Archiv der Kategorie: Craft Beer

Glaab’s – Vicky loves Pale Ale

Glaabsbräu ist nicht nur die älteste Brauerei Südhessens, sondern nach eigenen Angaben auch eine der modernsten Brauereien Deutschlands Im Jahr 2018 hat Glaab’s anlässlich der CraftbeerMesse in Mainz mit ihrem neuen Craftbier „Vicky loves Pales Ale“ eine exotische Interpretation des Pale Ale auf den Markt gebracht. Erstmalig in Hessen und in Deutschland kaum bekannt, setzt Glaabsbräu den australischen HopfenVic Secret“ ein, der diesem Bier fruchtige Aromen verleihen soll.

Für das neue Bier hat sich die Brauerei durch die Kundenwünsche inspirieren lassen. „Viele unserer Kunden kamen immer wieder mit der Frage auf uns zu, warum wir kein Pale Ale kreieren“, betont Braumeister Julian Menner. „Auch wenn Pale Ale mittlerweile in Deutschland eine bekannte Craftbier-Gattung ist, wollten wir unsere übliche kreative Note setzen. Deswegen haben wir uns für einen Hopfen entschieden, der unserem Pale Ale eine besondere fruchtige exotische Note verleiht und in Deutschland kaum eingesetzt wird: Vic Secret, aus Australien.“, ergänzte er. „Die Craftbier-Messe in Mainz mit über 4.000 Besuchern ist für uns eine ideale Möglichkeit gewesen, um unser neues Craftbier zu präsentieren und Feedback von Konsumenten einzuholen. Das Feedback hat sogar unsere Erwartungen übertroffen!“, ergänzt Brauereichef Robert Glaab. Die Brauer haben mir auf der Internorga eine Flasche des Pale Ale mitgegeben. Dann will ich mal sehen, wie das neue Craft Beer mir gefällt.

Kupferfarben fließt das Bier ins Glas und bildet dabei überdurchschnittlich viel feinporigen Schaum, der auch lange erhalten bleibt. Die Optik ist schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist betörend. Düfte nach Grapefruit und roten Johannisbeeren steigen mir in die Nase, unterstützt durch einen Hauch Biskuitteig. Da haben die Brauer ganz tief in die Säcke mit den drei Aromahopfen gegriffen.

Frische, unterstützt durch eine leichte Süße, prägt den ersten Eindruck auf der Zunge. Schnell gesellen sich eine ordentliche Fruchtigkeit sowie ein gut abgestimmtes Bitter dazu. Die Aromen spiegeln sich auf der Zunge wider. Dabei bleibt die Frische erhalten und das volle Mundgefühl rundet den positiven Gesamteindruck ab. Auch im Abgang bleiben die Fruchtigkeit und das freundliche Bitter erhalten und sie klingen noch lange nach.

Das Glaab’s Vicky loves Pale Ale passt gut zu allen pikanten Gerichten, kommen die Rezepte aus Indien oder China, auch zu einem Sauerbraten kann ich mir dieses Bier gut vorstellen.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner Malz, Münchner Malz, Cara Red, Cara Hell), Weizenmalz, Hopfen (Summit, Vic Secret, Monroe), Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Stammwürze:

13,2° Plato

Brauerei:

Glaabsbräu GmbH & Co. KG
Wallstr. 1
63500 Seligenstadt
www.glaabsbraeu.de

Birra Flea – Margherita

Jetzt will ich wieder ein Bier der italienischen Brauerei Birra Flea verkosten. Wie bei den anderen Bieren ist auch dieses einer historischen Persönlichkeit gewidmet: „Sie sollte ein Junge sein: Kaiser Friedrich II. war sich dessen seit dem Moment der Empfängnis von Margaret sicher, denn zu diesem Zweck folgte er genau der Anweisung der Astrologen. Zu diesem Zweck war Margaret auch die einzige legitime Tochter, die aus der Vereinigung zwischen Friedrich II. und Isabella von England geboren wurde. Margherita lebte weit weg von Sizilien und den Kämpfen. Sie heiratete Albert II. Landgraf von Thüringen, Markgraf von Meißen. 1257 wurde aus ihrer Vereinigung ein ‚neuer Frederik‘ namens ‚The Joyful‘ geboren, der für eine Weile die Hoffnung auf eine neue glorreiche Zukunft für das schwäbische Haus vertrat: der dritte Frederik.

Im Wesentlichen handelt es sich beim Birra Flea Margherita um ein Weizenbier. Im Gegensatz zum deutschen Weißbier enthält dieses aber mehr Gersten- als Weizenmalz, zumindest, wenn auch die Italiener die Reihenfolge in der Zutatenliste entsprechend der Menge angeben.

Strohgelb und hefetrüb präsentiert sich das Bier im Glas, zusammen mit einer durchschnittlichen Blume, sowohl was das Volumen als auch die Haltbarkeit angeht.

Das Aroma wird durch den Duft nach Bananen geprägt, dazu eine leichte fruchtige Säure sowie einige würzige Noten nach weißem Pfeffer und etwas Mandel. Damit ist der Duft für ein Weizenbier ungewöhnlich komplex und er macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Zunächst stellt meine Zunge eine leichte Süße fest, gepaart mit reichlich dosierter kräftiger Kohlensäure. Dann schmecke ich die Fruchtigkeit, die die Aromen widerspiegelt. Dazu kommt ein zunächst leichtes Bitter, das mit der Zeit kräftiger wird. Das Mundgefühl ist voll, rund und frisch. Der Abgang ist anfänglich bitter und langsam entwickelt sich der Geschmack nach Marzipan, der lange nachklingt.

Das Birra Flea Margherita ist ein Bier, das überraschen kann und das es wert ist, langsam und bewusst genossen zu werden. Es passt zu vielen italienischen Gerichten fast besser als der übliche Rotwein.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,2 % Vol.

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Achouffe – Houblon Chouffe

Die Brauerei nennt den Bierstil des Houblon Chouffe „Triple IPA“ Tatsächlich ist es ein Crossover-Bier, genauer gesagt eine belgische Interpretation des aus England stammenden India Pale Ale (IPA). Diesen Bieren wurde der Überlieferung nach zusätzlicher Hopfen zugesetzt, um sicherzustellen, dass das Bier die lange Seereise nach Indien überlebte – daher der Name. Und in letzter Zeit ist der IPA-Stil in den Vereinigten Staaten, wo Bierliebhaber auf den Geschmack der bitteren Seite der Dinge aus sind, in aller Munde.

Die Brasserie d’Achouffe war eine der ersten belgischen Brauereien, die das Potenzial erkannte und 2006 ihre eigene IPA ins Leben rief. Sie verwendete dafür sogar amerikanischen Hopfen. Das Ergebnis, das Houblon Chouffe, ist dreimal so bitter wie das La Chouffe. Ich vermute, es handelt sich um ein Bier, das nicht erst um den heißen Brei herumredet, wenn es um die Intensität des Hopfens geht. Dann will ich doch mal feststellen, ob meine Erwartungen erfüllt werden.

Golden und hefetrüb ist das Houblon Chouffe mit einer voluminösen Feinporigen Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt. Optisch ist an diesem Bier schon mal nichts zu verbessern.

Kräftige Hopfenaromen steigen mir in die Nase. Ich rieche Zitrusfrüchte und Ananas, dazu Biskuit und Vanille. Nicht zu vergessen die Aromen, die von der brauereieigenen Hefe stammten. Das Aroma ist sehr vielversprechend, auch wenn es nicht so kräftig ist wie bei vielen anderen IPAs.

Der Antrunk ist recht süß, was aber zur reichlich dosierten feinperligen Kohlensäure passt. Anfangs ist das Bier erstaunlich malzbetont, bevor sich eine diskrete Fruchtigkeit entwickelt, die in ein kräftiges Bitter übergeht. Dabei ist das Mundgefühl voll und rund. Im Abgang wird das Bier trockener, das Bitter schwächer und es klingt lange nach.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Tomahawk, Amarillo, Saaz), Hefe, Invertzucker

Alkoholgehalt:

9 % Vol.

Bittereinheiten:

47 IBU

Empfohlene Genusstemperatur:

6° – 10° Celsius

Brauerei:

Brasserie d Achouffe
Achouffe 32
6666 Wibrin-Achouffe
Belgien
www.achouffe.be

Rügener Insel Brauerei – Snorkelers Sea Salt IPA

Die Rügener Insel-Brauerei ist mit vier alkoholfreien Bieren auf dem Markt. Jetzt steht das Snorkeler`s Sea Salt vor mir. Markus Berberich (Brauereigründer) und Frank Lucas (Braumeister) versprechen, mit Hilfe einer neuen Braumethode, die sie in einjähriger intensiver Entwicklungszeit erschaffen haben, ein Bier mit einem ausgereiften Zusammenspiel aller Komponenten einen unglaublichen Geschmack erzeugt zu haben. Gebraut wird in Rambin ausschließlich mit Naturhopfen.

Bei unter 35 ° C ist die neuartige Frische-Destillation ein ungemein schonendes Verfahren, um den typischen Geschmack des Bieres zu erhalten. Bedeutende Duftnoten sollen geschützt werden und als Ergebnis erwartet uns dann ein alkoholfreies Craft Bier mit einem natürlichen Mundgefühl wie man es von einem Bier erwartet und einem wahrlich umwerfenden Geschmack. Die sorteneigene Kohlensäure wird während der Gärung von der Brauerei aufgefangen und dann später dem alkoholfreien Bier wieder zurückgeführt. Für die alkoholfreien Craft Biere der Rügener Insel-Brauerei bedeutet das ein natürliches Bieraroma und den für diesen Bierstil typischen Charakter. Nach dem Abfüllen reifen die alkoholfreien Biere nach der traditionellen Methode. Diese Flaschenreifung mit allen seinen Besonderheiten garantiert die Sauerstofffreiheit der Flaschen und ist dank der Verbindung mit dem Naturpapier als Lichtschutz ausschlaggebend für eine besonders lange Frische. Das Snorkeler?s Sea Salt ist ein alkoholfreies IPA, welches mit Meersalz gebraut wurde. Jetzt steht es endlich vor mir, damit ich es verkosten kann.

Bernsteinfarben läuft das Bier ins Glas. Die leicht überdurchschnittlich große feinporige Schaumkrone, die sich dabei bildet, bleibt sehr lange erhalten. Damit sticht das Snorkelers Sea Salt IPA schon mal aus der Masse der alkoholfreien Biere heraus, bei denen der Schaum eher knapp ausfällt.

Das Aroma ist fruchtig-herb. Neben Zitrusfrüchten und süßen Südfrüchten steigen mir aber auch einige herb-bittere Noten in die Nase. Damit erinnert das Bier deutlich an seine norddeutsche Heimat.

Der Antrunk ist überraschend trocken, die feinperlige Kohlensäure ist schmeichelt sanft meiner Zunge. Auf der Zunge spiegeln sich die die Aromen wider, dazu kommt der leichte Geschmack des Salzes. Nicht zu stark, aber die 0,7 Gramm Salz pro Liter sind durchaus schmeckbar. Der Abgang ist trocken und norddeutsch-herb und er klingt sehr lange nach

Während viele andere alkoholfreie Biere eher lasch schmecken, bringt das Snorkelers Sea Salt IPA den vollen Geschmack mit, sodass der Alkohol mir nicht fehlt.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Naturhopfen, Hefe, Meersalz

Alkoholgehalt:

<0,5 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

7° – 8° Celsius

Brauerei:

Rügener Insel-Brauerei
Hauptstraße 2c
18573 Rambin/Rügen
www.insel-brauerei.de

Ostfriesenbräu – Landbier Dunkel

Mitten im Herzen Ostfrieslands liegt das Bierdorf Bagband, das zur Gemeinde Rhauderfehn gehört. Von dort kammt das Landbier Dunkel, das bereits zweimal beim European Beer Star mit der Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Im April 1999 öffnete in der ehemaligen Molkerei in Bagband die Brauerei Ostfriesen Bräu, zusammen mit einem Brauereimuseum und einer Brauereigaststätte.

Dunkel mahagonifarben präsentiert sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist recht klein, bleibt aber lange erhalten.

Das Aroma nach Schokolade steigt mir in die Nase, auch der Alkohol findet sich im Duft dieses Bieres wieder.

Der erste Schluck offenbart eine überraschende Süße, die aber durch die passende Dosierung der feinperligen Kohlensäure gut ausgeglichen wird. Auf der Zunge steht der Geschmack dunkler Schokolade im Vordergrund. Ich würde mir eine etwas kräftigere Hopfung wünschen, denn das Bitter ist doch sehr zurückhaltend vertreten. Obwohl das Bier einen recht schlanken Eindruck macht, wirkt es vollmundig und süffig. Auch der Abgang ist sehr mild und fast ohne Bitterstoffe, während die Süße weiterhin präsent bleibt.

Das dunkle Landbier aus Ostfriesland ist an warmen Sommerabenden ein guter Durstlöscher.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

4,8 % Vol.

Brauerei:

Ostfriesen Bräu
Voerstad 8
26629 Großefehn
www.ostfriesenbraeu.de

Birra Flea – Bianca Lancia

Flea ist eine Brauerei aus Umbrien in Italien. Ich habe den Brauer kürzlich in Düsseldorf kennengelernt und er hat mir seine Biere zum Verkosten gegeben. Eine Besonderheit dieser Brauerei ist, dass sie ihre Kreationen jeweils einer historischen Besonderheit widmet. In diesem Fall ist es Bianca Lancia.

Bianca Lancia, eine italienische Adlige aus dem Piemont, war eine der vier Ehefrauen von Kaiser Friedrich II. und wahrscheinlich diejenige, die er am meisten liebte. Sie unterhielten eine langjährige geheime Beziehung und nach Ansicht einiger Historiker war Bianca Lancia die einzige wahre Liebe seines Lebens. Sie war ein freundlicher und zarter Mensch und war während Friedrichs Leben ständig und diskret anwesend. Ihre Hochzeit wurde an dem Tag gefeiert, an dem Bianca Lancia im Sterben lag, um den politischen Aufstieg ihres Sohnes Manfred zu legitimieren, der der letzte schwäbische König von Sizilien war.

Das Bianca Lancia ist ein Witbier, ein Bierstil, den ich gerne mag. Mal sehen, ob die Italiener diesen belgischen Bierstil gut hinbekommen. Bevor ich mir das Bier einschenke werfe ich aber noch einen Blick auf das Rückenetikett, genauer gesagt auf die Zutatenliste. Dort fällt mir auf, dass das Wasser als „Wasser aus Gualdo Tadino“ ausgewiesen wird. Für mich weist das darauf hin, dass das Wasser so verwendet wird wie es aus der Leitung oder aus dem Brunnen kommt. Das gefällt mir. Viele große Brauereien demineralisieren das Wasser und fügen dem demineralisierten Wasser anschließend wieder eine definierte Mineralienmischung hinzu. Damit handelt es sich nicht mehr um natürliches Wasser, sondern um ein standardisiertes Industrieprodukt. Dadurch wird das Bier sicher nicht schlechter, aber dieses Vorgehen ist ein Schritt hin zu einem Einheitsgeschmack.

Strohgelb und hefetrüb zeigt sich das Bier im Glas. Die feinporige Schaumkrone ist sehr groß und bleibt auch einige Zeit erhalten. Die Optik ist damit schon mal sehr ansprechend.

Das Aroma ist angenehm fruchtig. Düfte nach Banane, Orangenschale, Koriander und Hefe steigen mir in die Nase, umrahmt mit Biskuitduft. Das macht richtig Lust auf den ersten Schluck.

Der Antrunk zeigt eine leichte Süße. Die Kohlensäure ist zurückhaltend aber ausreichend dosiert, sanft und sehr feinperlig. Auf der Zunge kommt die Würze des Korianders in den Vordergrund, begleitet mit einer leichten fruchtigen Säure. Die Bitterstoffe des Hopfens bleiben diskret im Hintergrund. Der Abgang ist leicht fruchtig und der Geschmack nach Orange klingt kurz nach.

Ich meine, dass Flea das belgische Witbier gut auf Italien angepasst hat. Das Bianca Lancia ist ein schönes leichtes Sommerbier, das sich gut an einem warmen Sommerabend auf dem Balkon oder im Garten genießen lässt. Es passt gut zu Fischgerichten oder einer Käseplatte.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hefe, Hopfen, Koriander, Schalen von der Bitterorange

Alkoholgehalt:

5,0 % Vol.

Stammwürze:

12,5° Plato

Bittereinheiten:

15 IBU

Brauerei:

Flea Società Agricola a r.l.
Via Fratelli Cairoli
Zona Industriale Sud
06023 Gualdo Tadino, PG
Italien
www.birraflea.com

Espiga – Porter

Espiga ist das spanische Wort für Ähre und der Name einer Brauerei, die einem Herzensprojekt entsprungen ist. Die zwei ehemaligen Biologen Teresa und Arnau fühlten sich dazu berufen, etwas ganz Außergewöhnliches zu erschaffen: Ein Bier, das Seele hat. Sie wollten ein Bier kreieren, das gleich eines Menschen mit Persönlichkeit, Charakter, Ecken und Kanten Lebendigkeit und ein klares Statement ausstrahlt. Besonderen Fokus legen die Gründer von Espiga auf die hohe Qualität ihrer Rohstoffe und deren schonende Verarbeitung. Nur so entsteht ein Produkt, das ihren eigenen Ansprüchen genügt. Ganz klar sprechen sie sich gegen den Vorgang des Pasteurisierens aus – zu viel der ursprünglichen Lebendigkeit ginge dabei verloren. Espiga legt viel Wert auf eine transparente Produktion und erklärt dem interessierten Bierliebhaber mit verständlichen Grafiken auf ihrer Website den Prozess des Brauens. Jetzt steht auf jeden Fall das Porter vor mir, das ich jetzt öffnen werde.

Blickdicht schwarz ergießt sich das Bier ins Glas und bildet dabei eine kleine hellbraune und gemischtporige Schaumkrone, die erstaunlich lange erhalten bleibt.

Düfte nach dunkler Schokolade steigen mir in die Nase, unterstützt durch eine Süße und Säure, die an Trockenfrüchte erinnern.

Der Antrunk ist weniger süß als erwartet und auch die Kohlensäure ist eher knapp dosiert. Auf der Zunge wird das Bier trockener und es kommen deutliche Mokka- und Schokoladennoten zum Vorschein. Dabei ist das Bier recht vollmundig. Im Abgang werden die Röststoffe kräftiger, so dass das Bier fast wie angebrannt schmeckt.

So ganz allein kann mich das Espigna Porter nicht begeistern, aber zusammen mit einer Creme Brûlée oder einem Marzipansoufflee bildet dieses Bier eine Kombination, von der sowohl das Bier als auch die Nachspeise profitieren können.

Zutaten:

Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5 % Vol.

Brauerei:

Companyia Artesana Maians S.L.
c/Malet 12, nau nº3
08791 Sant Llorenç d’Hortons Alt Penedès
Barcelona
Spanien
www.espiga.cat

Aecht Schlenkerla Rauchbier Fastenbier 2020

Ob das Fasten noch in die heutige Zeit passt muss jeder für sich entscheiden. Auf jeden Fall sind die Fastenbiere aber auch heute noch aktuell, so auch das Aecht Schlenkerla Fastenbier, das die Brauerei in Bamberg so beschreibt: „Das Aecht Schlenkerla Fastenbier ist ein unfiltriertes Rauchbier, das gemäß dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wird. Die untergärige Hefe verleiht dem rötlich hellbraunen Fastenbier eine leichte natürliche Trübung. Sein Raucharoma ist schon im Geruch erkennbar und wird begleitet von einer edlen Hopfennote. Im Antrunk entfaltet das vollmundige, süffige Fastenbier ein starkes Malzaroma, das durch den Rauchgeschmack und die dezente Bittere im Nachtrunk abgerundet wird. Durch die vollmundige Hefe ist im Aecht Schlenkerla Fastenbier die ‚Brotzeit schon mit drin‘.“ Nach diesen vollmundigen Ausführungen will ich das Aecht Schlenkerla Fastenbier nun aber auch verkosten.

Mahagonifarben und leicht hefetrüb fließt das Bier ins Glas und bildet dabei eine große hellbraune Schaumkrone, die sehr lange erhalten bleibt.

Bereits beim Einschenken steigen mir die Düfte nach Rauch und Schinken in die Nase. Daneben können sich lediglich einige würzige Noten des Hopfens noch durchsetzen.

Als ersten Eindruck beim Kontakt mit der Zunge liefert das Bier eine leichte angenehme Süße zusammen mit der sehr feinperligen Kohlensäure. Schnell übernehmen aber die Raucharomen das Kommando. Bitterstoffe sind nur gering zu schmecken, trotzdem ist das Mundgefühl weich und voll. Das Bier macht einfach einen edlen Eindruck. Auch im Abgang steht zunächst der Rauch im Vordergrund. Wenn dieser Geschmack langsam nachlässt kommt ein freundliches Bitter mit langem Nachklang zum Vorschein.

Zutaten:

Brauwasser, Hopfen, Hefe

Alkoholgehalt:

5,9 % Vol.

Bittereinheiten:

30 IBU

Brauerei:

„Heller-Bräu“ Trum GmbH
Dominikanerstraße 6
96049 Bamberg
www.schlenkerla.de

 

Gentse Gruut Amber

Eine Besonderheit sticht bei den Bieren der Gentse Stadsbrouwerij Gruut sofort ins Auge – sie werden vollkommen ohne Hopfen gebraut. Was uns heute eventuell etwas ungewöhnlich erscheint, war bis ins 16. Jahrhundert der Normalfall. Bier war ein Alltagsgetränk, sauberer und gesünder als das häufig verseuchte Wasser und viele Kräuter haben eine gesundheitliche Wirkung. Über die Beweggründe, 1516 das „Reinheitsgebot“ zu erlassen und damit ausschließlich Hopfen zum Brauen zuzulassen, können wir heute nur noch spekulieren. Mir sind einige Theorien bekannt, die alle für sich recht logisch erscheinen. Aber lassen wir das Thema und freuen uns auf ein wirklich traditionelles Bier, so wie es unsere Vorfahren vor mehr als 600 Jahren getrunken haben könnten.

Dunkel kupferfarben präsentiert sich das Bier im Glas. Darüber bildet sich eine sehr gro0e feste hellbraune Schaumkrone, die auch sehr lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist ungewöhnlich komplex. Düfte nach Brotrinde, Rübensirup, Karamell, Korinthen sowie einige würzige Noten steigen mir in die Nase. Es braucht also nicht immer Hopfen, um ein Bier zu brauen.

Der Antrunk ist recht süß, so dass die knapp dosierte Kohlensäure nicht gegen die Süße ankommt. Der Duft nach Rübensirup spiegelt sich auf der Zunge wider, zusammen mit dem Geschmack von Karamell und Kräutern. Saure und bittere Töne fehlen weitgehend. Das Mundgefühl ist fast cremig. Der Abgang ist ebenfalls süß, wobei die Kräuter jetzt etwas mehr in den Vordergrund kommen.

Das Gentse Gruut Amber ist ein interessantes Bier, auch wenn es meinen Geschmack nicht so richtig trifft. Zu fruchtigen Desserts kann ich es mir aber sehr gut vorstellen.

Zutaten:

Wasser, Malz, Kräuter, Hefe

Alkoholgehalt:

6,6 % Vol.

Brauerei:

Gentse Gruut Stadsbrouwerij
Grote Huidevettershoek 10
9000 Gent
Belgien
www.gruut.be

Hirond Ale

Das Hirond Ale ist ein Saison, also ein typisch belgischer Bierstil. Es stammt aus der Brasserie Dupont im wallonischen Leuze-en-Hainaut. Über diesen Bierstil und auch die Brasserie Dupont habe ich bereits an anderer Stelle ausreichend geschrieben, so dass ich direkt zum Bier kommen kann.

Bernsteinfarben mit einem deutlichen Rotstich und hefetrüb läuft das Bier ins Glas. Dabei bildet es eine kleine gemischtporige Schaumkrone, die aber lange erhalten bleibt.

Das Aroma ist fruchtig mit dem typischen Duft belgischer Bierhefe. Dazu kommen Aromen nach Toffee, Zitrusfrüchten sowie einige blumige Noten.

Zunächst vermittelt das Bier einige Süße und die knapp dosierte Kohlensäure ist recht kräftig. Schnell kommt ein freundliches Bitter dazu und bringt überraschend viel Fruchtigkeit mit einer leichten Säure mit. Das Mundgefühl ist weich und beinahe dickflüssig. Der Abgang ist mild, bitter und Fruchtigkeit zeigen sich noch einmal in der Kehle und klingen relativ lange nach.

Zutaten:

Brauwasser, Gerstenmalz, Dinkelmalz, Zucker, Hopfen (Savinjski Golding), Hefe

Alkoholgehalt:

5,7 % Vol.

Empfohlene Genusstemperatur:

12° Celsius

Brauerei:

Brasserie Dupont
Rue Basse 5
7904 Leuze-en-Hainaut
Belgien
www.brasserie-dupont.com