aber, Mandarine und Pflaume zu riechen, dazu Pfirsich. Aber da jede Nase etwas anders reagiert und hier wirklich sehr viele Aromen zusammenkommen, ist es sicherlich die beste Lösung, Sie bestellen sich die eine oder andere Flasche und stellen fest, was Sie selbst riechen können. Jedenfalls ist es jetzt Zeit für den ersten Schluck.

Süß und reichlich Kohlensäure – das sind die ersten Eindrücke, die das Bier vermittelt. Dazu kommt selbstverständlich die kräftige Fruchtigkeit. Bereits bevor ich mich bemüht habe, die Geschmacksnuancen dieses Biers zu ergründen, weiß ich bereits, dass es mir gefallen wird. Und tatsächlich – auf der Zunge spiegeln sich die Aromen wider und es gesellt sich noch ein kräftiges Bitter dazu. Aber es gibt noch mehr. Je länger das Bier im Glas steht und daher mit dem Sauerstoff der Luft reagiert und sich gleichzeitig erwärmt, desto mehr neue uancen kommen zum Vorschein. Ich kann Ihnen nur noch einmal raten, dieses Bier selbst zu probieren und festzustellen, welchen Geschmack Sie herausfinden. Auf jeden Fall sind die 8,5 Volumenprozent sehr gut in die Geschmackskomposition eingearbeitet, so dass sie nur gering durchschmecken. Dabei ist das Mundgefühl weich und voll. Im Abgang wird das Bier deutlich trockener, während das Bitter knackiger wird und sehr lange nachklingt.

Dazu noch ein indisches Curry oder ein Krabbencocktail und der Abend ist perfekt, zumindest aus Genusssicht.

Wenn Sie sich jetzt fragen, welche Brauereien an diesem Bier beteiligt waren, indem sie Hopfen zugegeben haben, können Sie dies hier noch einmal nachlesen. Bestellen können Sie das Bier unter www.maiselandfriends.com/shop. Und nicht vergessen: wenn weg, dann weg.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Stammwürze:

19° Plato

Bittereinheiten:

70 IBU

Brauerei:

Maisel & Friends
Hindenburgstr. 9
95455 Bayreuth
www.maiselandfriends.com

BRLO + Lervig – Rosinenbomber

Wer kennt sie nicht, die berühmten Rosinenbomber, die die Versorgung der westberlinger Bevölkerung sicherstellten, als ab dem 24. Juni 1948 die Sowjetunion den Landweg von der BRD nach Westberlin dichtmachte. Daran erinnert dieser Collab Brew der Brauereien BRLO und Lervig (Stavanger, Norwegen). Mit 12 Volumenprozent Alkohol ist der Rosinenbomber ein echtes Schwergewicht im Angebot von BRLO. Jetzt steht er vor mir. Und er ist auch ein Sieger, nämlich in der Kategorie Imperial Stout beim European Beer Star 2019.

Rabenschwarz präsentiert sich der Rosinenbomber im Glas. Die mittelbraune und gemischtporige Schaumkrone ist recht klein und bleibt durchschnittlich lange erhalten.

Aromen nach Rosinen, dunkler Schokolade, Vanille, Kaffee und getrockneten Birnen steigen mir in die Nase. Obwohl das Bier satte 12 Volumenprozent Alkohol enthält, hält er sich diskret im Hintergrund und unterstützt von dort die anderen Aromen.

Wie erwartet ist der Antrunk recht süß und ich stelle fest, dass die sehr milde Kohlensäure recht knapp dosiert ist. Auf der Zunge kommen die Röststoffe in den Vordergrund mit dem Geschmack nach dunkler Schokolade, Vanille, Karamell und kondierten Früchten. Das Mundgefühl ist schwer und weich. Erst im Abgang kommt erstmals das Bitter in den Vordergrund und auch der Alkohol ist deutlich zu schmecken. Dabei wirkt das Bier aber ausgewogen und mild. Langsam kommt auch der Geschmack nach Expresso auf.

Der Rosinenbomber ist ein ungewöhnliches Bier, das aus der Masse der Imperial Stouts deutlich hervorsticht. Wenn es ein Bier gibt, das sich dem perfekten Bier annähert, dann habe ich es jetzt vor mir stehen.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Röstgerste, Hopfen (Herkules), Hefe, Rosinen

Alkoholgehalt:

12,0 % Vol.

Stammwürze:

27° Plato

Bittereinheiten:

80 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

12° – 14 ° Celsius

Brauerei:

BRLO GmbH
Schöneberger Str. 16
10963 Berlin
www.brlo.de

in Zusammenarbeit mit

Lervig Aktiebryggeri
Vierveien 1
Hillevåg
4016 Stavanger
Norwegen
www.lervig.no

Hildesheimer Braumanufaktur – Godehard 2020

Namensgeber für das Bockbier, das jetzt vor mir steht, ist die Godehardikirche in Hildesheim, die im späten 12. Jahrhundert erbaut und bis heute nicht wesentlich verändert wurde. Es handelt sich um das erste Bier, bei dem die beiden Brauer die Flasche zum Zeichen des besonderen Inhalts mit Papier ummantelt haben. Außerdem versprechen die Brauer, dass Godehard in jedem Jahr im November neu erscheinen wird. Jetzt steht jedenfalls der Jahrgang 2020 vor mir.

Es handelt sich um ein helles Bockbier, das mit einem warmen Goldton ins Glas läuft und dabei eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone erzeugt, die recht lange erhalten bleibt.

Das Ber duftet nach Brotkrume, Holz, Heu, abgerundet durch einige würzige Noten. Dazu kommt noch ein leichter Hauch Weißwein.

Der Antrunk zeichnet sich durch die stiltypische Süße aus, gepaart mit einer sehr gut dosierten Kohlensäure. Auf der Zunge gesellen sich noch fruchtige Geschmäcker dazu. Dieses Aroma hatte ich in der Nase nicht wahrgenommen. Ein leichtes und angenehmes Bitter spielt ebenfalls mit. Gemeinsam sorgen die Aromen für ein rundes und volles Mundgefühl. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter tritt in den Vordergrund und klingt sehr lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tettnanger, Premiant), Hefe

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur

Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Rittmayer – Bitter 58

Jetzt steht vor mir das Bitter 58 aus der Brauerei Rittmayer, die im oberfränkischen Hallerndorf beheimatet ist. Allerdings bin ich mir beim Bitter 58 etwas unsicher – auf der website der Brauerei ist nur ein Bild dieses Bieres zu sehen, beschrieben wird es nicht. Ich vermute jetzt einmal, dass dieses Bier aus der Produktion genommen wurde.

Den Namen Bitter 58 erklärt die Brauerei auf dem Rückenetikett der Flasche – das Bier enthält schlicht und einfach 5,8 Volumenprozent Alkohol.

Golden und minimal hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die feste Schaumkrone ist wirklich groß und bleibt sehr lange erhalten.

Das Aroma ist für ein Pils ungewöhnlich fruchtig und mir steigt ein ganzer Fruchtsalat in die Nase. Düfte nach Maracuja, Grapefruit, Zitronenschale und Honig steigen mir in die Nase.

Eine reichliche Portion Kohlensäure sorgt für eine angenehme Spritzigkeit, durch die die Fruchtaromen untertützt werden. Alle Aromen, die mir bereits aus der Nase bekannt sind, spiegeln sich auf der Zunge wider. Dazu kommt ein freundliches Bitter. Das Mundgefühl ist voll, rund und samtig-weich. Im Abgang tritt das Bitter in den Vordergrund und klingt ewig lange nach.

Ein Pils für echte Hopheads.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Stammwürze:

14° Plato

Brauerei:

Brauerei Rittmayer oHG
An der Mark 1
91352 Hallerndorf
www.rittmayer.de

 

Flying Dutchman – Tight Lipped, Dry Humored, Why so Serious Nordic Berry Sour

Manchmal frage ich mich, ob die Jungs von der Flying Dutchman Brewing Company mehr Zeit mit dem Brauen ihres Biers oder mit dem Texten der sperrigen Namen für ihre Biere verbringen. Auch wenn ich diese Frage nicht beantworten kann, haben mir die Biere bislang immer gut gefallen. Jetzt steht vor mir erstmals ein Sauerbier aus dieser Brauerei, das mit einigen roten Beeren gebraut wurde. Mal sehen, ob mir auch dieses Bier so gut gefällt.

Echte Zweifel habe ich eigentlich nicht, denn dieses Bier, dessen Name mir zu lang erscheint, um ihn hier noch einmal zu nennen, hat bereits sechs internationale Preise gewonnen, davon zwei Goldmedaillen bei den World Beer Arwards als bestes belgisches Bier und Bronze bei der Brussels Beer Challenge. Da kann ich es wirklich nicht abwarten, die Flasche zu öffnen und das Bier zu verkosten.

Bordeauxrot mit einem feinporigen pinken Schaum fließt das Bier ins Glas. Der Schaum bleibt angenehm lange erhalten.

Das Aroma ist fruchtig nach roten Früchten, dazu kommt eine ordentliche Hopfenwürze. Auch wenn ich die Früchte im Einzelnen nicht erschnuppern kann, erfahre ich doch auf der Website der Brauerei, dass in diesem Bier Vogelbeeren, Heidelbeeren und Preiselbeeren verbraut wurden.

Der Antrunk ist sauer, wirklich sauer. Da hat der fliegende Holländer auf dem Etikett nicht zu viel versprochen. Die Säure bleibt auch auf der Zunge der hervorstechende Eindruck. Das Bier erinnert an einen guten Fruchtessig, bei dem der Geschmack der Früchte sehr gut erhalten geblieben ist. Bei aller Fruchtigkeit – mir ist das Bier zu sauer. Erst im Abgang wird das Bier milder und auch trocken.

Wie gesagt, mir ist das Bier zu sauer, zumindest zum Trinken. Ich habe es nicht ausprobiert, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieses Bier einen Obstessig ersetzen kann und dabei besser wird als das Original.

Alkoholgehalt:

4,5 % Vol.

Bittereinheiten:

20 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

5° Celsius

Hopfensorte:

Nelson Sauvin

Brauerei:

The Flying Dutchman Brewing Co.
Tapolanku 2
Vantaa
Finnland
www.flyingdutchmanbrewingcompany.com

gebraut bei

Proef Brouwerij
Doornzelestraat 20
Lochristi-Hijfte
Belgien

Wunderbräu – Weizen Alkoholfrei

So umweltfreundlich wie möglich, selbstverständlich Bio – die Philosophie von Cemal Cattaneo und Manfred Jus, den Gründern von Wunderbräu, habe ich bereits an anderer Stelle vorgestellt. Kommen wir also sofort zum Bier, diesmal einem hellen und alkoholfreien Weizen.

Goldgelb und hefetrü präsentiert sich das Bier im Glas. Die weiße Schaumkrone ist fest und wirklich haltbar. Besser kann ein alkoholfreies Weizen kaum aussehen.

Das Bier duftet nach Banane, Zitrusfrüchten und Biskuit. Das ist etwas ungewöhnlich, aber nicht schlecht.

Der Antrunk ist durch die reichliche Karbonisierung wirklich spritzig. Auf der Zunge tritt das Malz etwas in den Hintergrund und die Fruchtigkeit des Hopfens übernimmt das Kommando. Das Mundgefühl ist weich. Der Abbgang ist schlank mit einer leichten Fruchtigkeit. Bitter kann ich kaum schmecken. Der Nachklang ist mittellang.

Zutaten:

Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Gärungskohlensäure

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Brauerei:

Wunderbräu
Hopfenstr. 8
80335 München
www.wunderbraeu.de

Hildesheimer Braumanufaktur – Buche

Seit 2016 existiert die Hildesheimer Braumanufaktur und braut im alten Wasserwerk ein immer größer werdendes Sortiment an Craft-Bieren. Die meisten Biere aus der Oststadt haben mir bislang gut gefallen und jetzt steht die Buche vor mir, das erste Rauchbier aus dieser Brauerei. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses Bier brandneu ist oder ob es sich um einen Sondersud handelt, der inzwischen ausverkauft ist und von dem ich noch ein Restexemplat im Handel entdeckt habe. Auf der Website der Brauer wird dieses Bier jedenfalls nicht erwähnt.

Rotgolden mit einer durchschnittlich großen sahnigen Schaumkrone präsentiert sich das Bier im Glas. Das Bier ist nur wenig hefetrüb und die Schaukrone bleibt lange erhalten. Optisch macht das Bier schon mal was her.

Im Aroma mischen sich Karamell und würzige Noten, unterstützt durch ein leichtes Raucharoma.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine leichte Süße und eine kräftige Kohlensäure aus. Auf der Zunge schmecke ich einen überraschend kräftigen Rauchgeschmack, wie ich ihn aufgrund des eher zarten Raucharomas in der Nase nicht vermutet hätte. Dazu kommt ein kräftiges Bitter, das im Abgang milder wird und durchschnittlich lange nachklingt.

Das Buche ist ein Bier, das auch Einstiger in die Welt der Rauchbiere nicht überfordert.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Agnus, Premiant, Saaz), Hefe

Alkoholgehalt:

5,5 % Vol.

Brauerei:

Hildesheimer Braumanufaktur
Jan Pfeiffer & Malte Feldmann GbR
Goslarsche Landstr. 15
31135 Hildesheim
www.hildesheimer-braumanufaktur.de

Sonnenberger Helles

Das Bier, das jetzt vor mir steht, stammt aus Eime. Das Dorf gehört zur Samtgemeinde Leinetal, deren Hauptsitz sich in Gronau (Leine) befindet. Mehr als 150 Jahr wurde dort nicht mehr gebraut, bis im Jahr 2020 die Sonnenberger Biermanufaktur vom Bierbrau-Enthusiasten Marc Schneider gegründet wurde.

Weizengelb und opalisieren präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt mir lange erhalten.

Das Aroma ist malzbetont nach Biskuitteig; aber auch fruchtige Noten nach Pfirsich steigen mir in die Nase.

Der Antrunk zeichnet sich durch eine stiltypische leichte Süße aus, er ist kräftig malzig und sehr rezent. Auf der Zunge steht die Malzsüße im Vordergrund. Auch wenn der Hopfen deutlich zu schmecken ist, hält er sich vornehm im Hintergrund. Ich schmecke ein leichtes Bitter sowie eine diskrete Fruchtigkeit. Das Mundgefühl ist voll. Der Abgang ist mild und wenig bitter, trotzdem klingt der Geschmack lange nach.

Das Sonnenberger Helle ist eines der wenigen Hellen, die mich begeistern können.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,7 % Vol.

Stammwürze:

11,5° Plato

Bittereinheiten:

22 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

8° – 12° Celsius

Brauerei:

Sonnenberger Biermanufaktur
Elzer Weg 5
31036 Eime

St. Paul – Double

Seit 1651 braut die Brouwerij Sterkens in Meer, einem kleinen Dorf im Norden Belgiens, traditionelle obergärige Abteibiere. Dabei achtet sie beim Brauen mit den alten Rezepten sowohl die Tradition als auch das Wissen und die Erfahrung der vergangenen Jahrzehnte. Auf diese Weise entstehen dort ausdrucksstarke Biere. Jetzt steht vor mir das Double aus der Serie St. Paul.

Dunkel rubinfarben und gefiltert präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große hellbraune Schaumkrone ist sahnig und bleibt lange erhalten.

Das Bier duftet nach dunkler Schokolade, Kaffee und Rübenkraut.

Der Antrunk ist leicht süß und rezent. Das Bier ist aber nicht so süß wie ich es aufgrund des Aromas vermutet habe. Auf der Zunge wird die Süße aber kräftiger und es kommt ein passendes Bitter sowie der Geschmack nach Schokolade hinzu. Damit ist das Bier gut ausbalanciert. Das Mundgefühl ist samtig und schwer. Im Abgang wird das Bitter kräftiger und es gesellt sich eine leichte fruchtige Säure hinzu. Leider klingt der Geschmack nur kurz nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,9 % Vol.

Brauerei:

Brouwerij Sterkens
Wenenstraat 9
2321 Meer
Belgien
www.brouwerijsterkens.be

BRLO – Berliner Weisse

Lange hat die Berliner Weiße ein Schattendasein im Bierregal geführt. Es gab nur wenige Brauereien, die diesen Bierstil überhaupt anboten und was angeboten wurde, war eher traurig. Sauer wie Hölle und nur mit irgendwelchen Sirups zu trinken, die dem furchtbaren Geschmack noch einen künstlichen Touch verliehen.

Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei und etliche Craft Beer-Brauer bieten diesen Bierstil inzwischen an. Und plötzlich ist dieses Bier auch genießbar. Und zwar pur, ohne süße Zusätze. Und jetzt wird auch klar, was Napoleon meinte, als er die Berliner Weiße als „Champagne du Nord“ bezeichnete.

Jetzt steht die Weiße von BRLO vor mir und wartet auf ihre Verkostung.

Hell gelb und opalisierend präsentiert sich das Bier im Glas. Die kleine Schaumkrone ist gemischtporig und löst sich sehr schnell auf.

Das Bier duftet nach Rhabarber, Limone und einem guten Weißweinessig.

Der Antrunk weist eine geringe Süße auf. Die Kohlensäure ist feinperlig, aber trotzdem kräftig. Auf der Zunge zeigt sich eine leichte fruchtige Säure nach Zitrone und grünen Äpfeln. Das Mundgefühl ist schlank. Im Abgang wird das Bier trocken, die fruchtige Säure erhält weitgehend die Oberhand, unterstützt nur durch ein sehr leichtes Bitter. Der Geschmack klingt nur kurz nach.

Auch wenn das Bier nicht so ganz meins ist, muss ich doch zugeben, dass es sich um ein schönes Sommerbier handelt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,0 % Vol.

Stammwürze:

10 ° Plato

Bittereinheiten:

5 IBU

Brauerei:

BRLO GmbH
Schöneberger Straße 16
10963 Berlin
www.brlo.de