Archiv der Kategorie: Craft Beer

Red Rye Captain

Jetzt steht wieder einmal ein Bier vor mir, das Lidl aus Großbritannien zu uns geholt hat. Ob das jetzt noch einmal passiert, wo doch das Vereinte Königreich die EU verlassen hat? Wir werden sehen.

Was mir bei diesem Bier auffällt sind die Informationen auf dem Rückenetikett. Waren bei den anderen Bieren, die Lidl in Deutschland angeboten hat, die Informationen in der Regel eher dürftig gestreut, sind hier nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben zu finden, sondern auch die Hopfen- und Malzsorten sowie die Bittereinheiten sind aufgeführt. Da muss ich Lidl wirklich mal loben. Aber kommen wir nun zum Bier.

Dunkel mahagonifarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich große elfenbeinfarbene Schaumkrone ist gemischtporig, bleibt aber lange erhalten. An der Optik gibt es schon mal nichts auszusetzen.

Das Aroma wird durch Zitrusnoten dominiert, unterstützt durch einige blumige Düfte und grasige Anklänge. Dazu kommt ein deutlicher aber trotzdem zurückhaltender Duft nach Toffee.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur feinperligen Kohlensäure passt. Auf der Zunge ist das Bier fruchtig und die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Erstaunlich finde ich die leichte Rauchnote, die ich jetzt schmecke. Das Mundgefühl ist samtig, so dass die Drinkability dieses Biers wirklich och ist. Der Abgang ist überraschend trocken und das Bitter kommt etwas kratzig rüber, klingt aber lange nach.

Mir erscheint das Bier nicht ganz ausgewogen, so dass durchaus noch Luft nach oben ist. Aber insgesamt ist es das Bier, das mir von allen bei Lidl angebotenen Bieren bislang am besten gefallen hat.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz (Cara), Roggenmalz, Hopfen (Summit, Cascade, Hüll Melon, Citra, Amarillo), Hefe

Alkoholgehalt:

4,2 % Vol.

Bittereinheiten:

43 IBU

Brauerei:

Marsont’s Beer Company
Marston’s House
Brewery Road
Wolverhampton, WV14JZ
Großbritannien
www.marstons.co.uk/

Landgang – Der Kapitän

Wenn es auf hoher See mal wieder stürmisch wird, muss es einen geben, der einen klaren Kopf behält: Der Kapitän! Die Brauerei Landgang hat mit dem Kapitän ihr erstes alkoholfreies Bier gebraut, ein Pale Ale.

Hell bernsteinfarben strahlt mir das Bier aus dem Glas entgegen. Darüber steht eine recht kleine gemischtporige Schaumkrone, die sich schnell auflöst.

Das Aroma wird durch den Duft nach Zitrusfrüchten dominiert, begleitet durch deutliche bitte Noten. Aber auch das Malz fordert mit seiner Süße aus dem Hintergrund sein Recht.

Der Antrunk ist leicht süß und die sanfte Kohlensäure ist recht knapp dosiert. Aber durch das Malz weiß das Bier durchaus zu gefallen. Auf der Zunge übernehmen die Zitrusnoten die Führung, begleitet durch ein ordentliches Bitter. Die Aromen spiegeln sich also auf der Zunge wider. Trotzdem ist das Bier nicht ganz rund und der Körper ist eher schlank. Der Abgang ist leicht bitter und klingt nur kurz nach.

Alles in Allem ist der Kapitän ein erfrischendes alkoholfreies Bier.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Callista), Hefe

Alkoholgehalt:

< 0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

8° Celsius

Brauerei:

Landgang Brauerei GmbH & Co. KG
Beerenweg 12
22761 Hamburg
www.landgang-brauerei.de

Lehrter Lokschuppen

Nun steht mal wieder ein Bier aus Burgdorf in der Nähe von Hannover vor mir. Der Lehrter Lokschuppen ist ein Böhmisch Dunkel, also ein untergäriges dunkles Lagerbier. Mal sehen, wie es sich so macht.

Dunkel mahagonifarben fließt das Bier ins Glas. Dabei bildet sich nur wenig gemischtporiger Schaum, der sich auch schnell auflöst.

Das Aroma ist malzbetont. Ich rieche neben dem dominierenden Karamellduft leichte Röstaromen sowie einen Hauch dunkler Schokolade. Damit gefällt mir der Duft schon deutlich besser als die Optik.

Der Antrunk ist überraschend frisch und spritzig. Das Bier enthält eine zur Menge der Röststoffe passende Süße und auch die Kohlensäure ist gut darauf abgestimmt. Nachdem der allererste Eindruck durch die Frische geprägt ist kommen mit dem Erwärmen des Biers im Mund die Röststoffe überraschend in den Vordergrund und bringen sogar einige Kaffeenoten mit sich. Dazu kommt ein verhaltenes Bitter, so dass die gesamte Komposition für ein weiches und rundes Mundgefühl sorgt. Im Abgang kommt zunächst der Geschmack dunkler Schokolade in den Vordergrund, bevor ein freundliches Bitter mit langem Nachklang das Zepter übernimmt.

An der Optik sollte die Brauerei noch einmal arbeiten. Wäre die Optik so gut wie der Geschmack, könnte der Lehrter Lokschuppen durchaus zu meinen Favoriten gehören.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

62,9 EBC

Brauerei:

Brauerei Burgdorf GmbH & Co. KG
Lise-Meitner-Str. 8
31303 Burgdorf
www.brauerei-burgdorf.de

Voisin Saison

Nun steht ein Bier aus der Brasserie des Légendes vor mir, das ein typischer Vertreter belgischer Braukunst ist. Ein Farmhouse Ale oder Saison. Dieser Bierstil wurde in früheren Zeiten von den Bauern gebraut, die es später an ihre Erntehelfer ausschenkten. Nach Angaben der Brauerei soll das Originalrezept, nach dem auch heute noch gebraut sind, aus dem Jahr 1184 stammen. Diese Aussage würde ich aber eher in das

Dunkel bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die sahnige Schaumkrone ist durchschnittlich groß und bleibt lange erhalten. Optisch ist das Bier schon mal sehr ansprechend.

Die Aromen des Malzes und der Hefe verbinden sich zu einem angenehmen Biskuitduft, der durch einige blumige Noten unterstützt wird.

Der Antrunk ist frisch und spritzig. Auf der Zunge ist das Bier recht trocken und die Aromen verbinden sich mit einem freundlichen Bitter zu einem vollmundigen und ausgewogenen Genuss. Im Abgang wird das Bitter kurz kräftiger, flaut dann aber schnell ab und klingt abschließend noch lange nach.

Zutaten:

Waser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Bittereinheiten:

40 IBU

Brauerei:

Brasserie des Légendes
Rue de Castel 19
7801 Irchowelz
Belgien
www.brasseriedeslegendes.be

La Botteresse Miel

Die Brauerei La Botteresse ist eine belgische handwerkliche Mikrobrauerei, die in dem Dorf Sur-Les-Bois (Gemeinde Saint-Georges) in der wallonischen Provinz Lüttich ansässig ist.

Die Brauerei ist bekannt dafür, dass sie natürliche Biere mit intensivem Geschmack herstellt, die unter den Marken La Botteresses und Sur-les-Bois- vertrieben werden. Die Biere werden in den meisten großen und mittelgroßen Supermärkten der Provinz Lüttich angeboten und sind auch in einigen Restaurants erhältlich.

Eine Zutatenliste ist auf der Flasche nicht vorhanden, es werden lediglich die Allergene aufgelistet. Auch auf der Website der Brauerei steht nicht viel über das Bier, lediglich, dass für dieses Bier zwölf Kräuter und regional erzeugter Honig verwendet wurden. Dann will ich mich mal an die Verkostung machen.

Dunkel bernsteinfarben und leicht hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Die durchschnittlich voluminöse Schaumkrone ist größtenteils feinporig, fällt aber überraschend schnell in sich zusammen.

Das Aroma ist nicht so komplex wie ich es aufgrund der vielen Kräuter erwartet habe. Düfte nach Toffee und Waldhonig steigen mir in die Nase, begleitet vom Duft des Alkohols.

Der Antrunk ist für ein Honigbier überraschend trocken, so dass auch die knapp dosierte Kohlensäure durchaus ausreichend ist. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt kommt eine angenehme Säure dazu, die mich etwas an Apfelessig erinnert. Dabei halten sich Süße und Säure in etwa die Waage. Auch der Abgang ist trocken mit einer leichten Säure. Bitterstoffe kann ich nicht schmecken und der Geschmack klingt nur sehr kurz nach.

Bei der angenehmen und deutlich zu schmeckenden Säure vermute ich fast, dass beim Brauvorgang auch Brettanomyces zum Einsatz gekommen sind.

Alkoholgehalt:

8,5 % Vol.

Brauerei:

Brasserie La Botteresse SCRL
Rue Fond Méan 6
4470 St. Georges
Belgien
www.labotteresse.be

Préaris IPA

Das Préaris IPA ist ein belgisches India Pale Ale. Der Brauer hat mit dem Prearis Quadrupel den Preis als Beste Hobbybrauerin 2012 gewonnen. Jetzt steht das IPA aus der gleichen Brauerei vor mir und will versuchen, mich zu begeistern.

Bernsteinfarben und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber steht eine große feste Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell, Grapefruit, Ananas und Maracuja. Schon das Aroma beweist, dass dieses Bier nicht „totgehopft“ wurde, sondern dass auch das Malz zu seinem Recht kommt.

Der Antrunk ist für ein IPA recht süß und die sehr feinperlige Kohlensäure ist recht knapp dosiert. Hier würde ich mir etwas mehr wünschen. Als sich das Bier auf der Zunge verteilt überrascht mich, dass nicht die Fruchtigkeit im Vordergrund steht, sondern die Süße des Malzes und das Bitter des Hopfens. Trotzdem spiegeln sich die Aromen noch auf der Zunge wider. Die einzelnen Geschmackseindrücke verbinden sich zu einem vollmundigen Genuss, dabei bleibt das Bier frisch und süffig. Im Abgang tritt das Bitter noch weiter in den Vordergrund und es klingt noch lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe, Zucker

Alkoholgehalt:

6,7 % Vol.

Brauerei:

Vliegende Paard Brouwers
Beverhoutsveldstraat 33
8730 Oedelem
Belgien
www.prearis.be

St. Feuillien – Saison

St. Feuillien Saison ist das, was die Belgier ein Bier des Terroirs nennen, ein traditionelles Bauernhofbier mit dem ganzen reichen Geschmack des fruchtbaren Landes Südbelgiens. Saison, ein warmes, goldblondes Bier, ist ein obergäriger Klassiker. Saisonbiere wurden ursprünglich für die Feldarbeiter gebraut, die mit dem trockenen Schluck erfrischt wurden. Dank der zweiten Gärung in der Flasche hat Saison einen unverwechselbaren Geschmack voller reicher Nuancen und einer leichten Würze.

Hell bernsteinfarben und leicht hefetrüb ergießt sich das Bier ins Glas und bildet dabei sehr viel festen Schaum, der auch sehr lange erhalten bleibt.

Das Bier duftet nach Karamell und Südfrüchten, besonders nach Ananas, dazu kommen noch einige Kräuternoten und der typische Duft belgischer Bierhefe.

Der Antrunk ist frisch, wofür die reichlich vorhandene feinperlige Kohlensäure sorgt. Auf der Zunge entfalten sich die Geschmäcker nach Malz und Südfrüchten, eine leichte Säure und der Geschmack nach Süßholz sorgen für ein volles Mundgefühl und eine ordentliche Süffigkeit. Der Geschmack des Malzes steht aber eindeutig im Vordergrund, genau wie zunächst auch im Abgang, der mild mit einer leichten Fruchtigkeit beginnt, bevor ein leichtes Bitter zum Vorschein kommt, das überraschend lange nachklingt.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfenpellets, Gewürze (Lakritz), Invertzucker, Hefe, Milchsäure, Calciumchlorid, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure (E300)

Alkoholgehalt:

6,5 % Vol.

Bittereinheiten:

26 IBU

Brauerei:

Brasserie St-Feuillien SA
Rue d’Houdeng 20
7070 Le Rœulx
Belgien
www.st-feuillien.com

Burgdorfer Schwarzbier

Jetzt habe ich mal wieder ein Bier aus der Brauerei Burgdorf in der Nähe von Hannover vor mir stehen. Es handelt sich um ein Schwarzbier, einen Bierstil, der bis zur Wende eher in der DDR beheimatet war, jetzt aber auch im Westen immer mehr Anhänger findet. Mal sehen, wie sich dieses Bier so macht.

Dunkelbraun und mit wenig grobporigem Schaum, der sich auch schnell auflöst, präsentiert sich das Bier im Glas. Mit dieser Farbe und ganz ohne Schaum erinnert es eher an Cola.

Düfte nach dunkler Schokolade und Brotkrume steigen mir in die Nase. Aromen des Hopfens kann ich in der Nase nicht feststellen.

Der Antrunk ist leicht süß, die Kohlensäure sehr feinperlig. Auf der Zunge entwickelt sich ein Schokoladengeschmack, dazu eine leichte Säure. Das Bier ist recht schlank und unausgeglichen. Mir fehlen Körper und die Weichheit, die ich von einem Schwarzbier erwarte. Erst im Abgang macht sich eine leichte Hopfenbittere bemerkbar, aber auch hier verschwindet der Geschmack sehr schnell.

Das Burgdorfer Schwarzbier ist absolut nicht meins. Schade. Andere Biere aus der Brauerei können mich durchaus begeistern. Ich habe keine Ahnung, weshalb das Schwarzbier dermaßen verunglückt ist.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Stammwürze:

12° Plato

Farbe:

62,9 EBC

Brauerei:

Brauerei Burgdorf GmbH & Co. KG
Lise-Meitner-Str. 8
31303 Burgdorf
www.brauerei-burgdorf.de

Bird of Prey IPA

In der Nähe von Amsterdam liegt Haarlem, die Heimat der Brauerei Uiltje. Robbert Uyleman, der Inhaber dieser Brauerei ist bekannt für Biere, bei deren Herstellung viel Hopfen verwendet wurde und die einen markanten Namen tragen. In diesem Fall handelt es sich um ein IPA mit dem Namen Bird of Prey. Inspiriert wurde das Bier oder zumindest die Gestaltung des Etiketts durch die amerikanische Comicserie Birds of Prey (deutsch: Raubvögel). Das ist eigentlich auch naheliegend, wenn wir uns den Namen der Brauerei ansehen, Uiltje (deutsch: Eule).

Recht hell mit einem Stich ins orange und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas. Darüber bildet sich eine durchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist komplex und fruchtig. Düfte nach Grapefruit, Ananas, Honig und Vanille steigen mir in die Nase. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk ist ebenfalls fruchtig, dabei auch recht süß. Für meinen Geschmack ist die Kohlensäure etwas zu knapp dosiert, aber es ist noch gut akzeptabel. Auf der Zunge bleibt die Fruchtigkeit erhalten und ein freundliches Bitter kommt dazu. Das Bier ist vollmundig und sehr gut trinkbar. Der Abgang ist erstaunlich mild. Das leichte Bitter klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Chinook, Glacier, Mosaic, Simcoe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,8 % Vol.

Bittereinheiten:

50 IBU

Brauerei:

Uiltje Brewing Company B.V.
Bingerweg 25
2031 AZ Haarlem
Niederlande
www.uiltjebrewing.com

Kolshorner Rotwild

Wieder einmal steht ein Bier aus der Brauerei Burgdorf vor mir. Diesmal ist es das Kolshorner Rotwild, ein Bockbier. Ob es sich um einen hellen oder um einen dunklen Bock handelt, ist auf dem Etikett nicht ersichtlich.

Kupferfarben und mit geringer Hefetrübung präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber eine vergleichsweise kleine Schaumkrone, die schnell in sich zusammenfällt.

Da gefällt mir das Aroma schon besser. Ich rieche Karamell, Toffee, kräutrige Noten und die Herbheit des Hopfens. Auch der Alkohol steigt mir in die Nase, aber er ist gut eingepasst, so dass er weder störend noch unangenehm wirkt.

Der Antrunk ist weich und rund. Obwohl er recht süß und die Kohlensäure eher zurückhaltend dosiert ist, ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Auf der Zunge steht das Malz im Vordergrund, das gut mit dem Hopfen zusammenspielt. Das Bier ist vollmundig und süffig. Im Abgang bleibt die Süße erhalten, der Hopfen tritt noch weiter in den Hintergrund, klingt aber trotzdem lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

6,0 % Vol.

Stammwürze:

16° Plato

Farbe:

20 EBC

Brauerei:

Brauerei Burgdorf GmbH & Co. KG
Lise-Meitner-Str. 8
31303 Burgdorf
www.brauerei-burgdorf.de