Workshop: Bierverkostung im digitalen Zeitalter: Was Online-Events wirklich brauchen

Die Bierwelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert – nicht nur im Glas, sondern auch davor. Digitale Formate wie Online-Tastings, virtuelle Wettbewerbe und digitale Schulungen sind längst mehr als eine Notlösung. Spätestens seit der Pandemie haben sie sich zu einem festen Bestandteil der Branche entwickelt.

Einen fundierten Einblick in diese Entwicklung gibt ein Workshop mit Markus Raupach, einem der bekanntesten Bierexperten im deutschsprachigen Raum. Als Gründer der Deutsche BierAkademie und Juror bei den World Beer Awards kennt er sowohl die praktische als auch die organisatorische Seite von Verkostungen und Bewertungen – offline wie online.

Neue Bühne für alte Disziplinen

Die größte Herausforderung besteht darin, klassische Formate wie Bierfestivals, Tastings oder Wettbewerbe in die digitale Welt zu übertragen. Was vor Ort selbstverständlich funktioniert – Atmosphäre, Austausch, direkte Verkostung – muss online neu gedacht werden.

Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um Struktur und Kommunikation. Wie führt man Teilnehmer durch eine Verkostung, wenn sie an unterschiedlichen Orten sitzen? Wie sorgt man für Interaktion? Und wie schafft man es, dass ein digitales Event nicht wie eine Videokonferenz wirkt?

Technik ist wichtig – aber nicht alles

Ein zentrales Thema ist die technische Ausstattung. Die richtige Kombination aus Kamera, Mikrofon und Software bildet die Grundlage für ein funktionierendes Online-Tasting. Doch Technik allein reicht nicht aus.

Ebenso entscheidend ist die Rolle des Moderators. Wer ein digitales Tasting leitet, muss nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch in der Lage sein, Teilnehmer aktiv einzubinden. Körpersprache, Stimme und Timing gewinnen an Bedeutung, da sie die fehlende physische Präsenz ausgleichen müssen.

Vorbereitung ist der Schlüssel

Ein weiterer Erfolgsfaktor liegt in der Organisation. Teilnehmer benötigen vorab die richtigen Biere, passende Gläser und klare Anweisungen. Auch der Ablauf muss präzise geplant sein, damit das Event strukturiert und dennoch lebendig bleibt.

Dabei spielen auch Details eine Rolle, die man leicht unterschätzt: Wie werden Verkostungsnoten vermittelt? Wie funktioniert die Bewertung bei Wettbewerben? Und wie stellt man sicher, dass alle Teilnehmer unter vergleichbaren Bedingungen verkosten?

Erfahrung aus der Praxis

Unterstützt wurde der Workshop von Anita Ujszaszi, die als Verantwortliche für die World Beer Awards zusätzliche Einblicke in die Organisation internationaler Wettbewerbe einbrachte. Gerade hier zeigt sich, wie wichtig standardisierte Abläufe und klare Kriterien sind – unabhängig davon, ob die Verkostung vor Ort oder digital stattfindet.

Mehr als ein Trend

Online-Bier-Events sind gekommen, um zu bleiben. Sie ermöglichen eine größere Reichweite, bringen Menschen aus verschiedenen Regionen zusammen und eröffnen neue Wege der Wissensvermittlung.

Gleichzeitig ersetzen sie nicht das klassische Erlebnis, sondern ergänzen es. Die Zukunft der Bierkultur wird vermutlich hybrid sein – mit Veranstaltungen, die das Beste aus beiden Welten verbinden.

Kurz gesagt: Wer Bier digital erlebbar machen will, braucht mehr als nur eine Kamera. Er braucht ein Konzept, Erfahrung – und ein gutes Gespür für Menschen.

Der Workshop wurde im März 2021 veröffentlicht. Da es sich um einen Workshop der EBCU handelt, wird er in englischer Sprache gehalten. Das Video startet durch einen Klick auf die folgende Abbildung.

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